Folgen

  • Folge 141: Mobi - Schwimmen für alle und überall
    Jan 21 2026

    Diesmal haben wir gleich drei Menschen zu Gast - denn ohne sie wäre dieses einzigartige Projekt wohl nie zustande gekommen: Mobi ist ein mobiles Schwimmbad, bestehend aus drei transportablen Stahlbauten in T-Form. Im Hauptteil ist natürlich das Schwimmbecken, beheizt und 3x13 Meter groß. In einem weiteren Modul sind Umkleiden, Duschen und Toiletten, jeweils für Mädchen und Jungs getrennt. Und in einem dritten Modul findet die Wasseraufbereitung statt. Das Ganze auf einer Fläche von 25x15 Metern - passt praktisch auf jeden Schulhof!

    Und das soll es auch. Denn Mobi ist dafür da, dass sich Kinder ans Wasser gewöhnen können, unabhängig von eingeschränkten Wasserzeiten an öffentlichen Schwimmbädern und viel zu schnell ausgebuchten Schwimmkursen. Deshalb steht das mobile Schwimmbad bis zu drei Monaten immer an einer anderen Schule im Raum Köln/Bonn. Morgens findet hier Schwimmunterricht statt, nachmittags können auch alle anderen in der Umgebung Schwimm- und Aquakurse buchen. Sogar Schwimmtraining ist möglich, denn Mobi hat bei Bedarf auch eine Gegenstromanlage. Und das Ganze für alle - kostenlos! 10 Stunden am Tag ist Mobi in Betrieb, an 350 Tagen im Jahr.

    Entstanden ist die Idee im Rahmen der Schwimminitiative Nordrhein-Westfalen (NRW). Projektträger ist der Kreissportbund Düren, dessen Geschäftsführer Wolfgang Schmitz uns als erstes von dem Projekt erzählt hat. Was ohne Unterstützung des Fördervereins der Sparkasse Köln/Bonn - immerhin in Höhe von 3 Millionen Euro - gar nicht zustande gekommen wäre. Deshalb ist auch Gero Wiesenhöfer heute zu Gast. Und natürlich Verena von der Gathen, die nicht nur für das Projekt verantwortlich ist, sondern es an der Sporthochschule Köln auch wissenschaftlich begleitet. Denn das mobile Schwimmbad Mobi ist tatsächlich einzigartig, sagt Wolfgang Schmitz: Selber geplant und ausgetüftelt und mittlerweile sogar patentiert - der Stolz ist ihm deutlich anzuhören. Kostenpunkt: 750.000 Euro allein für die drei Module, mit Solarpaneelen auf dem Dach. Hinzu kommen nochmal rund 450.000 Euro im Jahr für Energie- und Betriebskosten, Schwimmlehrer:innen und was sonst noch so alles anfällt.

    Seit September 2025 ist Mobi unterwegs, sein Einsatz ist für fünf Jahre geplant, immer an Schulen mit hohem Sozialindex. Denn dort sind die Schülerinnen und Schüler vorher oft noch nie mit einem Schwimmbecken in Berührung gekommen. Ein bis zwei Tage braucht es für den Aufbau, dann nochmal etwa fünf Tage für Vorbereitung, Wasser einlassen und temperieren, bis Mobi startklar ist. Wichtig: Mobi kann sich sogar an einen unebenen Untergrund anpassen, das Wasser kommt mit Unterstützung der Feuerwehr aus öffentlichen Hydranten. Und natürlich kommt auch regelmäßig das Gesundheitsamt vorbei, um zu kontrollieren, dass das Wasser auch tatsächlich hygienisch einwandfrei ist.

    Wichtig ist allen dreien zu betonen, dass Mobi keine Schwimmbäder ersetzen soll, sondern als Zusatzangebot gedacht ist. Damit sich Kinder spielerisch ans Wasser gewöhnen können. Und nicht mehr monatelange Schwimmkurse brauchen, sondern recht zügig in einem öffentlichen Schwimmbad das Seepferdchen und später dann auch das Schwimmabzeichen machen können.

