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Der Deutsche Sachbuchpreis 2026 geht an „Dreihundert Männer“

Der Deutsche Sachbuchpreis 2026 geht an  „Dreihundert Männer“

Am 8. Juni fand in der Hamburger Elbphilharmonie die sechste Verleihung des Deutschen Sachbuchpreises statt. Acht Titel waren nominiert, die sich mit sehr unterschiedlichen Themen befassen – von Meinungsfreiheit über Medizinethik bis zu Künstlicher Intelligenz. Finde heraus, wer gewonnen hat, wer nominiert war, was die Jury sagt, und wieviel Preisgeld vergeben wurde.

Deutscher Sachbuchpreis 2026: Wer hat gewonnen?

Gewonnen hat den Deutschen Sachbuchpreis in diesem Jahr Konstantin Richter für seine epische Chronik eines umstrittenen Kapitels der deutschen Wirtschaftsgeschichte. In Dreihundert Männer – Aufstieg und Fall der Deutschland AG erzählt der Berliner Journalist und Autor von jenem Netzwerk aus Managern, Politikern und Gewerkschaftern, das über weite Teile des 20. Jahrhunderts die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands und Europas mit steuerte.

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Die Jury erklärte die Entscheidung für Dreihundert Männer damit, dass Richters kritische Aufarbeitung des prägenden historischen Kapitels gleichzeitig als Aufklärung und als Mahnung funktioniere. „Die Deutschland-AG bestimmt bis heute unser Selbstverständnis als erfolgreiche Wirtschaftsnation“, heißt es in der offiziellen Jury-Begründung. „Wie wenig die damit verbundenen Vorstellungen und Konzepte noch auf die Gegenwart passen, zeigt Konstantin Richter in seiner Geschichte der deutschen Wirtschaft seit der frühen Industrialisierung.“

Stilistisch lobte die Jury, dass das komplexe Thema „in kunstvoller Montage“ aufgearbeitet sei. Abschließend heißt es in der Begründung:

„Konstantin Richter macht sichtbar, was sich hinter dem abstrakten Bild der ,deutschen Wirtschaft‘ verbirgt – und liefert so eine Grundlage, die richtigen Schlüsse für die Zukunft zu ziehen.“

Bewertungskriterien der Jury waren die Relevanz des Themas, die erzählerische Kraft des Textes, die Art der Darstellung in allgemein verständlicher Sprache und die Qualität der Recherche. Für die Auszeichnung erhält der Autor ein Preisgeld in Höhe von 25.000 Euro.

Deutscher Sachbuchpreis 2026: Wer war noch nominiert?

Von September bis November 2025 konnten sich Verlage mit aktuellen Debattenbüchern, historischen Abhandlungen, Biografien oder Essaybänden für den Deutschen Sachbuchpreis 2026 bewerben. Ab Januar sichtete die Jury insgesamt 239 Titel. Acht davon schafften es auf eine Shortlist, die Ende April bekanntgegeben wurde. Die Shortlist-Autorinnen und Autoren, die nicht gewonnen haben, bekommen ein Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro. Insgesamt ist der Deutsche Sachbuchpreis also mit 42.500 Euro dotiert.

Als Hörbücher wurden neben Dreihundert Männer nur zwei weitere der nominierten Titel eingelesen: Meinungsfreiheit von Ronen Steinke und Sprachmaschinen von Roberto Simanowski. Lerne zunächst kurz diese beiden Bücher kennen. Anschließend kannst du dir einen Überblick über die gesamte Nominierungsliste verschaffen

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Jurist, Süddeutsche-Kolumnist und Schriftsteller Ronen Steinke versteht sein programmatisch betiteltes Buch als „Plädoyer für unser wichtigstes Grundrecht“. Den aufklärerischen Ansatz, den er dabei verfolgt, bringt der Untertitel auf den Punkt: „Wie Polizei und Justiz unser Grundrecht einschränken – und wie wir es verteidigen“

