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Inhaltsangabe

Veit Kolbe verbringt ein paar Monate am Mondsee, unter der Drachenwand, und trifft hier zwei junge Frauen. Doch Veit ist Soldat auf Urlaub, in Russland verwundet. Was Margot und Margarete mit ihm teilen, ist seine Hoffnung, dass irgendwann wieder das Leben beginnt. Es ist 1944, der Weltkrieg verloren, doch wie lang dauert er noch?

Arno Geiger erzählt von Veits Alpträumen, vom "Brasilianer", der von der Rückkehr nach Rio de Janeiro träumt, von der seltsamen Normalität in diesem Dorf in Österreich - und von der Liebe. Ein herausragender Roman über den einzelnen Menschen und die Macht der Geschichte, über das Persönlichste und den Krieg, über die Toten und die Überlebenden.
©2018 Carl Hanser Verlag GmbH & Co KG, München (P)2018 Hörbuch Hamburg HHV GmbH, Hamburg

Hörerrezensionen

Bewertung

Gesamt

  • 4.5 out of 5 stars
  • 5 Sterne
    236
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Sprecher

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Geschichte

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    5 out of 5 stars

Großartiger Roman - Schwaches Hörbuch

Was wäre für andere Hörer sonst noch hilfreich zu wissen, um das Hörbuch richtig einschätzen zu können?

Es scheint keine guten Wiener Schauspieler zu geben. Anders lässt es sich nicht erklären, dass die Geschichte eines Wieners im Salzkammergut der letzten Kriegsjahre ausschließlich von deutschen Sprechern dargeboten wird. Es stellt sich nicht die Frage, ob Thorben Kessler gut oder schlecht liest, er ist schlicht eine grobe Fehlbesetzung, unter der der gesamte Hörgenuss leidet. Ortsnamen werden falsch ausgesprochen; ein Operetten-Zitat wird unerkannt überlesen. Wenn das Buch schon den Regionalbezug im Titel führt und im Nachwort auf die historischen österreichischen Schicksale verweist, dann müsste das Hörbuch auch darauf achten, dass diese Regionalität und Historizität irgendwo hörbar werden. Wer deutsche und österreichische Charaktere alle ohne Unterschied durch Deutsche lesen lässt, verfälscht zudem die Beziehung der Charaktere untereinander.Schade! Dieser großartige Roman hätte eine würdige Hörbuchfassung verdient. Zum Kauf des Buches kann ich nur raten, vom Kauf des Hörbuches aber dringend abraten.

9 von 9 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Gesamt
    5 out of 5 stars
  • Sprecher
    5 out of 5 stars
  • Geschichte
    5 out of 5 stars

Großartig!

Iris Radisch hat es in der ZEIT so zusammengefasst: "Was weiß man schon über das Lebensgefühl vergangener Zeiten? Arno Geigers Roman 'Unter der Drachenwand' rekonstruiert einfühlsam die Gemütslage am Ende des Zweiten Weltkrieges."
Wenn man sich dafür interessiert, ist dies ein großartiger Roman ... formal wie ein Tagebuch mit eingestreuten Briefen von Dritten. Ich bin Jahrgang 1943. Beim Hören musste ich immer wieder an meine Eltern denken, die damals 25 waren.

3 von 3 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Gesamt
    5 out of 5 stars
  • Sprecher
    5 out of 5 stars
  • Geschichte
    5 out of 5 stars
  • Mark
  • Salzburg, Österreich
  • 29.01.2018

Gefühlvoll. Fesselnd. Lehrreich.

In einer schlimmen Zeit unterschiedliche Perspektiven zu lesen, hilft zu verstehen, wie es den Menschen damals ergangen sein muss. Kein künstliches Drama in der Geschichte, aber berührend wie kaum ein anderes Buch, das sich mit der schwierigen Zeit des WWII beschäftigt.

3 von 3 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Gesamt
    5 out of 5 stars
  • Sprecher
    4 out of 5 stars
  • Geschichte
    5 out of 5 stars

Kriegsjahr 1944 - einzelne Schicksale

Veit Kolbe wird im Russlandfeldzug 1943 schwer am Bein verletzt und ins Lazarett im Saargebiet geschickt. Nach seiner Rückkehr in die Heimat - Wien - wird er von seinen Erinnerungen heimgesucht und beschließt der Einladung seines Onkels, der am Mondsee, "Unter der Drachenwand" im Salzkammergut lebt und dort die politische Führung repräsentiert, zu besuchen.
Veits Vermieterin ist eine unfreundliche Frau, deren Mann, ein überzeugter Nationalsozialist, ebenfalls im Krieg ist, genau wie der Mann "der Darmstädterin" - Margot -, die im gleichen Haus wie Veit lebt, gemeinsam mit ihrer kleinen Tochter Lilo.
Im Dorf sind auch einige Mädchen aus Wien, die im Zuge der Kinderlandverschickung im Lager "Schwarzindien" gelandet sind. Die junge Lehrerin, die sie begleitet, verhält sich gegenüber Veit sehr zurückhaltend und abweisend. Unter den Mädchen ist Annemarie Schaller - Nanni - genannt, die Briefe von ihrem Cousin Kurti erhält, die, von der Lehrerin gelesen, großen Anstoß erregen. Offenkundig haben beide - die 13-Jährige und der 17-Jährige - eine Liebesbeziehung.

