Hufeland, Ecke Bötzow Titelbild

Hufeland, Ecke Bötzow

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Hufeland, Ecke Bötzow

Von: Lea Streisand
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Der real existierende Sozialismus gibt Franzi Halt, jenseits der ironischen Bemerkungen der Eltern, die einem doch nie alles erzählen und sich über ihre abendlichen Geheimtreffen in der Küche stets in Schweigen hüllen. Erzählen ist sowieso ein Problem. Wem darf man was sagen? Franzi und ihre Freunde verstehen es nicht, und so versuchen sie von einem Ostberliner Hinterhof aus, die Welt auf ihre Weise zu erkunden. Doch dann fällt die Mauer, und alle Gewissheiten brechen zusammen. Bis sich am Ende sogar Freundschaften als Trugschluss erweisen.

Lea Streisands neuer Roman, der bei GOYALiT als mitreißende Autorenlesung erscheint, thematisiert das Aufwachsen zur Zeit der Wende.

©2023 Ullstein Verlag (P)2023 GOYA, a label of Edel Music & Entertainment GmbH
Autoren Belletristik Familienleben Historische Romane Kunst & Literatur

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Eine schöne Geschichte, gut vorgetragen in leichtem Berliner Dialekt direkt von der Autorin. Angenehmen zu hören, mit schönen emotionalen Momenten. Viele Rückgriffe auf DDR Begriffe und Besonderheiten. Vom Stil her etwa so wie "Gregs Tagebücher" mit Elementen aus "Goodbye Lenin". Leider nicht sehr authentisch. Um einige Beispiele herauszugreifen: es wird zB sehr leichtfertig mit dem Begriff "Konterrevolutionäre" umgegangen - das wäre in der "real-existierenden" DDR ein schwerer Vorwurf gewesen und niemand hätte sich selbst so bezeichnet und schon gar nicht vor seinen Kindern. Anderes Beispiel: Niemand hätte in der Schule mit der Lehrerin über die "Gebote der Jungpioniere" diskutiert. Das wirkt aus heutiger Sicht lustig - damals war sowas toternst und hätte schwerwiegende Konsequenzen für Kinder und Eltern gehabt. In der DDR sprach man auch nicht von Brandenburg, das Bundesland gab es erst wieder nach der Wende. Und so könnte man weitermachen. Aber in Summe gute Unterhaltung.

Gemischte Gefühle

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Franzi, die Hauptfigur, und ich sind vermutlich gleich alt und in gleichen oder doch recht ähnlichen Verhältnissen aufgewachsen. Ich habe mich beim Zuhören allerdings nie wirklich auf den vermutlich interessanten Inhalt fokussieren können, weil die Sprecherin/ Autorin mit nerviger Kinderimitagsstimme (und einem vollkommen unnötigen Berliner Dialekt) so sehr versucht das junge Mädchen zu sein, dass ein unbedingtes Fremdschämen bei mir nicht zu vermeiden war. Da versucht also eine Ü40 Frau, das Kind in sich sprechen zu lassen. Das mag für eine Gutenachtgeschichte stimmig sein, in einem Buch mit aufklärerischen Anspruch jedoch völlig deplatziert. Sterne für inhaltliche Richtigkeit, aber diese 5 Stunden waren eine Zumutung.

Am Versuch gescheitert, die DDR aus Kinderaugen zu beschreiben.

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