Schon immer war die Leipziger Buchmesse ein Ort für literarische Entdeckungen. Wenn die Messe in diesem Jahr vom 19. bis 22. März stattfindet, soll eine Gruppe im Rampenlicht stehen, die solche Entdeckungen überhaupt erst möglich macht: Debüt-Autorinnen und -Autoren. „Wir wollen dem literarischen Nachwuchs eine noch größere Bühne bieten“, so Messe-Direktorin Astrid Böhm. „Denn ihre Geschichten sollen gelesen und gehört werden.“
Tatsächlich wird das Fokusthema „neue Stimmen“ schon länger vorbereitet. Zum Beispiel kooperiert die Buchmesse seit 2025 mit dem Lese-Event „Beste erste Bücher“, bei dem Debüt-Autorinnen und -Autoren ihre Erstlingswerke vorstellen. Die Buchmesse-Ausgabe der Veranstaltung steigt am 21. März im Ost-Passage-Theater – nur eine von vielen Gelegenheiten auf der LBM, den literarischen Nachwuchs live zu erleben. Lerne sechs ausgewählte Newcomer kennen, die auf der diesjährigen Buchmesse ihre Debüt-Romane vorstellen.
Sechs spannende Debüt-Romane auf der LBM 2026
Die Themen der Erstlingswerke auf der Leipziger Buchmesse 2026 reichen von Coming of Age über Empowerment bis hin zu Zeitgeschichte. Ähnlich vielseitig sind auch die Profile der Autorinnen und Autoren. Romane etablierter TV-Größen treffen auf Texte von Newcomern aus den Bereichen Theater, Lyrik und therapeutisches Schreiben. Entdecke sechs neue Romane und ihre Autorinnen und Autoren.
Judith Hoersch präsentiert Niemands Töchter
Judith Hoersch haben wohl alle schon mal irgendwo gesehen oder gehört – sei es in einer ihrer zahlreichen TV- und Kino-Rollen von Lena Lorenz bis A Cure for Wellness oder im Lockwood & Co.-Hörbuch Die seufzende Wendeltreppe. Auf der Leipziger Buchmesse feiert die 45-Jährige ihren Einstand als Buchautorin mit dem Roman Niemands Töchter. Das Hörbuch hat sie selbst eingelesen.
„Mutter und Tochter verließen Arm in Arm den Bahnsteig. Alma sah ihnen hinterher und blieb allein zurück. Eine Sehnsucht füllte ihr Herz. Ein Gefühl, so alt und wund.“ – Diese Szene aus dem Prolog von Niemands Töchter setzt den Ton des Romans. Judith Hoersch erzählt darin die Geschichten vierer Frauen – zwei Mütter, zwei Töchter –, deren Lebenswege auf wundersame Weise miteinander verbunden sind. Das Geschehen erstreckt sich über vier Jahrzehnte und führt zurück zu einem schicksalhaften Ereignis im Jahr 1981. Ob es ein Zufall ist, dass Judith Hoersch in genau diesem Jahr geboren wurde? Diese und andere Fragen beantwortet die Autorin in Leipzig bei fünf Terminen.
Hier kannst du Judith Hoersch bei der LBM live erleben:
20. März, 11 Uhr, Buchvorstellung Niemands Töchter, Halle 2, Messegelände
20. März, 12 Uhr, Signierstunde, Halle 4, Messegelände
20.März, 13.30 Uhr, Talk & Lesung, Halle 2, Messegelände
20. März, 20 Uhr, Lesung Niemands Töchter, Stadtbibliothek Markkleeberg
21. März, 13.30 Uhr, #BuchBar, Halle 4, Messegelände
Clara Leinemann präsentiert Gelbe Monster
Für ihren Theatertext „Buddeln“ erhielt Clara Leinemann 2024 den Niederländisch-deutschen Kinder- und Jugenddramatiker:innenpreis. Das Stück über eine Freundschaft, die sich gegen Widerstände behauptet, läuft derzeit erfolgreich in Bremen und Paderborn. Für ihren ersten Roman Gelbe Monster hat sich Clara Leinemann härtere Themen vorgenommen. Konkret: weibliche Gewalt und emotionale Abhängigkeit. In Leipzig stellt sie das Buch bei drei Terminen vor.
