• Kants Philosophie - Was ist Gerechtigkeit?
    Dec 13 2025

    Der Gegenstand des Rechts ist das Mein und Dein, sei es, im Falle angeborener Rechte, das von Geburt her Meine, oder, im Falle erworbener Rechte, das, was zu irgendeinem Zeitpunkt das Meine geworden ist. Im Naturzustand, wenn es keinen Staat und kein Gesetz gibt, lautet der Rechtsgrundsatz: neminem leadere, verletze niemanden, d. h. lasse jedem das Seine, und dies ist der Grundsatz einer kommutativen Gerechtigkeit. Aber es herrscht hier keine Einigkeit darüber, was Mein, was Dein ist, daher ist der Naturzustand ein beständiger Kriegszustand. Ewigen Frieden kann nur das öffentliche Recht bringen: Ein Vertrag, der jedem das Seine als das Seine zuweist und zusichert. Dies ist eine distributive Gerechtigkeit, die nach dem Grundsatz verfährt: suum cuique tribue, gib jedem das Seine. Gerecht kann demnach nur sein, was in einem solchen Gesellschaftsvertrag, dem jeder zustimmen könnte, vorkommen könnte. Und dies kann durch ein Experiment der Vernunft ermittelt werden, nämlich durch die Frage, ob es die Öffentlichkeit vertrage.


    Zitat: 0:08

    Gerechtigkeit und damit Frieden sind nur durch ein öffentliches Recht möglich: 0:33

    Der Staat braucht Gesetz, Gewalt und Freiheit: 6:38

    Die Zustände, darin wenigstens ein wesenliches Element des Staates fehlt: 12:53

    Die Analogie mit der Ethik: 24:47

    Wilde Freiheit und Freiheit unter dem Gesetz: 33:52

    Barbarei: 41:44

    Gerechte Gesetze sind solche, denen in einem ursprünglichen Gesellschaftsvertrag jeder hätte zugestimmt haben können: 1:06:03

    Die Maxime der Publizität im Recht: 1:39:13

    Die Maxime der Publizität in der Ethik: 1:59:04

    Dank: 2:24:55


    Das Zusammenspiel von Freiheit, Gesetz und Gewalt behandelt Kant in seiner Anthropologie in pragmatischer Hinsicht: https://korpora.org/kant/aa07/330.html, seinen Vorlesungen über Anthropologie: https://archive.org/details/kantsgesammeltes0000kant_a3n3 | https://archive.org/details/kantsgesammeltes0000kant_j8c0 und seinem handschriftlichen Nachlass zur Anthropologie: https://korpora.org/kant/aa15/.

    Die Maxime der Publizität taucht in seinen Schriften Über den Gemeinspruch: Das mag in der Theorie richtig sein, taugt aber nicht für die Praxis: https://korpora.org/kant/aa08/273.html, Zum ewigen Frieden: https://korpora.org/kant/aa08/381.html sowie in seinem handschriftlichen Nachlass zur Anthropologie: https://korpora.org/kant/aa15/ und seinem handschriftlichen Nachlass zur Moralphilosophie: https://korpora.org/kant/aa19/ vor.


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    2 Std. und 25 Min.
  • Kants Philosophie - Warum es einen Staat geben muss und wann Krieg gerecht ist
    Dec 6 2025

    Im Naturzustand, also ohne gemeinsame Gesetze, leben die Menschen in einem beständigen enigstens potenziellen Krieg miteinander. In diesem Zustand ist schon die bloße Anwesenheit eines anderen enschen eine Bedrohung, mehr als es die irgendeines wilden Tieres je sein könnte. Deshalb ist es Pflicht, aus dem Naturzustand in einen bürgerlichen Zustand zu treten, also durch Vertrag ein gemeinsames Gesetz zu errichten, das jedem das Seine zuweist und garantiert. Hierdurch schafft das öffentliche Recht einen ewigen Frieden zwischen den Menschen.


    Zitat: 0:08

    Der Naturzustand: 0:32

    Der Naturzustand ist ein Kriegszustand, weshalb wir in den bürgerlichen Zustand übertreten müssen: 0:38

    Das öffentliche Recht soll Gerechtigkeit und damit ewigen Frieden bringen: 23:29

    Der Gesellschaftsvertrag setzt Wahrhaftigkeit voraus: 31:13

    Die drei Grundsätze des Ulpian: 40:13

    Honeste vive (lebe ehrbar): 45:00

    Neminem leadere (niemandem schaden) & suum cuique tribue (gib jedem das Seine): 51:49Kants Lesemethode: 1:03:16

