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Inhaltsangabe

Wo die Fäden zusammenlaufen

Fenia Xenopoulou, Beamtin in der Generaldirektion Kultur in Brüssel, steht vor einer schwierigen Aufgabe. Sie soll das Image der EU-Kommission aufpolieren. Aber wie? Sie beauftragt den Referenten Martin Susman, eine Idee zu entwickeln. Die Idee nimmt Gestalt an - die Gestalt eines Gespensts aus der Geschichte.

David de Vriend dämmert in einem Altenheim seinem Tod entgegen. Als Kind ist er von einem Deportationszug gesprungen, der seine Eltern in den Tod führte. Nun soll er bezeugen, was er im Begriff ist zu vergessen. Auch Kommissar Brunfaut steht vor einer schwierigen Aufgabe. Er muss aus politischen Gründen einen Mordfall auf sich beruhen lassen; und Alois Erhart, Emeritus der Volkswirtschaft, soll in einem Thinktank der Kommission Worte sprechen, die seine letzten sein könnten. Und was macht Brüssel? Es sucht einen Namen - für ein Schwein, das durch die Straßen läuft.
©2017 Suhrkamp Verlag Berlin (P)2017 Hessischer Rundfunk / der Hörverlag

Hörerrezensionen

Bewertung

Gesamt

  • 4.5 out of 5 stars
  • 5 Sterne
    578
  • 4 Sterne
    256
  • 3 Sterne
    103
  • 2 Sterne
    51
  • 1 Stern
    24

Sprecher

  • 4.5 out of 5 stars
  • 5 Sterne
    701
  • 4 Sterne
    187
  • 3 Sterne
    41
  • 2 Sterne
    11
  • 1 Stern
    4

Geschichte

  • 4 out of 5 stars
  • 5 Sterne
    510
  • 4 Sterne
    229
  • 3 Sterne
    122
  • 2 Sterne
    45
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Babylonisches Konfetti in Momentaufnahmen

Dieser Roman gehört auf jeden Fall zu den Büchern, die man, nachdem einmal gelesen, gerne gleich wieder aufschlägt, um die einzelnen Details im ganzen Gemälde, das die Lektüre zusammenfügen ließ, nochmals zu bewundern.
Zugegeben: Ausrichten eines Jubiläums von einer Behörde könnte, trotz der Parallele mit dem Musils Lebenswerk, nicht gerade viel Aufregendes bieten. Spannend sind vor allem die sehr verschiedenen Beteiligten und andere direkt oder anderweitig mit ihnen Verbundenen, ihre Charaktere und Flashbacks, daher ist es schön, dass in der „Hauptstadt“ mehrere Protagonisten agieren. Quasi der Bau des Babylons unter literarischer Lupe. Auch wenn es keine neue Erkenntnis ist, dass unsere vermeintlich große Welt allzu oft einem kleinen Dorf ähnelt, vor allem – in Babyl…, pardon, Brüssel, erzeugt die Erwartung, in welchen Situationen und Konstellationen die Figuren sich begegnen oder miteinander verbunden würden, eine besondere innere Spannung. Robert Menase hat eine großartige Gabe, die Figuren, ihre Temperamente, Beweggründe und Widersprüche eigentlich mit sehr sparsamen Strichen, aber keinesfalls lieblos oder gar karikaturistisch herbeizuführen. Ob Ehrgeiz, Schmerz, Frust, Idealismus, Depression, Eitelkeit oder Genugtuung – alles lässt sich mit einigen nicht abgedroschenen, farbigen und plastischen Details schildern. Festgehaltene Konfetti eben. Und: Auch Eurobürokraten sind vor allem Menschen.
Gerade das Individuelle macht die Figuren prägnant und lässt sie gut auseinanderhalten, trotz mehreren, zunächst ziemlich losen Handlungssträngen. Diese bringen wiederum sehr bildhaft das politisch und gesellschaftlich Relevante, die historischen Reflexionen und ihre dialektischen Spannungen zur Geltung. Da stören auch die paar Plädoyers nicht, denn diese sind leidenschaftlich und einfach von meisterhaften Rhetorik. Dabei lässt sich (von Talentierten!) alles Menschliche ganz konkret schildern: auch wenn es sich dabei um nicht leicht durschaubare und sehr widersprüchliche Mechanismen, die allerdings unser Leben bestimmen, handelt, um den Interessen-, Generationenkampf oder die sich widerlegenden Auslegungen. Beobachtungsgabe allein würde dabei nicht ausreichen, Robert Menasse geht aber so souverän mit Leitmotiven - Pointen, Einsichten, Gleichungen, Zuspitzungen – um, dass man auch die Themen schluckt, die mittlerweile so ziemlich unter der Verdrossenheit leiden.
Der Roman verlangt schon eine gewisse Fertigkeit des aufmerksamen Lesens bzw. Zuhörens (was ebenfalls ein Vergnügen sein kann). Daher ist eine Hörlektüre sogar vom Vorteil, besonders mit dem kongenialen Vorleser Christian Berkel. Ein echter Meister, der beim Einstudieren so viel Abwechslungsreiches entdecken und dieser „Spielwiese“ so viele Möglichkeiten abgewinnen kann! Der Hörer wird nicht etwa vom ruhigen, gemütlichen Erzählfluss gewogen, sondern immer wieder von knackigen Rubati überrascht – nicht nur vom Tempowechsel, sondern auch von der (sehr nachvollziehbar eingesetzten) wechselnden Dynamik. Allein dadurch, ohne Stimmennachahnung oder -verstellung gelingt es ihm, alle Dialoge und Monologe sehr organisch und überzeugend widerzugeben. Das „babelisch Internationale“ vermag er auch sehr schön und adäquat zur Geltung zu bringen, egal, ob es sich ums Französische, Wienerische oder Polnische handelt. Sehr gerne würde ich auch mehr Sterne für diese Sprecherleistung vergeben.
Eine durchaus zeitgenössische, ansprechende, dynamische, anregende und weise Hörlektüre!

