Stefanie Lorenz

Stefanie Lorenz

Kostenlose Leseprobe auf https://leseprobe.stefanielorenz.com/ Meine Eltern hatten sich mit viel Fleiß und Herzblut ein eigenes Schneideratelier aufgebaut. Schon bei meiner Geburt war klar, dass ich eines Tages in ihre Fußstapfen trete. Während meine beiden jüngeren Geschwister unbeschwert ihre Jugend genießen und das Studium anstreben konnten, das ihnen wirklich lag, ging ich meiner Mutter bereits mit elf Jahren zur Hand. Obwohl ich das Zeug zum Abitur gehabt hätte, entschieden meine Eltern, dass der Realschulabschluss ausreichend war, damit ich so früh wie möglich in das Geschäft einsteigen konnte. Ich absolvierte brav meine Lehre und besuchte anschließend die Meisterschule. Rückblickend muss ich sagen, dass mich nie jemand fragte, was ich eigentlich in meinem Leben möchte, aber ich legte keinerlei Widerspruch an den Tag und dachte höchstens einmal wehmütig danach, was hätte aus mir werden können, wenn meine Geschwister von ihrem Medizinstudium erzählten. Durch Fortbildungen und Verhandlungsgeschick hatte ich mir einen guten Ruf in der Branche erworben, den Betrieb ausgeweitet und es geschafft, für namhafte Labels die Musterkollektionen zu produzieren. Meinen damaligen Ehemann lernte ich auf einer Messe kennen. Er war sehr gutaussehend, ich fühlte mich geschmeichelt und dachte, dass wir sowohl beruflich als auch privat ein gutes Team abgeben würden. Meine Eltern begrüßten diese Verbindung erfreut, da so das Geschäft auf den nächsten Level gehoben werden konnte. Kinder haben wir keine bekommen, aber ich war ohnehin mit meiner Arbeit ausgefüllt, auch wenn mich in ruhigen Minuten manchmal eine unerklärliche Sehnsucht überfiel. Ich wünschte mir ein anderes Leben auch wenn ich gar nicht wusste, wie das aussehen sollte. Schließlich hatte ich nie Verantwortung für mein Glück übernommen und immer nur nach Plan der anderen agiert. So groß der Schock war, als mein Mann mich mit 35 für eine sehr junge und sehr blonde Messehostess verließ, sehe ich heute darin den Durchbruch zu meinem neuen Ich. Etwa zeitgleich lag meine geliebte Oma im Sterben und einer der letzten Ratschläge, die sie mir mitgab, war: “Du kannst deinem Leben nicht mehr Tage geben, aber jedem Tag mehr Leben.” Das war die Initialzündung. Nach der Beerdigung erklärte ich meinen Eltern, einmal Zeit für mich zu brauchen. Obwohl ich das erste Mal konkret einen Wunsch zum Ausdruck gebracht hatte, traf ich nicht auf Widerstand. Geld war kein Problem. Ich flog zunächst nach Marokko, streifte mit Beduinen durch den Hohen Atlas, bewunderte anschließend die Kulturschätze Ägyptens und lernte in der Türkei, mit den Derwischen zu tanzen. In Indien machte ich Station in einer Ayurveda-Klinik, reiste danach mit dem Rucksack durch Thailand und machte am Ende eine Stippvisite am Amazonas, wo ich auf einen Schamanen und Heiler traf. In der Trancearbeit und auf Reisen in die Anderswelt erkannte ich, dass meine Eltern ihren eigenen Lebenstraum auf mich übergestülpt hatten. Gleichzeitig lernte ich, dass mir ein Verharren im “Was wäre, wenn”-Kreislauf alles andere als guttut. Die Bestandsaufnahme meines Lebens auf dieser Reise war schmerzhaft, aber vor allem heilsam. Ich hatte herausgefunden, wer ich bin, was mir wichtig ist und welche Ziele ich in Zukunft anpacken würde. Zum ersten Mal war ich in der Lage, meinen Lebensträumen einen Namen zu geben. Nach meiner Rückkehr machte ich keinen kompletten Ausstieg aus dem Job, reduzierte jedoch meine Arbeitszeit um die Hälfte. Das gab mir den Freiraum, eine Heilpraktikerausbildung zu absolvieren und zahlreiche Seminare zu allen möglichen alternativen Therapieformen und Selbstheilungstechniken. Als ich so weit war, meine eigene Praxis zu eröffnen, suchte ich jemanden, der die Firma übernehmen konnte. Obwohl ich damit sozusagen den Lebenstraum meiner Eltern endgültig zerstört hatte, nahmen die meine Neuorientierung ohne weiteres hin. Ich bin immer wieder fasziniert davon, wie sich das Umfeld automatisch mit wandelt, wenn wir im Einklang mit unseren Wünschen agieren. Heute helfe ich Menschen mit viel Liebe und Leidenschaft. Meine Herzensangelegenheit ist es, Menschen ihre Lebensfreude zurückzugeben, indem alte Verletzungen endlich abgelegt und Frieden mit der Vergangenheit gemacht wird. Auf diesem Weg der Innenschau gelingt es, ein gesundes Selbstvertrauen und vor allem Selbstliebe zu entwickeln und somit das Leben zu führen, das mit den ureigenen Wünschen tief in Resonanz geht. Der Weg dorthin ist für jeden unterschiedlich. Während die einen schon genau wissen, was sie wollen, aber nur noch die einzelnen Schritte planen müssen, ist es bei anderen notwendig, die Ziele erst einmal behutsam hervorzulocken. Der Start in ein glückliches, erfülltes Leben kann abrupt oder in Etappen passieren. Wie lange der Weg sein wird, ist individuell unterschiedlich – Meine Bücher helfen dabei, die ersten Schritte auf der Reise zu gehen.

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