Der Deutsche Hörbuchpreis ist hierzulande eine der wichtigsten Auszeichnungen für Audioproduktionen. Er wurde 2003 ins Leben gerufen, um Qualitätsstandards zu sichern und herausragende kreative Leistungen zu würdigen. Die Verleihung ist alljährlich eins der Highlights beim Literaturfestival lit.Cologne. In diesem Jahr findet sie am 10. März im Kölner WDR-Funkhaus statt. In sieben Kategorien dürfen jeweils drei Titel auf das begehrte „Qualitätssiegel“ hoffen. Die Kategorien sind:
Beste Interpretin
Bester Interpret
Bestes Kinderhörbuch
Beste Unterhaltung
Bester Podcast
Bestes Hörspiel
Das besondere Hörbuch
Die letzte Kategorie ( „Das besondere Hörbuch“) läuft außer Konkurrenz, bekommt also kein Preisgeld. Für die sechs weiteren Sparten vergibt der Verein Deutscher Hörbuchpreis e. V. jeweils 3.333 Euro. Insgesamt werden also 19.998 Euro ausgeschüttet. Das Preisgeld ist gleichermaßen als Anerkennung für die Ausgezeichneten und als Anreiz für die Branche zu verstehen.
Deutscher Hörbuchpreis 2026: Welche Titel sind nominiert?
Für den Deutschen Hörbuchpreis 2026 konnten sich Verlage und Studios ab dem 11. September 2025 mit aktuellen Produktionen bewerben. In diesem Jahr haben rund 70 Studios insgesamt 294 Titel eingereicht. Alle Bewerbungen wurden Ende Oktober der siebenköpfigen Nominierungsjury zur Prüfung vorgelegt. Mehr über die Jury erfährst du weiter unten. Hier kommt erst mal die Shortlist, die der Verein Deutscher Hörbuchpreis im Januar bekanntgab:
Nominierungen: Beste Interpretin
Für ihre Lesung von Oyinkan Braithwaites Der Fluch der Falodun Frauen ist Anja Herden als Beste Interpretin nominiert. Die Geschichte um Emanzipation und den Versuch, einen eigenen Platz im Leben zu finden, atme dank ihres Vortrags „eine wunderbare Lebendigkeit“, findet die Hörbuchpreis-Jury.
Über das Hörbuch:
Eniiyi kommt in Lagos (Nigeria) an dem Tag zur Welt, an dem ihre Tante Monife begraben wird. Weil Eniiyi ihr sehr ähnelt, wird sie für ihre Reinkarnation gehalten. Seit Generationen finden die Frauen der Familie keinen Frieden: Nach Überzeugung der Yorubapriesterin ist ein Fluch am Werk, der ihnen zum Verhängnis wird. Im Spannungsfeld zwischen Aberglaube und Modernität kämpft Eniiyi um weibliche Selbstbestimmung und darum, dem Fluch der Falodun Frauen zu entgehen.
Die Nominierungsjury über Anja Herdens Leistung:
„Sie trifft immer den richtigen Ton, mal lakonisch, mal witzig oder auch mal tiefsinnig (...) Preisverdächtig gut.“
Für ihre Lesung von Marion Poschmanns Die Winterschwimmerin ist Marit Beyer als Beste Interpretin nominiert. „Ein Hörbuch, das durch seine kunstvolle Darbietung noch lange nachhallt“, findet die Hörbuchpreis-Jury.
Über das Hörbuch:
Thekla schwimmt in offenen Gewässern, auch bei eisigen Temperaturen. Sie versteht es als ganzkörperlichen Erkenntnisprozess und versucht, in der winterlichen Landschaft sich selbst und dem Verhältnis von Leib und Seele, Natur und Geist auf den Grund zu gehen. Der Tiger, dem sie eines Tages begegnet, ist zunächst ein Gedankengespinst, dann aber ganz real. In geschlossener Versform bringt Marion Poschmann die Wahrnehmungen und Einsichten ihrer Figur zum Ausdruck.