Der Roman spiegelt die Ereignisse des Kriegsjahres 1944 wider. Erzählt wird überwiegend aus der Sicht Veit Kolbes in Form von Tagebucheinträgen, die er während seines Aufenthaltes am Mondsee schreibt. Briefe von drei weiteren Figuren berichten von den Auswirkungen des Krieges in Darmstadt, Wien und in Budapest.

Margots Mutter schreibt aus Darmstadt, wo sie inzwischen ganz allein lebt. Ihr Mann ist in einem Vorbereitungslager, während ihre andere Tochter Bettine in Berlin als Schaffnerin arbeitet. Ihre Briefe haben einen typischen mütterlichen Ton, in die sich neben der Fürsorge um Margot und um ihre Enkeltochter auch offene Vorwürfe und Ermahnungen stehlen. Auf mich wirken sie sehr authentisch, wenn sie von ihren täglichen Sorgen und Ängsten erzählt, von denen, die gestorben sind, aber auch Klatsch und Tratsch verbreitet und ihre ältere Tochter bittet, die jüngere zur Räson zu bringen.
Die Briefe von Kurti an Nanni aus Wien sprechen von der Sehnsucht nach der gemeinsam verbrachten Zeit und von der Angst, in den Krieg geschickt zu werden. Eine Befürchtung, die sich bewahrheiten wird.
Bedrückend sind die Schilderungen des Juden Oskar Meyer, der unter verschiedenen Namen lebt und seine Erlebnisse in Wien bis zu seiner Emigration nach Budapest schildert. Die zunehmenden Demütigungen, die Hoffnung, es werde wieder besser, die Erkenntnis fliehen zu müssen - gemeinsam mit seiner Frau Walli und seinem Sohn Georgili. Ein weiteres Kind wird nach London geschickt und verbringt dort die Kriegsjahre.

In Veits Tagebucheinträgen spielt zudem Brasilianer eine große Rolle, er ist der Bruder der Vermieterin und hat lange Jahre in Rio de Janeiro verbracht, wohin er unbedingt zurückkehren möchte. Er betreibt eine Gärtnerei, in der sich Veit und Margot nach der Verhaftung des Brasilianers, der offen gegen den Führer Reden schwingt, näher kommen.
Hat diese Beziehung eine Chance? Muss Veit erneut in den Krieg zurückkehren, obwohl er von traumatischen Anfällen heimgesucht wird? Was wird aus Nanni und Kurt? Wird Oskar Meier mit seiner Familie den Einmarsch der Deutschen in Budapest überleben?

Bewertung
Eigentlich erzählt Arno Geiger nichts Neues. Was es an historischen Ereignissen über das Kriegsjahr 1944 zu berichten gibt, kennen wir alles. Dieses Mal erfahren wir etwas von einem Kriegsveteranen und einigen anderen Menschen, die lose mit ihm verbunden sind.

Und doch gibt der Roman Zeugnis vom Leben einzelner Menschen, das vom Krieg bestimmt wurde und die diesen niemals vergessen können. Am Ende reflektiert Veit darüber:

"Und ich wusste, dass ich tatsächlich und unwiderruflich in diesem Krieg bleiben würde. Egal, wann der Krieg zu Ende ging und was aus mir noch wurde, ich würde für immer in diesem Krieg bleiben, als Teil von ihm." (Kapitel 222)

Er trifft auf eine Gruppe von Zwangsarbeitern und ist nicht in der Lage ihnen zu helfen, da er kein Held ist, sondern einer, der den Krieg überleben will.

"Schade, dass das, was hinter mir liegt, nicht geändert werden kann. Was ich in den vergangenen sechs Jahren begriffen habe, ist, dass die Weisheit hinter mir hergeht und selten voraus. Am Abend kommt sie und sitzt mit am Tisch, als unnützer Esser." (Kapitel 222)

Im Laufe des Hörens kommen einem die einzelnen Figuren näher, da wir von ihren Gedanken und Ängsten erfahren, beginnt man sie und ihr Handeln zu verstehen. Dadurch dass Geiger den jungen Kurti von seinen Ängsten schreiben lässt, die alte Mutter von ihrer Einsamkeit in Darmstadt, den Kriegsveteranen von der Panik, in den Krieg zurück zu müssen, und Oskar Meyer von der Verzweiflung, seine Familie nicht schützen zu können, erhalten wir ein weites Spektrum dessen, wie der Krieg das Schicksal des Einzelnen bestimmt.