    Am liebsten würden die drei ganz viele Mobis bauen und vor Schulen stellen. Auch vor unserem inneren Auge tauchen lauter Mobis in Kreuzberg, Neukölln und anderen Berliner Stadtteilen auf. Das wäre doch tatsächlich mal eine gute Idee! Vielleicht fragen wir mal beim Berliner Senat und der Berliner Sparkasse an. Wer ist dabei?

    Mehr anzeigen Weniger anzeigen
    39 Min.
  • Folge 140: Gesänge über Chlor - und seinen Geruch
    Jan 14 2026

    Heute wollen wir unserem Namen mal alle Ehre machen und über Chlor reden. Nein, keine Angst, das wird keine Chemiestunde. Aber die meisten von uns machen sich vermutlich wenig Gedanken darüber, was eigentlich alles dazu gehört, damit das Wasser im Schwimmbecken klar, sauber und hygienisch einwandfrei bleibt und wir bedenkenlos reinspringen können. Was alles so dazu gehört, das war auch uns nicht wirklich klar und nötigt uns großen Respekt ab!

    Unser Gesprächspartner ist der Sachverständige für Wasseraufbereitung Dirk Dygutsch, der neben vielen anderen Tätigkeiten auch in der Schwimm- und Badebeckenwasserkommission des Bundesgesundheitsministeriums sitzt. Mit anderen Worten: Ein echter Auskenner. Der zudem noch - obwohl er in Chemie einen Doktor hat oder vielleicht auch gerade deswegen - sehr anschaulich erklären kann.

    Eins stellt er gleich am Anfang klar: Es reicht nicht, eine Handvoll Chlor ins Wasser zu schmeißen und dann ist alles prima. Vielmehr gehören sehr viele komplizierte Abläufe im Hintergrund dazu, damit wir uns im Schwimmbad weder vor Infektionen noch vor Verätzungen fürchten müssen und auch nicht ständig irgendwelche Dinge um uns herumschwinmen, die da nicht reingehören.

    Mindestens ebensso wie wichtig wie Chlor sind sehr gute Filter und weitere Desinfektionsmittel. Dreimal täglich muss kontrolliert werden, ob das Mischungsverhältnis auch wirklich stimmt. Das Wasser im Schwimmbecken ist Trinkwasser, für jeden Badegast müssen rund 30 Liter nachgefüllt werden, also ein ständiger Kreislauf. Zudem werden die Beckenböden mindestens zweimal die Woche gereinigt, die Beckenwände alle 14 Tage und die Überlaufrinne einmal wöchentlich. Und auch das Gesundheitsamt schaut regelmäßig vorbei.

    Im Gespräch geht es natürlich auch darum, wie schlimm es denn eigentlich ist, wenn man ins Becken pinkelt. Der bekannte amerikanische Schwimmer Michael Phelps hat dazu mal gesagt: „Ich denke, jeder pinkelt in den Pool. Wenn man zwei Stunden im Wasser ist, geht man nicht raus, um Pipi zu machen.“ Er empfände das aber auch nicht als problematisch, das Chlor im Becken käme damit schon klar. So ganz stimmt das allerdings nicht, sagt Dirk Dygutsch. Wenn jeder statt der Toilette das Becken benutze, gäbe es sehr wohl ein Problem.

    Mit geringen Mengen, die Menschen womöglich „aus Versehen“ verlieren, käme das Chlor aber schon klar. Der typische Chlorgeruch in Schwimmbädern - den wir beide sehr lieben - kommt allerdings nicht vom Chlor, das riecht kaum. Vielmehr entstehe er durch flüchtige Gase, die frei werden, wenn Chlor den Harnstoff abbaut. Es ist also tatsächlich was dran - je mehr es nach Chlor riecht, desto mehr … Eine andere Story kann Dygutsch aber klar entkräften: Es ist nicht möglich, dass sich Urin verfärbt, wenn er dann doch mal ins Beckenwasser fließt. Also keine Sorge.