Die Nominierungsjury über Marit Beyers Leistung:
„Jede Nuance, jeder gedankliche Wirbel wird klar, transparent und berührend. Beyers Stimme und Interpretation adeln den starken Text.“
Für die Autorinnenlesung von Kurz vor dem Rand ist Eva Rottmann als Beste Interpretin nominiert. „Eva Rottmann ist die perfekte Stimme für ihren eigenen Roman“, findet die Hörbuchpreis-Jury.
Über das Hörbuch:
Dass sie sich jeden Tag mit Freunden zum Skaten auf dem Skatepark trifft, ist für die 17-jährige Ari von existenzieller Bedeutung. Nach einer turbulenten Kindheit lebt sie allein mit ihrem Vater Bob, macht eine Malerlehre und fühlt sich ihren Kumpels zugehörig. Doch dann taucht ein neuer Junge im Skatepark auf und Aris Mutter kommt zurück in die Stadt. Ihr Leben wird komplett auf den Kopf gestellt: Ist sie wirklich glücklich mit ihrer Rolle als „Kumpel“? Und hat ihre Mutter eine zweite Chance verdient?
Die Nominierungsjury über Eva Rottmanns Leistung:
„Die jugendliche Sehnsucht nach Liebe und Freundschaft findet in ihrer Stimme einen ganz eigenen Sound.“
Nominierungen: Bester Interpret
Für seine Lesung von Leon Englers Botanik des Wahnsinns ist Johannes Nussbaum als Bester Interpret nominiert. Diesen Text zu lesen, sei „keine leichte Aufgabe“, meint die Hörbuchpreis-Jury. „Aber Johannes Nussbaum löst sie kongenial.“
Über das Hörbuch:
Als bei der Zwangsräumung der mütterlichen Wohnung versehentlich alles Wertvolle in die Müllverbrennungsanlage wandert, bleibt dem Erzähler wortwörtlich nur der Abfall der eigenen Familiengeschichte. In ihr treten gehäuft Depressionen, Alkoholismus und andere psychische Erkrankungen auf: ein Stammbaum des Wahnsinns. Getrieben von der Angst, selbst verrückt zu werden, ergreift der Erzähler den Beruf des klinischen Psychologen und lernt, die Grenzen zwischen „normal“ und „krank“ auszuloten.
Die Nominierungsjury über Johannes Nussbaums Leistung:
„Seine Interpretation des geplagten Helden ist erlebbar und spürbar (...) Man möchte dem Protagonisten aufmunternd zurufen: Alles wird gut!“
Für seine Lesung von Abdulrazak Gurnahs Diebstahl ist Richard Barenberg als Bester Interpret nominiert. „Mit seiner packend warmen, markant klaren Stimme vermag er die feinen emotionalen Nuancen der Charaktere zu verdeutlichen“, meint die Hörbuchpreis-Jury.
Über das Hörbuch:
Im heutigen Tansania wachsen drei junge Menschen auf: Karim, der nach seinem Studium mit Ehrgeiz und großen Ideen in seine Heimatstadt Daressalam zurückkehrt. Fauzia, die in Karim nicht nur ihren geliebten Partner, sondern auch die Chance sieht, einer allzu behüteten Kindheit zu entkommen. Badar, ein mittelloser Junge, dem die beiden freundschaftlich zur Seite stehen. Als Fortschritt und Tourismus in diesem abgelegenen Winkel der Welt Einzug halten, nehmen alle ihr Schicksal in die eigenen Hände.
Die Nominierungsjury über Richard Barenbergs Leistung:
„Fesselnd, lebendig und mit wechselnder Tonlage stellt er sich hinter den Text und lässt uns als Hörer nicht mehr los.“
Für seine Lesung von Alex Schulmans Vergiss mich ist Fabian Busch als Bester Interpret nominiert. Das Hörbuch sei „eine dichte, atmosphärisch fesselnde Hörerfahrung, die man alles andere als vergisst“, sagt die Hörbuchpreis-Jury.
Über das Hörbuch:
Alex Schulman kommt ins Landhaus seiner schwer alkoholkranken Mutter. Er will sie vor dem Tod bewahren und davon überzeugen, eine Entzugsklinik aufzusuchen. In Rückblenden fragt er sich: Was genau ist passiert, wie ist aus der strahlenden, liebevollen Mutter eine gebrochene Person geworden? Schulman erzählt vom Auseinanderdriften der Beziehung zwischen Mutter und Sohn und vom verzweifelten Versuch des erwachsenen Kindes, dem Kreislauf aus Hoffnung und Enttäuschung zu entrinnen.