„Sie hatte sich doch nur verliebt, ist das eine Straftat, oder was?“ – Das fragt sich Charlie, die liebenswerte Antiheldin in Gelbe Monster. Eigentlich dachte sie, in Valentin den perfekten Partner gefunden zu haben. Doch dann bröckelte das Glück und es schlich sich Gewalt in die Beziehung. Nach der Trennung soll Charlie in einer Frauentherapiegruppe Aggressionszyklen, Konfliktverhalten, Emotionsregulation und weibliche Rollenbilder diskutieren. Darauf hat sie eigentlich gar keine Lust. Kann es ihr trotzdem helfen, ihre eigene Wut zu verstehen?
Hier kannst du Clara Leinemann bei der LBM live erleben:
19. März, ab 18 Uhr, Lange Leipziger Lesenacht, Moritzbastei
21. März, 14 Uhr, Buch-Talk, Halle 4, Messegelände
21. März, ab 19 Uhr, Beste erste Bücher, Ost-Passage-Theater
Ozan Zakariya Keskinkılıç präsentiert Hundesohn
Lyriker Ozan Zakariya Keskinkılıç gehörte zu den Teilnehmenden der Oktober-Ausgabe von „Beste erste Bücher“. Auf der Leipziger Buchmesse stellt er seinen Debütroman Hundesohn erneut bei zwei Veranstaltungen vor: einem Talk auf der Messe sowie einem Abend zum Thema „Queere Männlichkeiten: Begehren, lieben, leben“. Dass Keskinkılıç ein guter Vorleser ist, hat er beim Einlesen des Hundesohn-Hörbuchs bewiesen, über das es in den Audible-Kommentaren unter anderem heißt: „Bestes Buch 2025“.
„In neun Tagen werde ich Hassan wiedertreffen, diesen Hundesohn.“ – Dieser Satz geistert wie ein Sehnsuchts-Mantra durch Keskinkılıçs Roman. Ich-Erzähler Zeko lebt in Berlin und fiebert dem sommerlichen Wiedersehen mit seinem Geliebten in Adana entgegen. Die neun Tage bis dahin vertreibt er sich mit Sexdates, Philosophieren und Schreiben. So tauchen wir in Zekos Gefühls- und Gedankenwelt ein und sind spätestens bei der finalen Begegnung mit Hassan selbst verliebt – in die Leichtigkeit, mit der dieser Text den Alltag eines schwulen Muslims schildert und nebenbei Franz Kafka ein Denkmal setzt.
Hier kannst du Ozan Zakariya Keskinkılıç bei der LBM live erleben:
19. März, 13.30 Uhr, #BuchBar, Halle 4, Messegelände
19. März, 19 Uhr, „Queere Männlichkeiten: Begehren, lieben, leben“ – Talk mit Simon Chevrier und Jayrome Robinet, Institut Français Leipzig
Marie Menke präsentiert Spielverderberin
Mit einem Text zum Thema „Bin ich frei?“ gewann Marie Menke 2023 auf der lit.Cologne den renommierten Offspring-Award, einen Mentoring- und Nachwuchspreis für junge Schreibende. Die Anerkennung hat sich ausgezahlt. In Leipzig stellt die 28-Jährige ihren ersten Roman vor: Spielverderberin. Eine Geschichte über drei junge Frauen, die nach dem Abitur ihre Freundschaft neu ordnen müssen.
Sophie, Lotte und Romy sind grundverschieden, aber durch ihre gemeinsame Oberstufenzeit fest aneinandergeschweißt. Das glauben sie zumindest. Doch als sie nach dem Abitur gemeinsam vom Dorf in die Stadt ziehen, werden die Unterschiede zwischen ihnen schmerzhaft spürbar. Dann verschwindet Romy eines Tages unerwartet. Plötzlich steht die Frage im Raum: War die Dreierfreundschaft in Wahrheit ein toxisches Bündnis?
