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Tagebücher 1919

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Tagebücher 1919

Von: Harry Graf Kessler
Gesprochen von: Org Dubonton
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Ein Glücksfall für die Historiker: Harry Graf Kessler (1868 - 1937) beschreibt bis in die Kleinigkeiten das rastlose Berlin, die schwächelnden Politiker, die aufgeregten Künstler und vor allen Dingen das Unwesen der Straßenkämpfe mit ihren Panzerwagen und Maschinengewehren. Und er schaut genau hin.

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©gemeinfrei (P)2020 LILYLA Hörbuch-Editionen
Erinnerungen, Tagebücher & Korrespondenzen Journalisten, Redakteure & Verleger Kunst & Literatur
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Harry Graf Kessler ist in vielerlei Hinsicht die beste Quelle, die wir haben, wenn wir uns in die Zeiten, die er in seinen Tagebüchern beschreibt - also das Ende des 19. und der Beginn ds 20. Jahrhunderts - führt und wir mit ihm - ohne zu wissen, was in der nächsten Stunde geschehen wird - die Ereignisse nach dem Ende des ersten Weltkriegs sozusagen "live" erleben dürfen. Als Diplomat und Mäzen kennt er jeden und alle, sie sitzen in seinem Salon und er beschreibt sie uns alle lebendig und mit dem messerscharfen Blick eines großen Europäers, seiner Zeit weit voraus.

Es ist ein Vergnügen, ihm beim Denken zuhören zu dürfen.

Wie Retif de Bretonne für den Vorabend und die Ereignisse in der frühen franz. Revolution oder Samuel Pepys für die Ära Elisabeth I., der Pest und dem großen Brand in London, die wie er ohne das Wissen um die Zukunft ihre Zeit lebendig werden lassen, gehört auch Kessler zu den Vorläufern dessen, was heute Blogger ihre Zeit in allerdings öffentlichen Tagebüchern festzuhalten versuchen. Leider mangelt es unserer Zeit an Kesslers, de Bretonnes oder Pepys

Der Sprecher ist sehr gut und man wünscht sich, daß auch die Tagebücher des frühen 20. Jahrhunderts auf diese Art eingelesen veröffentlicht werden könnten. Wie die von Samuel Pepys, von dem es nur eine englische Fassung gibt, oder die von Retif de Bretonne, so schön auch der bisher veröffentlichte Teil sein mag.

Die Tagebücher 1918, 1919 jedenfalls sind ein schöner Anfang.

Ein wunderbarer Zeitzeuge, klug und aufmerksam

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