Die Nominierungsjury über Fabian Buschs Leistung:
„Fabian Busch krönt die schonungslose Erzählung von Schulman mit einer durch und durch überzeugenden, sensiblen Interpretation.“
Nominierungen: Bestes Kinderhörbuch
Die drei Nominierungen in der Kategorie Bestes Kinderhörbuch repräsentieren die Vielfalt der Sparte: Sie decken die Bereiche historischer Jugendroman, berührende Freundschaftsgeschichte und Empowerment-Abenteuer ab.
Über das Hörbuch:
Holland 1942: Weil sie Jüdinnen sind, müssen die zwölfjährige Mila und ihre ältere Schwester Hannie ihre Eltern verlassen und mit einer neuen Identität in einer christlichen Familie leben. Hannie schließt sich unter dem Geheimnamen „Eisvogel“ einer Widerstandsgruppe an, ohne ihre Herkunft preiszugeben. Achtzig Jahre später wird Teenagerin Liv von ihrer Freundin gemobbt und ihre demente Oma Bubbe verhält sich seltsam. Aus zwei Perspektiven und zwei Epochen wird von Familie, Freundschaft und Mut, aber auch von Angst und Ausgrenzung erzählt.
Die Nominierungsjury über Geheimname Eisvogel von Liz Kessler:
„Was für ein bewegendes Hörbuch. Jeder der unterschiedlichen Erzählstränge bekommt durch das grandiose Sprecherensemble einen eigenen Sound.“
Über das Hörbuch:
Ob bei einer Sternschnuppe, einem Penny oder einem vierblättrigen Kleeblatt – seit Jahren schickt die elfjährige Charlie denselben geheimen Wunsch in die Welt hinaus. Als sie zu Tante und Onkel ziehen muss, weil ihre Eltern sich nicht um sie kümmern können, rückt die Erfüllung dieses Traumes in unerreichbare Ferne. Bis sie auf Wish trifft, einen streunenden Hund, und auf Howard, einen Nachbarsjungen, der ihr Freund wird. Die Familie, die sich Charly inständig gewünscht hat, ist näher, als sie denkt.
Die Nominierungsjury über Mein größter Wunsch von Barbara O'Connor:
„Wir hören gefesselt bis zum glücklichen Ende zu. Das ist der großen Sprechleistung von Monika Oschek zu verdanken.“
Über das Hörbuch:
Waisenkind Maggie Fishbone wird auf das berüchtigte Midwatch-Institut für unerwünschte Mädchen geschickt. Bald stellt sie fest, dass Midwatch viel besser ist als befürchtet: Hier werden die Mädchen willkommen geheißen und ermutigt, ihre Talente einzusetzen und weitere nützliche Fähigkeiten wie Schlösserknacken und Morsen zu erlernen. Maggie und ihre neuen Freundinnen erleben ein gefährliches Abenteuer, das sie tief unter die Erde und hoch über die Wolken führt.
Die Nominierungsjury über Midwatch von Judith Rossell:
„Die Kombination aus spannender Story und mitreißender Interpretation ist eine absolute Hörempfehlung für Kinder ab zehn Jahren.“
Nominierungen: Beste Unterhaltung
Im Bereich „Beste Unterhaltung“ wurde im vergangenen Jahr Marc-Uwe Kling für Views ausgezeichnet. Die Messlatte in dieser Kategorie liegt also hoch. Aber auch dieses Jahr haben die nominierten Titel alle ihren ganz eigenen Unterhaltungswert.
Kurzbeschreibung:
Seit dem 7. September 2003 ist die damals sechzehnjährige Julie Novak spurlos verschwunden. Als sich die Tragödie zum zwanzigsten Mal jährt, nimmt Podcasterin Liv Kontakt zu Julies Vater Theo auf. Er, der unermüdlich nach der Tochter gesucht hat, leidet unter fortschreitender Demenz und wünscht sich vor dem endgültigen Vergessen nichts sehnlicher als Gewissheit über Julies Schicksal. Also tut er sich mit Liv zusammen, die behauptet, auf eine neue Spur gestoßen zu sein.
