• Meinen Körper kenne ich kaum — ehrlich gesagt
    Jul 7 2026
    Meinen Körper kenne ich kaum — Shownotes Den eigenen Körper kennenlernen klingt so selbstverständlich, dass man denkt, das passiert von allein. Aber was, wenn es das nie getan hat? In dieser Folge von "Lust — na dann…" spricht Silke darüber, warum sie ihren eigenen Körper kaum kennt. Nicht weil sie ihn nie gesehen hätte. Sondern weil er immer jemand anderem gehört hat. Ein Klettergerüst, ein Spiegel und kein Wort dafür Silke erzählt von einem Moment als Kind. Sie klammert sich an eine Eisenstange und spürt etwas Warmes, Wohliges. Aber niemand hat ihr gesagt, was das ist. Stattdessen erntet sie einen irritierten Blick von einer Freundin. Und lernt: darüber redet man nicht. Außerdem setzt sie sich mit acht vor den Spiegel und findet ihren eigenen Körper faszinierend — aber es fehlt die Sprache dafür. Deshalb verschwindet das Interesse. Nicht weil es weg ist. Sondern weil niemand gesagt hat, dass es in Ordnung ist. Statt den eigenen Körper zu erkunden, kommen andere Quellen. Pornos als Ersatz-Körperwissen. Bilder, die zeigen, wie Körper angeblich funktionieren. Allerdings haben diese Bilder nichts mit dem eigenen Empfinden zu tun. Trotzdem übernimmt Silke sie als Anleitung — weil sie nichts Besseres hat. Partner, Geburten und der Körper als Gebrauchsgegenstand Danach folgt eine Reihe von Beziehungen, in denen der Körper benutzt wird, ohne wirklich berührt zu werden. Vorspiel heißt: zweimal über die Schulter streicheln. Dann Sex. Silke denkt, sie sei halt zu kompliziert. Denn wenn du nichts anderes kennst, hältst du das Bekannte für normal. Mit der Geburt ihrer Tochter wird der Körper dann öffentlich. Immer mehr Menschen im Raum. Und irgendwann denkt Silke: Jetzt ist auch alles egal. Da ist nichts mehr intim dran. Außerdem schaut sie nach der Geburt ihres Sohnes in den Spiegel — und erkennt sich nicht wieder. Denn der Körper hat sich verändert. Und sie findet ihn nicht mehr schön. Den eigenen Körper kennenlernen — der erste Schritt Erst ein Partner, der Masseur ist, zeigt Silke, dass Berührung mehr sein kann als ein Weg zum Sex. Dass jemand sich die Zeit nimmt, ihren Körper anzufassen — mit Aufmerksamkeit, nicht mit Absicht. Und das verändert alles. Denn zum ersten Mal spürt Silke, wie sich ihr Körper anfühlt, wenn er mit Sorgfalt berührt wird. In der Erkenntnis beschreibt Silke ihre persönliche Körper-Landkarte: Beine, Bauch, Brüste, Arme. Jede Stelle fühlt sich anders an. Vor allem die Arme — dort spürt sie am deutlichsten, wie fremd sie sich selber geworden ist. Folgendes macht Silke in dieser Folge sichtbar: Wie der Körper Stück für Stück zur Sache anderer wird — beim Arzt, im Bett, bei der GeburtWarum fehlende Sprache genauso trennt wie fehlende BerührungDer Mechanismus: vom Kindheitsblick über Partner ohne Vorspiel bis zur Entfremdung nach der GeburtWarum du keine Lust haben kannst an einem Körper, den du nicht kennst Mehr Folgen und Geschichten findest du auf lustnadann.de/podcast. Shownotes und Episodendetails In Folge 010 erzählt Silke, warum sie ihren eigenen Körper kaum kennt. Nicht weil sie ihn nie gesehen hätte — sondern weil er immer für andere da war. Denn den eigenen Körper kennenlernen ist etwas, das ihr nie jemand erlaubt hat. Von Bildern lernen statt vom eigenen Körper Die Folge beginnt mit einem Klettergerüst und einem Gefühl, das Silke als Kind nicht benennen konnte. Danach folgt der Spiegel — Faszination ohne Sprache. Allerdings lernt Silke schnell, dass man über solche Dinge nicht redet. Deshalb verschwindet die Neugier. Stattdessen kommen Pornos als Ersatz. Bilder von außen, die erklären sollen, wie Körper funktionieren. Aber die zeigen nur, was man tun soll — nicht was man fühlen kann. Von da an gehört der Körper anderen. Ärzten bei Untersuchungen. Partnern beim Sex. Silke beschreibt, wie Vorspiel bei einem Partner zweimal über die Schulter streicheln hieß. Und wie sie irgendwann dachte: Vielleicht bin ich halt zu kompliziert. Weil niemand ihr gezeigt hatte, dass es auch anders geht. Wenn der Körper öffentlich wird Die Geburtsszene ist der Wendepunkt der Folge. Zunächst kommen immer mehr Menschen in den Raum. Dann bleibt die Tochter stecken. Schließlich denkt Silke: Jetzt ist auch alles egal. Da ist nichts mehr intim. Außerdem schaut sie nach der zweiten Geburt in den Spiegel und erkennt sich nicht wieder. Erst ein Partner, der Masseur ist, zeigt Silke zum ersten Mal, dass Berührung mehr als ein Mittel zum Zweck sein kann. Vielmehr zeigt er ihr, dass ihr Körper berührt werden darf — mit Aufmerksamkeit, nicht mit Eile. Für Silke ist das eine Offenbarung. Nicht weil es spektakulär war. Sondern weil sie bis dahin nicht wusste, dass so etwas existiert. Der Mechanismus — und warum er mit Lust zu tun hat In der Erkenntnis beschreibt Silke den Dreischlag der Körper-Entfremdung. Zunächst lernst du als Kind, dass dein Körpergefühl komisch ist. Dann kommen Partner, die deinen ...
    Mehr anzeigen Weniger anzeigen
    14 Min.
  • Einsamkeit unter Freundinnen — die Dosierung
