• Die Klimakatastrophe war nie weg – mit Horst Marschall
    Jan 28 2026

    In dieser anekdotenreichen Folge von Sinnerfüllt erzählt Horst Marschall, Professor für Geowissenschaften, ausführlich von seiner Schul- und Studienzeit, wobei erstere alles andere als geradlinig verlaufen ist. Sein Beispiel zeigt, dass antiquierte Lehrmethoden selbst klugen und interessierten Kindern das Lernen schwer machen können. In starkem Kontrast dazu steht für ihn die intellektuelle Freiheit während seiner eigenen Studienzeit und späteren Berufslaufbahn.Inhaltlich rückt Marschall die drohende und zum Teil bereits eingetroffene Klimakatastrophe in den Fokus des Interviews und plädiert nachdrücklich dafür, trotz der aktuellen geopolitischen Konflikte in der Nähe Europas den Klimaschutz stärker voranzutreiben. Er betont, dass der Klimawandel nicht „nur“ die Vielfalt und Schönheit der biologischen Umwelt dezimiert, sondern auch das Überleben der menschlichen Zivilisation gefährdet. Kipppunkte wie das Aussetzen des Golfstroms werden allen Berechnungen zufolge bei zu hoher globaler Erwärmung weite Teile des Globus unbewohnbar machen. Dabei warnt Marschall jedoch auch vor Fatalismus angesichts der politischen Schwierigkeiten, das 1,5-Grad-Limit einzuhalten. So wären 1,6 Grad globale Erwärmung im Vergleich zum vorindustriellen Niveau zwar deutlich schlimmer als 1,5 Grad, aber immer noch deutlich besser als 1,7 Grad. Letztlich gilt: jedes bisschen CO2-Einsparung zählt!

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    1 Std. und 54 Min.
  • Unbeugsam und kompromissbereit im Bundestag – mit Ingrid Matthäus-Maier
    Dec 3 2025

    In dieser Folge von „Humanistische Lebensgeschichten“ ist die ehemalige Bundestagsabgeordnete und ehemalige Chefin der KfW-Bankengruppe Ingrid Matthäus-Maier zu Gast. Wer den Dokumentarfilm „Die Unbeugsamen“ von 2020 gesehen hat, kennt die sozialliberale Vorkämpferin der 70er, 80er und 90erJahre bereits.

    Matthäus-Maier lässt in dem Gespräch prägende Etappen ihrer Biografie und politischen Arbeit Revue passieren: Von 1976 bis 1999 gehörte sie dem Bundestag an – zunächst für die FDP in der sozialliberalen Koalition unter Willy Brandt, ab 1983 dann für die SPD. Sie berichtet unter anderem von der Neugestaltung der gesetzlichen Regelung des Schwangerschaftsabbruchs nach der Wiedervereinigung sowie von sexuellen Übergriffen im Bundestag, deren Zeugin sie wurde. Mit Blick auf die heutige Lage hebt sie die Bedeutung politischer Kompromisse hervor. Zugleich weiß Matthäus-Maier aus Erfahrung: Manchmal mussman ein Amt niederlegen, um integer zu bleiben. Vor diesem Hintergrund könne sie dem politischen Nachwuchs nur raten, stets über einen soliden Plan B außerhalb der Politik zu verfügen.

    Hinweis: Die Folge wurde am 30. September aufgezeichnet und bildet daher nicht den aktuellen Stand rund um die Grundsicherungsdebatte ab.

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    53 Min.
  • Demokratie braucht Streitkultur - mit Jacques Tilly
    Sep 24 2025

    In dieser Folge von „Sinnerfüllt – Humanistische Lebensgeschichten“ gibt Jacques Tilly Einblicke in seine jahrzehntelange Arbeit als Gestalter von satirischen Karnevalswagen, die weit über das Rheinland hinaus ihre Wirkung entfalten. Wenn an Rosenmontag ein Wagen durch die Straßen zieht, auf dem Trump und Putin einen schreienden Selenski zwischen ihren Händen zerquetschen, gehen die Bilder davon um die ganze Welt. Grund hierfür ist sicherlich der weltweit einmalige Härtegrad der satirischen Darstellungen, der vom Düsseldorfer Karnevalsverein als ausgelebte Narrenfreiheit verstanden und mit tiefer Überzeugung verteidigt wird.