Die Nominierungsjury über Himmelerdenblau von Romy Hausmann:
„Eine herausragende Hörbuchfassung eines genialen Thrillers. Hut ab vor diesem großartigen Ensemble!“
Kurzbeschreibung:
Vito lebt in Berlin-Kreuzberg, ist Schauspieler und Musiker und verdammt einsam. In einem langen Bewusstseinsstrom versucht er, seinem fortgesetzten Scheitern inklusive Panikattacken und Neid auf Frischverliebte auf den Grund zu gehen. Seine einzige Rettung sind die Tagebücher seiner an Krebs verstorbenen Mutter, die sich in einem ominösen Alukoffer befinden. Anton Weils Debüt verhandelt die großen Themen seiner Generation: Vereinzelung, Sexualität und Liebe, Trauer und Aufbruch.
Die Nominierungsjury über Super einsam von Anton Weil:
„Durch die Musik und ein gekonntes Sounddesign wird die Lesung zu einer Performance für die Ohren. Das ist ein großer Mehrwert zum Buch.“
Kurzbeschreibung:
Leichte Aggressionen, aufkommender Zynismus, Brustspannen: So beschreibt die fast 50-jährige Nina ihren Zustand. Zwar gönnt sie ihrem reichen Ex-Ehemann Phil das neue Glück mit seiner jungen Influencerin und den Zwillingen, aber ihr langjähriger Vollzeitjob als Ehe- und Hausfrau war ein wirklich schlechter Deal. Dann geschieht, was Nina kaum glauben kann: Sie verliebt sich in den zwanzig Jahre jüngeren David und bringt ihre fragile Lebenskonstellation ins Wanken.
Die Nominierungsjury über Zwei vernünftige Erwachsene, die sich mal nackt gesehen haben von Anika Decker:
„Katja Riemann und Anna Maria Mühe zeigen, was ein Hörbuch kann: einen Text in eine andere Dimension heben. Große Unterhaltung!“
Nominierungen: Bestes Hörspiel
Die drei Nominierungen in der Kategorie „Bestes Hörspiel“ sind sämtlich Produktionen des öffentlich rechtlichen Rundfunks und deshalb nur über das Streaming-Angebot der ARD Audiothek zu hören.
Die Erschöpften von Oliver Sturm
Die zehnteilige Hörspielserie Die Erschöpften ist eine satirische Betrachtung der „großen Gereiztheit“ unserer Zeit und eine Hommage an Der Zauberberg von Thomas Mann. Die Story: Das neue Urlaubsgewährungsgesetz verlangt ein ärztliches Attest von jedem Urlaubswilligen. Denn ein Großteil der Deutschen ist zu erschöpft, um sich wirklich zu erholen. Einer von ihnen: Sven Schmitz. Er erlebt in einer „Pre-Holiday-Klinik“ eine bizarre Kur. Ärzte, Betreuer und Patienten in diesem malerisch am Südhang des Oberen Wendelstocks gelegenen Haus erinnern nicht nur entfernt an das Personal des Zauberbergs.
Die Nominierungsjury über Die Erschöpften:
„Das Originalhörspiel trifft ins Mark unserer überforderten Gegenwart. Es zelebriert das Thema Selbstoptimierung in erschreckend unterhaltsamer Weise.“
Mein Leben als Spam von Hans Christoph Böhringer & Pauline Seiberlich
Die Hörspielserie Mein Leben als Spam spielt in einer nahen Zukunft, in der Bots die ganze Welt mit Fakes überflutet haben. Nur mächtige Filter schaffen ein wenig Ordnung. Eine junge Beamtin gilt plötzlich selbst als Spam und muss ihre Menschlichkeit vor einer unmenschlichen Behörde beweisen. Wer kann ihr dabei besser helfen als eine Aktivistin, die für Maschinen-Rechte kämpft? Eine beunruhigend reale Science-Fiction-Story in acht Folgen mit einem eigenem Soundtrack, der über gängige Musikstreaming-Plattformen zu hören ist.
