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Ausgezeichnet mit dem Seraph 2026: Wer hat den Phantastikpreis gewonnen?

Ausgezeichnet mit dem Seraph 2026: Wer hat den Phantastikpreis gewonnen?

2026 feierte der Seraph, einer der wichtigsten Preise für deutschsprachige Phantastik, sein 15. Jubiläum. Vergeben wird die Auszeichnung traditionell von der Phantastischen Akademie, die sich seit ihrer Gründung im Jahr 2011 dafür einsetzt, phantastische Literatur von Fantasy über Science-Fiction bis zu Horror sichtbarer zu machen, um so der Phantastik im Literaturbetrieb mehr Gewicht zu verleihen.

Die Preisverleihung hat auch dieses Jahr im Rahmen der Leipziger Buchmesse stattgefunden, am 20. März ab 16 Uhr auf der großen Bühne in Halle fünf. Im Anschluss hat die Phantastische Akademie zur Langen Nacht der Phantastik ins Leipziger Kulturzentrum Anker eingeladen, wo unter anderem Liza Grimm, Markus Heitz und Oliver Plaschka aus ihren aktuellen Werken lasen.

2026 lag das Preisgeld bei insgesamt 32.000 Euro, also 8.000 Euro pro Gewinnerin oder Gewinner in einer der vier Kategorien: "Bestes Buch", "Bestes Debüt", "Bester Independent"-Titel und erstmals in der neuen Kategorie "Bestes Jugendbuch". Ein großer Teil der Summe wurde bei einem Charity-Spendenstream von Liza Grimm gesammelt, bei dem in diesem Jahr die Rekordsumme von 27.500 Euro zusammenkam. Die Autorin und Content Creatorin engagiert sich seit mehreren Jahren für den Phantastik-Preis und hat bereits zum Preisgeld des Vorjahres in Höhe von insgesamt 19.000 Euro beigetragen.

Seraph 2026: Diese Werke wurden ausgezeichnet

Aus knapp 300 Einreichungen wurden zunächst 38 Fantasy-, Science-Fiction- und Horror-Romane für den Seraph 2026 nominiert, bevor der Preis am Messefreitag auf der Leipziger Buchmesse verliehen wurde. Hier liest du, wer dieses Jahr gewonnen hat, und erfährst mehr über ausgewählte nominierte Romane.

Bestes Buch: Lyneham von Nils Westerboer

Für den Seraph 2026 gingen zwölf Romane ins Rennen um die begehrte Auszeichnung in der Kategorie "Bestes Buch". Die nominierten Titel in dieser Kategorie – und übrigens auch in der Kategorie "Bestes Debüt" – mussten zwischen dem 16. Dezember 2024 und dem 15. Dezember 2025 erschienen sein. Im vergangenen Jahr holte Theresa Hannig mit Parts Per Million den Seraph für das "Beste Buch". Dieses Jahr ging die Auszeichnung an Athos 2643-Autor Nils Westerboer für Lyneham.

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Henry ist zwölf, als die Erde stirbt – ein abruptes Ende, das ihn mit seinem Vater und seinen Geschwistern nach Perm bringt. Auf diesem fernen, urzeitlichen Mond will die Menschheit einen Neuanfang erzwingen. Doch Perm widersetzt sich: Die Atmosphäre ist giftig, unsichtbare Kreaturen bewegen sich durch die Landschaft und die Natur folgt ihren eigenen Regeln, die sich nicht verhandeln lassen. Schon bei der Ankunft zeigt sich, wie schnell Ideale bröckeln, wenn es ums Überleben geht.

Henry sucht nach seiner Mutter, die mit einem anderen Schiff reisen wollte. Dabei stößt er auf Hinweise, die darauf hindeuten, dass sie längst hier war – und eine Warnung hinterlassen hat, die weit über seine eigene Geschichte hinausweist. In Rückblicken entfaltet sich ihr Weg als Wissenschaftlerin, die Perm nicht beherrschen, sondern verstehen will, und als Gegenspielerin eines Tech-Unternehmers, der genau das Gegenteil verfolgt. Er will den Mond formen, koste es, was es wolle.

Lyneham zeigt, was auf dem Spiel steht, wenn Menschen eine neue Welt betreten und wegweisende Entscheidungen treffen müssen. Was darf Fortschritt? Wo liegen Grenzen? Und was bedeutet Menschlichkeit, wenn alles neu beginnt – oder zumindest so tut?

