Folgen

  • Folge 130 – Märchenstunde: Das Märchen vom Zaren Saltan
    Sep 20 2026
    Es war einmal… eine Geschichte, die beginnt, mit einem hohen Herren, der seine Dame find’. Eine von dreien ist sie, die träumen am Spinnerädchen, mehr zu sein als gewöhnliche Mädchen. Und weil wir in Rossija sind, im fernen Land, würden sie Zarin genannt. Doch nur eine von dreien kann’s sein, wenn auch jede ihrer Absichten ist fein. Die Erste denkt an Feiern und Feste, die Zweite würde nähen das Beste, doch nur die Dritte weiß: Viel wicht’ger als Feste und Fleiß, Was das Höchste für Zar und Thron, ist ein rechter Heldensohn. Der Zar ist entzückt und nimmt sie zur Frau, doch was folgen? Neid und Missgunst, genau. Denn während Saltan in den Kriege zieht, seine Frau in den Wehen liegt. Ein Sohn wird geboren, Gwidon genannt, doch fernab vom eigenen Land, Saltan die böse Nachricht erhält, sein Sohn sei ein Ungeheuer und entstellt. Damit ist das Unheil gesät, für Mutter und Sohn ist es zu spät. Beide werden in ein Fass gesteckt und wären bestimmt auf dem Meere verreckt, wenn wir nicht im Märchen wären, in denen sich Probleme klären. Denn das Meer ist nicht nur Gefahr und Tod, es macht eine Tugend aus der Not und führt Gwidon in ein neues Leben, das ihm hat eine Menge zu geben. Auf der Insel Bujan geschehen seltsame Sachen: Ein Eichhörnchen bringt goldne Nüsse zum Knacken. Dreiunddreißig Recken steigen aus den Wogen empor, und die geheimnisvolle Schwanhilde tritt schließlich hervor. Doch während sein Reich prächtiger wird und gedeiht, lauern weiter Missgunst und Neid. Da ist noch ein Zar, der von all dem nichts weiß und ihr ahnt, es ist nur eine Frage der Zeit, bis Vater und Sohn sich wiedersehen. Was bis dahin wird noch alles geschehen, hört euch in Puschkins Märchen an: “Das Märchen vom Zaren Saltan”.
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    38 Min.
  • Folge 129 – Märchenkunde: Von Biedermeier, Struwwelpeter und zwei Schwestern
    Sep 6 2026
    Es war einmal... zwei Brüder, die die Idee verfolgten, altes Volksgut zu bewahren. Dazu wollten sie durchs Land ziehen und sich diese Geschichten direkt von den Menschen selbst erzählen lassen. Heute wissen: Dieser Plan der Brüder Grimm hat nicht funktioniert. Und auch sonst sah es erstmal gar nicht danach aus, dass die Kinder- und Hausmärchen ein weltweiter Erfolg werden würden. Ganz im Gegenteil: Die erste Ausgabe des Grimmschen Märchenbuchs war sogar ein ziemlicher Flop. Die Brüder machten sich an die Überarbeitung und passten die Märchen dem Zeitgeist an. Das bedeutete: Sie schnitten die Geschichten auf ein kindlichen Publikum zu und stellten die pädagogische Aussage der Märchen besonders heraus. Und damit trafen sie einen Nerv, denn zur Zeit des Biedermeier entwickelte sich eine Kinder- und Jugendliteratur, die Kinder bilden und erziehen sollte. Obwohl Märchen ursprünglich nicht für Kinder gedacht waren, vollzieht sich hier also die Verknüpfung zwischen Märchen, Kindheit und Erziehung. Bis heute haben Märchen einen Platz in vielen Kinderzimmern, allerdings nicht mehr so selbstverständlich wie früher. Denn Märchen sind umstritten, vor allem wegen veralteter Geschlechterrollen und ihrer Grausamkeit. Aber haben Märchen deswegen wirklich keinen bildenden Wert mehr? Und ist die Pädagogik, die Märchen wirklich so schwarz, wie oft dargestellt? Diesen Fragen gehen wir in der heutigen Folge nach. Dazu schauen wir uns den zeitgeschichtlichen Kontext genauer an und tauchen ein in die Zeit des Biedermeier, der auch für unser heutiges Verständnis von Kindheit von Bedeutung ist. Außerdem analysieren und interpretieren wir das wohl pädagogischste und zugleich biedermeiserlichste Märchen in der Sammlung der Grimms: "Schneeweißchen und Rosenrot." Zum Vergleich zu der im Märchen dargestellten Tugendhaftigkeit und Harmonie ziehen wir das Paradewerk der Schwarzen Pädagogik heran: "Der Struwwelpeter". Und wir zeigen, wie Märchen in der NS-Zeit missbraucht werden, um Kindern die nationalsozialistische Ideologie einzuimpfen.
