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MAULBERG

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MAULBERG

Von: Thomas Nicolai
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Ein Dorf in Nordsachsen spielt noch einmal DDR, für einen Monat und mit allen Risiken und Nebenwirkungen. Eine satirische Farce gegen unkritische Ostalgie, wie sie aktueller kaum sein könnte.

Deutschland im Jahr 2016. Das Dortmunder Ehepaar Beate und Peter Sendler, beide Mitte fünfzig (sie: frustrierte Erzieherin, er: erfolgloser Dokumentarfilmer), zieht ins sächsische Dorf Maulberg und erlebt dort nicht nur eine friedliche Idylle des Miteinanders, sondern auch die Sehnsucht vieler Bewohner nach der "guten alten" DDR. Dass ausgerechnet der Zugezogene die Idee hat, ist für die Maulberger schwer zu akzeptieren, doch der Gedanke ist zu verlockend: Zum 400-jährigen Dorfjubiläum beschließt der Ort ein Experiment: vier Wochen lang zurück in die DDR – mit allem Drum und Dran: altem TV-Programm, Ostprodukten im Supermarkt, der natürlich wieder "Kaufhalle" heißt, mit Pioniertüchern und Republikgeburtstag. Doch das Experiment läuft aus dem Ruder, denn die Maulberger in ihrem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf …

©2025 Satyr Verlag (P)2025 Lauscherlounge
Literatur & Belletristik
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Alle Sterne
Am relevantesten
Am Anfang war es spannend und interessant aber ab Kapitel 7 einfach linke Propaganda und einfach nicht mehr zum zuhören.

Hab mich so darauf gefreut

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Ein Experiment welches zeigt, was eine Ideologie langfristig mit Menschen machen könnte....mit Satire und ohne Menschen zu diskreditieren, beschreibt Thomas Nicolai die Befindlichkeiten von Menschen, die unter dem Verlust ihrer Identität leiden, sich als Bürger zweiter Klasse empfinden. Da ich selbst aus der ehemaligen DDR stamme kann ich nur sagen: realer kann Satire nicht sein! Das Buch ist sehr unterhaltsam, brilliant gelesen und nie langweilig. Die Geschichte ist aus meiner Sicht auf den Punkt gebracht und ich habe die Szenen bildlich vor mir gesehen! Wenn daraus nicht einmal ein Film wird ! Der Stoff wäre es allemal!

Realsatire! Der Stoff für eine Komödie!

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Gute kritische Geschichte.
Man kann sich vieles vorstellen,wenn man in der DDR aufgewachsen ist und den heutigen gesellschaftlichen Veränderungen der letzten 25 Jahre in Deutschland.
Nachdenklich mit hervorragender Sprecherstimme!So doppeltes Lob an Autor und ans Vorlesen!

Interessante Perspektiven

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Am Anfang dachte ich ja, das wird jetzt doch etwas zu klamaukig und ich hatte das Gefühl, dass hier auf Kosten der „dummen Ossis“ Lacher erzielt werden sollen. Aber nein - es ist eine sehr lustig erzählte Geschichte, die einen tiefsinnigen und ernsthaften Kern hat, der immer wieder deutlich hervorblitzt und in mir phasenweise echte Beklemmung auslöste.
Der Sprecher wechselt ganz wunderbar vom Hochdeutsch zu dem von Person zu Person unterschiedlich stark ausgeprägten sächsischen Dialekt, wobei das in meinen (Wessi-)Ohren teilweise doch etwas überzogen klingt - daher nur vier Sterne.
Aber vielleicht ist das ja tatsächlich realistisch gesprochen - dann entschuldige ich mich für meinen Punktabzug und vergebe fünf Sterne.


Sehr unterhaltsam und dennoch tiefsinnig

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Mit "Maulberg" liefert Thomas Nicolai tiefe Einblicke in die (ost)deutsche Seele und gleichzeitig ein Paradestück zu den allgemeindeutschen Befindlichkeiten ab, wovon ich gar nicht wußte, dass ich diese Sicht auf uns bereits lange vermißt hatte.

Die einzelnen Protagonisten wurden akribisch herausgearbeitet, entwickelten durch die hervorragende Interpretation des Sprechers ein Eigenleben und deckten bei mir das komplette Spektrum von "an solche Leute kann ich mich noch genau erinnern" bis zu "da habe ich seit 1989 wohl etwas den Anschluss verloren" ab.

Einerseits schreibe ich das der brillanten Idee des Plots zu, der es meiner Ansicht nach auch jenen, die das nicht selbst miterleben "durften", die Chance eröffnet, endlich mal einen unverfälschten Blick auf die Menschen in den "wiedervereinigten" Gebieten zu bekommen.
Und andererseits lässt die Erzählung dem Hörer (oder Leser, was aber mangels Sprecherstimme bestimmt nur halb so gut wirkt) den Raum für eigene Erkenntnisse und ermöglicht damit ein wirkliches Verstehen.

Genau so muss die Aufarbeitung der deutsch-deutschen Geschichte ablaufen, wenn wir in diesem Land bezüglich sozialer Gerechtigkeit, einem guten Gemeingefühl oder einfach einem fairen Umgang miteinander - jenseits der unsozialen Netzwerke - noch irgendetwas erreichen und ohne Angst in die Zukunft blicken wollen.

Vielleicht kann man ja der titelgebenden Parole von Erich Honecker zum 40. Jahrestag der DDR am Ende doch noch etwas gutes abgewinnen?
Zumindest, wenn man es versteht, die Vergangenheit ehrlich aufzuarbeiten, seine Mitmenschen mindestens so gut zu behandeln, wie man selbst behandelt werden möchte, die Meinung anderer zu tolerieren und überDENKEN, ohne sie bei Bedarf kritiklos hin- oder gar zu übernehmen und am Ende mit neuem Elan gemeinsam mit allen die Zukunft zu gestalten.

Denn schliesslich haben wir nichts zu verlieren als unsere Ketten (die wir uns mittlerweile brav selbst auferlegen) und eine Welt zu gewinnen … um hier mal ganz frei einen alten Polit-Ökonomen zu zitieren.

Ich freue mich schon auf das nächste Buch von Thomas Nicolai.

Vorwärts immer, rückwärts nimmer - positiv gedacht

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