Ungefährliches Halbwissen – The Last Missing Podcast Titelbild

Ungefährliches Halbwissen – The Last Missing Podcast

Ungefährliches Halbwissen – The Last Missing Podcast

Von: Paul & Hinrich
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Über diesen Titel

Ungefährliches Halbwissen – The Last Missing Podcast Ungefährliches Halbwissen ist der Laberpodcast de luxe, bei dem Abschweifen zur Königsdisziplin erhoben wird. Das Halbwissen der Hosts basiert auf einer Mischung aus Gedächtniskramen und flüchtigen Internetrecherchen – völlig ungefährlich, aber umso unterhaltsamer. Hier gibt es weder einen festen Themenkanon noch ein klares Ziel oder einen stringenten Ablaufplan. Paul und Hinrich, die beiden Hosts, sprechen über alles, was ihnen vor der eigenen Haustür, in Presse, Funk und Fernsehen oder auf Reisen begegnet. Dabei werfen sie sich gegenseitig regelmäßig Themen zu, stets in der bangen Hoffnung, dass das Gegenüber darauf anspringt. An guten Tagen ist das Hören von Ungefährliches Halbwissen wie das Belauschen eines unterhaltsamen, bisweilen anspruchsvollen, fast immer respektvollen und gelegentlich sogar informativen Gesprächs auf einer Party. Die beiden haben zwar versucht, das für sie heikle Thema Fußball zu meiden – scheitern daran aber mit schöner Regelmäßigkeit. Dieser „last missing podcast“ richtet sich an alle, die sich in irgendeiner Zielgruppe zugehörig fühlen. Sozialwissenschaften Welt
  • UGHW: Wild-Life-Balance
    1 Std. und 14 Min.
  • UGHW: Eigentlich Untragbar
    Jan 28 2026
    Die Idee der Schuluniform gilt in vielen Ländern als tragfähig. Sie hat ein paar handfeste Vorteile: Sie macht optisch gleich – und das ist nicht per se schlecht. Ein Label auf der Klamotte war immer Teil des Rankings. Wehe dem, dessen Erziehungsberechtigte nicht mithalten konnten. Das war bei Babyboomern, Gen X, Generation Golf und Gen Y so und wird bei Gen Alpha ff. nicht anders sein. Auch die Silent Generation kannte das – nur sprach kaum jemand darüber. Je nach Ausgestaltung erkennt man an Schulklamotten die Zugehörigkeit zu einer Lehranstalt. Das schafft Zusammenhalt, den manche Schulen nicht so leicht erzeugen. Harry-Potter-Fans wissen, was gemeint ist. Schuluniformen können bei biegsamen Kinderseelen durch Strickjacken, Hemden mit angestoßenen Kragen und Einheitskrawatten durchaus Corps-Geist erzeugen. Das Bedürfnis nach Gruppenzugehörigkeit und gleichzeitigem Untertauchen in der Masse passt gut zusammen. In den 70er- und 80er-Jahren waren Ted, Punk, Rocker, Mod oder Popper weniger Stilfragen als Entscheidungen, ob man seine Freunde behält. Die meisten wollten nicht auffallen, sondern in ihrer Peergroup durchkommen. Wie beim Schalke-Trikot: auf der Süd das Hemd des Teufels, rund ums Parkstadion völlig normal. Das Beispiel #sportwettensherriff zeigt das deutlich. Auch Erwachsene lieben es, in der Masse zu verschwinden. Uniformen beantworten intern schnell die Frage, wer wem was zu sagen hat. Modernes Flecktarn verlängert im Ernstfall sogar die Verbleibdauer in der Unternehmensgruppe – etwas, das die Rotröcke des Empires zu spät verstanden. Eine Marke hat es geschafft, wenn Legionen kaufen, sobald das neue Modell erscheint. Junge Mädchen im Dreiteiler aus Uggs, Leggings