    Mindestens genauso wichtig, um das Badewasser sauber zu halten, ist das Duschen vorab. Denn das größte Risiko, Schadstoffe ins Wasser zu tragen, sind wir selbst. Vorher ordentlich einseifen und gründlich abduschen, rät Dygutsch, das wäre die allerbeste Hygiene. Wir schauen uns an und müssen ein bisschen lachen. In Hallenbädern wird das sicher von vielen gemacht. Im Freibad haben wir noch nie jemanden vor dem Schwimmen mit Seife unter der Dusche stehen sehen …



    Mehr anzeigen Weniger anzeigen
    39 Min.
  • Folge 139: Faszination Eisschwimmen
    Jan 7 2026

    Es ist ein Trend, ein Hype, ein Wahnsinn geradezu - das Eisschwimmen. Gerade fanden vom 1. bis zum 6. Januar bundesweit die Eisschwimmtage statt, seit 2025 ist Eisschwimmen eine offizielle Sportart im Deutschen Schwimmverband. Immer mehr Menschen hüpfen im Winter mal eben in den eiskalten See (obwohl man auf keinen Fall hinein „springen“ sollte!). Wir sprechen heute mit Anke Rubien, eine unserer Hörerinnen, aber vor allem - einer Eisschwimmexpertin. Denn sie ist nicht nur selber Eisschwimmerin seit 2016, sondern hat sich auch zum Ice-Instructor ausbilden lassen, quasi zu einer Eisschwimmlehrerin. Zur Zeit kann man diese Ausbildung nur beim bayerischen Schwimmverband machen, Anke kommt selber aus Hessen und lebt zur Zeit bei Hannover - aber das war es ihr wert.

    Denn so schön und aufregend Eisschwimmen auch sein kann - es ist nicht ungefährlich. Die beiden wichtigsten Regeln, sagt Anke: NIEMALS allein und - immer bedenken, dass man aus dem kalten Wasser auch wieder rauskommen muss! Wer sich beispielsweise ein Loch in die Eisfläche eines Sees schlägt, handelt grob fahrlässig. Denn da kommt man zwar sehr schnell rein, aber nur sehr schwer wieder raus. Und auch für Retter ist es sehr schwierig, jemanden aus einem Eisloch herauszuziehen.

    Wenn man im kalten See schwimmen geht, sollte man auf jeden Fall immer eine Boje dabei haben. Nicht nur, weil man sich im Zweifel daran festhalten kann, sondern weil man einfach besser gesehen wird. Ob mit oder ohne Neoprenanzug, -socken oder -handschuhe - das müsse jeder und jede für sich selber entscheiden, sagt Anke. Neoprensocken seien oft sehr hilfreich, weil man nie so genau wisse, wie der Untergrund im See gerade beschaffen ist. Und wenn man reingeht, so ihr Tipp, dann erstmal bis zum Bauchnabel - und dann langsam, aber zügig den Rest. Und dabei gaaaaanz ruhig atmen!

    Anke selbst ist eher durch Zufall zum Eisschwimmen gekommen. Als Kind hatten ihr ihre Eltern das Schwimmtraining verboten, weil sie Angst hatten, dass sie zu muskulös, zu wenig weiblich dadurch werden würde. Mit 40 hat sie dann aber mit den eigenen Kindern wieder angefangen, hat zahlreiche internationale Wettkämpfe mitgeschommen, diverse Trainerscheine gemacht, als Volunteer bei Wettkämpfen unterstützt und sich dann auch noch zum Total Immersion-Coach ausbilden lassen.

    Kurz und krumm - das Wasser war und ist ihr Element. Zunächst vor allem im Becken, später, wenn auch zögerlich, im See. 2016 war sie als Zuschauerin bei der Eisschwimm-WM in Burghausen dabei, plötzlich fehlte eine Starterin in der Staffel und Anke wurde gefragt, ob sie nicht vielleicht …? Sie wollte. 25 Meter in eiskaltem Wasser. Bei 1,5 Grad Wasser- und minus 13 Grad Außentemperatur. Danach gab es kein Zurück mehr.