Die Nominierungsjury über Mein Leben als Spam:
„Ein fantastisches Ensemble, dichtes Sounddesign mit ausgewogenem Einsatz von Geräuschen und Musik sowie ein kongenialer Soundtrack erzeugen ein fesselndes, authentisches Hörerlebnis.“
Nichts ist, sagt der Weise von Ulrike Haage
In Nichts ist, sagt der Weise setzt Regisseurin Ulrike Haage der Dichterin Mascha Kaléko (1907-1975) ein Denkmal. Eingebettet in eine musikalische Komposition mit Flügel, Harmonium, Celesta und Gesang verwebt das Hörspiel Gedichte, Reportagen, Briefe und weniger bekannte Notizen aus Kalékos Nachlass. Auf diese Weise entsteht ein facettenreiches Porträt der Künstlerin. Wir erfahren von ihrer Auseinandersetzung mit Nachkriegsdeutschland, ihrer Sicht auf das New Yorker Judentum, ihrem Umzug nach Israel, wo sie nie ganz heimisch wurde, von ihrer Faszination für Zen-Buddhismus und jüdische Mystik, aber auch von den schweren Verlusten ihres Sohnes und ihres Mannes.
Die Nominierungsjury über Nichts ist, sagt der Weise:
„Mehrdeutig, aber immer verständlich, frech, ironisch, melancholisch, verspielt, poetisch und pointiert erlebt der Hörer den typischen Kaléko-Sound“
Nominierungen: Bester Podcast
Auch die drei Nominierungen im Bereich „Bester Podcast“ sind nicht im freien Handel erhältlich, sondern exklusiv über die Audiotheken von WDR und ARD zu hören.
Der Germanwings-Absturz – Zehn Jahre ohne euch
Die Journalistin Justine Rosenkranz hat für den Podcast Der Germanwings-Absturz – Zehn Jahre ohne euch zwei Familien begleitet, die durch den Flugzeugabsturz geliebte Menschen verloren haben. Immer wieder führte sie über diese lange Zeit Gespräche mit einer Mutter und einem Vater, über deren Trauer und die Auseinandersetzung mit der Katastrophe. Dabei kommt sie diesen Personen so nah, dass man beim Zuhören meint, neben ihnen zu sitzen. Gleichzeitig bleibt Rosenkranz stets respektvoll und wertneutral, reflektiert aber auch ihre eigene Rolle als Außenstehende. Letzteres verleiht dem Podcast eine zusätzliche Dimension.
Die Nominierungsjury über Der Germanwings-Absturz - Zehn Jahre ohne euch:
„Die Erzähl- und Interviewsequenzen sind durch einen zurückhaltenden Sound mit einem genau richtig dosierten Maß an Emotionalität unterlegt.“
Legion: House of Scam
Legion: House of Scam thematisiert die zunehmende Gefährdung durch Love Scams, bei denen Menschen weltweit manipuliert und betrogen werden. Der Podcast beleuchtet intensiv die Betrugsindustrie, die sich insbesondere in Südostasien etabliert hat und weltweit agiert. Er schildert aber auch erschütternde Einzelschicksale: Etwa die Geschichte von Ramona, einer Betrogenen aus Deutschland, die innerhalb weniger Monate mehr als 80.000 Euro an drei Männer überweist. „Blind vor Liebe“ klingt so herrlich einfach und schön, aber hier spezialisiert sich ein milliardenschweres Betrugssystem auf das Ausnutzen der Liebesblindheit.
Die Nominierungsjury über Legion: House of Scam:
„Ein Muss für alle, die sich für investigative Erzählungen interessieren und die dunklen Seiten der digitalen Welt begreifen wollen.“
OBSESSED - Döner Papers
Kurzweilig, witzig, rasant: Der Podcast OBSESSED - Döner Papers nimmt uns mit auf die Suche nach dem Erfinder des Döner-Bildes, das auf fast allen Dönertüten zu sehen ist. Es beginnt mit einer schrägen Frage bei einem Date und endet mit dem, was bisher noch niemand zuvor erklären konnte: Wer hat dieses Döner-Bild eigentlich gezeichnet? Aylin Doğan ist obsessed mit dieser einen Frage nach dem Urheber. Sie zieht uns ins Rabbit Hole und lässt nicht locker, bis auch das letzte Puzzle-Teil gefunden ist.