    Jul 6 2026
    Einsamkeit unter Freundinnen — Shownotes Einsamkeit unter Freundinnen klingt wie ein Widerspruch. Denn du sitzt ja nicht allein. Du sitzt neben jemandem, den du seit Jahren kennst, dem du vertraust. Trotzdem sagst du nicht alles. In dieser Folge von "Lust — na dann…" spricht Silke über die Dosierung — das, was zwischen Lügen und Schweigen liegt. Und darüber, warum genau das einsam macht. Warum wir unseren besten Freundinnen nicht die Wahrheit sagen Silke erzählt von einem Partner, den sie vor ihrer besten Freundin Mia verteidigt hat. Aktiv, bewusst und mit System. Jede Sorge wegerklärt, jedes Stirnrunzeln abgeblockt. Denn wenn Mia keinen Grund mehr hat, sich Sorgen zu machen, muss Silke ihr auch nichts erklären. Also hat sie sich gerechtfertigt — nicht einmal, nicht zweimal, sondern bei jedem Treffen. Allerdings war die Beziehung irgendwann richtig schlecht. Es gab große Probleme, einen Urlaub der komplett zerstört wurde. Trotzdem hat Silke Mia nichts Echtes erzählt. Stattdessen immer nur die leichtere Version: "Ist gerade eine schwierige Phase." Genug Wahrheit, damit es sich nicht wie eine Lüge anfühlt. Aber wenig genug, dass keine Rückfrage kommt. Irgendwann wurde dieses Muster so normal, dass Silke es selbst nicht mehr bemerkt hat. Das Verrückte daran: Silke hatte nicht Angst vor ihrem Partner. Sondern vor Mia. Vor dem einen Satz, den ihre Freundin vielleicht sagen könnte: "Hab ich dir doch gesagt." Deshalb hat sie dosiert. Monatelang. Auch nach der Trennung. Weil die Frage danach noch schlimmer gewesen wäre: Warum hast du mir das nicht früher gesagt? Die Dosierung — Einsamkeit unter Freundinnen trotz Nähe Dosierung ist nicht Schweigen. Auch nicht Lügen. Vielmehr ist es das, was dazwischen liegt. Du sagst etwas — aber nicht alles. Du öffnest die Tür — aber nur einen Spalt. Gerade genug, damit die andere denkt, sie sieht rein. Was dahinter liegt, behältst du für dich. Und du wirst so gut darin, dass du es irgendwann nicht mal mehr merkst. Dabei baut sich etwas auf. Das Bedürfnis zu reden wird nicht weniger — es wird mehr. Je länger du dosierst, desto schwerer wird das Aussprechen. Weil es dann nicht mehr nur eine Sache ist. Sondern alles, was du in den letzten Monaten nicht gesagt hast. Außerdem verlierst du langfristig mehr als nur die Nähe zur Freundin. Du verlierst den Zugang zu dir selbst. Denn wer lange genug filtert was sie sagt, fängt irgendwann an zu filtern was sie denkt, fühlt und will. Genauer gesagt: Du hörst auf zu wollen, weil Wollen bedeuten würde, dass du es aussprechen müsstest. Zusammenfassung und das Wichtigste auf einen Blick Einsamkeit unter Freundinnen entsteht nicht, weil keiner da ist. Sondern weil jemand da ist — und du trotzdem schweigst. Folgendes macht Silke in dieser Folge sichtbar: Die Dosierung als Schutzmechanismus — und was sie langfristig kostetWarum die Angst vor Verurteilung bleibt, obwohl Verurteilung nie kommtWie sich das Bedürfnis zu reden aufstaut, je länger du dosierstDer Zusammenhang zwischen Freundschafts-Filter und Lust-Filter Mehr Folgen und Geschichten findest du auf lustnadann.de/podcast. Shownotes und Episodendetails In Folge 009 erzählt Silke, wie sie sich gerechtfertigt hat — ohne Ende, bei jedem Treffen mit ihrer besten Freundin. Vor allem vor Mia. Und warum diese Einsamkeit unter Freundinnen leiser ist als jede andere. Eine Beziehung verteidigen, die längst nicht mehr funktioniert Die Szene beginnt mit einem Urlaub, der komplett zerstört wurde. Danach sagt Silke zu Mia: War wirklich schön. Dabei hatte sie den echten Satz schon im Kopf. Wortwörtlich. Aber er kam nie raus. Denn zwischen dem Wissen und dem Aussprechen liegt die Dosierung — der Moment, in dem du dich für die leichtere Version entscheidest. Silke beschreibt, wie sie Mia nach und nach beigebracht hat, nicht mehr nachzufragen. Allerdings nicht, weil Mia ihr geglaubt hat. Sondern weil Silke so deutlich gezeigt hatte, dass sie nicht reden will, dass Mia es irgendwann respektiert hat. Deshalb hat Mia aufgehört zu fragen. Und Silke hat das damals für einen Erfolg gehalten. Auch nach der Trennung hat Silke dosiert. Sie hat Mia gesagt, dass es vorbei ist — aber nicht wie es wirklich war. Nicht die Nächte, nicht die Angst, nicht das halbe Jahr in dem sie allein entschieden hat. Nur: "Hat halt nicht mehr gepasst." Wieder eine Dosierung. Nur diesmal nicht um die Beziehung zu schützen, sondern um sich selbst zu schützen. Was die Dosierung auf Dauer kostet Zunächst filtert man nur, was man sagt. Dann filtert man, was man denkt. Schließlich filtert man sogar, was man fühlt und was man will. Genau das ist der Mechanismus, den Silke in dieser Folge sichtbar macht. Wer lange genug dosiert, verliert nicht nur die Nähe zur Freundin. Vielmehr verliert man den Zugang zu sich selbst. Außerdem stellt Silke fest: Vielleicht dosiert Mia genauso. Vielleicht sitzen da zwei Frauen nebeneinander, die sich vertrauen — und jede denkt für ...
    Mehr anzeigen Weniger anzeigen
    12 Min.
  • Ich bin kompliziert — oder doch nicht?