    Mittlerweile schwimmt sie auf Wettkämpfen 500 oder auch 1000 Meter. Brust oder Kraul, wobei sie betont, dass Kraulschwimmen im kalten Wasser nochmal eine ganz andere Überwindung ist. Rollwenden sind bei Eisschwimmwettkämpfen übrigens verboten. Und spätestens nach fünf Metern muss der Kopf wieder aufgetaucht sein - „sonst wird man disqualifiziert“.

    Das Eisschwimmen war auch eine gute Vorbereitung für eine ganz andere Idee, die Anke mit drei anderen Frauen im Jahr 2023 in die Tat umsetzte: Staffelschwimmen durch den Ärmelkanal und dabei Spenden sammeln für die „German Doctors“, die damit ein Dorf in Indien unterstützen wollten. 4.000 Euro sollten zusammenkommen. Am Ende waren es 32.000.

    Am 10. und 11. Januar 2026 wird Anke am vEItSbad Cup teilnehmen, der der Station beim aktuellen Deutschland Ice Cup. Wir wünschen ihr gutes Gelingen und viel Erfolg!





    Mehr anzeigen Weniger anzeigen
    49 Min.
  • Folge 138: Happy New Year!
    Dec 31 2025

    An diesem letzten Tag des Jahres 2025 schauen wir zurück auf all das, was dieses Jahr für uns und hoffentlich auch unsere Hörerinnen und Hörerinnen besonders gemacht hat - allerdings erst, nachdem wir gemeinsam die Päckchen für die Gewinner:innen unseres Adventskalenders gepackt hatten. Allein der war schon wirklich speziell, nicht nur wegen der Fragen, sondern auch wegen der Entstehungsgeschichte: Immerhin durften wir für einige Szenen eine Stunde ganz allein in einem Berliner Schwimmbad drehen und dabei feststellen, was für ein unglaublicher Aufwand betrieben werden muss, um so ein Bad sauber zu halten.

    Richtig glücklich sind wir, dass wir nach drei Jahren jetzt auch endlich den angemessenen Windschutz für unsere Mikrophone haben: Dunkelwasserblau und natürlich mit dem Schriftzug „Chlorgesänge“! Regelmäßig kommen auch unsere Schwimmponchos mit dem gleichnamigen Schriftzug zum Einsatz - im Moment ganz allein unser Privateigentum, aber wenn wir es irgendwann tatsächlich mal schaffen, ein Gewerbe anzumelden, dann bieten wir sie womöglich auch zum Verkauf an. Genauso wie unsere Badekappen, die es mittlerweile immerhin schon in acht Farben gibt.

    2025 haben wir aber auch erstmals eine Tombola gemacht, und das erste Mal Werbung für Schwimmbrillen (mit dem Code CHLOR20 gibt es 20 Prozent Rabatt), von denen wir aber auch wirklich immer noch total überzeugt sind. Und von den neuen Badeanzügen, die sich zumindest eine von uns gegönnt hat, wollen wir gar nicht reden …

    Aber natürlich haben wir auch für 2026 schon Pläne - zum Beispiel endlich mal nach Lippstadt zu fahren, wo es deutschlandweit das erste KI-Überwachungssystem gibt, was das Badpersonal unterstützen soll. Mindestens genauso neugierig sind wir auf „Wischael“ im Moselbad in Koblenz, ebenfall eine KI, die bei der Reinigung in Schwimmbädern unterstützen kann. Ein Bad mit einer 100-Meter-Bahn wollen wir unbedingt besuchen, bei einem 24-Stunden-Schwimmen teilnehmen, beim Aqua-Cycling mitmachen … und da geht bestimmt auch noch mehr. Wenn Ihr Anregungen für uns habt, worüber wir unbedingt mal berichten und wohin wir dringend mal fahren müssen - meldet Euch bei uns!