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    1 Std. und 51 Min.
  • Folge 128 – Märchenstunde: Schneeweißchen und Rosenrot
    Aug 23 2026
    Es war einmal... Eine arme Witwe, die lebte einsam in einem Hüttchen, und vor dem Hüttchen war ein Garten, darin standen zwei Rosenbäumchen, davon trug das eine weiße, das andere rote Rosen; und sie hatte zwei Kinder, die glichen den beiden Rosenbäumchen, und das eine hieß Schneeweißchen, das andere Rosenrot. Sie waren aber so fromm und gut, so arbeitsam und unverdrossen, als je zwei Kinder auf der Welt gewesen sind – ein Vorbild an Tugendhaftigkeit, Frömmigkeit und Liebreiz eben. Bedroht werden die guten Mädchen durch einen raffgierigen Zwerg, der ihre Hilfbereitschaft nicht zu schätzen weiß. Der gute Bär dafür umso mehr... Viel Spaß bei Hören!
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    13 Min.
  • Folge 127 – Märchenkunde: Alles in Ordnung
    Aug 9 2026
    Es war einmal... die große Frage danach, was eigentlich gerecht ist. Sie prägt politische Debatten ebenso wie unser alltägliches Miteinander: Wie können Chancen fair verteilt werden? Was ist eine angemessene Strafe? Wann ist eine Ungleichbehandlung gerechtfertigt? Ob es um soziale Gerechtigkeit, Steuergerechtigkeit, Klimagerechtigkeit oder Generationengerechtigkeit geht – kaum ein Begriff ist so präsent und zugleich so unterschiedlich interpretierbar wie der der Gerechtigkeit. Die Auseinandersetzung mit Gerechtigkeit ist keineswegs ein modernes Phänomen. Schon lange bevor Philosophinnen und Philosophen, Juristinnen und Juristen oder Politikerinnen und Politiker darüber stritten, verhandelten Menschen Fragen von Recht, Unrecht, Schuld und Vergeltung in ihren Geschichten. Hier kommen die Märchen ins Spiel. Märchen erzählen von der Hoffnung, dass am Ende eine gerechte Ordnung hergestellt wird – dass das Gute belohnt und das Böse bestraft wird. Eine simple Gleichung, die in der Realität oft nicht aufgeht. Und auch die Märchengerechtigkeit ist häufig weitaus komplexer, zumal sie mit unseren heutigen Vorstellungen von Fairness nicht immer vereinbar scheint. In dieser Folge werfen wir einen Blick auf die unterschiedlichen Formen von Gerechtigkeit im Märchen. Warum erscheinen manche Strafen aus heutiger Sicht unverhältnismäßig? Weshalb werden Tugenden wie Fleiß, Bescheidenheit oder Mitgefühl so häufig belohnt? Und welche Werte spiegeln diese Geschichten über die Gesellschaft wider, aus der sie stammen? Anhand des Märchens “Die ungleichen Kinder Evas, das ihr euch in unserer letzten Folge (Nr. 126) anhören könnt, betrachten wir, wie moralische Ordnung hergestellt wird, welche Rolle Schicksal, Eigenverantwortung und Zufall spielen und welche Funktion Gerechtigkeit im Märchen erfüllt. Dabei geht es auch um die Frage: Sind Märchen wirklich gerecht oder erzählen sie vielmehr von dem Wunsch nach einer gerechten Welt? Wir wünschen euch viel Spaß beim Hören!
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    1 Std. und 38 Min.
