• UGHW: Flecktarn
    Feb 18 2026
    1 Std. und 36 Min.
  • UGHW: Wild-Life-Balance
    Feb 12 2026
    Koala zu sein kann anstrengend sein. Hauptberuflich „sooooo süß“, nebenbei 20 Stunden täglich Eukalyptus kauen – nährstoffarm, giftig, aber konkurrenzfrei. Eine Art vegetarisches Stammessen der Evolution. Da Koalas außerdem viel schlafen, bleibt nur der Biss ins Blatt. Kann man machen, ist aber eine Nische. Wegen der wenigen Nährstoffe muss man viel essen. Wie beim Aperol: Eine Orangenscheibe macht noch keinen Vitaminhaushalt. Für die Verdauung des Krauts haben Koalas einen langen Blinddarm und ein Entgiftungsenzym. Ein USP, sagen die einen. Eine Sackgasse, die anderen. Immerhin missionieren sie nicht. Sie fressen. Rund um die Uhr. Ähnlich Pandas: anderes Land, anderes Kraut, gleiches Prinzip. Zehn bis zwanzig Kilo Bambus täglich, 14 Stunden Kauen. Elefanten: 150 Kilo Pflanzen, 18 Stunden Arbeit. Löwen hingegen verschlafen den Tag. Sandvipern liegen herum und warten auf tölpelhafte Beute. Zack – weg. Der Rest ist Verdauung. Ein Muster: Überzeugungen kosten Zeit und Energie. Tiere entscheiden das nicht bewusst, ihnen fehlen Foodtrends und Flexitarismus. Vieles ist darwinistisch eingemendelt. Wir Menschen hingegen haben Wahlmöglichkeiten. Und doch gilt als Grundmaxime, dass die nächste Generation faul ist. Was früher auf der Parkbank gemault wurde, sitzt heute im Bundestag. Gitta Connemann wettert gegen „Lifestyle‑Teilzeit“, Christoph Ahlhaus kontert mit „Kompetenzvermutung“. Klingt wie Tic Tac Toe: „Ich find dich scheiße.“ Auch der Kanzler warnt vor der Vier‑Tage‑Woche. Als hätte man das nicht schon 1960 gehört. Dabei können wir unseren Lebensstil wählen – theoretisch. Praktisch haben viele Kinder, Eltern, Miete. Arbeitszeit und Produktivität steigen. Was die Statistik trübt, sind Menschen, die vor der Rente aufhören. Ihr gutes Recht. Aber sicher nicht Gen Z. Die Lage wird gern in dunklen Farben gemalt. Rudi Völlers tieferer Tiefpunkt ist regierungsfähig geworden. Ralph Ruthe bringt’s auf den Punkt: „Alle bekloppt geworden. Das Wetter.“ Zeitgeist, aber nicht neu. Cicero klagte schon über Sittenverfall. Die Griechen strebten nach Eudaimonia, Cicero nach „Muße mit Würde“. Selbst Marx wollte morgens jagen, nachmittags fischen, abends kritisieren. Die Stechuhr ist eine Erfindung der Industrialisierung. Bei Chaplin in Modern Times wirkt „achtsamkeitsbasierte Resilienzstrategie“ eher fehl am Platz. Selbst Pandas hören auf, wenn sie genug Bambus haben. Die brauchen keine Time‑Tracking‑App. Apropos Muße: Das war anstrengend. Jetzt ein Happen – kein Eukalyptus. Und dann löwen wir unter den Baum. Gute Nacht, Frau Connemann. Gute Nacht, Herr Merz. Dies – und vieles mehr – in Folge 48 von Ungefährliches Halbwissen – The Last Missing Podcast.
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    1 Std. und 14 Min.
