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Der Friedhof in Prag

Autor: Umberto Eco
Spieldauer: 16 Std. und 33 Min.
3.5 out of 5 stars (537 Bewertungen)

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Inhaltsangabe

Paris, 1897. Der Italiener Simonini erwacht in einer Pariser Wohnung ohne Erinnerung an die vergangenen Tage. Er beginnt Tagebuch zu schreiben, um sich von seiner Kindheit über die Erlebnisse während des Risorgimento und der Pariser Kommune an die Gegenwart heranzutasten. Doch während er schläft, kommentiert jemand seine Einträge und entlarvt Simonini nicht nur als durchtriebenen Fälscher und Agenten, sondern auch als höchst gefährlichen Antisemiten und Mitverfasser der "Protokolle der Weisen von Zion".

Atemberaubend virtuos spielt Umberto Eco mit historischen Fakten und literarischer Fiktion, mit Wahrheit und Fälschung, mit Identität und Erinnerung.

©2011 Carl Hanser Verlag München (P)2011 Der Hörverlag

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Hörerrezensionen

Bewertung

Gesamt

  • 3.5 out of 5 stars
  • 5 Sterne
    154
  • 4 Sterne
    103
  • 3 Sterne
    126
  • 2 Sterne
    84
  • 1 Stern
    70

Sprecher

  • 4 out of 5 stars
  • 5 Sterne
    104
  • 4 Sterne
    53
  • 3 Sterne
    31
  • 2 Sterne
    7
  • 1 Stern
    9

Geschichte

  • 3.5 out of 5 stars
  • 5 Sterne
    80
  • 4 Sterne
    40
  • 3 Sterne
    39
  • 2 Sterne
    26
  • 1 Stern
    22
Sortieren nach:
  • Gesamt
    5 out of 5 stars
  • gibarian
  • Berlin, Deutschland
  • 07.12.2011

Kein Hörbuch für unterwegs

Man muss schon genau zuhören - und genau das fällt beim bloßen Nebenherhören schwer. Dieses Meisterwerk ist mit seinem (realen) geschichlichen Hintergrund sehr dicht gestrickt und dazu gespickt mit einer Unzahl genussvoll ausgesprochener italienischer und französischer Vor- und Zunamen der Handelnden. Beim Film würde man sagen: exzellent besetzt bis in die Nebenrollen.

Das Buch verlangt aber auch einiges vom Leser. Zunächst Muße und Zeit. Interesse an europäischer Geschichte (die italienische Einigungshistorie und das französische Kaiserreich) - Zeitläufte also, die für den deutschen Leser vielleicht nicht sofort Berührungspunkte offenbar werden lassen. Darin eingesponnen, eine sehr feinsinnige Verschwörungsgeschichte. Bereits der Anlauf - nein - die Reifung der Gedanken des Protagonisten vom Keim bis zur Ausführung ist sehr liebevoll dargestellt.

Locker eingestreut werden immer wieder kulinarische Feinheiten der mediterranen Küche, da der Handelnde als Genussmensch ganz auf der Linie dieses Buches auch in seiner Lebensweise liegt.

Von Langeweile verspüre ich gar nichts. Ein Lob auch an die sich in abwechselnden Perspektiven bewegenden Sprecher, die für sich höchst unterschiedlich, erheblich zum Hörgenuss beitragen.

Fazit: In jedem Fall ein Buch, dass ich sicher auch noch einmal lesen werde, um die Details zu ergründen.

31 von 33 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Gesamt
    4 out of 5 stars
  • Sprecher
    5 out of 5 stars
  • Geschichte
    4 out of 5 stars
  • Ed
  • Deutschland
  • 24.08.2014

Schwere Kost

Wer gut recherchierte Bücher mit geschichtlichem Hintergrund liebt, ist bei Umberto Eco immer richtig. In diesem Werk erlaubt das Sujet in die Geschichte mehrerer Länder einzutauchen. Einen historischen Hintergrund bildet der Freiheitskämpfer Garibaldi und damit die außerhalb Italiens wenig bekannte Staatswerdung von Italien. Aber dies ist eben nur ein Thema, was dem Buch eine besondere Komplexität gibt, wenn man sich mit dem Gelesenen auch inhaltlich auseinandersetzen möchte. Dazu noch eine Art Jeckle & Hide Story, und ein ganz ernster roter Fanden. Denn dieser ist die Intoleranz gegenüber andersartiger Kulturen und hier im speziellen die Hetze gegenüber Juden.

