• Wenn sie gehen
    Jan 22 2026

    Ein Satz formt sich in deinem Inneren, tagelang geübt, sanft ausgesprochen: „Ich kann gerade nicht für dich da sein.“ Du sprichst die Worte nicht aus Zorn, sondern aus einem Ort der Erschöpfung. Alles, was du trägst, droht zu zerbrechen, und du klammerst dich an ein Leben, das dünner ist als Worte. Deine Erwartungen treffen auf Enttäuschung, auf das Gefühl des Verlassenwerdens, während sie in deiner Grenze einen Verrat sehen.

    Die Menschen, die du einst vertraut geglaubt hast, ziehen sich zurück, still und allmählich. Eine Mutter, ein Bruder, ein Freund – sie verschwinden nicht auf einmal, sondern in kleinen, schmerzhaften Dosen. Du spielst die Worte immer wieder durch, suchst nach dem Punkt, an dem alles kippte. Das Haus, das einst ein Zuhause war, verliert seine Dauerhaftigkeit, während du versuchst, den Boden unter den Füßen zu spüren.

    Verlust in Abwesenheit, ohne Riten, ohne Trost. Du stehst in den Trümmern, das Echo deiner Worte noch in der Luft. Ein leises Atmen, ein stilles Hiersein, während der Schmerz schwerer wiegt als alle Antworten.

    Dieser Podcast teilt persönliche Geschichten und Reflexionen, jedoch keine professionelle Beratung. Wenn du dich in einer schwierigen Situation befindest oder Unterstützung brauchst, kann es hilfreich sein, dich an eine qualifizierte Fachperson zu wenden.

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    5 Min.
  • Die Kosten einer Entscheidung von jemand anderem
    Jan 15 2026

    Es passiert leise, fast unmerklich. Ein Termin, der in deinem Kalender auftaucht, wie aus dem Nichts. Keine Vorwarnung, nur ein Gefühl, das sich langsam ausbreitet. Die Worte, die folgen, sind weich, fast schon sanft. Sie umkreisen die Wahrheit, ohne sie je direkt zu benennen. Entscheidungen, die über deinem Kopf getroffen wurden, ohne dass du je eine Wahl hattest.

    Das Gebäude bleibt unverändert, als du es verlässt. Die Flure sind dieselben, doch dein Schreibtisch ist bereits zu einer Erinnerung geworden. Der Alltag geht weiter, als wäre nichts geschehen. Die Menschen, die Risiken eingegangen sind, haben weiterhin ihren Platz. Du nicht. Du trägst die Last einer Entscheidung, die nicht die deine war.

    Und dann sitzt du da, mit der leisen Mathematik in deinem Kopf. Miete, Versicherung, die unaufhaltsame Zeit. Es ist nicht die Schuld, die dich umtreibt, sondern das Bedürfnis zu verstehen. Verständnis, das ausbleibt, während du die Fragilität von Sicherheit entdeckst. Die Welt dreht sich weiter. Und du, du bleibst zurück mit der Frage, wie man etwas betrauert, das einem nie wirklich gehörte.

    Dieser Podcast teilt persönliche Geschichten und Reflexionen, jedoch keine professionelle Beratung. Wenn du dich in einer schwierigen Situation befindest oder Unterstützung brauchst, kann es hilfreich sein, dich an eine qualifizierte Fachperson zu wenden.

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    4 Min.
  • Es ist alles in Ordnung
    Jan 8 2026

    Von außen scheint alles in Ordnung. Die Routine ist konstant, die Tage ziehen vorbei, ohne dass etwas aus der Bahn gerät. Doch in der Stille der ungestörten Stunden schleicht sich ein unbestimmtes Fehlen ein. Du bewegst dich durch das Gewohnte, beantwortest Fragen mit „Gut“ und „In Ordnung“ und dennoch bleibt ein unvollständiges Gefühl.

