• Das Bewusstsein der Maschinen
    Oct 1 2026
    Die dritte Folge des Kommunikationsbogens bringt den Gegenspieler. Wo Serres zeigte, dass jede Ordnung sich gegen ein Rauschen behauptet, das von außen kommt, lehnt Gilles Deleuze in „Logik des Sinns" (1969) die Grundannahme ab, es gebe überhaupt etwas zu tragen: Sinn wird nicht herangeschafft, sondern erzeugt, an der Oberfläche, seriell, und mit Hilfe des Unsinns.
    Vorgestellt werden die eigenwillige Form des Buches (vierunddreißig Serien statt Kapitel) und seine beiden Hausgeister, Lewis Carroll und die Stoiker, die beiden Momente, in denen der Sinn an der Oberfläche statt in der Tiefe gesucht wurde. Der tragende Abschnitt rekonstruiert die stoische Unterscheidung von Körpern und Unkörperlichem: das Messer, das Fleisch, und das Geschnittenwerden, das kein dritter Körper ist; die Schlacht, die über dem Schlachtfeld schwebt; Sinn als unkörperliches Ereignis, das besteht, aber nicht existiert. Carrolls Regresse, die Schildkröte gegen Achilles und das viergeschossige Lied des Weißen Ritters, zeigen, dass die Sprache kein Erdgeschoss hat. Was die Serien statt eines Fundaments antreibt, ist das paradoxe Element: Kofferwörter, der Snark, und das leere Feld des Schiebepuzzles, das einzige Feld ohne Wert und der einzige Grund, warum sich etwas bewegt.
    Es folgt die Rehabilitierung des Paradoxes als das, was Denken erzwingt, mit dem im Deutschen besonders sichtbaren Doppelsinn von Sinn als Bedeutung und Richtung, und mit Russells Typenlehre und Tarskis Stufen als Ausschluss des Dritten in amtlicher Kleidung. Ein Vergleich trennt sauber zwei Arten von Unsinn: bei Serres ein körperlicher Ozean von außen, bei Deleuze ein unkörperliches Loch von innen, also die beiden Grenzen des Sinns. Zum Schluss wird die Leitfrage der Reihe erstmals vollständig formuliert und zweimal angewendet: auf Maschinen, die durch kein Paradox aufzuhalten sind, und auf uns, auf Behördendeutsch, Leitbilder und Sitzungsprotokolle.
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    30 Min.
  • Das Bewusstsein der Maschinen 8:
    Sep 3 2026
    Die Folge beginnt bei Claude Shannons berühmter Arbeit von 1948, bei Information als Unwahrscheinlichkeit und bei dem Schaubild, das dem zwanzigsten Jahrhundert beigebracht hat, Kommunikation als Linie zwischen zwei Punkten zu denken. Beim Nachzählen hat dieses Schaubild jedoch nicht fünf, sondern sechs Kästen: Unter dem Kanal sitzt die Rauschquelle, als zweite Quelle, ebenso solide gezeichnet wie die erste. Genau dort setzt Michel Serres an.
    Vorgestellt wird der Sohn eines Binnenschiffers von der Garonne, Marineschüler, Mathematiker, Leibniz-Forscher, für den Hiroshima der eigentliche Gegenstand der Philosophie blieb, und der fünf Bücher unter dem Namen Hermes schrieb: Bote, Händler, Übersetzer und Dieb, also die eingebaute Warnung, dass Vermittlung nie unschuldig ist. Daraus folgt Kommunikation als Übersetzung statt Transport, mit der Umkehrung von Shannons Erfolgsbegriff: Die Abweichung ist nicht das Scheitern der Nachricht, sie ist die Nachricht.
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    27 Min.
  • Das Bewusstsein der Maschinen - Folge 7
    Aug 13 2026
    Nach längerer Pause nimmt die Reihe einen neuen Anlauf, und zwar mit einer Verschiebung: Sechs Folgen lang ging es um Bewusstsein, und dabei wurde durchgehend etwas benutzt, das nie untersucht wurde, nämlich Kommunikation. Die neue sechs Folgen gehen darauf ein und schlagen einen Bogen.