Die Nominierungsjury über OBSESSED - Döner Papers:
„Der Podcast bringt einen zum Lachen, zum Schmunzeln, zum Nachdenken. Und nimmt einen so gefangen, dass man selbst ganz besessen wird vom Döner - sogar als Vegetarier.“
Nominierungen: Das besondere Hörbuch
Die Kategorie „Das besondere Hörbuch“ ist zwar nicht mit einem Preisgeld belegt, genießt dafür aber ein hohes Prestige als Gütesiegel für Originalität. Ausgezeichnet werden Produktionen, deren Themen, Machart oder dramaturgische Ansätze besonders mutig, aufklärerisch oder experimentell sind. Zwei der nominierten Titel sind leider nicht digital, sondern nur als Audio-CDs erhältlich. Wir beginnen mit dem dritten.
Kurzbeschreibung:
Semiya ist vierzehn Jahre alt, Gamze zwanzig, als ihre Väter von der rechtsextremen Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) ermordet wurden. Wie die beiden in Deutschland aufgewachsenen Frauen Schmerz, polizeiliche Vorverurteilung und öffentliches Desinteresse erleben, aber aus diesen Erfahrungen auch eine ungeheure Kraft entwickeln, erzählen sie in diesem Hörbuch.
Die Nominierungsjury über Unser Schmerz ist unsere Kraft:
„Eine tief bewegende dokumentarische Erzählung mit emotionaler Wucht: Das Schicksal der beiden Frauen lässt die ganze Tragik und das Versagen der Justiz greifbar werden.“
Menschenbilder: Otto Pankok
Der Künstler Otto Pankok arbeitete in den 1930er Jahren mitten unter den Sintizze und Sinti im Düsseldorfer Heinefeld. Er gewann ihr Vertrauen und schuf eindrucksvolle Porträts dieser Menschen. Als sie in der NS-Zeit systematisch verfolgt, deportiert und ermordet wurden, bewahrte Pankok - selbst als „entartet“ verfemt - seine Solidarität und Freundschaft. In Menschenbilder: Otto Pankok verbinden sich Zeitzeugnisse, O-Töne und Musik zu einem visuellen und akustischen Dokument der Erinnerung und Mahnung. .
Die Nominierungsjury über Menschenbilder: Otto Pankok:
„Aus biografischen und einordnenden Texten, Originaltönen und Dialogen fügt sich ein Bild zusammen, das ungeheuer plastisch von unbarmherziger Verfolgung, aber auch von Menschlichkeit erzählt.“
Sagen die Luftwurzeln - Poetische Klangskulpturen
Der Dichter Jürgen Nendzas schafft poetische „Panoramen des Augenblicks”. In diesem Hörbuch werden sie in Klangskulpturen verwandelt, in ein Artefakt an den Schnittstellen von Wort und Klang. Vier Sprecherinnen und Sprecher geben den Gedichten ihre Stimme, hinzu kommen Soundtexturen und markante Kontrabass-Linien. Die künstlerischen Ausdrucksebenen verbinden sich zu einem neuen Ganzen, das ästhetisch „mehr" ist als die Summe seiner Teile: Hörbilder in einer auditiven Körperlichkeit.
