Die Hauptstadt
Artikel konnten nicht hinzugefügt werden
Leider können wir den Artikel nicht hinzufügen, da Ihr Warenkorb bereits seine Kapazität erreicht hat.
Der Titel konnte nicht zum Warenkorb hinzugefügt werden.
Bitte versuchen Sie es später noch einmal
Der Titel konnte nicht zum Merkzettel hinzugefügt werden.
Bitte versuchen Sie es später noch einmal
„Von Wunschzettel entfernen“ fehlgeschlagen.
Bitte versuchen Sie es später noch einmal
„Podcast folgen“ fehlgeschlagen
„Podcast nicht mehr folgen“ fehlgeschlagen
Bist du Amazon Prime-Mitglied? Audible 60 Tage kostenlos testen
Aktiviere das kostenlose Probeabo mit der Option, monatlich flexibel zu pausieren oder zu kündigen.
Nach dem Probemonat bekommst du eine vielfältige Auswahl an Hörbüchern, Kinderhörspielen und Original Podcasts für 9,95 € pro Monat.
Wähle monatlich einen Titel aus dem Gesamtkatalog und behalte ihn.
Für 15,95 € kaufen
-
Gesprochen von:
-
Christian Berkel
-
Von:
-
Robert Menasse
Über diesen Titel
Fenia Xenopoulou, Beamtin in der Generaldirektion Kultur in Brüssel, steht vor einer schwierigen Aufgabe. Sie soll das Image der EU-Kommission aufpolieren. Aber wie? Sie beauftragt den Referenten Martin Susman, eine Idee zu entwickeln. Die Idee nimmt Gestalt an - die Gestalt eines Gespensts aus der Geschichte.
David de Vriend dämmert in einem Altenheim seinem Tod entgegen. Als Kind ist er von einem Deportationszug gesprungen, der seine Eltern in den Tod führte. Nun soll er bezeugen, was er im Begriff ist zu vergessen. Auch Kommissar Brunfaut steht vor einer schwierigen Aufgabe. Er muss aus politischen Gründen einen Mordfall auf sich beruhen lassen; und Alois Erhart, Emeritus der Volkswirtschaft, soll in einem Thinktank der Kommission Worte sprechen, die seine letzten sein könnten. Und was macht Brüssel? Es sucht einen Namen - für ein Schwein, das durch die Straßen läuft.©2017 Suhrkamp Verlag Berlin (P)2017 Hessischer Rundfunk / der Hörverlag
Zugegeben: Ausrichten eines Jubiläums von einer Behörde könnte, trotz der Parallele mit dem Musils Lebenswerk, nicht gerade viel Aufregendes bieten. Spannend sind vor allem die sehr verschiedenen Beteiligten und andere direkt oder anderweitig mit ihnen Verbundenen, ihre Charaktere und Flashbacks, daher ist es schön, dass in der „Hauptstadt“ mehrere Protagonisten agieren. Quasi der Bau des Babylons unter literarischer Lupe. Auch wenn es keine neue Erkenntnis ist, dass unsere vermeintlich große Welt allzu oft einem kleinen Dorf ähnelt, vor allem – in Babyl…, pardon, Brüssel, erzeugt die Erwartung, in welchen Situationen und Konstellationen die Figuren sich begegnen oder miteinander verbunden würden, eine besondere innere Spannung. Robert Menase hat eine großartige Gabe, die Figuren, ihre Temperamente, Beweggründe und Widersprüche eigentlich mit sehr sparsamen Strichen, aber keinesfalls lieblos oder gar karikaturistisch herbeizuführen. Ob Ehrgeiz, Schmerz, Frust, Idealismus, Depression, Eitelkeit oder Genugtuung – alles lässt sich mit einigen nicht abgedroschenen, farbigen und plastischen Details schildern. Festgehaltene Konfetti eben. Und: Auch Eurobürokraten sind vor allem Menschen.