    Aber jetzt erstmal für alle: Wir wünschen Euch ein wunderbares Jahr 2026, auf dass ihr bei jeder Gelegenheit und immer freudig ins Wasser gehen könnt und vor allem - ganz viel Spaß habt!









    Mehr anzeigen Weniger anzeigen
    33 Min.
  • Folge 137: Beschlagene Waschbäraugen
    Dec 17 2025
    Diesmal reden wir über etwas, was wir unbedingt brauchen und was trotzdem immer wieder ein Ärgernis ist: Die Schwimmbrille. Wobei sie natürlich auch ein Modeaccessoire sein kann - findet jedenfalls eine von uns (die mittlerweile zu jedem Badeanzug mindestens eine farblich passende Schwimmbrille hat).Aber die Schwimmbrille ist eben nur so lange cool, wie sie wirklich klare Sicht gewährt und nicht dauernd beschlägt. Im Moment schwören wir da ja gerade auf die OZEAN von buddyswim (kriegt ihr mit dem Code CHLOR20 übrigens immer noch 20 Prozent günstiger) - aber wir haben schon gemerkt, auch die fängt irgendwann an zu schwächeln. Der aktuelle Vergleichstest von vergleich.org sieht übrigens gerade die Cressi Clear Eyes ganz weit vorn - lohnt sich sicher mal auszuprobieren. Oder hat die vielleicht schon jemand getestet? Auch immer gern weit vorn ist die Arena The ONE, eine von uns hat damit auch schon sehr gute Erfahrungen gemacht.Grundsätzlich kommt es ohnehin auf die richtige Pflege an: Also nach dem Schwimmen mit kaltem (!) klaren Wasser abspülen, an der Luft trocknen lassen und auf jeden Fall in einem schützenden Behältnis oder Beutel aufbewahren. Und niemals (!) innen mit den Fingern an den Gläsern rumwischen! Die meisten Schwimmer und Schwimmerinnen sagen ja, dass die Antibeschlag-Beschichtung eben mit der Zeit abnutzt. Dann kann man sich Anti-Fog-Spray kaufen - oder man greift zu Hausmitteln, besser gesagt: zu Spucke. Aber nicht etwa reinspucken und den Schleim dann mit dem Finger verteilen - am besten die Gläser von innen ablecken. Ablecken? Ganz genau! Die Zunge beschädigt die Gläser nicht (außer ihr habt ein Zungenpiercing) und die Spucke enthält Nucine, also Schleim, der sich wie ein Schutzfilm über die Gläser legt. Danach einmal kurz ins Wasser tauchen - fertig.Aber wieso beschlägt die Brille überhaupt? Die Luft ist in der Regel wärmer als das Wasser, in dem wir schwimmen und unsere Körpertemperatur sowieso. Die warme Luft in der Brille schlägt sich dann in den (von außen gekühlten) Gläsern der Brille nieder. Deshalb ist zusätzlich zum Anlecken ein guter Tipp: Erst einmal untertauchen und dann erst die Brille aufsetzen - seitdem sie das weiß, war bei einer von uns die Brille nicht mehr beschlagen!Ein weiteres Schwimmbrillen-Phänomen: Die Waschbäraugen. Weil die Brille zu fest sitzt oder sich zu sehr ansaugt. Am Kopf festzurren soll man die Schwimmbrille ohnehin nicht, die Bänder müssen gar nicht so eng sitzen. Stattdessen die Glässer an den Augen leicht andrücken, dann saugt sich das Silikon im besten Fall von selber an. Aber ganz ohne Abdrücke wird es wohl nicht geht - Hauptsache, sie verschwinden nach dem Schwimmen schnell wieder.Eine gute Erfindung der letzten Jahre: dioptrische Schwimmbrillen. Vorbei die Zeiten, in denen sehbeeinträchtigte Menschen die Orientierung verloren, sobald sie im Wasser sind, diese Schwimmbrillen kann man an seine Kurz- oder Weitsichtigkeit individuell anpassen Für viele Schwimmer:innen ein Quantensprung. Ebenfalls eine gute Errungenschaft: Photochromatische Brillen, bei denen spezielle Filter die Lichteinstrahlung polarisieren und somit verhindern, dass sie direkt ins Auge geht - vor allem draußen im Sommer ein echter Gewinn. Grundsätzlich ist draußen auf jeden Fall ein UV-Schutz wichtig. Den gibt es übrigens bei getönten und klaren Gläsern. Welche Schwimmbrille die beste ist, muss am Ende jeder und jede selber ausprobieren. Manche schwören auch auf verstellbare Nasenstege oder die so genannten Schwedenbrillen, die so puristisch sind, dass die Augenschalen gar keine Dichtung haben. Allerdings beschlagen die auch ziemlich schnell. Außer … genau!
    Mehr anzeigen Weniger anzeigen
    32 Min.
  • Folge 136: Auf heissen Kohlen
    Nov 26 2025