Meisterhaft spielt Eco mit Klischees, führt uns Leser mit seinen Verschwörungs-Szenarien auf manche Fährte, die die Frage aufwirft, ob man sich selbst noch auf dem "richtigen Weg", der "richtigen Seite" befindet. Einzigartig wie er den Leser in Geschichts-Glättung einführt. Mir hat das Buch alles in allem sehr gut gefallen, vor allem mit etwas Abstand betrachtet. Gleiches gilt auch für den sehr guten, geteilten Vortrag. Würde ich es genauso hoch bewerten wie "Der Name der Rose" oder "Baudolino"? Nein, dafür ist die Kost zu schwer und kann nicht so unterhaltend sein, wie dies andere Werke von Eco sind. Aber vermutlich war dies auch nicht die Absicht des Autors.

5 von 5 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Gesamt
    5 out of 5 stars

Super - wenn man sich darauf einlassen kann!

Ecos Sprache ist herrlich. Dier Übersetzung ist gelungen. Die erzählte Geschichte ist spannend und stimmig, die Sprecher sind sehr gut.
Ich empfehle dieses Hörbuch, aber nur, wenn man sich darauf einlassen kann. Ein bisschen Verständnis europäischer Geistesgeschichte des 18. und 19. Jahrhunderts ist hilfreich, um das Gehörte einordnen zu können und auch die Geschichte "hinter dem Krimi" zu hören.
Wer "nur" den Krimi hört oder hören will, ist mit anderen Büchern besser dran.

11 von 13 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Gesamt
    5 out of 5 stars
  • Rüdiger
  • Berlin, Deutschland
  • 13.01.2012

Geniale Gedanken, sogar lesbar (= anhörbar)

Bin ja nicht so schlau (und längst nicht so umfassend gebildet) wie Professore Eco, aber als historisch interessierter Mensch habe ich doch sehr profitiert: von der Darstellung einer Melange aus Wahn, Propaganda und (bisweilen) Realität oder von den Details über Garibaldi, Dreyfuss etc.Nicht zuletzt ist es der reine Hörgenuss, vor allem die wirklich fiese Stimme, die Wawrzeck dem Simonini verleiht! Da ist's durchaus verzeihlich, wenn der Plot (wie nicht ganz selten bei Eco; Ausnahme: "Der Name der Rose") ein wenig schlingert.

7 von 8 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Gesamt
    5 out of 5 stars
  • Sprecher
    5 out of 5 stars
  • Geschichte
    5 out of 5 stars

Meisterwerk

sein letztes Buch "die geheimnisvolle Flamme der Königin Loana" mochte ich nicht so sehr. Aber weil gerade Baudolino, der Name der Rose und das Foucaultsche Pendel zu meinen all-timer Lieblingsbücher gehören, habe ich mir der "Friedhof von Prag" runtergeladen.
Wer Spaß hat, an einen unmoralischen Geschichtsansatz, in dem die Lügner, Betrüger, Fälscher, Saboteure und generell Menschen mit einem beschränkten Blickwinkel die eigentliche Hauptrolle in der Geschihte Europas spielen, der ist hier genau richtig. Ein Riesenspaß. Raffiniertes Verhalten aller Akteure gegeeinander, keine Ethik, keine Moral, keine Sittlichkeit. Das Böse hat Spaß in diesem Buch.

Machiavelli hät's gefallen....

Schlimm: vielleicht war alles wirklich so

Die geschichtlichen Ereignisse sind zudem perfekt recherchiert, wie man das von einem Eco erwarten darf. Volle Punktzahl!!

11 von 15 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Gesamt
    1 out of 5 stars
  • Gerhard
  • Korneuburg, Österreich
  • 06.12.2011

Eigenlob stinkt!