In ihrer Laudatio betonte Theresa Hanning: „Lyneham hat mich mehr als umgehauen – ich habe jede Seite, jede Sekunde geliebt. Und beim zweiten Mal Lesen war es sogar noch besser. Nicht nur wegen Westerboers Liebe zum Detail, seiner visionären Kraft, seines Witzes und seiner unverschämten Erzählfreude, sondern weil es eine Geschichte ist, die uns bis ans andere Ende des Universums führt, um uns zu zeigen, was zutiefst menschlich ist, was menschlich sein sollte, was menschlich sein könnte.“

Bestes Debüt: Drachenseelensplitter – Demons within von Jenna T. Scriver

2025 ging der Seraph in der Kategorie "Bestes Debüt" an Die Mutter der Masken – Säure von Freya Petersen. Dieses Jahr hatten von 29 Einsendungen sechs die Chance, als "Bestes Debüt" beim Seraph 2026 ausgezeichnet zu werden. Diese Preiskategorie habe laut Phantastischer Akademie einen besonderen Stellenwert, da sie zeige, wie vielfältig dieses Genre Phantastik sei – und dass ein Buch auch dann großartig geschrieben sein kann, wenn es Geschichten erzählt, die so noch nie erzählt wurden.

Dieses Jahr ging der Seraph für das beste Debüt an Jenna T. Scriver für Drachenseelensplitter – Demons within. Darin lebt Protagonist Stan seit seiner Kindheit mit einer Stimme in seinem Kopf, einer dämonischen Präsenz, die ihn verfolgt und immer wieder zur Verzweiflung treibt. Doch dann trifft er auf Talon. Und plötzlich sind da neben all der Angst auch andere Gefühle. Anziehung zum Beispiel.

Im Verlauf der Handlung geht es plötzlich um geheime Organisationen, Visionen, verschwundene Menschen, Elementbändiger und Gestaltwandler. Besonders schön ist der kleine Geisterdrache, der sich ungefragt an seine Seite heftet und zwischen all den großen Gefahren immer wieder für kleine, fast zarte Momente sorgt. Und mittendrin Stan, der mehr mit all dem zu tun hat, als ihm lieb ist.

Drachenseelensplitter – Demons Within thematisiert innere Kämpfe, Nähe und die Frage, wer man ist, wenn selbst die eigene Stimme nicht mehr nur die eigene ist. Der Roman ist für Jugendliche ab 16 Jahren geeignet. Als sie den Preis entgegennahm, sagte Scriver: „Mir wurde in der Vergangenheit das Gefühl gegeben, alles, was ich mache, ist scheiße. Und ich kann nichts, ich bin nichts wert. Deshalb geht dieser Preis vor allem an mein inneres Kind. Du bist gut genug.“

Bestes Jugendbuch: Lichterloh – Stadt unter Ruß von Sarah M. Kempen

In den vergangenen 14 Jahren wurde bereits dreimal ein Jugendbuch als "Bestes Buch" mit einem Seraph ausgezeichnet. 2026 ist "Bestes Jugendbuch" zum ersten Mal eine eigene Preiskategorie. Nominiert sind Bücher für eine jugendliche Leserschaft ab zwölf Jahren. Neun Titel hatten dieses Jahr die Chance, den Seraph 2026 für das Beste Jugendbuch zu gewinnen. Ausgezeichnet wurde schließlich Sarah M. Kempen für Lichterloh – Stadt unter Ruß.

Der Roman spielt in Rußstadt, eine Welt, in der Luft zum Luxus geworden ist. Rauch liegt über allem, ein Funke kann jederzeit zur Katastrophe werden. Und hier wächst Cleo auf. Ihr Alltag? Streng durchstrukturiert. Alles dreht sich um die Arbeit in der Fabrik. Cleos größter Traum ist es, Schornsteinfegerin zu werden. Ein Beruf mit Ansehen und Einfluss, der für sie eigentlich unerreichbar scheint. Als ein Brand ausbricht und Cleo verbotenerweise hilft, verändert sich alles. Plötzlich bekommt sie eine Chance, die sie näher an ihr Ziel bringt, aber auch in ein System hineinführt, das mehr verbirgt, als es auf den ersten Blick scheint.

Lichterloh – Stadt unter Ruß handelt von der Kraft des Mutes, aber auch von sozialen Grenzen und davon, wie viel ein einzelner Mensch bewegen kann. Rußstadt wirkt greifbar und nah. Ein Funke in der Luft und Der Himmel in Flammen, die Bände zwei und drei der Lichterloh-Reihe, sind im Juli beziehungsweise September 2025 erschienen. Bei ihrer Dankesrede bedankte sich Kempen unter anderem bei ihrem Verlag Magellan, ihrer Lektorin und ihrer Agentin.