    Jul 5 2026
    Kompliziert im Bett — Shownotes Kompliziert. Das war das Wort, das alles erklären sollte. Im Alltag, im Gespräch, im Bett. In dieser Folge erzählt Silke, wie ein einziges Etikett jahrelang dafür gesorgt hat, dass sie sich für ihre eigenen Bedürfnisse entschuldigt hat — bevor überhaupt jemand danach gefragt hat. Und warum das Wort "kompliziert" weniger über sie aussagt als über die Regeln, nach denen sie gelebt hat. Wenn du dir seit der Kindheit sagst: ich bin zu viel — dann verändert das etwas. Nicht auf einen Schlag. Sondern Stück für Stück. Die Oma, die das Gesicht macht. Die Geschwister, die sagen, du durftest zu viel. Die Freunde, die irgendwann den Blick haben: ist jetzt mal gut. Irgendwann hörst du auf zu zählen, wie oft du diesen Satz gehört hast. Und fängst an, ihn dir selbst zu sagen. Auch im Bett. Zusammenfassung und das Wichtigste auf einen Blick Diese Episode verfolgt das Wort "kompliziert" von der Kindheit bis ins Schlafzimmer. Silke beschreibt, wie sie im Alltag irgendwann gelernt hat, sich nicht mehr für ihre Energie zu entschuldigen — aber im Bett das Etikett kleben blieb. Zusammen mit der Gewohnheit, sich vorher schon kleinzumachen. Die Folge dreht sich um den feinen Unterschied zwischen "zu viel sein" und "zu viel wollen". Und um die Frage, warum sich dieser zweite Satz so vernünftig anfühlt — und trotzdem nicht stimmt. Wer sich jemals gefragt hat, ob sie kompliziert im Bett ist, findet hier keine Antwort. Aber eine Frage, die sich lohnt. Das Kindheitsmuster: Zu schnell für die Oma, zu laut für die Geschwister, zu viel Energie für Freunde — und der Satz, der sich daraus formt: du bist zu viel. Silke beschreibt, wie sich das summiert. Nicht die einzelnen Sätze, sondern die Summe. Und wie man irgendwann aufhört zu zählen und anfängt, es zu glauben.Der Trigger — ausgebremst werden: Was passiert, wenn du voller Begeisterung über ein Thema redest und jemand sagt: ich kann dir gerade nicht folgen. Warum dieser Moment jedes Mal wehtut. Und warum er im Alltag mittlerweile anders endet als im Bett.Der Alltags-Deckel ab: Silke beschreibt den Punkt, an dem sie im Alltag aufgehört hat, sich für ihre Art zu entschuldigen. Schief parken, laut reden, zu viel Energie — ja, bin ich halt so. Fertig. Aber warum genau diese Sicherheit im Schlafzimmer nicht ankam.Kompliziert im Bett — der Deckel der blieb: Ihr Körper braucht mehr Reize, mehr Abwechslung, mehr Stellen. Was das Wort "aushalten" über die eigene Lust verrät. Und warum Silke sich jahrelang entschuldigt hat, bevor überhaupt etwas passiert ist — als Vorwarnung.Nicht zu viel sein, aber zu viel wollen: Der Satz, der sich wie Einsicht anfühlt — und in Wirklichkeit Selbstabwertung ist. Warum "ich will zu viel" so lange funktioniert hat. Und was passiert, wenn du aufhörst, deine Lust zur Störung zu erklären. Du hörst LUST — na dann… überall wo es Podcasts gibt. Wenn dich ein Satz in dieser Folge angesprochen hat — eine kurze Bewertung bei Apple Podcasts oder Spotify hilft den Frauen, die genau das gerade suchen und diesen Podcast noch nicht kennen. Shownotes und Episodendetails Episode 008 — Ich bin kompliziert — oder doch nicht? Silke beginnt bei ihrer Oma. Bei dem Gesicht, das sagt: Kind, langsamer. Nicht böse gemeint. Aber klar genug, um als Kind zu verstehen: ich bin zu viel. Ich muss weniger sein, damit die andere Person mitkommt. Und von da zieht sich das Muster durch ihr ganzes Leben. Die Geschwister, 14 bis 17 Jahre älter, fanden: sie durfte zu viel, war zu laut, bekam zu viel durchgelassen. Ob das stimmt — keine Ahnung. Aber der Satz blieb. Dann Freundinnen, Freunde, Bekannte. Immer wieder: ist jetzt mal gut. Du hast da ein bisschen viel Energie drin. Irgendwann summiert sich das. Es sind nicht die einzelnen Sätze. Es ist die Summe. Im Alltag hat Silke das irgendwann abgelegt. Wenn jemand heute sagt: du bist zu viel, sagt sie: ja, bin ich halt so. Sie ist auch diejenige, die schief parkt und sagt: ich bin eine Frau, ich darf schief parken. Im Alltag funktioniert das. Da hat sie aufgehört, sich zu entschuldigen. Aber im Bett war das anders. Weil im Bett Humor nicht reicht. Weil es da intim ist. Und weil "kompliziert" dort kein Etikett mehr war, das man lässig tragen konnte — sondern ein Urteil. Silke beschreibt offen, was ihr Körper braucht. Mehr Reize. Mehr Stellen. Mehr Abwechslung. Nicht als Sonderwunsch, nicht als Diva-Nummer. Einfach so. Manchmal simpel, manchmal alles auf einmal. Eine Welle, kein Schalter. Und die Männer in ihrem Leben fanden das anfangs toll — feuriges Häschen im Bett. Bis sie merkten: das ist nicht einmal so. Das ist immer so. Und dann konnten oder wollten sie es nicht mehr leisten. Die zentrale Erkenntnis: nicht die Männer haben gesagt, sie wäre zu viel. Sie hat sich das selbst gesagt. Den alten Satz aus der Kindheit. Nur nicht mehr "ich bin zu viel" — sondern "ich will zu viel". Ein feiner Unterschied. Und genau der hat ...
    Mehr anzeigen Weniger anzeigen
    13 Min.
  • Flämmchen der Lust
    Jul 4 2026
