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Die infantile Gesellschaft

Wege aus der selbstverschuldeten Unreife
Sprecher: Dominic Kolb
Spieldauer: 7 Std. und 43 Min.
4,2 out of 5 stars (17 Bewertungen)

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Inhaltsangabe

Vom Glück der Souveränität - warum wir endlich erwachsen werden müssen.

Gefühl ist Trumpf, Argumente stören, Diskretion war gestern. Wir sind eine Gesellschaft der Kindsköpfe geworden. Erwachsene verhalten sich ungeniert wie Kinder, sind es aber längst nicht mehr. Sie halten das Leben für einen großen Spaß, senden Emojis in die Datenumlaufbahn, schwärmen hemmungslos für Greta & Co. Zugleich behandeln Politiker ihre Wähler wie kleine Kinder. Berlin gibt den Takt vor, die Stadt als Versuchslabor und Partyzone, in der kaum etwas klappt.

Alexander Kissler nimmt die Politik ebenso wie den Kulturbetrieb, die Wirtschaft und die Kirchen aufs Korn. Er folgt den mal albernen, mal tragikomischen Verrenkungen unreifer Erwachsener und zeigt die Folgen einer infantilen Gesellschaft: Wenn Vernunft nicht mehr zählt, regiert die Unvernunft.

Sein Buch ist eine Einladung, das größte Abenteuer zu wagen, das das Leben für uns bereithält: erwachsen zu werden.

Ein fulminanter Aufruf zu mehr Mündigkeit, mehr Eigenverantwortung und weniger Gefühligkeit.

"Die Kunst des Erwachsenseins besteht darin, Distanz zu ertragen, von sich selbst absehen zu können, den Unterschied zwischen drinnen und draußen, Privatheit und Öffentlichkeit, Ich und Nicht-Ich ermessen zu können. Der innerlich erwachsene Mensch ist grundsätzlich in der Lage, sein Leben selbstständig und nach eigenen Vorstellungen zu gestalten, ohne zu erwarten, dass er sich mit diesen Vorstellungen immer durchsetzen wird.

Er kennt seine Schwächen und seine Stärken und die lange Strecke zwischen den Polen. Er arbeitet mehr an sich als an anderen, nimmt es mit den eigenen Plänen genauer als mit den eigenen Rechtfertigungen. Er hält weder die Welt für eine Ausformung des Ichs noch das Ich für einen bloßen Wurmfortsatz der Welt. Er weiß, was er will. Er will nicht alles und nicht alles sofort. Er scheitert und verzweifelt nicht, er gewinnt und vergisst sich nicht. Er lässt andere nicht für eigene Niederlagen büßen und bleibt im Triumph nicht allein.

Wir müssen uns den Erwachsenen als einen glücklichen Menschen vorstellen. Sind Sie bereit?"

©2021 HarperCollins Germany GmbH (P)2021 HarperCollins Germany GmbH

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Appell zum Selberdenken

Dieses Hörbuch hat mir großes Vergnügen bereitet, nicht zuletzt wegen seiner kunstvollen Sprache, die von Dominic Kolb sehr charakteristisch in Szene gesetzt wird. Allerdings konnte ich nicht allen Schlussfolgerungen des Autors zustimmen, der eine Infantilisierung der heutigen Gesellschaft ausgemacht hat. Ich gebe Alexander Kolb recht, dass Politik und Wirtschaft den Bürger wie ein unmündiges Kind behandeln und würde genau wie er beklagen, dass sich die Bürger dies bieten lassen. Ich glaube jedoch nicht, dass es sich um ein neues Phänomen handelt. Ich finde es nicht reifer, einem Kaiser oder gar Führer zuzujubeln, als sich von einer Bundeskanzlerin in einfacher Sprache belehren zu lassen. Auch Adenauer war schon durch seinen väterlichen Ton, aber nicht durch seinen großen Wortschatz bekannt. Und ist es weniger kindisch, wie zu Großmutters Zeiten, bunte Uniformen und ausladende Federhüte zu tragen als so wie heute Teenie-Jeans mit Baseball-Caps? Ebenso ist die Verehrung eines Kindes - Greta Thunberg- nicht nur für unsere Zeit typisch. Jeanne d’Arcs, die mit 13 Ihre erste Vision hatte, ist ein Beispiel dafür, dass schon im Spätmittelalter Minderjährige Massenbewegungen auslösen konnten. Im Matthäusevangelium ruft Jesus sogar dazu auf, wie die Kinder zu werden und die Weihnachtsgeschichte fasziniert gerade deshalb so, weil dort ein Kind im Mittelpunkt steht. Natürlich frage ich mich auch, warum Journalisten, Staatsmänner und Wirtschaftslenker aus aller Welt so an den Lippen eines schwedischen Mädchens hängen, aber ist es denn reifer, sich über sie lustig zu machen und warnende Stimmen zu ignorieren? Und wo wir schon einmal dabei sind: Was ist kindischer: Auf einem E-Roller zu fahren, was der Autor lächerlich macht , oder sich einen fetten SUV zuzulegen und den Motor eines aufgemotzten Sportwagens aufheulen zu lassen, was nirgends im Buch beanstandet wird? Kurz: Die Beispiele für Infantilität scheinen mir willkürlich und einseitig herausgesucht. Dennoch: Das Hörbuch ist ein Appell zum Selberdenken, den ich weiterempfehlen kann,

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