Hypnose und Hypnotherapie


Selbsttherapie mit Hypnose hilft bei Schlafstörungen, beim Abnehmen, der Rauchentwöhnung und dabei Ängste und Blockaden abzubauen.

Fragen zum Thema Hypnose

Unter Hypnose befindet sich ein Mensch in einem Trancezustand, einer konzentrierten Tiefenentspannung. Es ist ein ganz natürlicher Zustand des Gehirns, in dem einige Prozesse unbewusst, nicht gesteuert ablaufen. In diesem Trancezustand wird Kontrolle abgegeben, das aktive Bewusstsein etwas zurückgedrängt und dem Unterbewusstsein mehr Raum gegeben. So ist auch die Offenheit für Emotionen größer, die Sinne sind geschärft. Es lassen sich Ängste und Blockaden ergründen oder auflösen. Hypnosetechniken werden daher in der sogenannten Hypnotherapie bei Angsterkrankungen, Schlafproblemen, Suchterkrankungen oder als Unterstützung beim Abnehmen angewendet. Das Unterbewusstsein wird durch Suggestion von außen – oder Autosuggestion – angeregt, andere Lösungswege für eingefahrene Verhaltensweisen oder Probleme zu finden. Schließlich wird die Aufmerksamkeit des oder der Hypnotisierten wieder zurück in die Gegenwart gebracht.
Trance gibt es nicht nur in der Hypnose: Trancezustände lassen sich durch viele verschiedene Handlungen erreichen, z. B. ekstatisches Tanzen, Sex, Hunger, Durst, extreme Schmerzen oder Drogen und Alkohol. Für das Erreichen eines Trance-Zustandes in der Hypnose ist es ganz essenziell, dass sich der oder die Hypnotisierte freiwillig darauf einlässt. Denn nur, wer bereitwillig auf die Anweisungen eines Therapeuten oder einer Therapeutin eingeht, ob real oder als Bestandteil eines Hypnose-Hörbuchs, ist in der Lage, in die notwendige Tiefenentspannung einzutreten. Vorab werden Thereapieziele vereinbart – oder im Falle der Selbsthynose festgelegt. Der Meditation ganz ähnlich, fokussiert die Hypnose die Aufmerksamkeit auf einen bestimmten Bereich des Bewusstseins. Eine Trance verläuft nicht linear, sondern in Wellenbewegungen, die mal mehr, mal weniger tief verlaufen. Sinneseindrücke, die im Alltag kontrolliert werden, bahnen sich ihren Weg an die Oberfläche. Der Trancezustand erlaubt übrigens keinesfalls eine Manipulation gegen den Willen der Therapierten oder das Einpflanzen von Überzeugungen, die den eigenen Werten widersprechen. Auch ein „Steckenbleiben“ in der Hypnose ist nicht möglich: auch ohne Hilfe des oder der Hypnotisierenden lässt sich die Trance beenden.
Hypnose ist aus Filmen und Erzählungen als Methode bekannt, um Kontrolle über Menschen gegen ihren Willen zu erlangen, als Mittel zur Manipulation scheinbar Willenloser. Doch abseits spektakulärer Bühnenshows ist Hypnose ein Therapiewerkzeug in der Medizin und Psychotherapie, um die Heilkraft des Unterbewusstseins zu aktivieren. In einer hypnotischen Trance werden Kontrollmechanismen des oder der Hypnotisierten außer Kraft gesetzt. Dadurch findet eine Öffnung für unbewusste Prozesse statt. Mithilfe der Suggestion durch den Therapeuten oder die Therapeutin lassen sich neue Ideen und Lösungsmöglichkeiten für Probleme und Ängste im Unterbewusstsein verankern. Auch Schmerz wird wärend der Hypnose nicht erkannt: Zwar werden Impulse an das Gehirn weitergeleitet, sie dringen jedoch nicht in das Bewusstsein. Die Areale für Fantasie und Gefühle sind jedoch stark aktiviert, eine suggerierte Erinnerung, ein Gefühl oder Erlebnis wird nach dem Ende der Trance als tatsächlich erlebt empfunden.
Hypnose findet in ganz unterschiedlichen Bereichen ihre Anwendung. Diese reichen von psychischen Erkrankungen, wie etwa Angstzuständen, Depressionen, Zwangs- und Essstörungen, über körperliche Beschwerden, wie chronische Schmerzen oder Schlaflosigkeit, zur Unterstützung bei operativen Eingriffen, bis hin zur Verbesserung der Willenskraft, etwa bei der Gewichtsabnahme oder der Rauchentwöhnung. Das Ziel ist es dabei, das Unterbewusstsein zu aktivieren und neue Bewältigungsstrategien zu verankern, also mentale Haltungen positiv zu beeinflussen und festgefahrene Einstellungen wieder beweglicher werden zu lassen. Der Vorteil der Selbsthypnose, wie sie sich auch unter Anleitung durch Hörbücher durchführen lässt, ist, dass sie sich flexibel in den Alltag integrieren lässt, etwa bei der Bewältigung von Schlafstörungen oder therapiebegleitend.
Wer eine Hypnosetherapie im Bereich der Medizin oder Psychotherapie durchführen darf, ist in vielen Ländern gesetzlich geregelt. In Deutschland wird sie etwa von einigen privaten Krankenkassen als Therapieform anerkannt und zum Teil bezahlt. Die Deutsche Gesellschaft für Hypnose und Hypnosetherapie sowie die Deutsche Gesellschaft für Zahnärztliche Hypnose helfen bei der Vermittlung passender Therapeutinnen oder Therapeuten. Dort lassen sich auch die Therapiepreise erfragen, die von vielen Faktoren abhängig sind, wie dem Standort der Praxis, der Behandlungsdauer und der Länge der einzelnen Sitzungen. Im Schnitt bewegen sich Preise für eine Therapiesitzung zwischen 70 und 120 Euro. Doch auch zahlreiche Hörbücher bieten Programme und Techniken für die Selbsthypnose zu Hause an. So lässt sich durch Selbsthypnose Tiefenentspannung erlernen, Stress reduzieren, Gesundheit und Wohlbefinden verbessern. Auch zur Unterstützung von Schmerztherapien ist sie geeignet. Tiefergehende Probleme, wie Ängste und Depressionen oder klinische Schmerzprobleme, sollten jedoch besser unter Aufsicht eines Therapeuten oder einer Therapeutin behandelt werden.

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