  • UGHW: Eigentlich Untragbar
    Jan 28 2026
    Die Idee der Schuluniform gilt in vielen Ländern als tragfähig. Sie hat ein paar handfeste Vorteile: Sie macht optisch gleich – und das ist nicht per se schlecht. Ein Label auf der Klamotte war immer Teil des Rankings. Wehe dem, dessen Erziehungsberechtigte nicht mithalten konnten. Das war bei Babyboomern, Gen X, Generation Golf und Gen Y so und wird bei Gen Alpha ff. nicht anders sein. Auch die Silent Generation kannte das – nur sprach kaum jemand darüber. Je nach Ausgestaltung erkennt man an Schulklamotten die Zugehörigkeit zu einer Lehranstalt. Das schafft Zusammenhalt, den manche Schulen nicht so leicht erzeugen. Harry-Potter-Fans wissen, was gemeint ist. Schuluniformen können bei biegsamen Kinderseelen durch Strickjacken, Hemden mit angestoßenen Kragen und Einheitskrawatten durchaus Corps-Geist erzeugen. Das Bedürfnis nach Gruppenzugehörigkeit und gleichzeitigem Untertauchen in der Masse passt gut zusammen. In den 70er- und 80er-Jahren waren Ted, Punk, Rocker, Mod oder Popper weniger Stilfragen als Entscheidungen, ob man seine Freunde behält. Die meisten wollten nicht auffallen, sondern in ihrer Peergroup durchkommen. Wie beim Schalke-Trikot: auf der Süd das Hemd des Teufels, rund ums Parkstadion völlig normal. Das Beispiel #sportwettensherriff zeigt das deutlich. Auch Erwachsene lieben es, in der Masse zu verschwinden. Uniformen beantworten intern schnell die Frage, wer wem was zu sagen hat. Modernes Flecktarn verlängert im Ernstfall sogar die Verbleibdauer in der Unternehmensgruppe – etwas, das die Rotröcke des Empires zu spät verstanden. Eine Marke hat es geschafft, wenn Legionen kaufen, sobald das neue Modell erscheint. Junge Mädchen im Dreiteiler aus Uggs, Leggings und Canada-Goose-Jacke waren einst überall. Heute landet die Saisonware in Lagos oder Mombasa. Ähnlich funktioniert der Grundausstatter griffaffiner Männer: Camp-David-Polos in Lachs und Himmelblau, mit Prints von Orten, die die Träger nie sehen werden. Es geht nicht um Schönheit, sondern ums Nichtauffallen – und ums Lebensgefühl von Weite und Abenteuer, wie man es sich in Hoppegarten vorstellt. Namen erfüllen ähnliche Bedürfnisse. In den 1980ern waren DDR-Kindernamen oft von Sportlern oder Fernsehhelden inspiriert. Wenn der Camp-David-Träger in Apolda Enrico heißt, überrascht das niemanden. Kindernamen spiegeln Wünsche der Erzeugergemeinschaft wider. Was sagen Amalia, Emil und Emma? Egal. Spätestens wenn Leon-Samuel als Punk vor dem Lidl die Camp-David-Träger anschnorrt, wächst sich alles raus.
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    1 Std. und 32 Min.
  • UGHW: Abgefahren
    Jan 21 2026
    Menschen zu beleidigen ist keine Kunst – und selten sinnvoll. Oft ist es sogar strafbar. Wenn man, wie jüngst der Grünling Luis Bogba, Herrn Söder zwar nicht zur Bratwurst, aber immerhin zum „Hurensohn“ erklärt, ist das vor allem unklug. Bei Licht betrachtet richtet sich die Invektive gegen den angeblichen Broterwerb von Frau Söder senior. Nach allem, was man weiß, war Renate Söder jedoch Bankkauffrau. Entweder fehlte Bogba also Wissen – oder er ist noch etwas parteifarbig hinter den Ohren. Beleidigungen funktionieren wie Kunst: schlecht vorgetragen sind sie plump, virtuos vorgetragen zumindest unterhaltsam. Florett statt Keule. In der Politik, besonders im Bundestag, wird der Ton rauer. Die Wahlperiode 2021–2025 brachte 135 Ordnungsrufe hervor – historisch Platz zwei. Unangefochtener Rekordhalter bleibt Herbert Wehner mit 75 Rügen. Seine Spezialität: das Persönliche. Brandt „lauwarm badend“, Journalisten zu „Lüg“ umdeutend, Todenhöfer zum „Hodentöter“ machend. Perfide, weil es an etwas rührt, das man nicht ändern kann: den eigenen Namen. Ähnlich heikel ist die Herkunft. Wer aus Sachsen, Niederbayern oder Schwaben kommt, kennt das. Herkunftsbezogene Beleidigungen sind meist unangebracht, oft rassistisch. Wer aus Orten, Henstedt-Ulzburg oder Bottenhorn kommt, hat es leichter. Denn diese Flecken sind vollkommen unbekannt. Ganz anders bei Orten wie Edam, Eschede oder Nokia. Manche Namen tragen ein Schicksal, das größer ist als der Ort selbst. Schengen etwa: 5.212 Einwohner, aber ein Leben lang nur ein Thema. Apropos: Werbung an Autobahnen ist verboten – außer in Form der braunen „Touristischen Unterrichtungstafeln“. Verkehrszeichen 386.3, streng geregelt, aber horizonterweiternd. Ohne sie wüssten wir nichts vom Deutschen Erdölmuseum Wietze, der Pfefferkuchenstadt Pulsnitz oder dem Irrgarten Kleinwelka. Über 3.400 solcher Schilder gibt es. Laut Hochschule Harz nehmen 96 % der Autofahrenden sie wahr, jeder Sechste ist schon einmal spontan abgefahren. Effektives Regionalmarketing. Erfolgreicher ist nur Waterloo: 50.000 Tote – und alle singen ABBA. Dies – und vieles mehr – in Folge 46 von: Ungefährliches Halbwissen – The Last Missing Podcast.
