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UGHW: Age of Empires

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Über diesen Titel

Den zweiten Teil des Ferienprogramms verbringen wir im ehemaligen Empire. Nicht das von Star Wars, sondern dem British Empire. Zum Glück ist da die Auswahl der Reiseziele recht groß. Denn tatsächlich hatten die Engländer lediglich mit 22 Ländern dieser Erde KEINEN Krieg. Brexit und die Berichterstattung der englischen Boulevardpresse zu Welt- und Europameisterschaften sind da noch nicht eingerechnet. Die größte Ausdehnung hatte das britische Reich unter Königin Victoria. Eine gebürtige Prinzessin von Sachsen-Coburg-Saalfeld, die mit ihrem Mann Albert aus dem Haus Sachsen-Coburg und Gotha am liebsten Deutsch sprach. Wahrscheinlich haben sie leicht gesächselt. Was für eine schöne Vorstellung! Die Idee des British Empire war der weltweite Handel. Also eine weltweite Hanse, nur ohne Partnerschaft und mit modernerer Technik. In dem Fall Repetiergewehr und Kriegsschiffe. Seit dieser Zeit ist der Fünf-Uhr-Tee eine gute englische Tradition. Blöd nur, dass auf den Inseln in der kalten Nordsee kein Tee wächst. Die Engländer haben es versucht. Mehrfach. Was will man da machen? Nun ja, man könnte eine Firma gründen, deren Geschäftsmodell gut in die Zeit passt. Gesagt, getan. Die East India Company war ein echtes Kolonialwarengeschäft. Im Angebot vor allem Gewürze, Textilien, Opium, eigene Gesetze und recht robustes Personal. Gut, aber immer noch kein Tee für England. Den gab es in China. Doch die Chinesen zeigten wenig Interesse an den meisten britischen Handelswaren, und Europäer waren nicht wirklich willkommen. Vielleicht lag es daran, dass die Chinesen nicht wie der Rest Asiens oder Afrikas als Kolonie enden wollten. Irgendwie verständlich, aber aus englischer Sicht doof. Nur am bengalischen Opium als Handelsware waren Teile der Gesellschaft interessiert. Rauschgift findet ja eigentlich niemand gut. Außer dem Dealer selbstverständlich. In dem Fall die Briten. To make a long story short: England bekam den heiß ersehnten Tee und Shanghai und Hongkong obendrauf. Die Chinesen im Gegenzug viele Millionen Drogenabhängige. Kanonenbootpolitik nennt man diese Nische des Groß- und Außenhandels. That’s dealmaking, Mr. Trump! 1876 wurde Königin Victoria zur Kaiserin von Indien gekrönt. Man erzählte sich, dass damit ein lang gehegter Wunsch der Inder in Erfüllung ging. Allerdings erzählten sich das nur Briten. Selbstverständlich war die Kaiserin nie vor Ort. Zu weit, zu heiß, zu viele Menschen und kein Termin frei. Wer kennt das nicht. Tatsächlich schaute von allen indischen Kaisern englischer Zunge nur König Georg V. mal vorbei.. Ihm zu Ehren wurde am Hafen das Gateway of India errichtet. Man muss sich das als eine Art Porta Nigra in groß, neu, heile und hässlich vorstellen. Aber ähnlich dem sozialen Wohnungsbau der 1970er Jahre hat man sich im Laufe der Jahre an den Anblick gewöhnt. Wie König Georg das Bauwerk fand, wissen wir nicht. Denn leider weilte der Grundgute bei der Einweihung schon seit fünf Jahren wieder bei seiner Teegesellschaft im beschaulichen London. Aber die dankbaren Inder wollten dieses Monument fremder Macht trotz Abwesenheit des Regenten unbedingt zu Ende bauen. Muss man respektieren. Bis heute ist das Gateway praktisch das einzige Wahrzeichen der 25-Millionen-Metropole. Apropos Wahrzeichen. Sir Thomas Raffles gründete für die East India Company bzw. das Empire einen Handelsposten namens Singapur. Allerdings hinterließ der umtriebige Engländer außer der Statue einer biologisch zweifelhaften Löwen-Fisch-Kombination der Stadt kein Wahrzeichen. Und irgendeine Freiheitsstatue, Eiffelturm oder Elbphilharmonie brauchen die örtlichen T-Shirt-Händler. Also wurde 2010 Marina Bay Sands eröffnet. Das ikonische Hotel mit dem „Schiff“ auf dem Dach prägt die Skyline. Es beherbergt neben dem Hotel, eine Mall, ein Casino und – als Highlight – einen Infinity-Pool. Features, die dem Gateway of India sicherlich auch guttun würden. Dies – und vieles mehr – in der 27. Folge von: Ungefährliches Halbwissen – The Last Missing Podcast.
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