    Der gerechte Krieg ist ein Krieg, um unter das Recht zu zwingen: 1:07:23

    Austritt aus dem Gesellschaftsvertrag ist Unrecht: 1:34:52

    Dank: 2:01:45


    Ulpians Rechtsgrundsätze behandelt Kant an verschiedenen Stellen seiner Vorlesungen über Moralphilosophie: https://archive.org/details/kantsgesammeltes271imma/page/n5/mode/2up | https://archive.org/details/kantsgesammeltes272imma/page/n5/mode/2up | https://archive.org/details/kantsgesammeltes0027kant_s1s1/page/n5/mode/2up sowie seines handschriftlichen Nachlasses zur Moralphilosophie: https://korpora.org/kant/aa19/. Vom öffentlichen Recht und dem Übergang in dieses handelt vor allem die Metaphysik der Sitten: https://korpora.org/kant/aa06/305.html. Auch ein Blick in die Vorarbeiten zur Metaphysik der Sitten ist lohnend: https://korpora.org/kant/aa23/207.html.


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    2 Std. und 2 Min.
  • Kants Philosophie - Die ursprüngliche Erwerbung: Theorie des Bodens und des rechtmäßigen Eigentums
    Nov 29 2025

    Eines der wichtigsten Probleme, das die Rechtsphilosophie zu lösen hat, ist das der ursprünglichen Erwerbung: Wie kann eine herrenlose Sache der rechtmäßige Besitz eines bestimmten Menschen werden, von dessen Gebrauch er alle anderen ausschließen darf? Kant beantwortet dies durch seine Theorie des Bodens, die seiner gesamten Rechtsphilosophie zu Grunde liegt: Jeder hat ein ursprüngliches Recht auf ein Stück der Erde. Diese Theorie ist zwar unzureichend, aber dennoch fruchtbar.


    Zitat: 0:08

    Das Problem der ursprünglichen Erwerbung: 0:42

    Jeder Mensch hat ein angeborenes äußeres Recht am Boden: 15:54

    Alle Menschen befinden sich gemeinsam im ursprünglichen Gesamtbesitz des Bodens: 23:46

    Alles andere Eigentum ist vom Eigentum an dem Stück Boden abzuleiten, auf dem es ursprünglich ergriffen wird: 36:45

    Jeder kann so viel Boden rechtmäßig besitzen, wie er im Naturzustand verteidigen könnte: 42:25

    Das Eigentum am Boden und die ursprüngliche Erwerbung bedürfen eines Rechtszustandes: 56:03

    Kant als Anti-Malthus: 1:12:20

    Kants Theorie schließt riesige Vermögensungleichheit aus: 1:34:41

    Warum Kants Lösung des Problems der ursprünglichen Erwerbung unzureichend ist: 1:39:00

    Die Theorie der ursprünglichen Erwerbung leitet vom Privatrecht zum öffentlichen Recht über: 1:51:53

    Dank: 1:53:06


    Die ursprüngliche Erwerbung und die Theorie des Bodens werden in der Rechtslehre in Kants Metaphysik der Sitten behandelt: https://www.korpora.org/Kant/aa06/203.html. Um sie vollends zu verstehen, empfiehlt sich aber, auch die Vorarbeiten zur Metaphysik der Sitten zu studieren: https://www.korpora.org/Kant/aa23/207.html.


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    1 Std. und 54 Min.
  • Kants Philosophie - Die verschiedenen Rechtsverhältnisse: Kategorien & Schematismus des Rechts
    Nov 22 2025

    Das Recht dreht sich um das Mein und Dein, sein Grundsatz ist neminem leade, d. i. schade niemandem, Schaden fügt mir aber der zu, der das Meine nicht achtet. Nun gibt es angeborene und erworbene Rechte, je nachdem etwas von Geburt her das Meine ist wie mein Körper oder das Meine wird wie ein äußerer Besitz. Dass das von Geburt her Meine zu achten ist, liegt analytisch im Rechtsgrundsatz, wer es anrührt, schadet mir notwendig. Wer aber etwas außer mir anrührt, schadet mir nicht notwendig, sondern erst dann, wenn es als mit meiner Willkür verbunden, wenn es als mein intellektuelles Eigentum gedacht wird. Verbindungen aber können wir laut Kant auf zwölf Weisen denken, die er in seiner Kategorientafel beschreibt. Er leitet daher aus dieser eine Kategorientafel ab, die den Anspruch erhebt, alle möglichen Weisen des rechtlichen Besitzes zu beschreiben.