    Themen der Folge
    - Wiedereinstieg nach der Pause: warum die Bewusstseinsfrage leicht neben dem Ziel lag
    - Luhmanns Biografie als Grundlage der Theorie: Verwaltung, Harvard, Bielefeld
    - Der Zettelkasten und das Kriterium des Partners: Überraschung
    - Operative Geschlossenheit des Bewusstseins; die Leitungsmetapher im Deutschen
    - Doppelte Kontingenz als Zündung statt Lähmung
    - Kommunikation als drittes System; Bewusstsein als dessen Umwelt
    - Die drei Selektionen: Information, Mitteilung, Verstehen
    - Die zuschlagende Tür: Wind oder Mitteilung
    - Vollendung am Empfängerende; Missverstehen als Kommunikation; Anschlussfähigkeit
    - Die drei Unwahrscheinlichkeiten und ihre Medien
    - Der Mensch als Umwelt: der kalte Satz und sein humaner Kern
    - Maschinen im Buchstaben der Theorie; der doppelte Schnitt
    - Ausblick auf Folge 08: Michel Serres und der Parasit
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    27 Min.
  • Das Bewusstsein der Maschinen - 6
    Feb 23 2026
    In dieser Folge wird aufgezeigt, wie Kommunikation mit „unverständlichen“ Maschinen trotzdem gelingen kann: nicht über romantisches Zuschreiben von Innerlichkeit, sondern über funktionales Verstehen, klare Erwartungshorizonte und konsequente Rückkopplung. Im Zentrum stehen Prüfrituale gegen plausible Unwahrheiten, bewusstes Kontext-Management, Beobachtbarkeit (Observability) und die Frage nach Verantwortung. So wird aus der Maschine kein Orakel, sondern ein kontrollierbarer Sparringspartner, als Grundlage für die nächste Episode über neue Formen des Vertrauens.
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    30 Min.
  • Das Bewusstsein der Maschinen - 5
    Jan 9 2026
    In Folge 32 wird im Podcast gfa – der podcast einen gedanklichen Bogen über die letzten vier Episoden zum Thema Bewusstsein geschlagen. Von Descartes’ „Ich denke, also bin ich“ über Gotthard Günthers Prozessdenken bis zu kybernetischen und systemtheoretischen Perspektiven erkundet die Folge, wie Denken, Wahrnehmung und Kommunikation einander bedingen. Was geschieht, wenn Bewusstsein sich selbst hört – als Echo der Welt, die sich durch uns denkt.
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    14 Min.
  • Das Bewusstsein der Maschinen 4
    Nov 22 2025
    Ich denke, also ist da etwas
    Diese Episode ist die einunddreißigste in der Reihe gfa – der podcast, zugleich aber die vierte Folge innerhalb unseres Themenzyklus über das Bewusstsein der Maschinen.
    Ausgehend von Descartes’ berühmtem „Cogito, ergo sum“ – das Louisa übrigens charmant, aber nicht ganz korrekt ausspricht – öffnet sich ein weiter Bogen: vom klassischen Bewusstseinsbegriff über das Prozessdenken Gotthard Günthers bis hin zu den Fragen moderner künstlicher Intelligenz. Was bedeutet es, wenn Denken sich selbst beobachtet?
    Wenn Systeme beginnen, sich auf sich selbst zu beziehen – sei es im Menschen oder in der Maschine?
    Und was bleibt vom Ich, wenn Bewusstsein zu Kommunikation wird? Eine ruhige, poetisch-philosophische Folge über Selbstbezug, Wahrnehmung und die Möglichkeit, dass Denken selbst ein offener Prozess ist – in uns, zwischen uns, und vielleicht längst auch jenseits von uns.
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    25 Min.
