Gewaltfreie Kommunikation


Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg: Konflikte lösen, Gespräche verbessern und mehr Empathie entwickeln – Kommunikation ohne Gewinner und Verlierer.

Fragen zur Gewaltfreien Kommunikation

Gewalt kann auf vielen Ebenen ausgeübt werden: neben unmittelbarer körperlicher Gewalt gibt es auch verbale und emotionale Gewalt. Die Gewaltfreie Kommunikation (GFK) soll Konflikte verhindern und Gespräche verbessern, sowohl im privaten Umfeld als auch in beruflichen Situationen. Ziel ist es nicht, aus einem Gespräch siegreich oder besiegt hervorzugehen, sondern eine wertschätzende Beziehung zu ermöglichen, in der alle Gesprächsteilnehmerinnen und -teilnehmer an einer friedlichen Problemlösung interessiert sind. Die Gewaltfreie Kommunikation folgt dabei einem Grundmodell mit vier Schritten, über das die Sprechenden eine verständnisvollere Bindung zueinander aufbauen können. Dazu wird eine empathische Atmosphäre geschaffen, in der die Gesprächsteilnehmerinnen und -teilnehmer ihre Beobachtungen, Gefühle und Bedürfnisse in positiven Bitten und Formulierungen zum Ausdruck bringen.
Die wertschätzende Kommunikation wird in der Literatur oft der Gewaltfreien Kommunikation gleichgesetzt. Sie hat zum Ziel, dass die Gesprächsteilnehmerinnen und -teilnehmer mittels klarer und empathischer Kommunikation eine wertschätzende Beziehung aufbauen. Problemsituationen basieren oft auf Handlungen oder verbalen Aussagen, die zu Verletzungen bei einem oder mehreren der Sprechenden geführt haben. In der wertschätzenden Kommunikation geht es vor allem darum, die Gefühle und Bedürfnisse, die der Konfliktsituation zugrunde liegen – sprich den Handlungen, verbalen Aussagen und Verletzungen –, zu erkennen und sie gemeinsam empathisch zu ergründen. Wichtig dabei ist, das Gegenüber nicht zu bewerten oder zu verurteilen sowie die Auslöser des Konflikts vom darunterliegenden Bedürfnis zu trennen. So wird nicht nur die Beziehung untereinander gestärkt, sondern auch die persönliche Weiterentwicklung gefördert.
Bei Gewalt denken viele zunächst an körperliche Gewalt. Doch auch emotionale Gewalt kann einem anderen Menschen erhebliche Schäden zufügen. Ob verbal oder in non-verbalen Verhaltensweisen geäußert, kann sie gravierende Folgen für das psychische Wohlbefinden haben. Viele Konfliktsituationen und -gespräche sind darauf ausgelegt, dass daraus Gewinnende und Verlierende hervorgehen. Die Gewaltfreie Kommunikation lässt dieses Konzept hinter sich und richtet sich stattdessen an einem empathischen Miteinander aus. Schon Gandhi bezog sich in Bezug auf uns Menschen auf das „einfühlende Wesen, das sich wieder entfaltet, wenn die Gewalt in unseren Herzen nachlässt.“ Auch Personen, von denen eine gewaltvolle Kommunikation ausgeht, können sich selbst Schaden und Leid zufügen. Das Ziel der Gewaltfreien Kommunikation ist es, Gewalt, Hass, Aggression in den Gedanken und Gefühlen aller Gesprächsbeteiligten durch Empathie zu ersetzen.
Das Konzept der Gewaltfreien Kommunikation (GFK), auch wertschätzende Kommunikation oder empathische Kommunikation genannt, stammt vom US-amerikanischen Psychologen Marshall B. Rosenberg. Beeinflusst wurde er bei seinen Arbeiten zur zwischenmenschlichen Kommunikation vor allem von seinem Lehrer, dem Psychologen Carl Rogers, und Mahatma Gandhi. Über 30 Jahre lang bot er selbst Seminare und Schulungen an. Seine Methode zur Gewaltfreien Kommunikation wird mittlerweile weltweit in Beratungsstellen zu persönlichen sowie beruflichen Konfliktsituationen angewandt. Sogar in Krisengebieten findet sein Modell Anwendung, so etwa bei Verhandlungen zwischen den Gruppierungen und Parteien, die sich in einer Auseinandersetzung miteinander befinden. Mit der Gewaltfreien Kommunikation wollte Rosenberg veraltete Kommunikationsmodelle aufbrechen und an den Kern dessen erinnern, was zwischenmenschliche Kommunikation bewirken soll. Sein Ziel war es, eine friedliche Grundhaltung im Gespräch zu etablieren sowie gegenseitige Wertschätzung auf der Basis von Einfühlung zu fördern.
Dadurch, dass Begriffe wie Empathie und Verletzlichkeit in den Fokus gerückt werden, scheint die Gewaltfreie Kommunikation auf den ersten Blick ausschließlich auf persönliche Beziehungen beschränkt zu sein. Doch die Gewaltfreie Kommunikation beruht auch auf dem Konzept der Kooperation. Kooperatives Verhalten ist sowohl in persönlichen Beziehungen als auch im beruflichen Miteinander, in Schüler-Lehrerbeziehungen und auf politischer Ebene eine wichtige Zutat, um zu Übereinkünften oder auch Kompromissen zu gelangen. Gewaltfreie Kommunikation soll darüber hinaus aggressive sprachliche und emotionale Verhaltensmuster bewusst machen und vermeiden helfen. Das ist ein großes Plus in Situationen, in denen konstruktive Kritik oder konstruktives Streiten (etwa auf der politischen Ebene) ausdrücklich gewünscht sind. Sie hilft dabei, aus Problemen eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten zu erzeugen, mit dem eigenen Ärger umzugehen und sich selbstbewusster in Verhandlungen zu begeben.

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