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Secondhand-Zeit

Leben auf den Trümmern des Sozialismus

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Secondhand-Zeit

Von: Swetlana Alexijewitsch, Ganna-Maria Braungardt - Übersetzer
Gesprochen von: Wolf-Dietrich Sprenger, Marlen Diekhoff, Bettina Stucky, Cedric von Borries, Markus Boysen, Achim Buch
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Über diesen Titel

Der Kalte Krieg ist seit über zwanzig Jahren vorbei, doch das postsowjetische Russland sucht noch immer nach einer neuen Identität. Während man im Westen nach wie vor von der Gorbatschow-Zeit schwärmt, will man sie in Russland am liebsten vergessen. Inzwischen gilt Stalin dort vielen, auch unter den Jüngeren, wieder als großer Staatsmann, wie überhaupt die sozialistische Vergangenheit immer öfter nostalgisch verklärt wird.

Für Swetlana Alexijewitsch leben die Russen gleichsam in einer Zeit des "secondhand", der gebrauchten Ideen und Worte. Wie ein vielstimmiger Chor erzählen die Menschen von der radikalen gesellschaftlichen Umwälzung in den zurückliegenden Jahren.

Es lesen: Cedric von Borries, Markus Boysen, Achim Buch, Marlen Diekhoff, Bernd Grawert, Franziska Hartmann, Hans Löw, Julia Nachtmann, Karin Neuhäuser, Jörg Pohl, Stephan Schad, Hildegard Schmahl, Birte Schnöink, Wolf-Dietrich Sprenger, Bettina Stucky, Angelika Thomas, Oda Thormeyer, Philipp Zemmrich und Sebastian Zimmler.

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Ein Hörbuch mit zeitgenössischen Gesprächen und prophetischen Analysen. Letztlich das Erklärungsmodell für den Ukraine-Konflikt 2022.

Prophetische Beschreibung Russlands

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...heute so selten. Menschen, die über sich und ihre Gefühle sprechen. Ihr Leben umschreiben. Fern ab von materiellen Gütern. Und wie sie doch betrogen wurden. Aber, aber... Aber man kann stolz sein auf diese Menschen. Ob Täter, ob Opfer... Sie brauchten keine Kredite, um einen Sinn im Leben zu finden.

Aufrichtigkeit

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Das war bitter.
Und notwendig.



sechs sieben acht neun zehn elf zwölf dreizehn vierzehn Blödzehn.

Ein Titel. Wise up, 4m420n

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So einfach Swelana Alexijewitschs Interview-Stil ist, so unterschiedliche Lebenswelten und Wahrnehmungen erschließt sie damit dem Leser. Hier zählt die unverstellte individuelle Lebenswirklichkeit und die Erfahrungen der direkt Betroffenen selbst, nicht die Stereotypisierung durch öffentliche Medien und den öffentlichen Geschichtsunterricht, auch nicht die historische Instrumentalisierung durch eigennützige Politiker, die durch Legendenbildung die Sicht der kommenden Generation beeinflussen möchten. Frau Alexijewitsch muss ein sehr vertrauenswürdiger Mensch sein, wenn sie es geschafft hat, durch Zuhören, Strukturieren, eiserne Zurückhaltung und den vollständigen Verzicht auf ihre eigene Meinung solche Einblicke zu schaffen. Anders wäre das auch nicht gelungen, oder als ideologisch einseitig kritisiert worden. Darin liegt die eigentliche Größe dieser wertvollen Einsicht in das Schicksal von Millionen Menschen über Jahrzehnte im Kommen und Gehen einer Diktatur. Darin liegt auch der Sprengstoff – auch heute, fünfundzwanzig Jahre nach dem Ende, zweifellos. Der Nobelpreis für Literatur ist verdient.

Wenn es Alexijewitsch und Solschenyzin nicht gäbe, müsste man an der Fähigkeit und dem Willen der Russen, ihre eigene Geschichte zu verstehen und Konsequenzen daraus zu ziehen, verzweifeln. Ähnlich wie in Deutschland nach dem Krieg, wird zu viel weggeschaut, schöngeredet, ignoriert. Swetlana Alexijewitsch zeigt sehr überzeugend, dass die Saat des Verstehens nicht nur in ihr als Sammlerin von Biografien, sondern in einer breiten, öffentlich unsichtbaren Schicht der russischen Gesellschaft vorhanden ist. Gleichzeit aber auch der Widerspruch und das Klammern an die Legenden der Größe, die von denjenigen Überlebenden getragen werden, die sich auch heute, in Putins politischer Kohorte, wieder für Abenteuer und Experimente instrumentalisieren lassen, die in Nichts anderem als dem Bekannten enden können (und sollen).

Was macht die Diktatur mit den Menschen?

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Ein sehr beeindruckendes, trauriges, düsteres und an der Realität sehr nahes Buch. Sollte man gehört haben!

Sehr zu empfehlen!

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