    Das tollste Erlebnis hatten wir dieses Mal, als die Aufnahme für den Podcast leider schon im Kasten war - ein Wenik-Aufguss eine halbe Stunde nach Mitternacht, mit Birkenzweigen und Rückenschlägen, wie es sich gehört. Und mit einem gut gelaunten Team, das einfach nur begeisterte!

    Doch der Reihe nach. Mitternachtschwimmen und lange Saunanacht im Berliner Stadtbad Lankwitz, das fanden wir interessant. Zugegeben - zunächst mal reizte uns vor allem das Mitternachtsschwimmen. Wann hat man das schon mal, dass man so spät am Abend noch seine Bahnen ziehen kann? Das allein schon hat sich gelohnt. Denn da die meisten Gäste lieber in der Sauna schwitzten statt im Schwimmbad Meter zu machen, hatten wir eine ganze Bahn für uns.

    Umso mehr reizte es uns dann aber auch, mal zu schauen, was die Sauna-Gäste denn eigentlich vom Becken fern hielt. Und die Überraschung hätte kaum größer sein können. Wir beide waren schon oft im Stadtbad Lankwitz. Aber dass sich hinter einer unscheinbaren Tür eine wahre Saunalandschaft verbirgt, hatten wir nie bemerkt.

    Zwei 95-Grad-Saunen, ein Dampfbad und eine 50-Grad-Sauna, dazu viele Duschen, Abkühlbecken, eine große Liegefläche zum Ausruhen und eine Dachterasse - allein das ist schon großartig. Seit diesem Jahr bieten Badleiterin Angelique Biesecke und ihr Team neben dem normalen Betrieb aber auch besondere Saunanächte an. Und das wird sehr gut angenommen. An diesem Samstag gab es alle halbe Stunde einen Aufguss in einer der beiden heißen Saunen, mal Glühwein-, mal Lebkuchen-, mal Biersauna (oder auch: Malz-Märchen) - ganz der Jahreszeit entsprechend.

    Nach jedem Saunagang dann passende Schnittchen und Getränke, die Stimmung hätte kaum besser sein können. Das ist sicher vor allem auch dem engagierten Team zu verdanken. Keiner tanzte aus der Reihe, alle hielten sich an die Regeln. Auch wir haben es sehr genossen!

    Und damit nicht genug - wir haben auch die Gelegenheit genutzt, unseren Adventskalender vorzubereiten. Und ein paar Szenen im und außerhalb des Wasser gedreht. Ihr dürft gespannt sein - jeden Tag gibt es eine Badekappe zu gewinnen, wenn ihr die richtige Antwort auf unsere Fragen wisst. Wir waren rutschen, tauchen, schwimmen - und haben alles gegeben, damit ihr ein bisschen Spaß habt. Wir haben keine Peinlichkeit ausgelassen! Los geht es - natürlich - am 1. Dezember. Wir freuen uns schon!