Gerade das Individuelle macht die Figuren prägnant und lässt sie gut auseinanderhalten, trotz mehreren, zunächst ziemlich losen Handlungssträngen. Diese bringen wiederum sehr bildhaft das politisch und gesellschaftlich Relevante, die historischen Reflexionen und ihre dialektischen Spannungen zur Geltung. Da stören auch die paar Plädoyers nicht, denn diese sind leidenschaftlich und einfach von meisterhaften Rhetorik. Dabei lässt sich (von Talentierten!) alles Menschliche ganz konkret schildern: auch wenn es sich dabei um nicht leicht durschaubare und sehr widersprüchliche Mechanismen, die allerdings unser Leben bestimmen, handelt, um den Interessen-, Generationenkampf oder die sich widerlegenden Auslegungen. Beobachtungsgabe allein würde dabei nicht ausreichen, Robert Menasse geht aber so souverän mit Leitmotiven - Pointen, Einsichten, Gleichungen, Zuspitzungen – um, dass man auch die Themen schluckt, die mittlerweile so ziemlich unter der Verdrossenheit leiden.
Der Roman verlangt schon eine gewisse Fertigkeit des aufmerksamen Lesens bzw. Zuhörens (was ebenfalls ein Vergnügen sein kann). Daher ist eine Hörlektüre sogar vom Vorteil, besonders mit dem kongenialen Vorleser Christian Berkel. Ein echter Meister, der beim Einstudieren so viel Abwechslungsreiches entdecken und dieser „Spielwiese“ so viele Möglichkeiten abgewinnen kann! Der Hörer wird nicht etwa vom ruhigen, gemütlichen Erzählfluss gewogen, sondern immer wieder von knackigen Rubati überrascht – nicht nur vom Tempowechsel, sondern auch von der (sehr nachvollziehbar eingesetzten) wechselnden Dynamik. Allein dadurch, ohne Stimmennachahnung oder -verstellung gelingt es ihm, alle Dialoge und Monologe sehr organisch und überzeugend widerzugeben. Das „babelisch Internationale“ vermag er auch sehr schön und adäquat zur Geltung zu bringen, egal, ob es sich ums Französische, Wienerische oder Polnische handelt. Sehr gerne würde ich auch mehr Sterne für diese Sprecherleistung vergeben.
Eine durchaus zeitgenössische, ansprechende, dynamische, anregende und weise Hörlektüre!
Babylonisches Konfetti in Momentaufnahmen
Ein Fehler ist aufgetreten. Bitte versuche es in ein paar Minuten noch einmal.
Wer eine Auflösung sucht, wird sie nicht finden - das Schwein verschwindet so rätselhaft wie es erscheint, der Mord (ist er überhaupt geschehen?) spielt keine Rolle mehr ... ausgerechnet der Holocaust zieht sich als roter Faden durch das Buch ... wird zum Aufhänger für eine groß angelegte Jubiläumsfeier der Kommission und je größer geplant wird, desto klarer wird, dass das so nicht stattfinden wird.
Das könnte geschmacklos und deplatziert sein, denn es ist nicht nur tiefsinnig erzählt, sondern auch launig und mit Witz, aber Menasse gelingt es, auch mit seinem Witz nicht despektierlich zu sein. So absurd es auch in der Kommission zugehen mag - es wird nicht albern oder geringschätzig.
Eine Geschichte wie ein sanft plätschernder Bach mit Zuflüssen aus anderen Geschichten, erzählt mit der wunderbar warmen Stimme von Christian Berkel, der Bilder erscheinen lässt - wunderschöne Szenenwechsel in neuer Intonation, Dialoge in denen Personen wirklich erscheinen. Ein Theaterstück mit wechselnden Bühnenbildern.
Ich werde es direkt noch einmal hören und kann es uneingeschränkt empfehlen.
Liebevoll witziger „roadmovie“ aus dem Raumschiff Europa
Ein Fehler ist aufgetreten. Bitte versuche es in ein paar Minuten noch einmal.
Der Roman ist in einem ausgezeichneten Deutsch geschrieben. Die Bürokratie wird treffend beschrieben. Das Thema hat mich gefesselt.
Gebildet
Ein Fehler ist aufgetreten. Bitte versuche es in ein paar Minuten noch einmal.
bei der man jederzeit glaubt, sie hätte sich genauso zugetragen oder zutragen können. Oder: Was den Holocaust, die EU und ein Schwein verbindet. P.S. Sind Sie sicher, dass mit der Hauptstadt (nur) die Belgiens gemeint ist?
Witzige Geschichte rund um Brüssel?
Ein Fehler ist aufgetreten. Bitte versuche es in ein paar Minuten noch einmal.
tolle Geschichte
Ein Fehler ist aufgetreten. Bitte versuche es in ein paar Minuten noch einmal.