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    1 Std. und 29 Min.
  • UGHW: Der einzigste perfekteste Podcast
    Jan 14 2026
    Ave Caesar, morituri te salutant. So sollen Gladiatoren den Kaiser begrüßt haben – fühlt sich passend an für die Tage vor Tief Elli, als Deutschland sich schon im Überlebenskampf sah. Eis, Schnee, Wind – Wahnsinn, zumindest laut Unwetterwarnungen und Sondersendungen. Historisch stimmt der Spruch natürlich nicht. Cassius Dio berichtet nur von einem Schaukampf 52 n. Chr., bei dem 20.000 Sträflinge Claudius mit „Ave imperator, morituri te salutant!“ begrüßten. Claudius antwortete trocken: „Aut non.“ Diese Gelassenheit hätten wir bei Elli gut gebrauchen können. Stattdessen Dauerpanik. Immerhin hat es Jack Wolfskin und Strauss Workwear an die Grenzen gebracht. Wir leben im Zeitalter des Superlativs: am höchsten, am schnellsten, am schlimmsten. Nachrichten wie aus der Raucherecke des Schulhofs – Macker-News, nix für die MINT-Nerds. Trump liefert das passende Vokabular: der klügste Präsident, der dümmste Vorgänger, der korrupteste davor. Alles „ever“. Und hierzulande? Die schlechteste Regierung aller Zeiten, die höchste Neuverschuldung ever – heißt jetzt Sondervermögen. BTW: Glückwunsch zum Unwort des Jahres. Aber irgendwas muss ja passieren. Nichts passiert geht nicht. Was sollen Bild, Miosga, Klammroth oder Riewa sagen, wenn mal Ruhe ist? Keine Sorge: Die Jahresuhr steht niemals still. Jeden Tag ein größtes, schlimmstes, atemberaubendes Ereignis. Deswegen sind wir ständig außer Atem. Die Übertreibung hat Tradition: Marktschreier, Wundertinkturen, Reklame – „Die Menschheit will betrogen werden.“ Heute: SAT.1-Bälle runter, dann wird gelogen. Problematisch wird’s, wenn ohne Bälle gelogen wird. Dazu Konkurrenzdruck, moderne Übertragungstechnik und eine Aufmerksamkeitsspanne wie die Geschlechtsreife einer Eintagsfliege. Infotainment hat uns weichgekocht: Jumbo Schreiner, XXL-Schnitzel, das 41-Meter-Sandwich von Gießen. Das brauchen wir täglich. Und am Wochenende Galileo Big Picture. So sind wir bestens vorbereitet auf Skandale nonstop und Jahrhundertsturm Elli. War rutschig da draußen. Bilder werden hochgeladen. Dies – und vieles mehr – in Folge 45 von: Ungefährliches Halbwissen – The Last Missing Podcast.
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    1 Std. und 25 Min.