    Mehr anzeigen Weniger anzeigen
    25 Min.
  • Folge 135: Arschbomben verboten
    Nov 19 2025
    Diesmal geht es über den Teich - und ein lang gehegter Wunsch von uns geht endlich in Erfüllung: Wir sprechen mit einer Wasserspringerin, und zwar nicht mit irgendeiner! Lena Hentschel ist eine der erfolgreichsten Synchronspringerinnen Deutschlands. Gerade erst hat sie bei den World University Games zusammen mit Luis Avila Sanchez Gold gewonnen, sie war bei der WM 2025 und bei Olympia 2024. Ihr Verein ist der Berliner TSC und sie ist in diesem Jahr als Berlins Sportlerin des Jahres nominiert.Zurzeit studiert sie an der Ohio State University, wo sie Training und Studium optimal verbinden kann. Ihre Haare sind noch nass, sie kommt gerade vom Training, als es mit unserer Schalte losgeht. Lena ist ausgesprochen gut gelaunt, die 24jährige, die seit 20 Jahren als Wasserspringerin aktiv ist, liebt ihren Sport, das merkt man, von Anstrengung ist bei ihr nichts zu spüren.Dabei ist ihre Disziplin alles andere als eine leichte Sache. Turnen, Akrobatik, Körperbeherrschung - da sind sechs Stunden Training täglich (!) keine Seltenheit. Alles muss perfekt sein, für jede Ungenauigkeit gibt es im Wettkampf Punktabzüge. Und das dann auch noch synchron mit ihrem Partner oder ihrer Partnerin auf dem Nebenbrett. Trainiert wird viel auch an Land, mit Trampolin und Sprunggrube. Dass Lena nur 1,57 m groß ist, ist ihr großer Vorteil, sagt sie - „da ist man einfach noch beweglicher!“Ein spezielles Outfit haben Wasserspringerinnen nicht, „man nimmt den Badeanzug, in dem man sich wohlfühlt“. Wichtig allerdings ist das Tuch, das sie immer dabei hat, wenn sie springt, „der Lappen“, wie sie selber sagt. Denn Wasserspringer müssen trocken sein, bevor sie springen, zu groß ist die Gefahr, dass sie sonst beim Salto, einer Drehung oder Schraube von ihrem eigenen Körper abrutschen. Ebenfalls wichtig: Das Wasser, in das sie springen, muss immer leicht in Bewegung sein - „sonst können wir die Oberfläche nicht erkennen“. Denn das ist das i-Tüpfelchen am Ende jedes Sprungs: Eintauchen, ohne dass es spritzt. Lena ist ein sehr offener Mensch - und deshalb spricht sie auch über etwas, was alle Schwimmerinnen umtreibt, auch wenn die wenigsten darüber reden - die Menstruation. In keinem anderen Sport ist die Sorge so groß, dass jemand etwas davon mitbekommt. Sie erinnert sich noch sehr gut, wie sie als 13jährige das erste Mal ihre Periode hatte und sofort Tampons benutzen musste - Binden im Training sind im Wassersport natürlich undenkbar. „Das war furchtbar und ich war erstmal eine Woche krank“, erzählt sie rückblickend. Aber auch Tampons sind im Schwimm- und Wasserspringtraining nicht immer angenehm, saugen sich mit Wasser voll und drücken.Mittlerweile hat sich Lena allerdings längst daran gewöhnt, eine Menstruationstasse käme weder für sie noch für ihre Trainingskolleginnen in Frage - zu groß die Gefahr, dass die verrutscht oder nicht dicht hält. Was sie aber im letzten Sommer für sich entdeckt hat: Ihr Menstruationszyklus kann ihr beim Training durchaus nützlich sein. „Ich bin wahnsinnig leistiungsfähig kurz vorm Eisprung“, sagt sie. „Und die Zeit danach kann ich sinnvoll zur Regeneration nutzen“.Wettkämpfe allerdings halten sich nicht an den Zyklus der Athletinnen. Und auch zyklusbasiertes Training im Leistungssport, wie es in anderen Sportarten hier und da mittlerweile probiert wird, ist für ihren Trainer kein Thema. Dabei liege darin durchaus eine Chance, findet Lena. „Ich sehe den Zyklus als Ressource, nicht als Problem.“ Durchgesetzt hat sich diese Einstellung bislang aber noch nicht - die Forschung über zyklusbasiertes Training steckt nach wie vor in den Kinderschuhen.
    Mehr anzeigen Weniger anzeigen
    47 Min.
  • Folge 134: Achtsam schwimmen
    Nov 12 2025

