Fast sechs Jahre haben deutsche Fans auf diesen Moment gewartet: Dungeon Crawler Carl ist endlich als deutsches Hörbuch bei Audible verfügbar. Die LitRPG-Serie von Matt Dinniman verbindet Rollenspiel-Mechanik mit Reality-TV-Wahnsinn. Carl, ein Küstenwachen-Veteran, muss nach der Zerstörung der Erde in einem sadistischen Dungeon Crawl überleben – live ausgestrahlt für Aliens im ganzen Universum.
An seiner Seite: Princess Donut, die sprechende Katze seiner Ex-Freundin, die durch einen verzauberten Keks zur magischen Anführerin wird. Im englischen Original begeistern die Abenteuer der beiden Hörbuch-Fans weltweit. Doch die Serie spaltet auch: Während manche den Humor und die kreativen Systemlücken feiern, kritisieren andere problematische Darstellungen und flache Comedy. Zum Start des deutschen Hörbuchs fragen wir, was dahintersteckt.
Was ist Dungeon Crawler Carl?
2020 startete US-Autor Matt Dinniman seine LitRPG-Serie Dungeon Crawler Carl. Was ein LitRPG ist, fragst du dich? Die Abkürzung steht für Literary Role Playing Game (Literarisches Rollenspiel). Das Genre verbindet Elemente von Rollenspielen – etwa das Verbessern von Fähigkeiten wie Stärke, Intelligenz oder Schaden – mit dem klassischen Leseerlebnis.
Das ist auch der Hauptunterschied zu Büchern über oder zu Rollenspielen wie Dungeons and Dragons (DnD). Diese erzählen meist nur eine Geschichte aus der Welt weiter, übernehmen aber nicht die Rollenspielmechanik.
In Dungeon Crawler Carl hat Dinniman klassische RPG-Elemente mit einer Reality-Show-Struktur kombiniert. Steigt der Titelheld in einem Level auf, erhält er eine festgelegte Anzahl von Attributspunkten, die er frei verteilen kann. Jeder Crawler startet dabei mit einer Liste von Fähigkeiten, die vorwiegend auf Level 1 bis 3 beginnen.
Spezielle berufsbezogene oder intensiv trainierte Fertigkeiten können bei 6 bis 8 Leveln starten – Carl beginnt beispielsweise mit Level 6 in „Grundlegende Elektroreparatur“ und Level 8 im Videospiel „Frogger“, aber nur Level 3 im „Atmen“. Durch aktive Nutzung steigern sich die Fähigkeiten.
Worum geht es in Dungeon Crawler Carl?
Aliens zerstören die Erde, um deren Ressourcen abzubauen, und nur wenige Millionen Menschen überleben. Die Überlebenden müssen den „World Dungeon“ betreten – einen Dungeon Crawl, der Elemente aus Pen-&-Paper-Rollenspielen und Videospielen kombiniert.
Einer der Überlebenden ist Carl. Er muss zusammen mit Princess Donut, der Katze seiner Ex-Freundin, in dieser Welt zurechtkommen. Sein Überlebenskampf wird als Reality-Gameshow namens „Dungeon Crawler World“ im gesamten zivilisierten Universum ausgestrahlt, wodurch die Bergbauoperationen finanziert werden.
Carl erhält beim Eintritt einen verzauberten Haustierkeks, den Donut frisst. Der Keks macht sie zur intelligenten, sprechenden und magisch begabten Katze, die zur Anführerin ihrer Gruppe wird.
Die Serie zeichnet sich durch ihre satirische Darstellung einer perversen Medienwelt aus, in der Sponsoren und Zuschauerzahlen über Leben und Tod entscheiden. Carl ist ein entschlossener Protagonist mit starken moralischen Werten. Er ist dafür bekannt, Systemlücken zu finden und auszunutzen. Seine Erfindungsgabe und Risikobereitschaft sowie Donuts Charisma und Showbusiness-Erfahrung machen das ungewöhnliche Team zu Fan-Favoriten.
Wofür wird Dungeon Crawler Carl kritisiert?
Im englischen Original gibt es bis jetzt sieben Dungeon Crawler Carl-Romane. Nicht alle, die sie gelesen oder gehört haben, sind von der LitRPG-Reihe begeistert. Manche kritisieren Dinnimans Serie für ihren flachen Humor. Er sei repetitiv und es fehle an Comedy-Substanz. „Der Humor ist fast ausschließlich auf Popkultur- und Videospiel-Referenzen begrenzt“, heißt es in einer Audible-Bewertung.
„Bis Buch 4 sind es 4 Sterne dann wird die Serie echt übel. Der Charakter, die KI und die Menschen werden plötzlich dumm pervers und selbstzerstörerisch“, kommentiert ein anderer Hörer. Auch die RPG-Elemente finden einige Lesende zu unkreativ. Während diese Kritikpunkte noch Geschmackssache sind, sind andere schon problematischer.
So kommentiert eine Hörerin: „Ableismus und Frauenfeindlichkeit sind nicht lustig.“ Auch auf Reddit wird das kritisiert. So beschreibt Dinniman laut eines Reddit-Nutzers eine Figur lediglich als „African Woman“, bei der der Protagonist Schwierigkeiten habe, ihr Geschlecht zu erkennen – während er bei Trollen kein solches Problem habe.
Warum sich Dungeon Crawler Carl trotzdem lohnt
Ja, Dungeon Crawler Carl hat seine Kritiker und einige Kritikpunkte sind absolut berechtigt. Doch sollte man der LitRPG-Reihe eine Chance geben. Die Serie besticht durch ihre fantasievolle Umsetzung – von grotesken Kreaturen wie Goblins auf Bulldozern und steroidgepumpten Echsenwesen bis zu den Pratchett-esken Beschreibungen durch die System-KI.
Anders als viele LitRPGs vermeidet die Serie das Problem übermächtiger Protagonisten. Carl bleibt verwundbar, und der Dungeon hat bereits zahlreiche Crawler dauerhaft getötet. Die permanente Todesdrohung durch Boss-Kämpfe, Fallen und Zeitlimits schafft authentische Spannung, die durch den humorvollen Ton nicht untergraben wird.
Ein Leser kommentiert die englische Ausgabe wie folgt: "Man muss sich darüber im Klaren sein, dass man hier ein Buch liest, was ein gewisses Grundverständnis für Videospiele und Humor voraussetzt. Das Buch nimmt sich selber nicht so ernst und viele der Witze und Anspielungen sind wirklich verdammt lustig. "
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