  • Folge 126 – Märchenstunde: Die ungleichen Kinder Evas
    Jul 26 2026
    Es waren einmal... Adam und Eva, die, nachdem sie aus dem Paradies vertrieben waren, sich auf unfruchtbarer Erde ein Haus bauen und im Schweiße ihres Angesichts ihr Brot essen mussten. Adam hackte das Feld und Eva spann Wolle. Eva brachte jedes Jahr ein Kind zur Welt, die Kinder waren aber ungleich, einige schön, andere häßlich. Nachdem eine geraume Zeit verlaufen war, sendete Gott einen Engel an die beiden und ließ ihnen entbieten, daß er kommen und ihren Haushalt schauen wollte. Eva, freudig, daß der Herr so gnädig war, säuberte emsig ihr Haus, schmückte es mit Blumen und streute Binsen auf den Estrich. Dann holte sie ihre Kinder herbei, aber nur die schönen – und diese Entscheidung hat weitreichende Konsequenzen für ihre Kinder, vor allem für die hässlichen ... Dieses Legendenmärchen ist deutlich kürzer als das Märchen in unserer letzen Märchenstunde, hat es aber in sich. Das werdet ihr in der nächsten Folge hören, wenn wir uns näher damit beschäftigen. Das Thema ist ernst, beim Einlesen haben wir uns aber so beömmelt wie selten.Deswegen gibt es diesmal ein paar Outtakes hinten dran. Das entspannt vielleicht auch ein wenig das Gemüt, Elena zum Beispiel hat sich über das Märchen etwas aufgeregt. Viel Spaß beim Hören!
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    6 Min.
  • Folge 125 – Märchenkunde: Von Quersummen, Lebenszahlen und dem bösen Blick
    Jul 12 2026
    Es waren einmal… zwei Brüder, drei Federn, sieben Raben, zwölf Feen… Ist euch schon mal aufgefallen, dass in fast jedem Märchen Zahlen auftauchen? Und dass manche Zahlen uns immer wieder begegnen? Doch warum gibt es ausgerechnet drei Wünsche, sieben Zwerge und die böse dreizehnte Fee? Handelt es sich dabei um zufällige Mengenangaben oder erzählen uns Zahlen etwas, das weit über die eigentliche Handlung hinausgeht? Genau diesen Fragen gehen wir in dieser Folge nach. Grundlage dafür ist das Märchen unserer letzten Märchenstunde (Folge 124): “Die zwei Brüder”. Es ist nicht nur eine der komplexesten Geschichten (oder vielleicht sogar die komplexeste?) der Kinder- und Hausmärchen, sondern steckt voller Zahlen. Und die sind weit mehr als dekoratives Beiwerk. Deswegen bilden wir Queersummen, errechnen unsere Lebenszahl, lernen, wie Zahlen den bösen Blick heraufbeschwören und müssen mal wieder feststellen: Auch nach einhundertfünfundzwanzig Folgen Märchenpott gibt es sie noch, die neuen und großen Erkenntnisse über Märchen.
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    1 Std. und 32 Min.
  • Folge 124 – Märchenstunde: Die zwei Brüder
    Jun 28 2026
    Es war einmal... zwei Brüder, ein reicher und ein armer. Der Reiche war ein Goldschmied und bös von Herzen; der Arme nährte sich davon, dass er Besen band, und war gut und redlich. Der arme hatte zwei Kinder, das waren Zwillingsbrüder und sich so ähnlich wie ein Tropfen Wasser dem andern. Die zwei Knaben gingen in des Reichen Haus ab und zu und erhielten von dem Abfall manchmal etwas zu essen. Es trug sich zu, dass der arme Mann, als er in den Wald ging, Reisig zu holen, einen Vogel sah, der ganz golden war und so schön, wie ihm noch niemals einer vor Augen gekommen war. Ja, und damit nimmt eines der komplexesten Grimm-Märchen seinen Lauf. Und an manchen Stellen fühlt man sich fast schon wie in einer Fantasy-Geschichte. Viel Spaß beim Hören!
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    45 Min.
  • Folge 123 – Märchenkunde: Von Gold, Gesinde und bissigen Puppen
    Jun 14 2026
    Es war einmal... das Märchen vom berühmten Goldesel. Gebt zu: Beim Thema "Geld im Märchen" habt auch ihr zuerst an "Tischlein deck dich" gedacht. Wenn ihr unsere letzte Märchenstunde (Folge 122) schon gehört habt, habt ihr aber schon gesehen, dass wir als Basis für diese Folge nicht "Tischlein deck dich", sondern "Die Bremer Stadtmusikanten" ausgesucht haben. Kommt darin überhaupt Geld vor? Nicht so wie erwartet und doch ziemlich viel. Wir schauen uns die Bedeutung des Geldes in diesem und in anderen Märchen an. Dem berühmten Goldesel begegnen wir dabei zwar nicht, dafür aber einer Puppe mit Biss.
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    1 Std. und 37 Min.