Und dennoch muss ich mich selbst loben! Ich habe es endlich geschafft und dieses Hörbuch bis zum bitteren Ende durchgestanden. Ich wollte oft aufgeben aber das war dann auch nicht in meinem Sinne. Den vergebenen Stern widme ich daher eher meiner Ausdauer denn diesem Hörbuch.

Ich habe alle meine Empfindungen während des Hörens schon in anderen Rezensionen wiedergefunden und kann daher nur bestätigen, dass es wahrscheinlich nur einem kleinen Kreis Auserwählter vorbehalten sein wird an diesem Hörbuch ernst gemeinten Gefallen zu finden. Für mich ist es wahrlich ein gut formulierter Roman, der noch dazu auch höchst proffesionell vorgetragen wurde. Nur fehlt für mich jede Handlung, die einem dazu bringt voller Freude weiterhören zu wollen.

Leider habe ich dieses Hörnbuch erstanden wie noch keine Rezensionen vorlagen und ich mich nur nach den wenigen schnell vergebenen Bewertungen richten konnte. Und diese waren am 14. November 2011 noch wesentlich besser als heute. Ich werde in Zukunft daher etwas mit dem Kauf neu erschienener Bücher als Hörbücher warten um nicht wieder so einen Fehlgriff zu tun.

13 von 19 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Gesamt
    4 out of 5 stars
  • Pierre
  • Bodman-Ludwigshafen, Deutschland
  • 28.02.2012

Gute Sprache, etwas komisches Weltbild von Eco

Die Sprache von Eco ist gewaltig und auch gut übersetzt. Verschiedene Abschnitte haben mit von der politisch-ethischen Sicht nicht besonders gefallen, im Kontext aber waren sie wohl richtig. Wer tolerant genug ist, soll das Buch unbedingt lesen-

2 von 3 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Gesamt
    2 out of 5 stars

Geschafft!

Ich vergebe einen Stern, weil ich es geschafft habe das Buch durchzuhören.
Die anspruchsvolle Sprache, die sicherlich zu der Geschichte und den
komplexen Zusammenhängen im ausgehenden 19. Jahrhundert passt,
hat mich fasziniert. Im Gegensatz dazu haben mir die langen Aufzählungen
sehr missfallen. Damit ist der zweite Stern vergeben.

Die Geschichte ist vorhersagbar und ohne Spannungsbogen.
Für mich als Hörbuch ungeeignet, da ich gerne in einem Lexikon oder Wiki
nachgeschlagen hätte, um mein Unwissen in geeigneter Weise auszugleichen.

7 von 12 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Gesamt
    5 out of 5 stars
  • Sprecher
    5 out of 5 stars
  • Geschichte
    5 out of 5 stars

Kein Hörbuch, ein Hörspiel

Die Sprecher sind exzellent. Die Geschichte (bis auf den Protagonisten Simonini) beruht auf wahren Begebenheiten. Man lernt viel.

  • Gesamt
    3 out of 5 stars
  • Sprecher
    5 out of 5 stars
  • Geschichte
    2 out of 5 stars

Nicht sonderlich mitreißend

Ich habe viel von dem Buch gehört und dachte mir, Umberto Eco ist bestimmt nicht umsonst so berühmt, leider fand ich es aber recht langatmig und nie wirklich richtig spannend. Obwohl ich den Kontext des Risorgimento nicht wirklich gut kannte, konnte ich der Handlung trotzdem folgen. Der Rassismus und sonstige abstoßende Eigenschaften des Protagonisten werden doch für meinen Geschmack sehr ausführlich vom Ich-Erzähler behandelt. Mit mehreren Sprechern ist die Hörbuch-Umsetzung wirklich gelungen. Ich hatte gehofft, dass die Pariser Kommune eine größere Rolle spielt, aber die bildet nur eine kleine Episode in der gesamten Erzählung.
Wirklich neu für mich war die Erfahrung, so lange einem Ich-Erzähler zu lauschen, der sich ständig in derart abgefahrenen Verschwörungstheorien ergeht und sie zwar teilweise auch selbst zusammendichtet, aber irgendwie auch selber zu glauben scheint.