    Zitat: 0:08

    Die Kategorien des Rechts: 0:30

    Die Kategorientafel des rechtlichen Besitzes erklärt: 22:27

    I) Mathematische Kategorien: 24:19

    1) Quantität: 24:37

    2) Qualität: 31:29

    II) Dynamische Kategorien: 38:47

    3) Relation: 39:55

    - Sachenrecht: 40:24

    - Persönliches Recht: 53:22

    - Auf dingliche Art persönliches Recht: 1:01:32

    4) Modalität: 1:31:12

    Der Zusammenhang der Rechtskategorien: 1:35:29

    Der Schematismus der Erwerbung: 1:45:02

    Kants juridischer Idealismus: 2:03:11

    Dank: 2:07:50


    Die Kategorien des rechtlichen Besitzes nach Kant: https://jonathanivoloewer.de/wp-content/uploads/2025/11/Kategorien-des-rechtlichen-Besitzes-nach-Kant.jpg


    Die drei Felder des Privatrechts - das Sachen-, das persönliche und das auf dingliche Art persönliche Recht - behandelt Kant in seiner Metaphysik der Sitten: https://www.korpora.org/Kant/aa06/260.html.


    Wer die Rechtskategorien und den Schematismus der Erwerbung überhaupt durchdringen will, sollte aber unbedingt die Vorarbeiten zur Metaphysik der Sitten studieren: https://www.korpora.org/Kant/aa23/.


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    2 Std. und 8 Min.
  • Kants Philosophie - Angeborene & erworbene Rechte oder: Warum es Eigentum geben muss
    Nov 15 2025

    Das Privatrecht fordert nach Kant die Einschränkung von jedermanns Willkür so weit, wie es nötig ist, damit neben ihr die Willkür jedes anderen bestehen kann. Alles Recht dreht sich also um die Erhaltung der Freiheit. Und daher dreht es sich um das, was Kant das Mein und Dein nennt: um das Eigentum. Hier unterscheidet Kant angeborene und erworbene Rechte, also Rechte an dem, was von Geburt her, und an dem, was durch Erwerbung das Meine ist. Das angeborene Menschenrecht ist das Recht an der eigenen Freiheit. Die eigentliche Aufgabe der Rechtsphilosophie besteht aber in der Lösung der Frage, wie man ein Recht erwerben kann, also wie Eigentum möglich ist.


    Zitat: 0:08

    Privatrecht: 0:29

    Angeborene Rechte: 10:34

    Erworbene Rechte: 17:55

    Temporäre Erwerbung durch physische Inhabung: 21:21

    Warum es Eigentum geben muss: 30:34

    Die verkehrte Kritik an Kants Formalismus: 42:21

    Der Parallelismus der Rechtsphilosophie mit der theoretischen Philosophie: 58:34

    Die Dialektik des Rechts und ihre Lösung durch juridischen Idealismus: 1:02:47

    Eigentum verpflichtet: 1:30:48

    Beschluss: 1:43:26

    Dank: 1:47:54


    Das Privatrecht und den juridischen Idealismus bespricht Kant in seiner Metaphysik der Sitten: https://www.korpora.org/Kant/aa06/243.html. Zur Ergänzung und zum besseren Verständnis sollte man auch seine Vorarbeiten zur Metaphysik der Sitten lesen: https://www.korpora.org/Kant/aa23/.


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    1 Std. und 48 Min.
  • Kants Philosophie - Was ist das Recht und was unterscheidet es von der Ethik?
    Nov 8 2025

    Die Moralphilosophie zerfällt nach Kant in zwei Wissenschaften: Die Ethik und das Recht. Metaphysik der Sitten überhaupt ist Pflichtenlehre, Ethik und Recht handeln also beide von Pflichten der Menschen. Das Recht hat es aber nur mit denjenigen Pflichten zu tun, zu deren Einhaltung andere Menschen ein Recht haben, einen Mitmenschen zu zwingen. Zwingen kann man aber nur zu äußeren Handlungen, nicht zu Gesinnungen. Während die Ethik den guten Willen als Quelle der guten Taten verlangt, kommt es dem Recht daher nur auf die Handlungen selbst an, es fragt nicht, ob der Mensch innerlich gut oder böse ist.


    Zitat: 0:08

    Der Platz des Rechts in der Architektonik von Kants System: 0:57

    Der Unterschied von Recht und Ethik: 9:38

    Das Recht hat es nur mit engen Pflichten gegen andere zu tun: 21:47

    Ethik befasst sich mit dem Willen, Recht nur mit der Willkür: 36:56

    Die verschiedenen Arten des Rechts: 54:11

    Kants ungenügende Scheidung von Recht und Ethik und die hieraus sich ergebenden Probleme: 1:13:27

    Dank: 1:30:28


    Übersicht über die Philosophie nach Kant: https://jonathanivoloewer.de/wp-content/uploads/2024/05/Philosophie-nach-Kant.jpg


    Übersicht über die Metaphysik nach Kant: https://jonathanivoloewer.de/wp-content/uploads/2024/05/Metaphysik-nach-Kant-scaled.jpg


    Die Unterscheidung von Ethik und Recht erläutert Kant in seiner Metaphysik der Sitten: https://www.korpora.org/Kant/aa06/218.html.


