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Wir sind das Licht

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Wir sind das Licht

Von: Gerda Blees
Gesprochen von: Claudia Michelsen, Jannik Schümann, Sandrine Mittelstädt, Benno Fürmann
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Die Geschichte einer stillen Radikalisierung: Eine Wohnung, drei Frauen, ein Mann. Eine der Frauen ist tot. Als der Notarzt eintrifft, herrscht eine ruhige, ja unheimliche Atmosphäre, und er stellt fest: Elisabeth ist - vor den Augen ihrer Mitbewohner - verhungert. Muriel, Petrus und Elisabeth haben, jeder auf eigene Art, den Halt im Leben verloren. Elisabeths Schwester Melodie und der Verzicht auf Nahrung scheinen diese Lücke zu füllen. Was sich von innen - bis in den Tod - richtig anfühlt, ist von außen nur sehr schwer zu fassen. Gerda Blees erzählt ihren Debütroman 25 unterschiedlichen Perspektiven.

©2022 Zsolnay (P)2022 Random House Audio
Belletristik Frauenliteratur Zeitgenössische Literatur
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Verstörende (literarisch sehr interessant konstruierte) Geschichte. Wie psychisch labile Menschen ein Opfer von gegenseitiger Manipulation und Autosuggestion werden. Welcher gesunde Mensch kommt auf die Idee, dass man NUR von Licht, Klang und Liebe leben kann, ohne zu essen? Ihre völlig verzerrte Wahrnehmung führt dazu, dass vor ihren Augen eines ihrer Mitglieder vor Hunger stirbt. Sie sind sich keiner Schuld bewusst. Verdrängung und Leugnung von Tatsachen, die jeder gesunde Menschenverstand aufbringen würde, lässt sie untätig bleiben - und einer Strafe für unterlassene Hilfeleistung (oder mehr) entgehen. Hörig ihrer "Sektenführerin" werden Ansätze des Zweifels und Aufbegehrens im Keim erstickt. Ob am Ende doch noch ein Ausbruch aus der "Wohngemeischaft" möglich ist, bleibt offen.

Verstörend aber lesens-hörenswert

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In einem ganz ungewöhnlichen und für mich komplett neuen Stil wird die Geschichte der 4-köpfigen Wohngruppe "Klang und Licht" erzählt, deren Mitglied Elisabeth vor den Augen der anderen verhungert ist. Arzt und Polizei fragen sich, warum es soweit kommen konnte und ob jemand die Schuld dafür trägt. Diese "Aufarbeitung" der Lage lässt die Autorin durch Berichte und Erzählungen von Dingen machen. Es erzählt z.B. die Nacht, das Cello, der Entsafter, die Nachbarn… In 25 Kapitel bekommen Gestände ein Gehör, die das Geschehen beobachten mussten und nicht eingreifen konnten. Niemand hat eingegriffen, das bleibt wohl am Ende als Gewissheit übrig. Ist jemand schuldig? Was würde Herr von Schirach wohl dazu sagen?
Was dieses Buch ganz besonders hörenswert macht, ist die Aufteilung der Kapitel auf die vier exzellenten Sprecher. So bekommen die Dinge eine ihnen ganz angemessene und für unser Ohr authentische Stimme. Was für ein Genuss, wenn das Cello mit einer sehr tiefen, alten, ruhigen und weisen Klangfarbe aus der Abstellkammer heraus erzählt. Gänsehaut. Doch nicht alle Dinge sind so angenehmem zu hören. Man muss auch die hysterischen, schnellen, hohen Stimmen ertragen, die aber durchaus zu den Dingen passen.

Fazit: Ein ungewöhnliches Buch und eine erstklassige Hörbuchproduktion!

Ein Krimi in Form eines experimentellen Märchens?

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Die Idee, die Story aus der Sicht von Dingen und Personen aus dem Umfeld der Protagonisten zu erzählen, erscheint allenfalls auf den ersten Blick total kreativ. Spätestens, als ein Stift erzählt, wirkt es unerträglich gewollt.

Nervig

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