  • UGHW: Grundformen der Angst
    Jan 7 2026
    Wenn die letzten aufgeweichten Böllerreste durchs Straßenbegleitgrün diffundieren, steht plötzlich Knut vor der Tür. Der Tag, an dem laut IKEA die Weihnachtszeit endet. Seit ein paar Jahren werfen Menschen hierzulande ihre Tannenbäume aus oberen Stockwerken, notfalls aus dafür angemieteten Wohnungen. Haben wir auf TikTok gesehen. Zum Glück wurde die Stille „zwischen den Jahren“ schon vorher mit sinnstiftenden Familienritualen gefüllt. Kaum ist the most wonderful time of the year vorbei, planen wir die schönsten Wochen des Jahres. Das Werbefernsehen hilft: Alles schreit „Hau endlich ab!“. Urlaubsreklame nonstop, dazwischen Ralf Schumacher, der Gebrauchtwagen kauft. Eine Wohltat. 1961 definierte Fritz Riemann in Grundformen der Angst vier Pole der Persönlichkeit. Christoph Thomann machte daraus später ein alltagstaugliches Modell: Distanz, Nähe, Dauer, Wechsel. Ein Koordinatenkreuz für unsere Psyche. Wer Nähe sucht, fürchtet Einsamkeit. Wer Wechsel braucht, hat Bindungsangst. So simpel sind wir gestrickt. Und im Urlaub zeigt sich das alles besonders schön: Wer jedes Jahr in die Vulkaneifel fährt, ist Dauer Nähe Typ. Wer über den Atlantik rudert, Wechsel Distanz Typ. Wer SPARnien frühbucht, tickt anders als jemand, der sein Airbnb erst auf der Anreise bucht. Wir Deutschen verreisen verschieden, aber eines eint uns: Wir lassen uns nicht verarschen. Wenn wir – die Reiseweltmeister – reisen, wollen wir auch so behandelt werden. Wehe, wenn nicht. Dann lernt die Welt das deutsche Reiseverkehrsrecht kennen. Urlaubsort Balearen, Gerichtsstand Düsseldorf. Die heilige Dreifaltigkeit: Mängelanzeige, Dokumentation, Fristen. Baulärm auf Kroatisch heißt građevinska buka, Buffet Frust auf Türkisch Buffet’te yeterince çeşit yoktu. Apropos: Weil Beschweren zum Urlaub gehört, lieben wir Achtung Abzocke. Peter Giesel jagt Rikscha Nepp und gefälschte Balaton Uhren – für uns! Erkenntnisgewinn null, Unterhaltung maximal. Und genau deshalb fahren wir immer wieder hin. Denn mit ADAC, Bild und Reiseverkehrsrecht bleibt die Urlaubsfreude dauerhaft verlängert. Und mit Knut fängt alles an. Dies – und vieles mehr – in Folge 4 von: Ungefährliches Halbwissen – The Last Missing Podcast.
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    1 Std. und 13 Min.
  • UGHW: Wir striken!
    Dec 17 2025
    „Ein Jahr ist schnell vorüber.“ Da wird ein weises Wort gelassen ausgesprochen. Und es ist ja auch wahr. Sonst hätte es die Münchener Freiheit nicht gesungen. In 45 Folgen haben wir 2025 alles rausgelassen, was uns durch die Köpfe ging. Das war bisher ein wirklich großer Spaß. Wir verabschieden uns in einen kleinen Weihnachtsurlaub. Für dieses Jahr ist alles gesagt. Daher lassen wir andere sprechen. Eventuell nicht über uns, aber wer will da kleinlich sein. Wir hören uns auf der anderen Seite! Neues Jahr, neues Glück. „Wer alles gibt, hat nichts zu bereuen.“ – Philipp Lahm „Wir spielen immer am besten, wenn der Gegner nicht da ist.“ – Otto Rehhagel „Das kann doch wirklich nicht mein Ernst sein.“ – Werner Lorant „Es gibt nur eine Möglichkeit: Vollgas.“ – Jürgen Klinsmann „Wir haben uns vorgenommen, uns nichts vorzunehmen.“ – Lothar Matthäus „Ich habe noch nie jemanden erlebt, der so links war wie er – obwohl er rechts spielt.“ – Berti Vogts „Wir dürfen nicht den Sand ins Getriebe werfen.“ – Karl-Heinz Körbel „Ich weiß, dass ich bald weg bin. Aber noch bin ich nicht weg.“ – Mario Basler „Lebbe geht wieder.“ – Dragoslav Stepanović „Da lach ich mir doch den Arsch ab!“ – Thomas Doll „Ich sage nur ein Wort: Vielen Dank!“ – Horst Hrubesch
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    1 Std. und 9 Min.