    Lust pflegen — warum ein Flämmchen reicht Lust pflegen — das klingt erstmal nach Arbeit. Nach einem Programm, das man durchziehen muss. Doch in Folge 007 von Lust — na dann… zeigt Silke, dass es um etwas viel Einfacheres geht: um einen kurzen Moment. Und um die Entscheidung, nicht darüber hinwegzulaufen. Silke erzählt von einem Abend, an dem sie unter der Dusche ein leises Flämmchen gespürt hat. Kein großes Feuer, kein dramatischer Moment. Eher ein Flüstern ihres Körpers: Ich bin noch da. Und anstatt wie sonst einzucremen, den Schlafanzug anzuziehen und Feierabend zu machen, hat sie das Handtuch fallen lassen. Und ist nackt zu ihrem Freund ins Wohnzimmer gegangen. Was früher verlässlich und planbar war, kommt heute überfallartig. Silkes Zyklus ist seit der Perimenopause unberechenbar geworden — und ihre Lust damit auch. Kein Kalender hilft mehr, kein Periodentracker kann vorhersagen, wann das nächste Flämmchen kommt. Es kommt, wenn es kommt. Kurz und leise. Und wenn man nicht schnell genug hinguckt, ist es wieder weg. Lust pflegen bedeutet in dieser Folge nicht, Sex zu optimieren oder an der Beziehung zu arbeiten. Es bedeutet: ein leises Signal des eigenen Körpers ernst nehmen, statt es im Alltag untergehen zu lassen. Wäsche, Küche, noch schnell die Mails — und das Flämmchen? Schade, weg. Silke kennt dieses Muster. Und sie erzählt von beiden Seiten: dem Abend, an dem sie hingeguckt hat, und dem, an dem sie es nicht getan hat. Die Überraschung, die Silke beschreibt: Die Lust kann heute intensiver sein als früher. Gerade weil sie nicht mehr selbstverständlich ist. Gerade weil sie nicht auf Knopfdruck kommt. Wer ein Flämmchen pflegt, erlebt Sex, der bewusster, voller und echter ist als das, was früher mit langem Aufbau und Planung kam. Zusammenfassung Silke erzählt von einem konkreten Abend, an dem sie unter der Dusche ein leises Flämmchen gespürt hat — und sich entschieden hat, darauf einzugehen. Die Folge zeigt: Lust ist nicht weg, nur weil sie nicht mehr planbar ist. Sie kommt überfallartig, kurz und leise. Wer sie pflegt, erlebt intensiveren Sex als früher. Wer drüber trampelt, wacht am nächsten Morgen auf und denkt: schade. Eine ehrliche Folge über Flämmchen, Sofaabende und die Frage, ob Hingucken reicht. Was du in dieser Folge erfährst Warum sich Lust in der Perimenopause grundlegend verändert — und warum das kein Defekt ist, sondern der Körper jetztWas Lust pflegen konkret bedeutet — am Beispiel eines Abends nach der DuscheDer Unterschied zwischen dem Abend, an dem Silke hingeguckt hat — und dem, an dem sie stattdessen eine Serie geschaut hatWarum Lust heute intensiver sein kann als früher, gerade weil sie nicht mehr selbstverständlich istWas es heißt, ein Flämmchen tagelang mit sich zu tragen — als Beweis, dass der eigene Körper das noch kannWas es heißt, ein Flämmchen tagelang mit sich zu tragen — als Beweis, dass der eigene Körper das noch kann Diese Folge ist kein Ratgeber. Es gibt keine fünf Schritte und keinen Fahrplan. Silke erzählt, was passiert ist. Was sie gefühlt hat. Und was sie daraus gelernt hat — auch wenn sie noch mittendrin steckt. Lust pflegen ist keine Methode. Es ist eine Haltung. Shownotes und Episodendetails Diese Folge ist die erste im Podcast, in der Lust nicht als Problem auftaucht. Nicht als etwas, das fehlt, blockiert oder nachlässt. Sondern als etwas, das wirklich da ist. Etwas, das Silke gespürt hat. Und das macht Folge 007 besonders. Während die bisherigen sechs Folgen Lust aus der Perspektive der Abwesenheit erzählt haben — warum sie nachlässt, was sie blockiert, worüber geschwiegen wird — dreht diese Folge die Richtung um. Hier ist Lust da. Nicht verlässlich, nicht planbar, nicht laut. Aber da. Zwei Abende, ein Unterschied Silke beschreibt zwei Abende. Der erste beginnt unter der Dusche. Warmes Wasser, Handtuch auf der Haut, ein Blick in den Spiegel. Sie spürt ein Flämmchen — und entscheidet sich, es nicht ausgehen zu lassen. Statt Eincremen und Schlafanzug lässt sie das Handtuch fallen, geht nackt ins Wohnzimmer zu ihrem Freund. Zufälligerweise direkt am Schrank vorbei, direkt neben ihm. So, eigentlich ganz zufällig. Der zweite Abend ist das Gegenstück. Sofa, Handy, müde. Das Flämmchen kommt — und Silke sagt: gleich. Am nächsten Tag ist es weg. Statt Nähe gab es eine Serie, die sie am Morgen schon vergessen hat. Das Flämmchen hätte sie sich gemerkt. Früher planbar, heute überfallartig Silke spricht offen darüber, dass ihr Zyklus seit der Perimenopause unberechenbar geworden ist. Früher konnte sie Lust fast im Kalender sehen — um den Eisprung herum, verlässlich, berechenbar. Das funktioniert nicht mehr. Der Körper hat seine eigene Zeitrechnung und teilt sie nicht mit. Die Lust kommt heute überfallartig. Wie ein Flämmchen, das plötzlich da ist und genauso plötzlich wieder verschwinden kann. Kein langsamer Aufbau, kein Hochfahren wie früher. Und dann stehen ...
    Mehr anzeigen Weniger anzeigen
    13 Min.
  • Warum die Verliebtheit nicht ewig hält — und was danach kommt
    Jul 3 2026
    Verliebtheit lässt nach — Shownotes Episode 006

