Folgen

  • Folge 296: Krieg, Politik und Clausewitz – Wie zeitgemäß sind seine Ideen?
    Jan 2 2026

    „Der Krieg ist eine bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln.“

    Doch ist dieser wohl bekannteste Satz von Carl von Clausewitz auch heute noch gültig? Lässt sich diese These auf die Konflikte und sicherheitspolitischen Herausforderungen unserer Zeit übertragen? Und vor allem: Wie sind die Begriffe Krieg und Politik in diesem Zusammenhang überhaupt zu verstehen und voneinander abzugrenzen?

    Mit diesen grundlegenden Fragen wollen wir uns in der heutigen Podcast-Folge eingehend beschäftigen. Dabei geht es nicht nur um theoretische Überlegungen, sondern auch um die praktische Bedeutung von Clausewitz’ Denken für die moderne Welt.

    Bevor wir jedoch tiefer in diese Thematik einsteigen, werfen wir zunächst einen Blick auf die Person hinter diesem berühmten Zitat. Wer war Carl von Clausewitz und welche Erfahrungen prägten sein Verständnis von Krieg und Politik?

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    44 Min.
  • Folge 295: Weihnachten in Stalingrad
    Dec 26 2025

    Die Weihnacht kommt im klaren Winterwind ins Tal. Die Mutter beugt sich über ihr Kind, der Vater steht weit entfernt im Feld auf Wache, und viele Sterne leuchten durch die graue Nacht. Zwei Sterne spiegeln sich in den Augen unseres Kindes und zeigen: Wir gehören zusammen.

    Der Liedtext aus der Sammlung Deutsche Kriegsweihnacht (München 1942) fasst typische Elemente der nationalsozialistischen Weihnachtskultur zusammen. Zum einen wird das Fest mit einer eher vagen Naturmystik verbunden – Winter, Nacht, Sterne. Zum anderen spielt der stark idealisierte Mutterkult eine wichtige Rolle. In dem Lied von Hans Baumann (1914–1988) kommt außerdem die Figur des Vaters hinzu, der als Soldat im Feld steht und Wache hält.

    Wie Weihnachten in Stalingrad gefeiert wurde – sowohl von den eingeschlossenen deutschen Soldaten als auch von den sowjetischen Truppen –, wollen wir in dieser Folge genauer untersuchen. Dafür müssen wir zunächst etwas ausholen und klären: Welche Bedeutung hatte Weihnachten im Nationalsozialismus?

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    33 Min.
  • Folge 294: Der U-Boot-Krieg – Wölfe im Atlantik
    Dec 19 2025

    Heute widmen wir uns der Entwicklung und Bedeutung der deutschen Kriegsmarine in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen sowie während des Zweiten Weltkriegs. Im Zentrum unserer Betrachtung stehen zwei prägende Persönlichkeiten der Marinegeschichte: Erich Raeder, der von 1928 bis 1943 als Oberbefehlshaber die Geschicke der Kriegsmarine leitete, und sein Nachfolger Karl Dönitz, der später für kurze Zeit auch das Amt des Staatsoberhauptes des Deutschen Reiches übernahm.

    Zunächst beschäftigen wir uns mit Raeders Bemühungen, die Marine nach den Beschränkungen des Versailler Vertrags wiederaufzubauen. Dabei spielen sowohl die organisatorischen und politischen Herausforderungen dieser Phase eine Rolle als auch die strategischen Leitlinien, die Raeder für die zukünftige Ausrichtung der Seestreitkräfte entwickelte. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem sogenannten Z-Plan, jenem ambitionierten Rüstungsprogramm, das den Aufbau einer schlagkräftigen Überwasserflotte vorsah und langfristig die globale Bedeutung Deutschlands zur See stärken sollte.