  • UGHW: Filmfest
    Dec 10 2025
    Auch unser Leben bekommt mit Traditionen, Bräuchen und Riten eine Struktur, die wenig aneckt und millionenfach ausprobiert wurde. Wir Deutschen haben, wie jedes andere Volk, unsere eigenen Traditionen ausgebildet. So wird kaum jemand die Reihenfolge Taufe, Konfi, Abiball, Hochzeit, Leichenschmaus durcheinanderbringen. Ob es nun praktiziert wird oder nicht. Wir können es einordnen und darauf rausgeben. Wenn wir wissen, wo es langgeht und alle gehen mit, ist eine Menge geschafft. Kein Fest hat so viele Riten wie Weihnachten. Das Fest der Traditionen. Da gehen wir weit über unsere Schmerzgrenzen. Stichwort: Würstchen mit Kartoffelsalat. „Aber Papa, ich bin Veganer.“ „Nicht heute, Kind. Nicht an Weihnachten!“ Natürlich ist bei Weihnachten inzwischen nicht mehr jeder bibelfest. Fest der Liebe. Ja, ok. Aber warum nun ganz genau ihr Kinderlein in der stillen Nacht, heiligen Nacht zum Oh Tannenbaum oder zur Krippe in Bethlehems Stall kommen sollten, ist nicht mehr ganz klar. Eventuell ist ein Ros entsprungen. Egal. Hauptsache Driving home for Christmas. Yeah! Irgendjemand muss Oma holen. Ich nicht, ich war last Christmas dran. Was aber tun, wenn die organisierte Religion als Eventplaner, als Taktgeber ausfällt? Wer weiß schon noch, dass Christmette recht wenig mit Hackfleisch zu tun hat. Und was, wenn sich im Adventskalender nur 24 köstliche Bierspezialitäten aus aller Welt verstecken? Wer gibt Weihnachten den Sinn, die Struktur? Wie so oft: Das gute alte Fernsehen! Puh. Glück gehabt. Linear und – wir sind bei den Eltern – analog. Eventuell sogar terrestrisch. Zumindest bis wir den Router eingerichtet haben. Wir haben eine große Zahl von Weihnachtsfilmen, die seitens der Rezipienten immer noch ein wenig in Ost und West unterteilt sind. In den frischen Bundesländern ist Aschenbrödel der tradierte Festgottesdienst. Aschenbrödel ist, wenn Tschechen in den 1970ern – als die DDR noch einwandfrei war – im sächsischen Moritzburg Märchenfilme drehen. Und so sieht es dann auch aus. Aber wenn man viele Jahre im Dresdner Stollen verbracht hat, mag man das. Und im Westen? Sissi. Aber da ist jedes Wort zuviel. Keine Sorge, wir haben ja noch ein paar mehr Filme zur Auswahl: Tatsächlich… Liebe, der Grinch, Die Geister, die ich rief, Eine schöne Bescherung, Das Wunder von Manhattan undsoweiterundsoweiter. Das Grundrauschen der klassischen Weihnachtsfilme funkt eigentlich immer auf der gleichen Frequenz: Kaltherzige, egoistische Menschen erfahren rund um das Fest der Liebe unter Zuhilfenahme von reichlich Glöckchenmusik, was Familie, Freundschaft und Zusammenhalt bedeuten. Alle zusammen, alle glücklich. Beim Happy End wird abgeblendet. Das ist wirklich schön! Klingt aber auch ein wenig nach Sozialismus. Apropos Weihnachtsfilme: Wir überwinden ja gerade das postheroische Zeitalter. Daher braucht es Weihnachtsfilme, die andere Werte in den Vordergrund stellen. Grundidee: Weihnachten als individuelle Herausforderung, als Kampf des Einzelnen gegen finstere Mächte. Und Gewalt als Lösung. Klar, es sterben rechts und links ein paar Teilnehmer, aber am Ende steht der Held strahlend unterm Weihnachtsbaum. Versprochen ist versprochen lassen wir in dem Zusammenhang da mal als konsumkritische Komödie durchgehen. Aber bei Tödliche Weihnachten hört der Spaß auf. Und bei Stirb langsam hat er nie angefangen, Schweinebacke. Das sind natürlich keine Filme für die ganze Familie. Also braucht es eine kindgerechte Erzählweise. Und schon ist Kevin allein zu Haus. Die Parallelen zu Stirb langsam sind wirklich verblüffend. Tausche Plastiksprengstoff gegen die Farbeimerschaukel. Uzi gegen Murmeln. Aber sonst? Der Held stemmt sich gegen Schicksal und Schurken. Wenn alles und alle erledigt sind, darf auch die nichtsnutzige Verwandtschaft noch kurz ins Bild. Oh Gott, wir sind filmreif. Frohes Fest! Dies – und vieles mehr – in der 42. Folge von: Ungefährliches Halbwissen – The Last Missing Podcast
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    1 Std. und 7 Min.