    Das Knistern am Anfang. Dieser Moment wo alles neu ist, wo ein Blick reicht. Und dann wird es irgendwann ruhiger. Nicht schlecht, nicht kaputt — einfach ruhiger.

    In dieser Folge erzähle ich von einem Nachmittag mit meiner Schwester. Von einem Satz, den ich seitdem nicht vergessen habe. Und davon, warum die Verliebtheit irgendwann nachlässt — und was danach kommen kann.

    Zusammenfassung und das Wichtigste auf einen Blick

    Ich saß bei meiner Schwester, Kaffee, Wohnzimmer, und habe erzählt dass eine Beziehung ruhiger geworden war. Flacher. Weniger Knistern. Und sie hat mir etwas erklärt, das ich so noch nie gedacht hatte.

    • Die Verliebtheitsphase ist ein Zeitfenster — in dem Ehrlichkeit weniger kostet, weil der andere offen ist.
    • Das Muster ist immer gleich — Knistern, ruhiger, weniger. Nicht der Mann, nicht die Umstände. Das Muster.
    • Es fängt nicht an wenn die Verliebtheit aufhört — es fängt an wenn sie anfängt.
    • Lust und Rechnen passen nicht zusammen — wo man sich ständig managt, wächst keine Lust.
    • Was nach dem Knistern kommt kann gut sein — Lust die aus Kenntnis kommt, nicht aus Neuheit.

