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Hochaktuell und kontrovers: Sachbuch-Empfehlungen von der Leipziger Buchmesse 2026

Hochaktuell und kontrovers: Sachbuch-Empfehlungen von der Leipziger Buchmesse 2026

Auch 2026 werden auf der Leipziger Buchmesse Meinungen gehört, ausgetauscht und diskutiert. Hier erfährst du, welche topaktuellen Themen die Debatten auf den verschiedenen Bühnen und Foren der fünf Messehallen sowie im Abendprogramm von „Leipzig liest“ prägen werden, inklusive passender Hörbuchvorschläge.

Von TikTok bis Klima: Sieben Sachbuch-Highlights auf der LBM 2026

Die Themen, die in diesem Jahr auf der Leipziger Buchmesse im Bereich Sachbuch auf der Tagesordnung stehen, sind vielfältig und reichen von Erinnerungskultur bis hin zu US-Politik. Entdecke sieben Sachbücher zu sieben viel disktutierten Themen.

Grundrechte: Ronen Steinke präsentiert Meinungsfreiheit

Jurist, Süddeutsche-Kolumnist und Buchautor Ronen Steinke ist noch nie vor kontroversen Themen zurückgeschreckt. In seinem Bestseller Vor dem Gesetz sind nicht alle gleich entlarvte er systematische Ungleichbehandlungen im deutschen Rechtssystem. Der Muslim und die Jüdin war sein historisches Mahnmal gegen religiös motivierte Hasskultur. Für die Leipziger Buchmesse 2026 hat sich Steinke das vielleicht meist umkämpfte Thema der Gegenwart vorgenommen: Meinungsfreiheit.

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Steinke versteht sein neues Buch als „Plädoyer für unser wichtigstes Grundrecht“. Den aufklärerischen Ansatz, den er dabei verfolgt bringt der Untertitel auf den Punkt: „Wie Polizei und Justiz unser Grundrecht einschränken – und wie wir es verteidigen“ Was sich dahinter verbirgt, ist nicht weniger als eine Anleitung für eine zivilisierte Debattenkultur.

Meinungsfreiheit ist in sechs Abschnitte unterteilt, die jeweils ein Thema behandeln: Streitkultur, Aufstachelung, Blasphemie, Nazivergleiche, Beleidigung und Desinformation. Unter diesen Stichpunkten argumentiert Steinke mal im Geiste Hannah Arendts, wenn er sagt „Niemand hat das Recht, nicht kritisiert zu werden“. Oder er zitiert im Kapitel „Diskurspolizei ist ein Meister aus Deutschland“ indirekt den Dichter Paul Celan. Die Kernaussage des Buches hebt er sich jedoch für den Schluss auf: „Wahrheiten gehören diskutiert, nicht verordnet“. Meinungsfreiheit ist ein kundiges und streitbares Manifest gegen die Verdrehung des Titelbegriffs zum Instrument der Unterdrückung.

Hier kannst du Ronen Steinke bei der LBM live erleben:
19. März, 11.45 Uhr, Talk im taz-Studio, Halle 5, Messegelände
19.März, 15 Uhr, Talk & Lesung, Forum Offene Gesellschaft, Halle 5, Messegelände
19. März, 19 Uhr, Buchpräentation und Dikussion, Stiftung Forum Recht

Social Media: Nina Kolleck präsentiert Der Kampf in den Köpfen

Welche Auswirkungen haben soziale Medien auf unsere Gehirnaktivität? Inwiefern tragen sie zur Veränderung unserer ethischen Werte und psychischen Verfassung bei? Und wie können wir uns vor ihren Risiken schützen? Mit solchen Fragen beschäftigt sich Nina Kolleck, Professorin für Erziehungs- und Sozialisationstheorie, täglich. Jetzt hat sie ein Buch darüber geschrieben.

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In Der Kampf in unseren Köpfen erklärt die Autorin, „wie Likes das Gehirn neu verschalten“. Zusätzlich erläutert sie „Mikrotrends und Alltagsästhetik“ und beschreibt die „Radikalisierung per Klick“. Aber sie zeigt auch Auswege aus der Algorithmus-Spirale. Der letzte von fünf Buchabschnitten trägt den Titel „Wie können wir die Kontrolle zurückgewinnen?“ und liefert praktische Tipps zu Achtsamkeit und Prävention. Mit ihrem Buch appelliert Kolleck vor allem an Eltern, ihre Kinder vor digitaler Manipulation zu bewahren. Diesen Appell wird sie auf der Buchmesse auch verbal unterstreichen.