    Anhand der Reaktionen der porträtierten Personen und Institutionen lässt sich bemessen, wer mit Kritik umgehen kann und wer nicht – ein wichtiges Merkmal demokratischer Gesinnung. Verschont wird dabei niemand. Von Weidel, Merz und Scholz bis hin zu Erzbischöfen und den Karnevalsvereinen höchst selbst – wer aus Tillys Sicht Kritik und Spott verdient, bekommt sie auch. „Was wir den Christen zumuten, müssen wir den Muslimen auch zumuten“, so Tillys klare Haltung zu Islamkritik, die nicht fälschlicherweise als Diskriminierung von Minderheiten verstanden werden sollte. Wichtig ist ihm dabei, dass seine Werke überparteilich sind. Tilly versucht, die zentralen gesellschaftspolitischen Konflikte herauszuarbeiten und gleichzeitig mit seiner Kritik einen gewissen Grundkonsens in der Bevölkerung zu finden. Diese Kritik in ein simples und ausdrucksstarkes Bild zu gießen, ist die hohe Kunst, die Tilly seit 40 Jahren wirksam auf die Straße bringt.

    Bitte entschuldigt das gelegentlich auftretende Klopfgeräusch. Die Folge wurde in einer unkontrollierten Umgebung aufgezeichnet.

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    1 Std. und 19 Min.
  • Kirche der Enttäuschungen - mit Simone P.
    Aug 20 2025

    In dieser Folge von „Sinnerfüllt – humanistische Lebensgeschichten“ erzählt Simone P., was sie dazu bewogen hat, aus der Kirche auszutreten. Aufgewachsen im Sauerland der 60er- und 70er-Jahre, war sie von klein auf daran gewöhnt, dass katholische Priester im Hause ihrer Familie als Ehrengäste ein- und ausgingen. Als Kind kämpfte sie leidenschaftlich (und erfolgreich!) dafür, eine der ersten weiblichen Messdienerinnen in der Region werden zu dürfen. Doch auf diese frühe Errungenschaft folgten jahrzehntelang herbe Momente der Enttäuschung.
    Neben eklatanter Doppelmoral und Missbrauchsskandalen war für Simone insbesondere auch der gefühlskalte und abwertende Umgang mit Menschen, die an Suchterkrankungen leiden, ein deutliches Warnzeichen. Zuletzt konnten selbst die hartnäckigsten Stippvisiten des neuen Gemeindepfarrers ihre Entscheidung nicht mehr aufhalten. Im Gegenteil: wenn ein Vertreter Gottes auf Erden sie plötzlich ghostet – für wen in aller Welt soll sie dann noch das Vater Unser beten?

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    57 Min.
  • Eine Anleitung zur Gelassenheit - mit Eckart Voland
    Jun 25 2025

    In dieser Folge von „Sinnerfüllt. Humanistische Lebensgeschichten“ begrüßen wir Professor Eckart Voland, Soziobiologe im Ruhestand und Beirat der Giordano-Bruno-Stiftung. Seine Überzeugung: Der Humanismus macht das beste Angebot für eine Werteorientierung, die auf wissenschaftlicher Vernunft statt auf Glaubenssätzen basiert.


    Während sein eigener Abschied von der Kirche kurz und schmerzlos verlief, versteht er die tiefen Wunden, die religiöse Dogmen bei anderen hinterlassen – und die zermürbende Frage, wie ein allmächtiger Gott den Holocaust zulassen konnte. Im Gespräch räumt er mit Missverständnissen der Soziobiologie auf und erklärt seine provokante These: „Der wahre Egoist kooperiert.“ Prosoziales Verhalten ist demnach keine göttliche Vorschrift, sondern eine kluge evolutionäre Strategie.


    Doch warum stoßen solche biologischen Erkenntnisse oft auf Widerstand? Voland sieht die Hürde in der notwendigen Abkehr vom freien Willen. Diesem gefühlten Kontrollverlust begegnet er mit einer radikal positiven Umdeutung: Ohne freien Willen verlieren Konzepte wie Schuld und Tadel an Gewicht. An ihre Stelle treten eine tiefe, innere Gelassenheit und wohlwollende Nachsicht.