    Ich bin Silke.
    Na dann …

    Shownotes und Episodendetails

    Episode 006 — Warum die Verliebtheit nicht ewig hält — und was danach kommt

    Das Knistern am Anfang — ich liebe das.
    Und dann wird es ruhiger. Und man fragt sich: was jetzt?

    Was in dieser Episode passiert

    Ein Nachmittag bei meiner Schwester. Ich erzähle ihr dass eine Beziehung ruhiger geworden ist. Sie hört zu. Und dann sagt sie einen Satz, der alles verändert wie ich meine Beziehungen sehe.

    Sie sagt: in den ersten sechs Monaten sorge ich dafür dass mein Partner alles Schwierige an mir kennt. Weil in dieser Zeit alles verziehen wird.

    Ich habe das nie gemacht. In keiner Beziehung.

    Das Muster

    Ich habe an dem Nachmittag alle meine Beziehungen nebeneinander gesehen. Wie Fotos auf dem Tisch.
    Und das Muster war immer gleich.

    Knistern. Ruhiger. Weniger.

    Es ist nicht der Mann. Nicht die Umstände.
    Es fängt damit an dass die Verliebtheit anfängt.

    Und die Lust?

    Lust wächst nicht gut in einem Raum wo man sich ständig managen muss. Wo man rechnet statt spürt.

    Aber es gibt auch etwas anderes. Lust die aus Kenntnis kommt. Nicht aus Neuheit. Weil jemand mich kennt — wirklich kennt — und trotzdem da ist.

    Auf lustnadann.de wartet die heimliche Folge. Zu nah dran um sie einfach zu veöffentlichen. Nur für dich.

    Ich bin Silke.
    Na dann …

    Mehr anzeigen Weniger anzeigen
    14 Min.
  • Der Tab den ich geschlossen habe
    Jul 2 2026
    Perimenopause Erfahrung — Shownotes Episode 005

    Mit 36 hatte ich eine verspätete Periode. Mein erster Gedanke: endlich. Tab auf, kurz gegoogelt, Tab zu. Weitergemacht.

    Mit 44 hat mein Körper aufgehört sich an Zeitpläne zu halten. In dieser Episode erzähle ich von meiner echten Perimenopause Erfahrung — vom Tracker der plötzlich nur noch schätzen kann, von der Hitze die ich erst gar nicht als Hitze erkannt habe, und von den eiskalten Füßen bei 30 Grad draußen.

    Und darüber warum wir den Tab schließen. Und was passiert wenn man ihn endlich offen lässt.

    Zusammenfassung und das Wichtigste auf einen Blick

    Keine Medizin-Vorlesung. Keine erschreckenden Fakten. Eine echte Geschichte über das was passiert wenn der Körper anfangt etwas anderes zu machen als erwartet — und warum man so lange wegschaut.

    • Der Periodentracker funktioniert nicht mehr — er schätzt nur noch. Das war der erste Hinweis. Diese Apps sind nicht für Perimenopause gemacht.
    • Die Hitze kommt schleichend — zuerst macht man Fenster auf und denkt alle anderen sind seltsam. Dann fragt man irgendwann nach. Und merkt: man ist das selbst.
    • Tab schließen heißt nicht gleichgültig sein — es heißt nicht bereit sein. Das ist ein Unterschied. Und der Körper wartet trotzdem nicht.
    • Nicht kaputt. Verändert. Das ist der Satz der mir gefehlt hat. Den mir niemand gegeben hat. Den ich dir heute gebe.
    • Der Tab darf offen bleiben — du musst nicht sofort alles wissen. Aber du darfst hinschauen. Wenn du bereit bist.

    Lust — na dann. Weil 5 Minuten nicht reichen.
    Ich bin Silke.

    Shownotes und Episodendetails

    Episode 005 — Der Tab den ich geschlossen habe
    Laufzeit: ca. 13–14 Minuten

    Mit 36 dachte ich: endlich fängt das an.
    Mit 44 war es dann wirklich so weit.
    Und ich hab es zunächst gar nicht gemerkt.

    Was in dieser Episode passiert

    Ich erzähle von meinem Periodentracker der plötzlich nur noch schätzen kann. Von dem Abend mit Freunden wo ich dachte, alle anderen sind verrückt — und ich war die Verrückte.

    Von der Hitze die ich zunächst nicht als Hitze erkannt habe.
    Von den eiskalten Füßen bei 30 Grad draußen.
    Von der Wärmflasche im Hochsommer.

    Und von dem Moment wo ich irgendwann laut gesagt habe:
    ja, okay. Das ist Perimenopause. Das ist mein Körper.

    Warum wir den Tab schließen

    Ich glaube es hat weniger mit Gleichgültigkeit zu tun als man denkt.

    Ich war nicht gleichgültig. Ich war nicht bereit.

    Nicht bereit bedeutet: ich habe die Information gelesen. Ich habe sie abgelegt. Aber ich wollte mich noch nicht damit auseinandersetzen was das über meinen Körper sagt.

    Das Problem: der Körper schließt den Tab nicht mit.
    Der macht einfach weiter.

    Der Satz der mir gefehlt hat

    Niemand hat mir je gesagt: du bist nicht kaputt. Du veränderst dich.

