Verbesserungen im Staat hin zu mehr Freiheit und Gerechtigkeit will Kant durch schrittweise Reform erreichen, die wiederum dadurch angestoßen wird, dass öffentlich Kritik geübt wird und Verbesserungen angeregt werden. Wo nicht einmal dies möglich ist und die Zensur herrscht, bleibt nur, auf bessere Zeiten zu hoffen und sich als guter und gesetzestreuer Bürger zu betragen, der höchstens passiven Widerstand leistet, wenn von ihm Dinge verlangt werden, die mit dem moralischen Gesetz unvereinbar sind. Aktiver Widerstand und Revolutionen aber sind notwendig Unrecht, weil sie das Recht selbst aufheben, bevor sie ein neues Recht etablieren. Wenn sie aber doch geschehen, soll man sie als Ruf der Natur zur Freiheit nehmen und das Beste aus ihnen machen. So war Kants Verhältnis zur Revolution ein sehr differenziertes: Nach Prinzipien hat er sie abgelehnt und wäre nie zum Revolutionär geworden, wo sie aber stattfanden, hat er sie enthusiastisch begrüßt.
Zitat: 0:08
Was soll der Mensch im despotischen Staat tun?: 0:41
Ruhig auf bessere Zeiten warten: 7:53
Menschen sind für die Revolution, nicht weil diese rechtmäßig ist, sondern weil sie Eudämonisten sind, die sich um Recht nicht scheren: 11:40
Revolutionen sind immer Unrecht: 23:29
Revolutionen heben den bürgerlichen Zustand auf und werfen Menschen in den Naturzustand zurück: 48:36
Revolutionen führen kaum je zur Republikanisierung des Staates: 1:05:35
Weshalb man Revolutionen nicht bekämpfen soll, obwohl sie Unrecht sind: 1:18:44
Widersetzung ist rechtens, Widerstand nicht: 1:29:44
Kants Kritik an Revolutionen ist als subtile Unterstützung der Französischen Revolution zu lesen: 1:47:58
Kants eigenes Verhältnis zu Revolutionen: 1:54:41
Wann Revolutionen und Widerstand kein Unrecht sind, ohne doch Recht zu sein: 2:05:31
Dank: 2:29:29
Auf das Thema der Revolution kommt Kant immer wieder in seinen rechtsphilosophischen Werken zu sprechen. So in Zum ewigen Frieden: https://korpora.org/kant/aa08/341.html und Über den Gemeinspruch: Das mag in der Theorie richtig sein, taugt aber nicht für die Praxis: https://korpora.org/kant/aa08/273.html sowie den Vorarbeiten zu beiden Texten: https://korpora.org/kant/aa23/153.html & https://korpora.org/kant/aa23/125.html und auch in seiner Metaphysik der Sitten: https://korpora.org/kant/aa06/311.html und seinem handschriftlichen Nachlass zur Rechtsphilosophie: https://korpora.org/kant/aa19/443.html. Es empfiehlt sich, zur Frage, wie der Mensch sich im Despotismus verhalten soll, auch die entsprechenden Passagen seiner Vorlesungen zur Moralphilosophie zu lesen: https://www.archive.org/details/kantsgesammeltes271imma | https://archive.org/details/kantsgesammeltes272imma | https://archive.org/details/kantsgesammeltes0027kant_s1s1/mode/2up.
Auch Hannah Arendt bemerkte den Zusammenhang von Revolution und Despotismus, insofern beide auf demselben Eudämonismus gründen: https://youtu.be/l1fyT8nAJOY?si=HfgeWHwoWX-y8pMt.
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