69 von 85 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Gesamt
    2 out of 5 stars
  • Sprecher
    2 out of 5 stars
  • Geschichte
    2 out of 5 stars
  • Ich
  • 09.11.2017

Verzettelt sich

Vorweg: meine Rezension bezieht sich auf die Hörbuch Version.

Ich kann nicht verstehen warum dieses Buch einen Preis gewonnen hat. Vor allem weil ich nach seinem Ende immer noch nicht weiß , was es mir eigentlich sagen wollte.

Es gibt keine wirkliche Geschichte. Die Erzählung wirkt wie eine lose Aneinanderreihung von verschiedenen Kurzgeschichten. Keine kommt wirklich zu einem Ende und sie werden auch nicht zusammengeführt. Immer wieder treffen sich bewusst oder eben auch nicht Figuren aus den verschiedenen Strängen ohne dass dabei etwas wirkliches geschieht.

Dazu gesellen sich immer wieder Episoden, die nur ganz marginal etwas zur Geschichte beitragen.
Die philosophischen Gedankenspiele sind an sich teilweise interessant, bringen aber im Gesamtkontext wenig bis nichts.
Dagegen sind die Erinnerungen an die Vergangenheit teils sehr anstrengend. Z.B wird minutenlang über die Zugehörigkeit in einem Fußballclub exerziert nur um mit der Pointe zu erklären, warum der Protagonist in einem Meeting anwesend ist obwohl er das eigentlich nicht für sinnvoll hält.

Dabei wäre gerade die Arbeit der Europäischen Kommission ein Thema gewesen dass es wert wäre ein Buch darüber zu schreiben. All die Verflechtungen, Zwänge und Kompromisse die es eben nicht einfach machen in einem Europa der Nationalstaaten sinnvolles zu schaffen. Aber auch hier wird das Thema nur angeschnitten und viele Punkte einfach abgehandelt ohne sie tiefer zu betrachten , was tatsächlich spannend gewesen wäre.

Zum Schluss kommt es zu einem uninspirierten Ende was leider ziemlich vorhersehbar war, da dies eine der wenigen Möglichkeiten war, einige Stränge zusammen zu führen. Leider auf eine sehr langweilige und nichts ausdrückende Weise.

Ps: es ist ja ganz nett dass der Sprecher gerne zeigen möchte dass Altenpfleger lauter mit ihren Klienten sprechen. Das aber mit ungefähr dreifacher Lautstärke in einem Hörbuch zu machen ist schon grenzwertig gerade für Leute, die dieses Hörbuch im Auto hören.

27 von 33 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Gesamt
    2 out of 5 stars
  • Sprecher
    4 out of 5 stars
  • Geschichte
    2 out of 5 stars

Geschichte endet abrupt. Alles bleibt offen.

Die Personen werden näher beschrieben. Viele, beinahe alle Geschichtenstränge werden geöffnet, jedoch einfach nicht zu Ende erklärt. Man mag das ein Stilmittel nennen, ich empfand die Geschichte als unfertig und irgendwie leer.

6 von 7 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Gesamt
    2 out of 5 stars
  • Sprecher
    1 out of 5 stars
  • Geschichte
    1 out of 5 stars

OMG

Wie ein solches Werk den Literaturpreis gewinnen kann, ich frage mich einfach nur.... der Autor erzählt die Geschichte nterschiedlichster Personen ohne aber, dass diese einen richtigen Zusammenhang bekommen. Es handelt sich also nicht um ein Netz von Personen, denn das wäre ja immerhin noch miteinander verwoben, vielmehr sind es einzelne Fäden, zwischen denen im Verlauf spontan und ohne merkliche Unterbrechung gesprungen wird.
Und Herr Berkel tut sein übriges zum Missfallen dieses Werkes.