und Canada-Goose-Jacke waren einst überall. Heute landet die Saisonware in Lagos oder Mombasa. Ähnlich funktioniert der Grundausstatter griffaffiner Männer: Camp-David-Polos in Lachs und Himmelblau, mit Prints von Orten, die die Träger nie sehen werden. Es geht nicht um Schönheit, sondern ums Nichtauffallen – und ums Lebensgefühl von Weite und Abenteuer, wie man es sich in Hoppegarten vorstellt. Namen erfüllen ähnliche Bedürfnisse. In den 1980ern waren DDR-Kindernamen oft von Sportlern oder Fernsehhelden inspiriert. Wenn der Camp-David-Träger in Apolda Enrico heißt, überrascht das niemanden. Kindernamen spiegeln Wünsche der Erzeugergemeinschaft wider. Was sagen Amalia, Emil und Emma? Egal. Spätestens wenn Leon-Samuel als Punk vor dem Lidl die Camp-David-Träger anschnorrt, wächst sich alles raus.
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    1 Std. und 32 Min.
  • UGHW: Abgefahren
    Jan 21 2026
    Menschen zu beleidigen ist keine Kunst – und selten sinnvoll. Oft ist es sogar strafbar. Wenn man, wie jüngst der Grünling Luis Bogba, Herrn Söder zwar nicht zur Bratwurst, aber immerhin zum „Hurensohn“ erklärt, ist das vor allem unklug. Bei Licht betrachtet richtet sich die Invektive gegen den angeblichen Broterwerb von Frau Söder senior. Nach allem, was man weiß, war Renate Söder jedoch Bankkauffrau. Entweder fehlte Bogba also Wissen – oder er ist noch etwas parteifarbig hinter den Ohren. Beleidigungen funktionieren wie Kunst: schlecht vorgetragen sind sie plump, virtuos vorgetragen zumindest unterhaltsam. Florett statt Keule. In der Politik, besonders im Bundestag, wird der Ton rauer. Die Wahlperiode 2021–2025 brachte 135 Ordnungsrufe hervor – historisch Platz zwei. Unangefochtener Rekordhalter bleibt Herbert Wehner mit 75 Rügen. Seine Spezialität: das Persönliche. Brandt „lauwarm badend“, Journalisten zu „Lüg“ umdeutend, Todenhöfer zum „Hodentöter“ machend. Perfide, weil es an etwas rührt, das man nicht ändern kann: den eigenen Namen. Ähnlich heikel ist die Herkunft. Wer aus Sachsen, Niederbayern oder Schwaben kommt, kennt das. Herkunftsbezogene Beleidigungen sind meist unangebracht, oft rassistisch. Wer aus Orten, Henstedt-Ulzburg oder Bottenhorn kommt, hat es leichter. Denn diese Flecken sind vollkommen unbekannt. Ganz anders bei Orten wie Edam, Eschede oder Nokia. Manche Namen tragen ein Schicksal, das größer ist als der Ort selbst. Schengen etwa: 5.212 Einwohner, aber ein Leben lang nur ein Thema. Apropos: Werbung an Autobahnen ist verboten – außer in Form der braunen „Touristischen Unterrichtungstafeln“. Verkehrszeichen 386.3, streng geregelt, aber horizonterweiternd. Ohne sie wüssten wir nichts vom Deutschen Erdölmuseum Wietze, der Pfefferkuchenstadt Pulsnitz oder dem Irrgarten Kleinwelka. Über 3.400 solcher Schilder gibt es. Laut Hochschule Harz nehmen 96 % der Autofahrenden sie wahr, jeder Sechste ist schon einmal spontan abgefahren. Effektives Regionalmarketing. Erfolgreicher ist nur Waterloo: 50.000 Tote – und alle singen ABBA. Dies – und vieles mehr – in Folge 46 von: Ungefährliches Halbwissen – The Last Missing Podcast.
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    1 Std. und 29 Min.
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