Baba Dunjas letzte Liebe
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Gesprochen von:
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Sophie Rois
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Von:
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Alina Bronsky
Über diesen Titel
Baba Dunja ist eine Tschernobyl-Heimkehrerin. Wo der Rest der Welt die tickenden Geigerzähler fürchtet, baut sich die frühere Krankenschwester mit Gleichgesinnten ein neues Leben auf. Die Vögel rufen dort so laut wie nirgends sonst, die Spinnen weben verrückte Netze und manchmal kommt ein Toter auf einen Plausch vorbei. Während der sterbenskranke Petrov in der Hängematte Liebesgedichte liest und die frühere Melkerin Marja mit dem fast hundertjährigen Sidorow anbandelt, schreibt Baba Dunja Briefe an ihre Tochter Irina, die Chirurgin bei der deutschen Bundeswehr ist. Doch dann kommt ein Fremder ins Dorf - und die Gemeinschaft steht erneut vor der Auflösung.©2015 Kiepenheuer & Witsch (P)2015 tacheles! / ROOF Music
Markant und einfühlsam gelesen. Mein zweites Hörbuch von Alina Bronsky, aber sicher nicht mein letztes.
Leben in der Todeszone
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Mehr will ich nicht sagen (muss aber 15 Wörter vollkriegen 🙄)
Einfach toll
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Köstlich
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Viele Themen treffen sich in den scheinbar einfachen Sätzen aus der Ich-Perspektive von Baba Dunja: Leben, Sterben und Tod natürlich. Alter und Jugend. Die Überforderung der modernen Welt und die Nostalgie der Vergangenheit. Würde und Selbstbestimmung. Loyalität. Das dünne Eis zwischen Starrsinn und Mut. Die einsame Entscheidung, einen Preis zu zahlen, für das Leben, das man wählt.
Bronsky lässt ihre gestandene Alte Baba Dunja selbst erzählen, scheinbar unerschütterlich, kratzbürstig, mit sanfter Ironie und murrigem Schalk. So gnadenlos sie über die anderen Dorfbewohner herzieht, so groß ist insgeheim ihr Herz für sie. Und wenn es um Enkelin Laura geht, die sie noch nie gesehen hat, verbünden sich Sehnsucht mit Träumen.
Schauspielerin Sophie Rois obliegt es, in der Hörbuchversion stimmlich in Baba Dunjas stachelige Haut zu schlüpfen. Ein Akt, den sie mit Bravour vollzieht. Schon die ersten Sätze hinterlassen Fußspuren im Ohr. Mit weiser Wucht setzt sich diese knarrige Stimme in den Gehörgang, kraftvoll, mit schwerem Atem und Gewicht.
Wer Sophie Rois nicht kennt, wird überrascht sein, wenn er sie googelt. Was sich anhört wie eine gegerbte 80jährige entpuppt sich in Wirklichkeit als grazile Person in den Fünfzigern. Kein Wunder also, dass Rois für ihre Lesung der „Baba Dunja“ als „beste Interpretin“ gerade mit dem Deutschen Hörbuchpreis 2016 ausgezeichnet wurde. Diese Stimme, mit der Textur einer harzigen, dunklen Baumrinde, lässt Bronskys Romanfigur lebendig werden. Aus der Ich-Erzählung wird ein echtes „Ich“, eine dreidimensionale Person – hier kann das Medium Hörbuch seine geballte Kraft ausspielen. Und Sophie Rois ihre ganze, glorreiche Markanz.
Fazit:
Ein kurzer Roman von gewaltiger Einfachheit. Eine wuchtige Hauptfigur, alt, stark, wie eine Trutzburg in einer kleinen Welt, die Hand im Hand mit dem Tod lebt. Der Geist von Tschernobyl weht durch die Zeilen, aber auch der Schmerz über die Gegenwart. Eine Geschichte, einprägsam wie der letzte Kraftakt einer Truppe Todgeweihter. Und gerade darum eine trotzige Ode an das Leben.
Dass das Echo dieses kleinen Juwels nachhallt, dafür sorgt Sprecherin Sophie Rois mit einer Stimmfarbe wie warme, harzige Kirschbaumborke. Und gewinnt damit zurecht den Deutschen Hörbuchpreis 2016. *Verbeugung*
Verdienter Gewinner des Deutschen Hörbuchpreises!
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Die Geschichte ist ein Drama, erzählt mit einem ganz feinen Humor.
Großartig
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