Eine maßlose Enttäuschung!

6 von 7 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Gesamt
    3 out of 5 stars
  • Sprecher
    3 out of 5 stars
  • Geschichte
    2 out of 5 stars

Man verliert sich in uninteressanten Details

Im Buch kommen sehr viele Charaktere vor. Der Schriftsteller versucht jeden einzelnen zu beschreiben, meist über seine Emotionen und Gedanken (nicht über Handlungen) und springt vom Charakter zur Charakter. So kommt es zu äußerst zäher Geschichte. Es passiert einfach nichts über mehrere Seiten bzw. Kapiteln. Nach Stunden hat man immer noch das Gefühl, die Story hat noch nicht Angefangen. Man muss sich regelrecht zwingen zum Weiterhören. (Die Charaktere an sich sind leider auch nicht interessant, es ist aber Geschmackssache)

Der Sprecher trägt dem ganzen auch etwas bei. Man kann die Geschwindigkeit locker auf 1.5-fache erhöhen.

10 von 13 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Gesamt
    2 out of 5 stars
  • Sprecher
    4 out of 5 stars
  • Geschichte
    2 out of 5 stars

Oh Gott

ich verstehe dieses Buch nicht.
Ich bin jetzt bei der achten Stunde und habe beschlossen, mich nicht weiter zu plagen und dieses Buch einfach zu beenden.
Ich hatte das Buch gekauft, nachdem ich von der Preisverleihung gehört hatte und dachte, es sei durchaus durchaus so etwas wie eine Satire, wofür wird denn sonst so ein Buch ausgezeichnet?
Nun es hat viele Fäden und nach meiner gehörten achten Stunde glaube ich langsam einen roten Faden und eine Richtung zu erkennen. Geschmunzelt (ja bei einer Satire kann man auch mal schmunzeln) habe ich wohl einmal.
Ach ja Satire. Ne das war nicht oder ich habe sie nicht erkannt. Beschrieben wurde der Alltag von Beamten in Brüssel mit all den spannenden Elementen, die so ein Beamtendasein eben mit sich bringen. So mancher Rezension, von wegen langweilig, ich würde ihr nicht widersprechen wollen.
Christian Berkel kenne ich von den Kluftis. Die machen da zu dritt einen prima Job. Hier empfand ich ihn nicht ganz überzeugend. Störend empfand ich so manchen Schnitt, bei dem die Pausen zu kurz geraten waren. Es fehlte dadurch das Zeichen für Umbruch/andere Beteiligte.

20 von 27 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Gesamt
    2 out of 5 stars
  • Sprecher
    5 out of 5 stars
  • Geschichte
    2 out of 5 stars
  • CM
  • 14.12.2017

Am Ende nur Fragezeichen

Das Buch fängt wie eine gewöhnliche Episodengeschichte an, die Charaktere werden sehr lebhaft vorgestellt. Man wartet gespannt auf eine Entwicklung und darauf dass die Geschichten irgendwann zusammenführen. Doch nach 2/3 der Geschichte ahnt man schon, dass das nicht passiert. Keine der einzelnen Geschichten findet ein Ende, im Gegenteil. Es scheint als hätte der Autor mitten in der Handlung aufgehört. Ein Mord mit anscheinender Verschwörungstheorie bleibt völlig unaufgeklärt. Am Ende blieb bei mir nur die Frage: Was sollte mir dieses Buch sagen... Und: Was sollte dieser zusammenhanglose Einschub mit dem Schwein?!

4 von 5 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Gesamt
    5 out of 5 stars
  • Sprecher
    5 out of 5 stars
  • Geschichte
    5 out of 5 stars

<br /><br />Großartige Literatur

Robert Menasse gelingt mit der Hauptstadt ein aktuelles zeitkritisches Werk, das neben aller literarischen Meisterschaft auch noch Vorzug der Unterhaltsamkeit besitzt. Wunderbar gelesen von Christian Berkel

3 von 5 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Gesamt
    4 out of 5 stars
  • Sprecher
    4 out of 5 stars
  • Geschichte
    4 out of 5 stars

Lockeres, fiktional politisch angehauchtes Hörbuch

Eine politisch angehauchte Geschichte aus verschiedenen Perspektiven, die mehr oder weniger im Laufe der Handlung zueinander finden. Das Hörbuch ist kurzweilig und gut gesprochen. Die Geschichte selbst teilweise amüsant, teilweise etwas handlungsarm.

3 von 5 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Gesamt
    5 out of 5 stars
  • Sprecher
    5 out of 5 stars
  • Geschichte
    5 out of 5 stars

Grandios, aktuell, politisch,

satirisch, ironisch,historisch, sprachlich überragend, spannend, fesselnd, europäisch,erhellend ,tiefgründig, tragisch, wir hätten weitere Stunden zuhören können.

4 von 7 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

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