    Es ist schwer, die leise Unzufriedenheit zu benennen. Wie erklärt man sich selbst das Verlangen nach mehr, wenn nichts auseinanderfällt? Du bist nicht verzweifelt genug, um Alarm zu schlagen, nicht verloren genug, um Hilfe zu suchen. Also schweigst du, während das Gefühl in den alltäglichen Momenten aufblitzt.

    Die Suche nach einer Erklärung bleibt unbefriedigt. Vielleicht ist es Müdigkeit, vielleicht das Erwachsensein. Doch der Gedanke, dass dies alles sein könnte, wiegt schwer auf der Seele. In der Stille flüstert eine Frage: Warum fühlt sich alles so fern an? Keine Krise, kein Drama, nur ein leises Nehmen, das nichts fordert und alles verändert. Ein Gefühl, das noch keine Worte gefunden hat.

    Dieser Podcast teilt persönliche Geschichten und Reflexionen, jedoch keine professionelle Beratung. Wenn du dich in einer schwierigen Situation befindest oder Unterstützung brauchst, kann es hilfreich sein, dich an eine qualifizierte Fachperson zu wenden.

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  • Nah genug, um zu berühren
    Jan 8 2026

    Es gibt Momente, in denen Nähe sich wie Distanz anfühlt. Man steht vor einer Tür, die nur angelehnt ist, und hört die Stimmen dahinter. Sie lachen, diskutieren, arbeiten. Man erkennt die Sprache, versteht die Arbeit, fühlt sich zugehörig, aber bleibt draußen.

    Jeder Tag ist ein Streifen am Rande des erträumten Lebens. Kleine Gesten, vertraute Werkzeuge, bekannte Gespräche. Man stellt Fragen, laut oder in nächtliche Bildschirme getippt, nicht um Antworten zu finden, sondern um eine Resonanz zu spüren. In dieser leisen Resonanz liegt ein Hauch Trost.

    Überall, getrennt durch Länder und Zeitzonen, sitzen Menschen mit dem gleichen Gefühl. Unterschiedliche Leben, doch eine gemeinsame Pause. Fast angekommen, aber nie ganz. Man teilt die Arbeit, ohne als Teil davon gesehen zu werden. Man berät, wird aber nicht gewählt. Geduld, sagt man sich, das ist es. Doch wenn die Geduld schwindet, bleibt man oft still. Es ist nicht das Fehlen von Vertrauen, sondern die Erschöpfung vom Erklären.

    Es sind die leisen, getippten Fragmente, die bleiben. Kein großer Ruf nach Hilfe, nur der Wunsch nach Klarheit der eigenen Gedanken. Und während man an Erfolgen anderer vorbeiscrollt, spürt man eine ungesprochene Angst. Dass das vorbereitete Leben existiert, nur nicht hier.

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  • Die Frage, die bleibt
    Jan 8 2026

    Ein leises Chaos breitet sich aus, unbemerkt und doch allgegenwärtig. Die Tage vergehen, erfüllt von Arbeit und Erwartungen, die nicht zu dem führen, was einst erträumt wurde. Es war nicht das, was man sich vorgestellt hatte, als man spät in der Nacht lernte oder als die Abschlusszeremonie endete. Stattdessen bleibt ein Raum, der sich nicht mit den erhofften Möglichkeiten füllt.

    Die Suche nach Bedeutung wird zur täglichen Begleiterin. Die Fragen dringen nicht laut aus einem heraus, sondern nagen leise von innen. Wo ist der Platz, der passen sollte? Die Zeit verstreicht, und mit ihr die Hoffnung auf einen klaren Weg. Was bleibt, ist das Gefühl, nah dran zu sein, ohne wirklich dabei zu sein.

    Die Veränderung kommt nicht durch äußere Umstände, sondern durch einen unmerklichen inneren Wandel. Müdigkeit setzt sich fest, begleitet von der stillen Frage, ob dies alles ist, was man sein kann. In der Dunkelheit der Nacht meldet sich ein leises Echo, das keinen Trost bietet, sondern nur die Gewissheit: Es bleibt noch so viel ungeklärt.

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