    Einen Kilometer Delphin schwimmen? Das kann sich keine von uns vorstellen, schon beim Gedanken daran werden die Arme ganz müde und der Rücken schmerzt. Kathrin Lamm dagegen macht das regelmäßig. Dabei konnte sie bis vor acht Jahren nur Brust schwimmen, und auch das nur mehr schlecht als recht. Mittlerweile beherrscht die Hamburgerin nicht nur alle vier Schwimmstile - sie ist selber Schwimmlehrerin für Erwachsene, Rettungsschwimmerin und hat die Trainer-C Lizenz im Breitensport. Als Hamburgerin ist sie zudem Mitglied bei den Berliner Regenbogenforellen. „Ich bin eine Gast-Forelle“, sagt sie lachend.

    Bei Kathrin Lamm lernt man nicht die klassisch-traditionellen Schwimmstile, sie bildet nach der so genannten Shaw-Methode aus. „Es geht darum, ohne Anstrengung zu schwimmen“, sagt sie. Im Mittelpunkt stehe die Körperausrichtung, die Verbindung zwischen Kopf, Nacken und Rücken. Und die Rotation des Körpers „Mit dem Wasser schwimmen - nicht dagegen!“, so ihr Credo. Zu ihr kommen oft Triathleten, die beim Schwimmen nicht so gut vorankommen wie beim Laufen oder Radfahren. Oder Menschen, denen es weniger um Leistung im Becken geht als darum, sich unangetrengt im Wasser fortzubewegen.

    Entwickelt hat diesen Schwimmstil der Engländer Steven Shaw. Einst selber Leistungsschwimmer hatte er immer öfter Schmerzen beim Schwimmen, wollte aber trotzdem nicht damit aufhören. Auf der Suche danach, wie er sich müheloser im Becken fortbewegen könnte, stieß er auf die so genannte Alexander-Technik. Die hat mit Schwimmen erstmal gar nichts zu tun, sondern ist eine Methode, die sich mit dem Erkennen und Ändern eigener Gewohnheiten beschäftigt, besonders bei körperlichen Fehlhaltungen, die sich dann durch Verspannungen, Schmerzen oder Funktionseinschränkungen äußern.

    Besonders Menschen, die ihrem Körper oder ihrer Stimme besondere Leistungen abverlangen, wie Musiker, Schauspieler, Tänzer oder Sportler können von dieser Methode profitieren. Steven Shaw hat die Alexander-Technik genutzt, um die verschiedenen Schwimmstile zu modifizieren. Bei Kathrin Lamm hat das voll eingeschlagen. Innerhalb kürzester Zeit schwamm sie nicht nur sicherer Brust, sondern lernte auch Kraul, Rücken und Delphinschwimmen. Und war so begeistert, dass sie eine Ausbildung als Schwimmlehrerin machte - bei Steven Shaw.

    Mittlerweile gibt sie selber Schwimmkurse in einem Hamburger Fitnessstudio - ausschließlich für Erwachsene. Auch wer bereits schwimmen kann, muss hier eigentlich nochmal von vorn beginnen, erzählt sie. Es gehe darum, seinen Körper nochmal ganz anders wahrzunehmen. Verinnerlichte, aber womöglich schmerzhafte oder unangenehme Bewegungsmuster zu überschreiben. Mit einer Unterrichtsstunde sei es deshalb nicht getan, wenn man dauerhaft nach der Shaw-Methode schwimmen möchte, so ihre Erfahrung. Aber ein bisschen Übung braucht es dann eben schon, wenn man mühelos 1000 Meter Delphin schwimmen will.

    Mehr anzeigen Weniger anzeigen
    33 Min.