Bester Independent-Titel: Eine Blume aus Gift und Eisen von Yola Stahl

Seit 2018 vergibt die Phantastische Akademie den Seraph für den "Besten Independent"-Titel. Letztes Jahr ging die Auszeichnung an „All An!“ von Kai-Holger Brassel. Aus 96 Einsendungen haben es dieses Jahr elf Romane auf die Nominierungsliste geschafft und damit die Chance, den Seraph 2026 zu gewinnen. Voraussetzung: Die Titel müssen im Selfpublishing erschienen sein. Ausgezeichnet wurde dieses Jahr Yola Stahl für Eine Blume aus Gift und Eisen.

Die Handlung führt nach Londinium im Jahr 1890. Bei einem Einsatz auf einem Ball trifft die Kriegshexe Nastasia auf Moosblüte, ihre große Liebe aus der Vergangenheit. Plötzlich steht nicht nur eine zweite Chance im Raum, sondern auch ein Auftrag. Gemeinsam mit einem Team aus Arkanen sollen Nastasia und Moosblüte in den Black Tower einbrechen und ein mächtiges Artefakt stehlen. Erstmal wie ein klassischer Heist anmutend, zeigt sich schnell: Dieses Vorhaben ist komplizierter als gedacht. Denn in Londinium hat jede Entscheidung Konsequenzen und selbst im eigenen Team ist Vertrauen nicht garantiert.

Eine Blume aus Gift und Eisen ist eine Geschichte von Liebe, die nicht einfach verschwindet, von zweiten Chancen und von der Frage, was man bereit ist zu opfern. Hier kommen Magie, Steampunk und viel Spannung zusammen. In ihrer Dankesrede betonte Stahl: „In einer Welt, in der sich Politik nachträglich in die Verleihung von Buchpreisen einmischt, Schulbibliotheken zensiert werden und Bücher mithilfe generativer KI entstehen, ist es umso wichtiger, dass unabhängige Autorinnen und Autoren Geschichten schreiben, die genau das hinterfragen.“

Seraph 2026: Romane, die Chancen auf die Auszeichnung hatten

Erfahre mehr über ausgewählte Romane, die dieses Jahr für den Seraph nominiert waren.

Bestes Buch

Nominiert für einen Seraph in der Kategorie "Bestes Buch" war in diesem Jahr unter anderem Julia Dippels Urban-Fantasy-Roman Velvet Falls, but the Gods forgot to die.

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Nachdem die Sterne vom Himmel gefallen sind, kehrt Magie in die moderne Welt zurück. In dieser neuen, von nicht unfehlbaren – und nicht unsterblichen – Göttern beherrschten Gesellschaft bedroht ein magisches Virus das fragile Gleichgewicht zwischen Menschen, Dämonen und Hexen. In dieser Welt, in der Macht immer einen Preis hat, muss sich Velvet, Dämonenreiterin wider Willen, behaupten.

Die Sonnenfeuer-Ballade“-Autorin Dippel verbindet im ersten Teil ihrer 2025 neu gestarteten „Velvet“-Dilogie atmosphärisches Worldbuilding mit starker Figurenzeichnung. Düster, romantisch und mit einem Ende, das Lust auf den nächsten Teil macht, hatte Velvet Falls, but the Gods forgot to die gute Chancen auf eine Auszeichnung mit dem Seraph. Wenn du Forced Proximity- und Second Chance-Romances genauso wie Fantasy liebst, kommst du hier auf deine Kosten.

Ebenfalls nominiert in der Kategorie "Bestes Buch" war Akram El-Bahay mit Ein Weg aus Tinte und Magie. Der Roman ist der erste Band der Dilogie „Die Buchreisenden“ und spielt in einer Welt, in der man Geschichten nicht nur lesen, sondern in sie eintauchen kann – und zwar wortwörtlich.

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Im Mittelpunkt steht Adam, der für die Londoner Buchhandlung Libronautic Inc. arbeitet, ein exklusiver Anbieter magischer Buchreisen. Eigentlich möchte Adam endlich beweisen, dass er selbstständig Reisende durch die Buchwelten führen kann. Doch als Gäste vom vorgesehenen Handlungsstrang abweichen und plötzlich Türen auftauchen, die in keinem Roman vorgesehen sind, gerät Adams bisheriges Weltbild ins Wanken. Nach und nach kommen dunkle Geheimnisse rund um die Libronauten ans Licht, darunter auch die Erkenntnis, dass diese Buchreisen ihren Preis fordern. Und zwar nicht nur von zahlenden Kundinnen und Kunden.