Der Roman zeigt das alltägliche Leben, wie Arno Geiger in einem kurzen Interview sagt, interessiere ihn "das Individuum in seiner Einzigartigkeit, mit seiner eigenen Geschichte, seinen eigenen Gefühlen." Er stellt sich die Frage: "Wie fühlt es sich an, im fünften, sechsten Kriegsjahr zu leben?"
Inspiriert wurde sein Roman von Briefen aus dem Lager "Schwarzindien", von Behördenbriefen und Elternbriefen, das "hat alles in Gang gesetzt."
(Quelle: Hanser-Verlag)

Auch wenn die Handlung manche Längen aufweist und dahin "plätschert", berühren diese Einzelschicksale, die insgesamt sehr authentisch wirken, so dass der Roman für mich ein wichtiger Beitrag gegen das Vergessen ist.

5 von 6 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Gesamt
    4 out of 5 stars
  • Sprecher
    3 out of 5 stars
  • Geschichte
    4 out of 5 stars

Leben im Krieg

Erinnert mich ein bisschen an die Fernsehserie"Unsere Mütter, unsere Väter". Zu verstehen, wie sich der Krieg im privaten Leben der Betroffenen ausgewirkt hat, nicht mit im Äußerlichen. Der Ausgang der Geschichte ist vielleicht, diskutablerweise, ein wenig zu positiv aufgebaut; so viele derer, die da durch gegangen sind, konnten sie gar nicht erzählen bzw. haben sie sehr viel schwerer oder ganz anders in Erinnerung. Wenn ich an meine Großmutter denke, die aus Pommern vertrieben wurde... Gut, dass die andere Seite in Form der Geschichte des Juden Oskar Maier aufgenommen wurde, das schafft eine gewisse Balance. Die Geschichte ist lebhaft erzählt und enthält eine sehr schöne Romanze. Einzig für den österreichischen Soldaten - dort spielt die Geschichte ja schließlich weitgehend - hätte ich mir aus Gründen der Authentizität einen ebensolchen Dialekt das Sprechers gewünscht (der seine Sache ansonsten gut macht) - was soll das, traut der Hörverlag etwa seinen Hörern nicht zu, das zu verkraften?

1 von 1 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Gesamt
    4 out of 5 stars
  • Sprecher
    2 out of 5 stars
  • Geschichte
    5 out of 5 stars

Warum keine österreichischen Sprecher ?!?!?!?

Eigentlich eine sehr spannende Geschichte, die aber zwingend österreichische Sprecher vorraussetzt, um auch glaubwürdig rüberkommen!

1 von 1 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Gesamt
    5 out of 5 stars
  • Sprecher
    5 out of 5 stars
  • Geschichte
    5 out of 5 stars
  • Gaby
  • Visp, Schweiz
  • 12.02.2018

Eindrücklich!

Der zweite Weltkrieg aus der Sicht der Daheimgebliebenen beschrieben. Mit sehr viel Fingerspitzengefühl und Wärme geschrieben. Absolut hörenswert.

1 von 1 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Gesamt
    5 out of 5 stars
  • Sprecher
    5 out of 5 stars
  • Geschichte
    5 out of 5 stars

ein zu Herzen gehender Roman

der Roman hat mich sehr berührt mir kamen stellenweise die Tränen ,ich kann ihn nur jedem empfehlen .

9 von 17 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Gesamt
    5 out of 5 stars
  • Sprecher
    5 out of 5 stars
  • Geschichte
    5 out of 5 stars
  • Dr.
  • 22.07.2018

Ein unglaublich beeindruckendes Buch!

Ein unglaublich beeindruckendes Buch! Es sollte zur Pflichtlektüre an Schulen und Hochschulen werden.
Beim Hören hielt ich oft den Atem an. Es ist so grauenvoll - dieser Krieg! Absolut beeindruckend
dabei ist, dass Geiger die Täter bzw. Deutsche sprechen lässt und die Opfer (z.B. Juden).
Alles wird so unglaublich sensibel beschrieben und dargestellt. Alle Züge im Wesen des Menschen, alle Gefühle
werden wie mit einer Lupe dargestellt. Ein tief berührendes Antikriegsbuch! Ich werde es sicher noch
viele Male Hören!

  • Gesamt
    3 out of 5 stars
  • Sprecher
    3 out of 5 stars
  • Geschichte
    5 out of 5 stars

Empfehlenswert!

Die Geschichte ist sehr gut geschrieben und vermittelt anschaulich die Zeit vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Der Handlungsstrang verwebt unterschiedliche Schicksale und zeichnet somit ein vielschichtiges Bild.
Leider gelingt es dem ansonsten guten Sprecher nicht, die österreichische Färbung der Sprache aufzunehmen. So werden zum Beispiel Ortsnamen grundsätzlich immer auf der falschen Silbe betont und damit verzerrt. Das ist schade! Es sollte doch auch österreichische Sprecher geben oder jemanden, der den deutschen Sprecher berät.

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