Hier kannst du Marie Menke bei der LBM live erleben:
19. März, 22.30 Uhr, Lange Leipziger Lesenacht, Moritzbastei
Svenja Liesau präsentiert Es war nicht anders möglich
Einige kennen Svenja Liesau vielleicht von den Berliner Bühnen des Maxim Gorki Theaters und des Deutschen Theaters, oder aus der Verfilmung des Erfolgsromans Altes Land. Die gebürtige Magdeburgerin ist nämlich eine viel beschäftigte Schauspielerin. In Leipzig stellt sie ihren ersten Roman vor. Es war nicht anders möglich ist eine Art Buch gewordenes Lebensgefühl – beginnend mit einer ausgiebigen Playlist und ausgestattet mit jeder Menge verrauchter Kneipenromantik.
„Ich schreibe über dich, um dich loszuwerden. Dich aus meiner Biografie rauszuschreiben. Oder dich für immer an mich zu pressen.“ – Mit diesen Worten beginnt Es war nicht anders möglich. Sie sind an den Vater der Ich-Erzählerin Martina gerichtet. Nach seinem Tod startet sie einen letzten Versuch, herauszufinden, wer dieser Mann, zu dem sie nie ein richtiges Verhältnis hatte, eigentlich war. So schreibt Martina zwischen Barbesuchen, Küchentisch-Besäufnissen und Kneipenbekanntschaften ihre Erinnerungen nieder – und stolpert dabei unverhofft über ihre tiefsten Geheimnisse.
Hier kannst du Svenja Liesau bei der LBM live erleben:
19. März, 22 Uhr, Lange Leipziger Lesenacht, Moritzbastei
Kea von Garnier präsentiert Restsommer
In ihrem autobiografischen Sachbuch Die Vögel singen auch bei Regen berichtete Autorin und Schreibmentorin Kea von Garnier sehr persönlich und offen über ihre unterschiedlichen psychischen Erkrankungen. Damit hat sie vielen Menschen Mut gemacht. Dasselbe bezweckt sie auch mit ihrem ersten Roman, den sie in Leipzig vorstellt – die Coming-of-Age-Geschichte Restsommer.
„In der Grundschule war mein Spitzname Grufti. Das hat mir gereicht.“ – Diese Bemerkung aus dem ersten Kapitel von Restsommer charakterisiert Ich-Erzähler Dominik ziemlich gut. Er ist sechzehn, lebt in einem Dorf namens Schönacker und sein Lebensweg scheint vorgezeichnet. Denn er ist der Sohn des örtlichen Bestattungsunternehmers, in dessen Fußstapfen er später treten soll. Doch als kurz vor den Sommerferien ein neuer Mitschüler in seine Klasse kommt, bringt diese Begegnung alle scheinbaren Gesetzmäßigkeiten ins Wanken. Benjamin, alias Biff, bringt für Dominik nicht nur den Duft der Großstadt nach Schönacker, sondern auch die Liebe.
Hier kannst du Kea von Garnier bei der LBM live erleben:
19. März, 12 Uhr, Diskussion „Rollen finden, Rollen sprengen“, #BuchBar, Halle 4, Messegelände
19. März, 19 Uhr, Lesung: Restsommer, Berufsförderungswerk Leipzig
Debüts von der Leipziger Buchmesse 2026 bei Audible entdecken
Du willst mehr neu erschienene Debütromane hören? In unserer Kategorie Literatur & Belletristik hast du die volle Auswahl. Außerdem findest du bei Audible eine große Auswahl von Werken, die mit Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet wurden. Falls du Audible noch nicht ausprobiert hast: Im Probemonat streamst du unbegrenzt Tausende von Hörbüchern, Hörspielen und Original Podcasts. Zusätzlich erhältst du einen kostenlosen Titel, den du für immer behalten kannst.










