Das Karussell im Kopf — warum ich im Bett schweige Es gibt Momente da ist Schweigen einfacher als ein einziger Satz. In dieser Episode geht es genau darum: warum wir im Bett schweigen statt zu sagen was wir wirklich wollen — oder eben nicht wollen. Ich erzähle von zwei Momenten in meinem eigenen Leben die mir gezeigt haben wie schnell dieses Karussell im Kopf sich dreht, schneller als jeder ehrliche Satz.
Keine Kommunikationsratgeber-Tipps. Zwei echte Szenen. Und die Frage warum uns niemand je beigebracht hat, wie man im intimsten Moment ehrlich ist.
Zusammenfassung und das Wichtigste auf einen Blick Ich erzähle von einer Nacht in der ich Schlaf vorgetäuscht habe — komplett, mit kontrollierter Atmung und allem drum und dran — nur um die vier Wörter „Ich will heute nicht" nicht sagen zu müssen. Und von den Malen wo ich Orgasmen vorgespielt habe, weil es einfacher war als zu erklären warum etwas nicht funktioniert.
Beides ist im Bett schweigen — nur auf verschiedene Arten. Und beides hat mich Jahre gekostet, bis ich verstanden habe warum ich das eigentlich getan habe.
- Das Karussell im Kopf — warum ich im Bett schweige dreht sich in Sekunden — schneller als jeder Satz den wir je sagen könnten. Genau das macht es so schwer, in dem Moment ehrlich zu sein.
- Schweigen fühlt sich wie eine Lösung an — nicht wie eine Lüge. In dem Moment scheint es der einfachste Weg zu sein, niemandem wehzutun.
- Es ist keine Konfliktvermeidung allein — es ist oft schlicht fehlende Sprache. Die Wörter sind da, aber niemand hat je gezeigt wie man sie ausspricht.
- Das ist keine Feigheit — es ist das Ergebnis davon, dass uns nie jemand eine andere Möglichkeit gezeigt hat. Weder in der Schule, noch von unseren Müttern, noch in Filmen.
- Übung hilft — nicht das große Gespräch auf einmal, sondern ein einzelner Satz, den man sich selbst laut vorspricht, bevor man ihn jemand anderem sagen muss.
Lust — na dann. Weil 5 Minuten nicht reichen.
Ich bin Silke.
Shownotes und Episodendetails Episode 003 — Das Karussell im Kopf — warum ich im Bett schweige
Laufzeit: ca. 13–16 Minuten
Ich habe einmal so getan als ob ich schlafe.
Nur um vier Wörter nicht sagen zu müssen.
Ich will heute nicht.
So einfach diese vier Wörter. Und trotzdem unmöglich, in dem Moment, in der Dunkelheit.
Was in dieser Episode passiert Ich erzähle von zwei Nächten.
In der ersten täusche ich Schlaf vor — mit kontrollierter Atmung, mit einem extra eingebauten Bein-Zucken, damit es überzeugender wirkt. Eine komplette Inszenierung, nur um ein Gespräch zu vermeiden.
In der zweiten spiele ich einen Orgasmus vor.
Nicht einmal. Öfter als ich zählen möchte.
Beides fühlte sich in dem Moment nicht wie Lüge an.
Es fühlte sich wie Lösung an.
Was ich dabei verstanden habe Ich habe lange gedacht es geht nur um Konfliktvermeidung. Aber es ist mehr als das.
Es ist fehlende Sprache.
Die Wörter waren da — ich kannte sie. Aber ich wusste nicht wie man sie ausspricht. In diesem Moment. Im Dunkeln. Zu diesem Menschen, den man liebt.
Das lernen wir nirgendwo.
Nicht in der Schule. Nicht von unseren Müttern. Nicht aus Filmen, wo immer alles wortlos funktioniert.
Was wir stattdessen lernen ist: im Bett funktioniert man.
Oder man spielt, dass man funktioniert.
Für wen diese Episode ist Für dich, wenn du auch schon mal so getan hast als ob.
Egal in welcher Form — Schlafen, Performen, Weggehen.
Für dich, wenn du weißt was du sagen willst — aber die Wörter im entscheidenden Moment einfach nicht kommen.
Eine kleine Übung aus dieser Folge Ich übe inzwischen den einen Satz laut zu sagen. Manchmal im Auto, an roten Ampeln. Nicht weil es albern klingt — sondern weil es Übung ist, für etwas das uns niemand beigebracht hat.
Ich will heute nicht.
Vier Wörter. Vielleicht probierst du sie auch mal. Ganz allein, für dich.
Wenn dich heute eine Aussage erwischt hat —
schick diese Folge einer Freundin. Ohne ein Wort dazu.
Sie wird wissen warum.
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Weil 5 Minuten nicht reichen.
Ich bin Silke.