Meinungsfreiheit ist in sechs Abschnitte unterteilt, die jeweils ein Thema behandeln: Streitkultur, Aufstachelung, Blasphemie, Nazivergleiche, Beleidigung und Desinformation. Unter diesen Stichpunkten liefert Steinke eine Anleitung für eine zivilisierte Debattenkultur, die in der Kernaussage mündet: „Wahrheiten gehören diskutiert, nicht verordnet“. Ein kundiges und streitbares Manifest gegen die Verdrehung des Titelbegriffs zum Instrument der Unterdrückung.

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Was passiert, wenn das wichtigste menschliche Kommunikationsmittel – die Sprache – von der Technik gekapert wird? Mit dieser Frage befasst sich Literatur- und Medienwissenschaftler Roberto Simanowski in Sprachmaschinen - Eine Philosophie der Künstlichen Intelligenz.

Simanowskis These: „Chatbots verhalten sich wie eine Bibliothekarin, die uns den Weg zu den Büchern versperrt, weil sie alle Bücher gelesen habe und all unsere Fragen selbst beantworten könne.“ Folglich müssen wir selbst dafür sorgen, dass der Weg zu den Büchern offenbleibt. Wie das geht oder schiefgeht, erörtert Simanowski in fünf Abschnitten, die den Schlagworten „Autorschaft“, „Rechenfehler“, „Werte-Export“, „Entmündigungsgeschichten“ und „Fortschrittsfalle“ untergeordnet sind. Zum Schluss gibt's einen Ausblick zum Thema philosophische Medienkompetenz. Ein Buch, das teils amüsant, teils provokant das Kulturgut der eigenen Sprache verteidigt.

Das Sprachmaschinen-Hörbuch erscheint am 16. Juni und kann vorbestellt werden.

Alle Nominierungen beim Sachbuchpreis 2026 im Überblick:

Deutscher Sachbuchpreis 2026: Die Jury

Die siebenköpfige Sachbuchpreis-Jury wird von der Akademie Deutscher Sachbuchpreis berufen und jedes Jahr neu besetzt. Sie besteht aus Expertinnen und Experten der Bereiche Medien, Buchhandel und Kulturbetrieb. 2026 stellten die Jury:

  • Sibylle Anderl (Die Zeit)

  • Maja Brankovic (Wirtschaftswoche)

  • Manuela Lenzen (Wissenschaftsjournalistin)

  • Pascal Mathéus (Buchhandlung Wassermann, Hamburg)

  • Patricia Rahemipour (Institut für Museumsforschung / Stiftung Preußischer Kulturbesitz)

  • Stefan Spiegel (funk / Marmota Maps)

  • Katrin Vohland (Naturhistorisches Museum Wien)

Deutscher Sachbuchpreis: Die Hintergründe

Der Deutsche Sachbuchpreis ist noch relativ jung, aber schon jetzt Deutschlands wichtigste Auszeichnung im Bereich Sachbuch. Er wird seit 2021 jährlich von der Stiftung Buchkultur und Leseförderung vergeben. Die Stiftung gehört zum Börsenverein des Deutschen Buchhandels und verantwortet auch den Deutschen Buchpreis, der jedes Jahr zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse den Roman des Jahres auszeichnet.

Als „Sachbuch“ definiert das Preiskomitee sowohl Biografien als auch Debattenbücher, Essaybände und wissenschaftliche Abhandlungen. Um in die engere Auswahl zu kommen, muss das jeweilige Buch Relevanz für die politische Gegenwart haben. Ziel des Sachbuchpreises ist nämlich, „herausragende Sachbücher in deutschsprachiger Originalausgabe, die Impulse für die gesellschaftliche Auseinandersetzung geben“ zu würdigen.

Deutscher Sachbuchpreis 2026: Mehr Nonfiction bei Audible entdecken

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