Marc-Uwe Kling

Marc-Uwe Kling

Marc-Uwe Kling ist wohl eins nicht mehr: Kleinkünstler – „Ah! Das böse Wort“. Und das obwohl er 2012 sogar mit dem Deutschen Kleinkunstpreis in der Kategorie Kleinkunst ausgezeichnet wurde. Längst avancierte er dank eines vorlauten Beuteltiers mit einer Vorliebe für Schüttelreime, Schnapspralinen, Bud Spencer und Malzkakao zum Bestsellerautor und Lesebühnenmagnet.
Was 2008 als Podcast beim Berliner Jugendradio Fritz als Neues vom Känguru begann, entwickelte sich unter dem Titel Die Känguru-Chroniken zum Millionenbestseller. Vier Känguru-Bände respektive Hörbücher sind zwischenzeitlich erschienen und wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Kling, der in der Audiofassung alle Texte selbst spricht – denn das kann nun mal kein anderer wie er – wurde dafür nicht nur mit dem Deutschen Radiopreis, sondern auch dem Deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet. Das Drehbuch zum gleichnamigen, in der Regie von Dani Levy im Frühjahr 2020 erschienenen Film stammt ebenfalls aus seiner Feder. Auf die Disney-Verfilmung „Ein gemäßigt sozialdemokratischer Koalabär zum Verlieben“ (in 3D) werden Fans aber wohl noch ein Weilchen warten müssen...
Kling, der Berufsjugendliche „mit Migränehintergrund“, sammelte parallel zum (abgebrochenen) Philosophie-und Theaterwissenschaftsstudium an der Freien Universität in Berlin erste Erfahrungen als Poetry-Slammer. Schon 2004 gründete er in Kreuzberg seine erste Lesebühne, die „Lesedüne“. Sie hat bis heute Bestand, wenngleich er dafür mittlerweile eine Location wie das SO36 buchen muss, um der zuhörenden Scharen noch Herr zu werden. Dort testet er übrigens nach wie vor gelegentlich neue Känguru-Texte vor Publikum. Wie ganz wahrheitsgemäß im Känguru-Manifest notiert, tourte er neben der Kleinkunst in den 2000er Jahren auch als Sänger und Gitarrist zunächst mit seiner Band Die Gesellschaft und frönte später erneut der Liebe zum politisch anspruchsvollen Liedgut mit der Formation Arbeitsgruppe Zukunft.
Als würde das noch nicht für zwei Leben reichen, erschien 2017 sein satirischer Zukunftsroman Qualityland (in dem das Känguru eine Art Cameo-Auftritt hat), der nicht nur mit dem Deutschen Science-Fiction-Preis ausgezeichnet wurde, sondern in der Audiofassung auch noch mit dem Hörbuch-Award. Zu allem Überfluss hat der US-Sender HBO sowohl die Rechte daran erworben als auch Mike Judge, den Schöpfer von Beavis and Butthead, damit beauftragt, aus dem Stoff eine Serie zu entwickeln.
Daneben konzipiert Marc-Uwe Kling auch noch Spiele, veröffentlicht Kalender und schreibt Kinderbücher, etwa Der Tag, an dem die Oma das Internet kaputt gemacht hat (2018) oder Das NEINhorn (2019), beide in der Hörfassung bei Audible erhältlich. Zum Großkapitalisten hat ihn dieser ganze Erfolg offenbar nicht gemacht, obwohl seine Einnahmen die des Kängurus aus den Klingelton-Verkäufen deutlich überschreiten dürften: Teile seiner Gewinne spendet er gemeinnützigen Organisationen wie Reporter ohne Grenzen oder Fridays for Future.

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