    Das ist nicht dasselbe.
    Kaputt bedeutet: irgendetwas läuft falsch.
    Verändert bedeutet: mein Körper macht gerade eine andere Phase.

    Den habe ich dir heute gegeben.

    Wenn dich heute eine Aussage erwischt hat —
    komm auf lustnadann.de.
    Dort wartet die heimliche Folge auf dich.
    Zu nah dran um sie einfach zu veröffentlichen. Nur für dich.

    Lust — na dann.
    Weil 5 Minuten nicht reichen.
    Ich bin Silke.

    Mehr anzeigen Weniger anzeigen
    14 Min.
  • Die Pille mit 17 — was sie mit mir gemacht hat
    Jul 1 2026
    Hormone und Lust — Shownotes Episode 004

    Was haben Hormone und Lust wirklich miteinander zu tun? Mehr als ich selbst lange geglaubt habe. In dieser Episode erzähle ich von zehn Jahren mit verschiedener Verhütung — drei Pillen, zwei Spiralen — und von einem Muster das ich erst im Rückblick erkannt habe: jedes Mal wenn Hormone ins Spiel kamen, veränderte sich nicht nur meine Lust, sondern auch meine Beziehungsentscheidungen.

    Keine Medizin-Vorlesung. Eine echte Geschichte über zehn Jahre, und die Frage die mir niemand vorher gestellt hat.

    Zusammenfassung und das Wichtigste auf einen Blick

    Mit 17 habe ich angefangen die Pille zu nehmen — nicht weil mein Arzt das vorgeschlagen hat, sondern weil ich dachte, das macht man so. Jahre später, in einer anderen Beziehung, habe ich verstanden was Hormone und Lust tatsächlich miteinander zu tun haben — und wie eng das mit meinen Partnerwahlen verbunden war.

    • Verhütung ist mehr als eine technische Frage — sie kann Lust, Stimmung und sogar Beziehungsentscheidungen beeinflussen, ohne dass man es merkt.
    • Ein Muster zeigt sich oft erst im Rückblick — mit hormoneller Verhütung war ich unruhiger, auf der Suche. Ohne Hormone war ich ruhig und zufrieden.
    • Scham hält uns davon ab nachzufragen — ständig zum Arzt zu rennen fühlt sich übertrieben an, obwohl es das nicht ist.
    • Der Beipackzettel erzählt nicht die ganze Geschichte — Kopfschmerzen und Gewichtszunahme stehen drauf. Auswirkungen auf Beziehungen nicht.
    • Beobachten hilft — nicht um Entscheidungen zu rechtfertigen, sondern um sich selbst besser zu verstehen.

    Lust — na dann. Weil 5 Minuten nicht reichen.
    Ich bin Silke.

    Shownotes und Episodendetails

    Episode 004 — Die Pille mit 17 — was sie mit mir gemacht hat
    Laufzeit: ca. 13 Minuten

    Ich habe mit siebzehn angefangen die Pille zu nehmen.
    Niemand hat mir gesagt was das eigentlich bedeutet.

    Was in dieser Episode passiert

    Ich erzähle von drei verschiedenen Pillen, zwei Spiralen, und einem Muster das sich über zehn Jahre gezeigt hat — aber das ich erst spät erkannt habe.

    Bei der dritten Pille bin ich geblieben, obwohl sie nicht gut war. Aus Scham, ständig zum Arzt zu rennen.
    Jahre habe ich das hingenommen.

    Abgesetzt habe ich erst mit 25, um schwanger zu werden.
    Und der Sex war sofort wieder gut.

    Die Erkenntnis die mich erschreckt hat

    Zwischen meinen Schwangerschaften: eine Kupferspirale, ohne Hormone. Ruhe.
    Danach: eine Hormonspirale. Und ich habe meinen Mann verlassen.

    Raus, rein, raus — mit jeder Hormonspirale ein neuer Partner. Mit jeder Runde, im Rückblick, eine schlechtere Wahl.

    Ich weiß bis heute nicht sicher, ob ich diese Beziehungen verlassen habe wegen der Männer. Oder wegen der Hormone.

    Für wen diese Episode ist

    Für dich, wenn du dich auch schon gefragt hast ob es an dir liegt — oder an dem kleinen Präparat das du jeden Tag nimmst.

    Für dich, wenn niemand dir je gesagt hat dass Verhütung mehr beeinflussen kann als nur Schwangerschaft.

    Eine kleine Übung aus dieser Folge

    Ich führe inzwischen eine Art Tagebuch — nicht streng, aber wenn sich was ändert, notiere ich was gerade in meinem Körper passiert. Das hilft, Muster zu erkennen die man sonst leicht übersieht.

    Frag deinen Körper. Nicht nur deinen Kopf.

    Es gibt eine Folge die ich aufgenommen und fast nicht veröffentlicht hätte. Zu nah dran.
    Du findest sie auf lustnadann.de — die heimliche Folge. Nur für dich.

    Lust — na dann.
    Weil 5 Minuten nicht reichen.
    Ich bin Silke.

