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Alte Meister

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Alte Meister

Von: Thomas Bernhard
Gesprochen von: Thomas Holtzmann
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Im Wiener Kunsthistorischen Museum bezieht jeden zweiten Vormittag der Musikphilosoph Reger Stellung. Nur an den eintrittsfreien Samstagen bleibt Reger dem Museum fern. Doch ausgerechnet dann möchte ihn sein Freund Atzbacher dort treffen. Reger gibt sich einen Stoß und bezieht auch am Samstag seinen Platz. Und nun ergreift Thomas Holtzmann für ihn das Wort und ergeht sich inmitten des Besuchersturms in herrlich schwungvollen Tiraden gegen die Wiener, gegen Kunstbeflissenheit und Titelsucht, Kapuzinergruft und Hofburg, Mehlspeisenkult und Prater.©1985 Suhrkamp Verlag (P)1991 Südwestfunk, jetzt Südwestrundfunk Stuttgart Belletristik Zeitgenössische Literatur
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Kritikerstimmen



Wer den möglichen Mehrwert von gesprochener Literatur erleben möchte, der höre Holtzmann einfach zu.
-- Frankfurter Allgemeine Zeitung
Alle Sterne
Am relevantesten
Direkt, provokant, kalkuliert. Thomas Bernhard's Sicht- und Erzählweise muss man mögen. Zugegeben, alle Tage wär's meine Sache nicht. In appetitlichen Dosen aber zweifellos erfrischend. Der Sprecher meistert seine Sache übrigens gut. Viel Spass

Zynismus à la Bernhard

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Reger, ein alter ego von Thomas Bernardt, geht seit Jahrzehnten zweimal die Woche in das weltberühmte Wiener Kunstmuseum, setzt sich stets auf dieselbe Bank und schaut sich stets das gleiche Bild an. Drei Stunden lang.
Einen Museumswärter namens Irsigler hat er sich als treuen Diener herangezogen – der gebürtige Burgenländer hält ihm stets den Platz frei und sperrt auch schon mal den ganzen Saal, wenn Reger sich an den Besuchern stört.

Reger ist eine zunächst sehr unsympathische Mischung aus Marcel Reich-Ranicki und König Lear an einem besonders schlechten Tag.
In den für Thomas Bernhard typischen Hasstiraden schimpft er wie ein Rohrspatz („ganz besonders hasse ich…“) über die Zeiten, die Sitten, die Kunst, die Musik, das Museum, Österreich, die Burgenländer, die Wiener, die Politiker, das Leben, den Tod…

Das ist natürlich mit Vergnügen anzuhören, wenn er über bestimmte Menschentypen herzieht, die man selbst von Herzen verabscheut. Ärgerlich wird es, wenn er in seiner furchtbar bornierten Art Künstler, die man selbst schätzt, als „völlig wertlos“ aburteilt. Da vergeht einem natürlich das Lachen, aber es fördert die Selbsterkenntnis.

Irgendwann geht einem dann das pausenlose, mit Paraphrasierungen und Wiederholungen gespickte Gegeifer und Gebelle schwer auf die Nerven, dann braucht man eine Pause.
Aber wer hat jemals Thomas Bernhard länger als 2 Stunden ertragen können? An dieser Stelle sei an den großen Verleger Siegfried Unseld erinnert, dessen Telegramm, mit dem er die fruchtbare und durchaus gewinnbringende Zusammenarbeit mit Bernhardt nach Jahrzehnten abbrach, mit den legendären Worten endete: „Ich kann nicht mehr. Ich kann nicht mehr.“

Erst ganz am Ende erfahren wir, was den 82jährigen international berühmten Musikwissenschaftler Reger umtreibt und keine Ruhe lässt. Und wir verstehen, was es mit dem Titel „Alte Meister“ auf sich hat…
Es ist geradezu herzzerreißend traurig und dabei schonungslos authentisch. Wer selbst einmal in einer vergleichbaren Situation war, kann das bestätigen.

Ich will dem Leser das Vergnügen nicht nehmen, das alles allein und in seinem eigenen Tempo herauszufinden, deshalb verkneife ich mir hier meine Interpretation und Querverweise auf die Sekundärliteratur, um nichts zu verraten.

Mein Fazit: ich habe mich amüsiert, ich habe gelacht, ich bekam schlechte Laune, und ich habe mich stellenweise gründlich geärgert.
Gegen Ende des Buches war ich tief gerührt und stellenweise auch sehr, sehr traurig.

Dann wird es auf den letzten Seiten aber wieder alltäglich, so dass sich der hart mitgenommene Leser wieder fassen kann und gelassen zuhört.
Und dann: Der letzte Satz. Ich habe Tränen gelacht.

Sooft ich zwischendurch dachte, warum es sich hier um gute Literatur handeln solle und wie sehr mich Bernhardts Stil mich doch nervte- am Ende bin ich tief beeindruckt.
Das ist tatsächlich große Literatur, denn man wird selbst als erfahrener Leser zu tiefen Emotionen aufgewühlt; am Ende hat man dann auch fast gegen den eigenen Willen wieder einmal über die conditio humana nachgegrübelt.
Warum versteht man das Leben erst dann, wenn es fast vorbei ist? Welche geistigen Schätze haben wir erworben und gehütet, damit sie uns in der Stunde der Not helfen?
Werden auch uns am Ende, horribile dictu, nur Schopenhauer und vielleicht Tizian bleiben?

Ganz, ganz viel hat das Hörbuch dem Vorleser zu verdanken.
Tatsächlich ist es meiner Meinung nach besser als das Buch.
Das ist eine steile Ansage, ich bin mir dessen bewusst. Aber auch nachdem ich beide Fassungen nach einigen Jahren noch einmal kritisch gelesen bzw. gehört habe,
bleibe ich bei diesem Urteil, das aber natürlich als rein persönlich zu betrachten ist.

Ein wirklich empfehlenswertes Hörbuch. Ich beneide jeden, der es frei von Vorwissen über Thomas Bernhardt zum ersten Mal hören darf.

Thomas Bernhardt kongenial vorgelesen- ein echtes Literaturerlebnis

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Bernhard ist einfach einer der größten Autoren der letzten 100 Jahre. Gerade weil er polarisiert. ... Wieder hervorragend gelesen von Thomas Holzmann!

Fantastisch

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Was hat Ihnen am allerbesten an Alte Meister gefallen?

Der Weltenhass.

Was mochten Sie an der Handlung am liebsten?

Die Beschreibungen.

Wie hat Ihnen Thomas Holtzmann als Sprecher gefallen? Warum?

Genialer Sprecher, passend wie die Faust aufs Auge.

Hat dieses Hörbuch Sie emotional stark bewegt? Mussten Sie laut z.B. lachen, weinen, zweifeln, etc.?

Ja, lachen musste ich.

Was wäre für andere Hörer sonst noch hilfreich zu wissen, um das Hörbuch richtig einschätzen zu können?

Man muss den österreichischen und besonders den Wiener Humor schon mögen.

Großartig

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Gehe nun mit anderen Augen in das kunsthistorische Museum. Großartig auch der Sprecher Thomas Holtzmann!

Ein Genuss vom ersten bis zum letzten Wort!

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