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Abendland

Von: Michael Köhlmeier
Gesprochen von: Jürgen Uter
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Carl Jacob Candoris, Mathematiker, Weltbürger, Dandy und Jazz-Fan, ist fünfundneunzig, als er seine Lebensbeichte ablegt. Aufschreiben soll sie der Schriftsteller Sebastian Lukasser, Sohn des Gitarristen Georg Lukasser, den Candoris in den Jazz-Kellern im Wien der Nachkriegsjahre kennengelernt hat. Im Spiegel zweier ungleicher Familien entsteht so ein kluger, reicher, witziger und lebenssatter Generationenroman über unsere Zeit.

Der Sprecher Jürgen Uter erzählt unaufdringlich und mit großer Intensität die Geschichte zweier Menschen, die gleichzeitig die Geschichte eines Jahrhunderts ist.

(c)+(p) 2007 JUMBO Neue Medien & Verlag GmbH
Belletristik Zeitgenössische Literatur
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Ganz ehrlich: Ich habe versucht herauszufinden, ob es den wiener Jazzmusiker Georg Lukasser tatsächlich gegeben hat, der nie mit Atilla Zoller zusammen spielen wollte, sich zu den größten Viruosen auf der Gitarre seiner Zeit zählen durfte, in einem Atemzug mit Django Reinhardt, Barney Kessel oder Charlie Christian genannt wurde und doch am Ende an sich scheiterte.
So hat mich dieses Hörbuch gefesselt, mit seinen Bögen durch die Zeit vom Ende des 18 Jhrd. bis hinein ins neue Jahrtausend, mit seinen Zeitsprüngen, der Verknüpfung von Weltgeschehen mit eigener Geschichte und Vergangenheit.
Gelangweilt habe ich mich keine Minute, im Gegenteil, besonders spannend fand ich das Erzählen von Begebenheiten aus verschiedenen Blickwinkeln und in unterschiedlicher zeitlichem Abstand zum Ereignis.
Am meisten fasziniert hat mich der Gedanke der letzten Geschichte, beginnend in der Hochblüte des Kolonialismus bis in die 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts - Aussitzen und Ausschwitzen aller Dummheit des Nationalismus und des Wahnsinns zweier Weltkriege.

Aber ich will nicht vorgreifen - viel Freude bei hören - ich kannŽs nur wärmstens empfehlen!!!

Verblüffend realistisch und lebendig

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Literatur vom Feinsten und ein Sprecher, der mich überrascht hat. Positiv!
Köhlmeier ist weniger ein Literat als ein Erzähler. Er kann es mit Scheherazade aufnehmen.

Großartig - mehr gibt's nicht zu sagen!

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Trotz Länge vom Anfang bis Ende absolut hörenswert. Es wird nie langweilig.Geschichte und Erzähler sind eine Einheit. Man ist mittendrin und will nicht abschalten. Tut man es doch, ist es fast wie eine Sucht zu erfahren, wie die Geschichte weiter geht. Ein Stück Zeitgeschichte oben drauf. Einfach brillant.

Tiefgang

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Weit ist die Geschichte gespannt, die Michael Köhlmeier in seinem Roman erzählt. Auch wenn man sich zwischendurch wünscht, er hätte den einen oder anderen Schlenker ausgelassen, um nicht jedes Feld seit der K.u.K-Monarchie zu besetzen und mit seiner Familiengeschichte zu verknüpfen, ist ihm doch ein unterhaltsamer Roman gelungen, der mit glänzenden Passagen aufwartet. Nicht zuletzt wenn ein Nachbarn den Hund des Helden tötet, obwohl er nur auf ihn aufpassen soll, der Besitzer ausrastet, sich rächen will und seinerseits in einen Gewehrlauf stiert, um als Nazi beschimpft zu werden und erniedrigt davonzuschleichen. Köhlmeiers ausgeprägter Hang zur Beschreibung einer glänzenden, von Selbstzweifeln geprägten Musikerexistenz, die detailliert Abgründe wie Triumphe eines solchen Lebens nachzeichnet, fasziniert in ihrer gnadenlosen Spiegelung. Der Begnadete Vater des Helden ist ein Genie und doch zerbricht sein Leben und das seiner Familie fast mit. So tauchen in dem Roman Figuren auf, die allesamt irrlichtern, sich begegnen, kreuzen, verlieren. Mit dem Etikett Künstlerroman ist der Geschichte schwer beizukommen. Eher hastet hier ein Sohn der Vergangenheit hinterher und versucht den Menschen gerecht zu werden, denen er darin begegnet, indem er sie aus der Zeit, den Träumen, dem Scheitern zu verstehen versucht. Nicht zuletzt, um zumindest dem Vater zu verzeihen. Bemerkenswert wie Köhlmeier dabei Fiktion und Fakten verbindet und eine Familie vor uns entsteht. Vom Sterbebett aus - und was sind Erinnerung anders als in ein Sterbebett eingebunden - lässt sich vermutlich leichter, versöhnlicher erzählen.

Im großen Bogen

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Ich versuche die vorherigen, sehr positiven Bewertungen nicht wiederzukäuen. Ich stimme jeder Wertschätzung voll und ganz zu.
Meist bin ich sehr kritisch, wenn eine österreichische Geschichte nicht in der österreichischen Sprachmelodie gelesen wird. Hier bin ich total zufrieden. Nur bei einer handvollen Anzahl von Wörtern stimmt die Betonung nicht ganz. Das ist locker zu verschmerzen.
Zu Beginn war ich verwirrt, nicht die Stimme des Autors zu hören. Dieses Gefühl hat sich bald in Wohlgefallen aufgelöst.
Bei fast allen Ortsbeschreibungen hatte ich das Gefühl dort zu sein, da ich fast alles wie meine Westentasche kenne. Ebenso über sehr ähnliche Erinnerungen verfüge.
Ich bin sehr glücklich, dass mich eine Freundin auf das Buch aufmerksam gemacht hat....und natürlich, dass es geschrieben wurde.

Ich fühle mich in der gesamten Geschichte "zuhause"

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