Die Nominierungsjury über Sagen die Luftwurzeln:
„Unter der Regie von Matthias Kratzenstein ist es auf das Trefflichste gelungen, mit herausragenden Musikern sowie Sprach- und Sprechkünstler:innen Klangskulpturen zu entwickeln.“
Deutscher Hörbuchpreis 2026: Alle Nominierten im Überblick
Nominierungskategorie | Titel | Autorin/Autor | Nominierte | Erscheinungsdatum |
|---|---|---|---|---|
Beste Interpretin | Anja Herden (Sprecherin) | 24. Oktober 2025 | ||
Beste Interpretin | Marit Beyer (Sprecherin) | 18. März 2025 | ||
Beste Interpretin | Eva Rottmann (Autorin & Sprecherin) | 11. September 2025 | ||
Bester Interpret | Johannes Nussbaum (Sprecher) | 12. August 2025 | ||
Bester Interpret | Richard Barenberg (Sprecher) | 8. September 2025 | ||
Bester Interpret | Fabian Busch (Sprecher) | 15. Mai 2025 | ||
Bestes Kinderhörbuch | Sauerländer Audio | 26. März 2025 | ||
Bestes Kinderhörbuch | Der Audio Verlag | 12. Juni 2025 | ||
Bestes Kinderhörbuch | Der Hörverlag | 28. Juli 2025 | ||
Beste Unterhaltung | Der Hörverlag | 25. August 2025 | ||
Beste Unterhaltung | Lauscherlounge | 25. September 2025 | ||
Beste Unterhaltung | Zwei vernünftige Erwachsene, die sich mal nackt gesehen haben | Der Audio Verlag | 01. Januar 2025 | |
Bestes Hörspiel | Oliver Sturm | ARD | 03. Mai 2025 | |
Bestes Hörspiel | Hans Christoph Böhringer / Pauline Seiberlich | BR2 | 7. November 2024 | |
Bestes Hörspiel | Ulrike Haage | RBB | 19. Januar 2025 | |
Bester Podcast | Justine Rosenkranz | WDR | 05. Februar 2025 | |
Bester Podcast | Legion-Team | ARD | 11. September 2025 | |
Bester Podcast | Aylin Doğan | BR | 21. Mai 2025 | |
Das besondere Hörbuch | Christine Werner, Gamze Kubasik, Semiya Şimşek | Argon Hörbuch | 27. August 2025 | |
Das besondere Hörbuch | Jan Rohlfing (Produzent) | Griot Hörbuch | 28. September 2025 | |
Das besondere Hörbuch | Matthias Kratzenstein (Regie) | Jazzsick Records | 21. Mai 2025 |
Deutscher Hörbuchpreis: Wie arbeitet die Jury?
Beim Deutschen Hörbuchpreis gibt es nicht nur eine Jury, sondern gleich drei. Die Shortlist wurde von einer siebenköpfigen Nominierungsjury erstellt, die sich aus Fachleuten in den Bereichen Buchhandel, Kulturjournalismus und Schriftstellerei zusammensetzt. Die Jury-Mitglieder bewerteten alle eingereichten Titel zunächst in einem Online-Voting und erarbeiteten anschließend in zwei Jury-Sitzungen eine Longlist sowie die hier vorliegende Shortlist. Letztere wird nun der Preisträgerjury vorgelegt, die ebenfalls aus sieben Expertinnen und Experten besteht. Über den Preis in der Kategorie „Bestes Kinderhörbuch“ entscheidet derweil eine vierköpfige Kinderjury, die in diesem Jahr aus vier Schülerinnen der Kölner Heinrich-Böll-Gesamtschule besteht.
Deutscher Hörbuchpreis: Die Hintergründe und die Live-Sendung
Der Preis wurde 2003 vom Westdeutschen Rundfunk und dessen Tochtergesellschaft WDR mediagroup GmbH ins Leben gerufen. Als Veranstalter zeichnet der eigens gegründete Verein Deutscher Hörbuchpreis verantwortlich. Die Auszeichnung versteht sich als „Qualitätssiegel für das Hörbuch“. Die klangvolle Liste derer, die den Deutschen Hörbuchpreis bisher gewonnen haben, spricht für sich. Unter anderem wurden Werke von Isabel Allende, Adriana Altaras, Joachim Meyerhoff und Sven Regener ausgezeichnet.
Bei der feierlichen Preisverleihung 2026 zum Auftakt der Lit.Cologne werden die nominierten Künstlerinnen und Künstler anwesend sein und sich in Interviews über ihre Arbeit äußern. Die Veranstaltung wird als zweistündige Radiosendung am 10. März auf verschiedenen öffentlich rechtlichen Sendern übertragen.
Rückblick: Alle Gewinnerinnen und Gewinner beim Deutschen Hörbuchpreis 2025
Deutscher Hörbuchpreis 2026: Weitere Titel bei Audible entdecken
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