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    1 Std. und 31 Min.
  • Kants Philosophie - Was ist Gewissenhaftigkeit?
    Oct 4 2025

    Die gesamte Moral steht und fällt mit der Gewissenhaftigkeit. Wer kein Gewissen hat, kann das moralische Gesetz zum Schein sogar annehmen, aber dann jederzeit gegen es verstoßen, ohne es sich einzugestehen. Gewissenhaftigkeit ist aber für Kant nichts anderes als wahre Religiosität: Handeln, als ob man sich vor einem allsehenden, heiligen Gotte zu verantworten hätte. Und deshalb handelt gewissenhaft nur, wer sich so sicher ist, kein Unrecht zu tun, dass er seine ewige Seligkeit darauf verwetten würde.


    Zitat: 0:08

    Es gibt eine Pflicht zur beständigen moralischen Selbstprüfung: 1:30

    Was das Gewissen ist: 7:51

    Der Vernunftmensch richtet den vernunftbegabten Sinnenmenschen: 11:58

    Gewissenhaftigkeit: 22:14

    Der moralische Probabilismus ist gewissenlos: 31:24

    Das Experiment der Wette: 43:40

    Die meisten Menschen sind gänzlich gewissenlos: 56:34

    Der Gewissenhafte muss den Konsequentialismus ablehnen: 1:52:32

    Gewissenhaftigkeit ist Religion: 1:55:38

    Gewissenhaftigkeit setzt Wahrhaftigkeit voraus: 1:57:46

    Das Experiment der Wette lässt uns auch den Grad unserer theoretischen Überzeugung ermitteln: 2:04:00

    Der Philosoph muss gewissenhaft und von Wahrheitsliebe bestimmt sein: 2:38:12

    Dank: 2:46:39


    Eine kurze Erklärung des Gewissens findet sich in der Metaphysik der Sitten: https://korpora.org/kant/aa06/400.html. Zur Ergänzung empfehle ich, Kants Bemerkungen in seinem handschriftlichen Nachlass zur Moralphilosophie: https://korpora.org/kant/aa19/ sowie seine Vorlesungen über Moralphilosophie zu lesen: https://www.archive.org/details/kantsgesammeltes271imma | https://archive.org/details/kantsgesammeltes272imma | https://archive.org/details/kantsgesammeltes0027kant_s1s1/mode/2up.


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    2 Std. und 47 Min.
  • Kants Philosophie - Warum lügen unmoralisch ist, selbst wenn man damit ein Leben rettet
    Sep 27 2025

    Kant ist berühmt dafür, das Lügen entschieden abzulehnen. Oft wird er dafür kritisiert, nicht einmal Notlügen zur Rettung eines Menschenlebens zuzulassen. Aber die Kritik verrät mehr über die Kritiker - über ihr oberflächliches Verständnis von Kant und über ihre eigene fehlende Moralität - als über ihn. Eine Moral, die nicht das Gebot der Wahrhaftigkeit zu ihrem Fundament hat, ist keine Moral.


    Zitat: 0:08

    Es gibt bei Kant ein Gebot zur Wahrhaftigkeit: 1:03

    Kant verlangt weder Offenherzigkeit noch Wahrheit noch ist er pedantisch: 5:38

    Das Lügenverbot ist ein Verbot des Konsequentialismus: 17:20

    Was für eine Art von Pflicht die Pflicht zur Wahrhaftigkeit ist: 31:00

    - Es handelt sich um eine Rechtspflicht: 32:09

    - Es handelt sich um eine Pflicht gegen sich selbst: 47:50

    Das Lügenverbot wird abgelehnt, weil es Menschen gar nicht um Moral geht und sie gar nicht fragen, ob eine Handlung gut oder böse ist, sondern nur, was sie nützt: 1:02:02

    Ohne die Lüge könnten die Menschen kaum böse sein: 1:15:08

    Die Lüge ist das radikale Böse im Menschen: 1:29:10

    Redlichkeit ist die einzige menschenmögliche moralische Vollkommenheit: 1:42:19

    Die Wahrhaftigkeit ist auch Voraussetzung der Gewissenhaftigkeit und des Gesellschaftsvertrags: 1:46:45

    Dank: 1:51:12


    Warum man unter keinen Umständen lügen darf, bespricht Kant in seinem Aufsatz Über ein vermeintes Recht aus Menschenliebe zu lügen: https://korpora.org/kant/aa08/423.html. Für ein tieferes Verständnis empfiehlt sich aber, auch die verstreuten Bemerkungen in seinem handschriftlichen Nachlass zur Moralphilosophie: https://korpora.org/kant/aa19/ sowie in seinen Vorlesungen über Moralphilosophie: https://www.archive.org/details/kantsgesammeltes271imma | https://archive.org/details/kantsgesammeltes272imma | https://archive.org/details/kantsgesammeltes0027kant_s1s1/mode/2up zu studieren.


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    1 Std. und 52 Min.