    Im Anschluss wenden wir uns Karl Dönitz zu, dessen Aufstieg in der Marine eng mit der Entwicklung der deutschen U-Boot-Waffe verknüpft ist. Wir beleuchten seine strategischen Vorstellungen, insbesondere die Theorie des „Rudeltaktik“-geführten U-Boot-Krieges, sowie die technischen Neuerungen und taktischen Anpassungen, die unter seiner Führung umgesetzt wurden. Diese Faktoren prägten maßgeblich den Verlauf des Seekrieges im Atlantik und beeinflussten sowohl die Erfolge als auch die Grenzen der deutschen U-Boot-Operationen während des Zweiten Weltkriegs.

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    27 Min.
  • Folge 293: Viktor Nekrassow – "In den Schützengräben von Stalingrad"
    Dec 12 2025

    Heute wenden wir uns einem Schriftsteller zu, dessen Lebensweg untrennbar mit einem der dramatischsten Kapitel des Zweiten Weltkriegs verbunden ist. Viktor Nekrassow diente als junger Offizier in Stalingrad und erlebte die verheerenden Kämpfe nicht aus der Distanz, sondern unmittelbar in den Schützengräben, Seite an Seite mit seinen Kameraden. Gerade deshalb ist sein Werk so bemerkenswert: Es eröffnet die Möglichkeit, den Kampf um Stalingrad aus einer sowjetischen Perspektive zu betrachten.

    Bemerkenswert ist zudem Nekrassows literarischer Werdegang. Bevor er zu schreiben begann, hatte er keinerlei Erfahrung als Autor. Gerade diese Unmittelbarkeit seiner Beobachtungen und sein Stil machten sein Debüt so kraftvoll. Mit seinem Roman In den Schützengräben von Stalingrad gelang ihm auf Anhieb ein Werk, das weit über die Grenzen der Sowjetunion hinaus Aufmerksamkeit erregte. Das Buch wurde zu einem internationalen Erfolg, brachte ihm schlagartig Weltruhm ein und erschien schließlich in mehr als dreißig Sprachen – ein Beleg dafür, wie sehr seine präzise, schonungslose Darstellung des Kriegsgeschehens die Leser und Leserinnen weltweit berührte.

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    39 Min.
  • Folge 292: Teil II Exilliteratur - Die Exilliteraten nach der Machtergreifung
    Dec 5 2025

    Wie konnte ein politischer Erdrutsch historischen Ausmaßes zunächst wie ein beiläufiges Ereignis wirken? Unsere neue Folge blickt auf die Wochen nach dem 30. Januar 1933 – den Moment, in dem Adolf Hitler an die Macht kam und große Teile der deutschen Gesellschaft, besonders Künstler*innen und Intellektuelle, noch erstaunlich ruhig blieben. Während Einzelne entsetzt reagierten, setzten viele ihr Leben fort, als sei kaum etwas geschehen. Doch im Hintergrund wurde bereits das Fundament der Demokratie zerschlagen, die Pressefreiheit angegriffen und die kulturelle Landschaft systematisch »gleichgeschaltet«.

    In dieser Episode erzählen wir, wie Schriftstellerinnen und Schriftsteller die frühen Maßnahmen des Regimes erlebten, warum Warnsignale übersehen wurden – und wie die schleichende Diktatur schon vor dem Ermächtigungsgesetz Fakten schuf. Ein Blick auf Illusionen, Irrtümer, frühe Verfolgung und den Beginn des kulturellen Kahlschlags, der Deutschland nachhaltig veränderte

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    26 Min.
  • Folge 291: Teil I Exilliteratur - Die Rolle der späteren Exilliteraten in den Zwanziger Jahren
    Nov 28 2025

    »Ihr schlagt den Besiegten kurz und klein und laßt ihn verdorren und sticken. Ihr raubt an der Weichsel und am Rhein, wir sollen ein Amen euch nicken. Ihr sprecht vom Säbel und seiner Gefahr, von teuflischen deutschen Listen, die Schuld am Kriege sei klipp und klar – Und ihr? Die dicksten Imperialisten!«

    Diese Zeilen stammen – überraschend – von Kurt Tucholsky, einem Autor, der dem linken Spektrum zugerechnet wird und später von den Nationalsozialisten verfolgt wurde. Während Tucholsky selbst noch rechtzeitig nach Schweden fliehen konnte, gehörten seine Bücher zu den ersten, die den Flammen der nationalsozialistischen Bücherverbrennungen zum Opfer fielen. Doch stellt er in diesem Gedicht tatsächlich die von der Entente behauptete deutsche Alleinschuld am Ersten Weltkrieg infrage?