Hier kannst du Nina Kolleck bei der LBM live erleben:
20. März, 17 Uhr, Talk im taz-Studio, Halle 5, Messegelände
20. März, 19.30 Uhr, Talk & Lesung, RahnEducation – Musikalisch-sportliches Gymnasium
21. März, 16.30 Uhr, Süddeutsche-Talk, Eisengießerei Westwerk

Demokratie: Carla Hinrichs präsentiert Meine verletzte Generation

Als Sprecherin des Bündnisses Letzte Generation wurde Jurastudentin Carla Hinrichs landesweit bekannt. Später geriet sie durch ihre Protestaktionen ins Visier der Staatsanwaltschaft und wurde mehrfach zu Ordnungsstrafen verurteilt. Infolge der Gerichtsschlachten und allgemeinen Erregung über die radikalen Aktionen der Letzten Generation gerieten deren ursprüngliche Anliegen oft aus dem Fokus. Das will Carla Hinrichs ändern – mit einem Buch, das die Dringlichkeit ihrer Anliegen anhand ihrer eigenen Erfahrungen verdeutlicht.

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In Meine verletzte Generation erklärt Carla Hinrichs erst die Proteststrategien der Letzten Generation, und schildert dann, wie sie dadurch mit dem Gesetz in Konflikt kam. Ein besonderes Augenmerkt legt Hinrichs auf die fragwürdige Anwendung von Paragraph 129 des deutschen Strafgesetzbuches – jenen Paragraphen, der die Gründung und Beteiligung an kriminellen Vereinigungen sanktioniert und Basis für Hinrichs eigene Verurteilung war. Für die Aktivistin ist die Kriminalisierung der Letzten Generation ein politischer Skandal.

„Wenn eine Gruppe von Menschen, die Botschafter:innen der schlechten Nachrichten, der erschreckenden wissenschaftlichen Fakten, lieber mit den härtesten Mitteln verfolgt wird, statt ihr zuzuhören, zeigt das den Kipppunkt, an dem unsere Demokratie steht“, sagt Carla Hinrichs im Buch. Den „Kipppunkt“ verdeutlicht sie, indem sie ihre aktivistischen Werdegang schildert – vom „Verlassen der Komfortzone“ über den „Bruch der Verfassung“ bis zu den zahlreichen Gerichtsschlachten. Das Buch endet mit einer „Vision“ und einer „Anklage“, die die Autorin in Leipzig zur Diskussion stellt.

Hier kannst du Carla Hinrichs bei der LBM live erleben:
19. März, 13 Uhr, Forum Sachbuch: Kontexte, Halle 5, Messegelände
20. März, 11 Uhr, taz-Talk meets Buchmesse, Halle 5, Messegelände
21. März, 19 Uhr, Buchpräsentation und Lesung, linxxnet

Alter: Idiko von Kürthy präsentiert Alt genug

Elke Heidenreich hat mit ihrem Longrun-Bestseller Altern gezeigt, dass das titelgebende Tabuthema bei Leserinnen und Lesern einen Nerv trifft. Nun hat auch Idiko von Kürthy „ein ehrliches und warmherziges Hörbuch über das Älterwerden“ geschrieben. Auf der Buchmesse stellt die Bestseller-Autorin Alt genug bei drei Terminen vor.

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„Ich bin immer noch da. Mal heiter verschrumpelnd, mal verzagt reifend, wacker welkend und endlich alt genug“, sagt Idiko von Kürthy im Vorwort. „Endlich alt genug für dieses Buch, das sich in diesem Moment vor mir auftut wie ein noch unbegangener Weg.“ Was danach kommt, ist ein Balanceakt zwischen Ratgeber und Anekdotensammlung. Persönlich und unverzagt erzählt die Autorin vom Älterwerden als Frau und den damit verbundenen Erkenntnismomenten.Dabei pflegt von Kürthy den gleichen Humor, der auch den PR-Claim zum Buch auszeichnet: „Endlich alt genug für bequeme Schuhe und unbequeme Wahrheiten.“

Hier kannst du Idiko von Kürthy bei der LBM live erleben:
19. März, 20 Uhr, Buchpräsentation, Stadtbibliothek
20. März, 10 Uhr, Lesart, Deutschlandfunk-Bühne, Halle 2, Messegelände
20. März, 14.30 Uhr, Kulturzeit-Talk, 3sat Literaturbühne, Glashalle, Messegelände

Armut: Miriam Davoudvandi präsentiert Das können wir uns nicht leisten

Als Musikjournalistin und Podcasterin ist Miriam Davoudvandi vor allem zum Sprachrohr einer neuen feministisch-kritischen Fraktion der Rapszene geworden. Aber für die 34-Jährige gab es auch ein Leben vor der Journalistinnenkarriere, über das sie lange geschwiegen hat – ein Leben in Armut. In ihrem Diskursbuch Das können wir uns nicht leisten schildert Davoudvandi Tacheles anhand ihrer eigenen Biografie, was es bedeutet, in Deutschland arm zu sein.