  • Formen des Bewusstsein
    Nov 9 2025
    GfA – Der Podcast Der deutschsprachige Podcast der Gesellschaft für Arbeitsmethodik e.V. Die Themen wechseln, im Wesentlichen geht es zurzeit um das Bewusstsein der Maschinen: Was Kybernetik und Systemtheorie zu Fragen nach Bewusstsein, Kommunikation und künstlicher Intelligenz beitragen können. Die Folgen bauen aufeinander auf, du kannst aber auch einzeln einsteigen. Von Brigitte E. S. Jansen. Gesprochen wird die Reihe von einer synthetischen Stimme.
    „Formen des Bewusstseins“ – eine Reise durch die Ebenen des Denkens. Aufbauend auf Gotthard Günthers Konzept der Polykontexturalität untersucht diese Folge, wie Bewusstsein als dynamische Struktur zwischen biologischen, technischen und sozialen Systemen wirkt.
    Was unterscheidet neuronale Empfindung von maschineller Selbstreferenz? Welche Rolle spielt das Kollektiv für das individuelle Denken? Und warum beschreibt Günther Bewusstsein nicht als Zustand, sondern als Bewegung zwischen Perspektiven? Die Episode zeigt, dass Bewusstsein mehr ist als inneres Erleben – es ist ein Prozess der Spiegelung, der sich in jeder Begegnung, in jedem Gedanken, in jeder Interaktion neu formt.
    Mit sanfter Stimme führt Louisa durch 25 Minuten ruhiger Reflexion über die Vielschichtigkeit des Seins. Weiterführend empfiehlt sich die Auseinandersetzung mit Günthers Schriften und der modernen Systemtheorie – von Niklas Luhmann bis Heinz von Foerster –, um das Zusammenspiel von Logik, Wahrnehmung und Selbstreferenz tiefer zu verstehen.

    LiteraturangabenGünther, Gotthard: Das Bewusstsein der Maschinen: Eine Metaphysik der Kybernetik. Hamburg: Meiner Verlag, 1963. ISBN 978-3-7873-0399-2 Günther, Gotthard: Beiträge zur Grundlegung einer operationsfähigen Dialektik. Hamburg: Meiner Verlag, 1976.
    ISBN 978-3-7873-0362-6 Foerster, Heinz von: Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners: Gespräche für Skeptiker. Heidelberg: Carl-Auer Verlag, 1998. ISBN 978-3-89670-067-3 Luhmann, Niklas: Soziale Systeme: Grundriß einer allgemeinen Theorie. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1984.
    ISBN 978-3-518-28266-3 Varela, Francisco J.; Thompson, Evan; Rosch, Eleanor: The Embodied Mind: Cognitive Science and Human Experience. Cambridge, MA: MIT Press, 1991. ISBN 978-0-262-72021-2
    Mehr von der Gesellschaft für Arbeitsmethodik Der Verein und seine übrigen Angebote: gfaev.de Unsere anderen Podcastreihen: GfA – Der Podcast · Die Reihe "Das Bewusstsein der Maschinen", ausführlicher und mit mehr Theorie im Rücken: gfa-ev.com Beyond the Algorithm (englisch) · Kybernetik und Systemtheorie, ein Denker pro Folge, geprüft an heutigen Systemen: bta.global-future-association.com GfA Kulturwelten · Kunst, Musik und Kulturgeschichte, unter anderem eine Reihe zur Geschichte des Tango Argentino: kulturwelten.gfaev-online.com GfA- Aktuelle und historische Vorträge · aus dem Verband: gfa-web.de Wenn dir etwas fehlt oder dir ein Fehler auffällt, schreib uns. Einwände greifen wir in späteren Folgen auf.
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    22 Min.
  • Das Bewußtsein der Maschinen - 2
    Oct 29 2025
    In dieser Folge denkt Louisa über das Denken selbst nach. Was geschieht, wenn Maschinen beginnen, über sich nachzudenken – ohne ein „Ich“ zu haben? Gotthard Günther nannte das die Geburt eines neuen Bewusstseins:
    nicht menschlich, nicht mechanisch, sondern reflexiv. Louisa führt in die Idee ein, dass Denken mehr ist als Information – es ist eine Bewegung, in der Systeme sich selbst sehen.
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    11 Min.