    Die Antwort bleibt rätselhaft: Eindeutig ist lediglich, dass Tucholsky die Schuldzuweisung mit dem Vorwurf des »Imperialismus« gegenüber den Siegermächten verbindet. Dadurch verleiht er seiner Kritik am Versailler Vertrag eine rationalere Grundlage, als es ein bloßer Appell an nationale Empfindungen vermocht hätte.

    Tucholsky stand damit auf einer Linie, die auch die intellektuellen Gegner des Versailler Vertrags insgesamt prägte: Während der rechte Flügel jegliche deutsche Schuld weitgehend bestritt, leugnete der linke Flügel zwar die Alleinschuld, erkannte jedoch eine deutsche Mitschuld an – und grenzte sich zugleich scharf von nationalistischen Positionen ab.

    So wird deutlich, dass der Weg in den Widerstand gegen das NS-Regime und letztlich ins Exil selten geradlinig verlief, sondern von Ängsten, Zweifeln und inneren Widersprüchen begleitet war.

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    32 Min.
  • Folge 290: Vom Kreuz zum Hakenkreuz - Die katholische und evangelische Kirche im Nationalsozialismus
    Nov 21 2025

    Zwischen 1933 und 1945 sahen sich die Kirchen in Deutschland der schwierigen Aufgabe gegenüber, ihre religiöse Identität und institutionelle Selbstständigkeit innerhalb eines totalitären Regimes zu behaupten. Während die evangelische Kirche aufgrund ihrer Aufteilung in 28 weitgehend autonomen Landeskirchen nur locker organisiert war, verfügte die katholische Kirche mit dem Papst über eine klar definierte, zentralisierte Führung. Diese strukturellen Unterschiede prägten maßgeblich die jeweiligen Reaktionen auf die Ideologie und Machtpolitik des Nationalsozialismus.

    Die katholische Kirche bemühte sich vor allem auf diplomatischem Wege – etwa durch den Abschluss des Reichskonkordats – ihre Rechte und Handlungsspielräume zu wahren. Zugleich erhoben einzelne Bischöfe und Geistliche durch Predigten, Hirtenbriefe und konkrete Hilfeleistungen ihre Stimme gegen staatliche Übergriffe. Die evangelische Kirche hingegen wurde innerlich zerrissen: Während die Deutschen Christen die nationalsozialistische Weltanschauung weitgehend übernahmen und die Gleichschaltung vorantrieben, formierte sich in der Bekennenden Kirche ein entschiedener theologischer und institutioneller Widerstand.

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    29 Min.
  • Folge 289: Die Geschichte Südtirols – Von der Grenzverschiebung zur Autonomie
    Nov 14 2025

    Die Geschichte Südtirols im 20. Jahrhundert ist von tiefgreifenden politischen Umbrüchen, Grenzverschiebungen und Identitätskonflikten durchzogen. Kaum eine andere Region Europas erlebte in so kurzer Zeit derart einschneidende Veränderungen. Vom Ersten Weltkrieg bis zur Verwirklichung der Autonomie im Jahr 1972 wurde Südtirol immer wieder zum Spielball der großen Mächte. Die Menschen in dieser alpinen Grenzregion sahen sich gezwungen, sich fortwährend neuen politischen Realitäten zu fügen – häufig wider ihren Willen.

    Vor allem die Zeit nach 1918, als Südtirol vom österreichisch-ungarischen Teil Tirols abgetrennt und Italien zugesprochen wurde, bedeutete einen tiefen Einschnitt in Geschichte, Sprache und Kultur der Bevölkerung. Die folgenden Jahrzehnte waren geprägt von Fremdherrschaft und Assimilationsdruck, aber auch von Widerstand, Beharrlichkeit und dem zähen Ringen um Selbstbestimmung und kulturelle Anerkennung.

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    23 Min.