    Mehr anzeigen Weniger anzeigen
    15 Min.
  • Das Karussell im Kopf — warum ich im Bett schweige
    Jun 30 2026
    Das Karussell im Kopf — warum ich im Bett schweige

    Es gibt Momente da ist Schweigen einfacher als ein einziger Satz. In dieser Episode geht es genau darum: warum wir im Bett schweigen statt zu sagen was wir wirklich wollen — oder eben nicht wollen. Ich erzähle von zwei Momenten in meinem eigenen Leben die mir gezeigt haben wie schnell dieses Karussell im Kopf sich dreht, schneller als jeder ehrliche Satz.

    Keine Kommunikationsratgeber-Tipps. Zwei echte Szenen. Und die Frage warum uns niemand je beigebracht hat, wie man im intimsten Moment ehrlich ist.

    Zusammenfassung und das Wichtigste auf einen Blick

    Ich erzähle von einer Nacht in der ich Schlaf vorgetäuscht habe — komplett, mit kontrollierter Atmung und allem drum und dran — nur um die vier Wörter „Ich will heute nicht" nicht sagen zu müssen. Und von den Malen wo ich Orgasmen vorgespielt habe, weil es einfacher war als zu erklären warum etwas nicht funktioniert.

    Beides ist im Bett schweigen — nur auf verschiedene Arten. Und beides hat mich Jahre gekostet, bis ich verstanden habe warum ich das eigentlich getan habe.

    • Das Karussell im Kopf — warum ich im Bett schweige dreht sich in Sekunden — schneller als jeder Satz den wir je sagen könnten. Genau das macht es so schwer, in dem Moment ehrlich zu sein.
    • Schweigen fühlt sich wie eine Lösung an — nicht wie eine Lüge. In dem Moment scheint es der einfachste Weg zu sein, niemandem wehzutun.
    • Es ist keine Konfliktvermeidung allein — es ist oft schlicht fehlende Sprache. Die Wörter sind da, aber niemand hat je gezeigt wie man sie ausspricht.
    • Das ist keine Feigheit — es ist das Ergebnis davon, dass uns nie jemand eine andere Möglichkeit gezeigt hat. Weder in der Schule, noch von unseren Müttern, noch in Filmen.
    • Übung hilft — nicht das große Gespräch auf einmal, sondern ein einzelner Satz, den man sich selbst laut vorspricht, bevor man ihn jemand anderem sagen muss.

    Lust — na dann. Weil 5 Minuten nicht reichen.
    Ich bin Silke.

    Shownotes und Episodendetails

    Episode 003 — Das Karussell im Kopf — warum ich im Bett schweige
    Laufzeit: ca. 13–16 Minuten

    Ich habe einmal so getan als ob ich schlafe.
    Nur um vier Wörter nicht sagen zu müssen.
    Ich will heute nicht.

    So einfach diese vier Wörter. Und trotzdem unmöglich, in dem Moment, in der Dunkelheit.

    Was in dieser Episode passiert

    Ich erzähle von zwei Nächten.

    In der ersten täusche ich Schlaf vor — mit kontrollierter Atmung, mit einem extra eingebauten Bein-Zucken, damit es überzeugender wirkt. Eine komplette Inszenierung, nur um ein Gespräch zu vermeiden.

    In der zweiten spiele ich einen Orgasmus vor.
    Nicht einmal. Öfter als ich zählen möchte.

    Beides fühlte sich in dem Moment nicht wie Lüge an.
    Es fühlte sich wie Lösung an.

    Was ich dabei verstanden habe

    Ich habe lange gedacht es geht nur um Konfliktvermeidung. Aber es ist mehr als das.

    Es ist fehlende Sprache.
    Die Wörter waren da — ich kannte sie. Aber ich wusste nicht wie man sie ausspricht. In diesem Moment. Im Dunkeln. Zu diesem Menschen, den man liebt.

    Das lernen wir nirgendwo.
    Nicht in der Schule. Nicht von unseren Müttern. Nicht aus Filmen, wo immer alles wortlos funktioniert.

    Was wir stattdessen lernen ist: im Bett funktioniert man.
    Oder man spielt, dass man funktioniert.

    Für wen diese Episode ist

    Für dich, wenn du auch schon mal so getan hast als ob.
    Egal in welcher Form — Schlafen, Performen, Weggehen.

    Für dich, wenn du weißt was du sagen willst — aber die Wörter im entscheidenden Moment einfach nicht kommen.

    Eine kleine Übung aus dieser Folge

    Ich übe inzwischen den einen Satz laut zu sagen. Manchmal im Auto, an roten Ampeln. Nicht weil es albern klingt — sondern weil es Übung ist, für etwas das uns niemand beigebracht hat.

    Ich will heute nicht.
    Vier Wörter. Vielleicht probierst du sie auch mal. Ganz allein, für dich.

    Wenn dich heute eine Aussage erwischt hat —
    schick diese Folge einer Freundin. Ohne ein Wort dazu.
    Sie wird wissen warum.

    Mehr auf lustnadann.de

    Lust — na dann.
    Weil 5 Minuten nicht reichen.
    Ich bin Silke.

    Mehr anzeigen Weniger anzeigen
    16 Min.