Ein Weg aus Tinte und Magie ist rätselhaft und wendungsreich. Neben einer Geschichte über Macht und die Frage, wem man trauen kann, ist El-Bahay ein durchdachter Fantasy-Roman über das Reisen mit und in Büchern geschaffen.

Auf einen Blick: Alle Nominierten in der Kategorie "Bestes Buch"

Bestes Debüt

Forsaken – Der letzte Schwur von Christian Hübner, gelesen von Vincent Fallow, hatte Chancen auf einen Seraph in der Kategorie Bestes Debüt. In dem Fantasy-Roman geht es um Croa, einen meisterhaften Schwertkämpfer, der seit seiner Kindheit dem Königshof von Herzland dient. Als Leibwächter von Prinzessin Kisune scheint seine Zukunft gesichert – bis seine Gefühle für sie auffallen. Es folgt die Verbannung vom Hof.

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In der Fremde zieht Croa umher, jagt Dämonen und versucht, mit Schuld und Verlust zu leben. Doch als Herzland in Gefahr gerät, kehrt er trotz der Verbannung zurück. Und findet ein Reich vor, das am Abgrund steht.

Forsaken – Der letzte Schwur verbindet actionreiche Kampfszenen mit Magie und einer Prise Humor, etwa dank Croas ungewöhnlichem Begleiter, der seine Gestalt zwischen Mensch und Einhorn wechseln kann. Ein Debüt über Liebe, Loyalität und die Frage, wie viel ein Schwur wirklich wert ist.

Auf einen Blick: Alle Nominierten in der Kategorie "Bestes Debüt"

Bestes Jugendbuch

Immerland – Die Stadt der Ewigkeit von Flix war 2026 für einen Seraph in der Kategorie "Bestes Jugendbuch" nominiert. Die Story: Mika, zwölf und fünf Sechstel Jahre alt, verbringt seine Sommerferien widerwillig bei seiner Oma auf dem Land – ohne Internet, ohne Games, ohne Ablenkung.

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Als seine Oma plötzlich zusammenbricht, setzt sich Mika in einer Nacht-und-Nebel-Aktion selbst ans Steuer. Der Unfall, der folgt, katapultiert ihn nach „Immerland“. Eine Stadt, die zuerst einmal gar nicht so übel zu sein scheint. Mika, der sich sonst als Außenseiter sieht, wird hier plötzlich Teil eines Teams, entwickelt einen Roboter für eine Robolympiade und entdeckt, dass seine Gaming-Skills echte Stärken sind.

Aber warum warnt ihn eine fremde Frau, die behauptet, seine Oma zu sein, vor dieser Welt? Und warum fühlt sich dort alles mehr nach Prüfung als nach Geschenk an? Immerland ist rasantes Abenteuer und Coming-of-Age-Geschichte zugleich. Hier geht es unter anderem um Mut, Selbstvertrauen und die Frage, was Erwachsenwerden wirklich bedeutet.

Auf einen Blick: Alle Nominierten in der Kategorie "Bestes Jugendbuch"

Bester Independent-Titel

Glow in the Dark von L. U. Sanders hatte 2026 Chancen auf einen Seraph in der Kategorie "Bester Idependent"-Titel. Im Mittelpunkt steht die 19-jährige Charlotte, die vor einer arrangierten Hochzeit und besonders vor dem Zorn ihres mächtigen Vaters flieht. Und das in einer Welt, die hundert Jahre nach dem „Letzten Krieg“ zu einem rauen Ort geworden ist. Hier herrscht das Recht der Stärkeren, Technologie ist Vergangenheit – und die Droge „Glow in the Dark“ verwandelt Süchtige in lebende Tote.

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Kopfgeldjäger sind Charlotte auf den Fersen, ihre einzige Chance ist die Flucht ins Ungewisse. Parallel dazu übernimmt der Kleinkriminelle Hawk einen riskanten Auftrag: Er soll Menschen quer durchs Land schleusen – ein Job, der schnell zum Höllentrip wird. In Glow in the Dark trifft postapokalyptische Dystopie auf Roadtrip-Roman und Fantasy auf Romance. Cowboy-Vibes inklusive.

Auf einen Blick: Alle Nominierten in der Kategorie "Bester Independent"-Titel

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