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„Es gibt unzählige Statistiken über Armut, die auch in politischen Debatten angeführt werden“, sagt Davoudvandi in Das können wir uns nicht leisten. „Ich bin eine Zahl in dieser Statistik – beziehungsweise war es die meiste Zeit meines Lebens. Die meisten dieser Zahlen kommen nie zum Sprechen.“ Dieses Buch bricht das Schweigen. Die Autorin dekliniert das Tabu Armut konsequent durch – von „Armut und Geburt“ bis „Armut und (psychische) Gesundheit“. Aber sie macht auch deutlich, dass Armut keine Einbahnstraße sein muss. So endet das Buch auf einer hoffnungsvollen Note – mit dem Kapitel „Armut und Aufstieg“.

Hier kannst du Miriam Davoudvandi bei der LBM live erleben:
19. März, 10 Uhr, aspekte-Talk, ZDF-Bühne, Glashalle, Messegelände
19. März, 14.30 Uhr, Buch-Talk, Forum Sachbuch: Kontexte, Halle 5, Messegelände
20. März, 15.20 Uhr, Das Blaue Sofa, Glashalle Messegelände

Amerika: Rieke Havertz präsentiert Goodbye America

Nachdem die USA den Iran angegriffen haben, ist die Positionierung Europas zu den USA und deren Präsident Donald Trump mehr denn je auf dem Prüfstand. Da kann es nicht schaden, US-Expertin Rieke Havertz zuzuhören, die – wie Pulitzer-Preisträgerin Anne Hull es ausdrückt – „Amerika besser kennt als die meisten Amerikaner“. In Leipzig wird Rieke Havertz die Thesen aus ihrem Buch Goodbye America mit Klaus Brinkbäumer diskutieren, der mit Im Wahn ebenfalls ein USA-kritisches Buch verfasst hat.

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In Goodbye, Amerika? verlieh Rieke Havertz ihrer Hoffnung Ausdruck, das streitbare und aufregende „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ trotz Trump nicht aufgeben zu müssen. Ob diese Hoffnung angesichts der jüngsten Entwicklungen immer noch realistisch ist, diskutiert sie beim „OK, America?“-Talk mit Klaus Brinkbäumer. Beide sind sich einig: Die Lage ist kompliziert und das Verhältnis USA und Europa bedarf einer Neuvermessung. Aber wie sollen wir umgehen mit der stetig wachsenden Parallelwelt voller alternativer Fakten? In Leipzig erfahren wir mehr.

Hier kannst du den Talk von Rieke Havertz und Klaus Brinkbäumer bei der LBM live erleben:
21. März, 13.15 Uhr, ZEIT-Podcast-Talk, Forum Offene Gesellschaft, Halle 5, Messegelände

Erinnerungskultur: Matthias Brandts Nein sagen!

Auch ohne eigene Veranstaltung auf der Leipziger Buchmesse ist das neue Buch von Matthias Brandt ein wichtiges Sachbuch-Highlight der Messe. Nein sagen! basiert auf einer denkwürdigen Rede, die der Schauspieler und Autor 2025 am Jahrestag des gescheiterten Hitler-Attentats vom 20. Juli 1944 gehalten hat. Die Rede verneigte sich vor den Heldinnen und Helden des damaligen Widerstands. Daran knüpft das Buch an.

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Das Besondere an Nein sagen! ist, dass Matthias Brandt darin auch die Geschichte seiner Eltern erzählt. Sein Vater, der ehemalige Bundeskanzler Willy Brandt, und dessen Frau Rut waren in den 1930er und 40er Jahren aktiv am Widerstand gegen die Nationalsozialisten beteiligt, wenn auch die meiste Zeit vom skandinavischen Exil aus. Dass sie für die Schande der Naziverbrechen nicht mitverantwortlich waren, bezeichnet der Sohn als „das größte Lebensgeschenk, das sie mir haben machen können“.

Doch Matthias Brandt will sich nicht auf der Unbescholtenheit seiner Eltern ausruhen. Angesichts des Rechtsrucks der vergangenen Jahre ruft er mit Nein sagen! dazu auf, sich an den Widerstandskämpferinnen und -kämpfern von damals ein Beispiel zu nehmen.

Nein sagen! auf der LBM entdecken:
19. bis 22. März, 17 Uhr, Messestand Kiepenheuer & Witsch, Halle 5, H103

Weitere starke Stimmen auf der Buchmesse: Diese Highlights solltest du auf der LBM 2026 nicht verpassen!

Weiter diskutieren: Sachbücher von der Leipziger Buchmesse 2026 bei Audible entdecken

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