    Diese Episode verbindet eine persönliche Lebensgeschichte mit fundamentalen Fragen der Philosophie und Biologie. Sie ist ein Plädoyer für ein selbstbestimmtes Leben jenseits von moralischem Druck und zeigt, warum für Eckart Voland das Fazit klar ist: Humanismus macht einfach Spaß.

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    1 Std. und 22 Min.
  • Ohne Jenseits lebt es sich lebendiger - mit Eva Creutz
    May 28 2025

    In dieser Folge von „Sinnerfüllt. Humanistische Lebensgeschichten“ gewährt Eva Creutz vom Düsseldorfer Aufklärungsdienst Einblicke in ihre säkulare Weltanschauung und ihr Engagement für eine konsequente Trennung von Staat und Kirche. Der Verzicht auf Religion bedeutet für sie dabei keineswegs einen Verzicht auf Gemeinschaft – ganz im Gegenteil. Humanismus ist für Creutz nicht nur eine Überzeugung, sondern auch ein Gefühl, das sich in der Verbundenheit mit anderen Menschen ausdrückt. Wenn Menschen füreinander da sind und sich in Krisenzeiten beistehen, braucht es keinen Gott, der leere Versprechungen macht und deren Erfüllung auf ein ungewisses Leben nach dem Tod vertagt.

    Eva Creutz’ Erzählungen zeigen eindrucksvoll, wie wertvoll es sein kann, sich ganz auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren – auch und gerade dann, wenn uns persönliche Schicksalsschläge das Leben erschweren. Zugleich beleuchten sie den Umstand, dass unser Privatleben immer auch politisch ist. Wenn andere sich daran stören, was wir (nicht) glauben oder wen wir lieben, bleibt uns nichts anderes übrig, als diesen Anfeindungen mit guten Argumenten, Haltung und Tatkraft zu begegnen, um unsere (noch) offene Gesellschaft zu verteidigen.

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    1 Std. und 16 Min.
  • Der Mensch im Kreislauf der Natur - mit Monika Griefahn
    Apr 26 2025

    In dieser Folge von "Sinnerfüllt. Humanistische Lebensgeschichten" spricht Monika Griefahn über ihre langjährige aktivistische und politische Arbeit für Umwelt- und Klimaschutz sowie über den innovativen Cradle-to-Cradle-Ansatz, der ökonomische und kulturelle Lösungen miteinander verbindet. Vor diesem Hintergrund sollte der Mensch nicht als „Umweltschädling“ bekämpft, sondern als potenzieller „Umweltnützling“ gefördert werden. Dabei verweist sie auf die Bedeutung von Bildung und kultureller Vielfalt, um eine nachhaltige Lebensweise zu erschaffen, die im Einklang mit der Natur steht.

    Die Folge bietet einen persönlichen Einblick in Griefahns Engagement und ihre Überzeugungen hinsichtlich eines nachhaltigen und respektvollen Umgangs mit der Natur, aber auch in ihre persönliche Betroffenheit und Motivation. Sie zeigt auf, wie wichtig es ist, Verantwortung für die Umwelt zu übernehmen und Lösungen zu finden, die sowohl ökologisch als auch ökonomisch sinnvoll sind.

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    1 Std. und 8 Min.
  • Rational denken, empathisch handeln - mit Michael Schmidt-Salomon
    Mar 22 2025

    In dieser Folge von SINNERFÜLLT spricht Michael Schmidt-Salomon, einer der bekanntesten Vertreter des evolutionären Humanismus und Vorstandssprecher der Giordano-Bruno-Stiftung, über die Kraft des rationalen Denkens und die Bedeutung von Empathie im täglichen Handeln.

    Schmidt-Salomon, der als Autor, Philosoph und Aktivist zahlreiche Beiträge zur Bekämpfung religiöser Dogmen veröffentlicht hat, erklärt, warum rationales Denken und Empathie keine Gegensätze sind, sondern sich idealerweise ergänzen sollten. Im Gespräch geht es um die Frage, wie wir als Gesellschaft eine Balance zwischen wissenschaftlicher Vernunft und zwischenmenschlichem Mitgefühl finden können – in einer Zeit, in der Fakten oft von emotionalen oder ideologischen Interessen überlagert werden.

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    1 Std. und 29 Min.