Folgen

  • Substitutionstherapie bei Opioidabhängigkeit
    Oct 15 2026

    Warum ist die Substitutionstherapie die evidenzbasierte Erstlinienbehandlung bei Opioidabhängigkeit – und weshalb scheitern reine Entzugsversuche so oft?


    In dieser Folge werfen wir einen Blick auf die aktuelle Übersichtsarbeit aus PSYCH up2date: Wir klären, was Opiate und Opioide unterscheidet, wie sich eine Abhängigkeit entwickelt und welche Substanzen zur Verfügung stehen – von Methadon und Levomethadon über Buprenorphin und retardiertes Morphin bis zu Diacetylmorphin in besonderen Fällen. Außerdem geht es um Indikationsstellung und Therapieplanung, die Bedeutung der psychosozialen Betreuung, Take-Home-Verordnungen, Besonderheiten in der Schwangerschaft sowie rechtliche Rahmenbedingungen. Ein Fallbeispiel zeigt, wie ein Rückfall nach Entzug zum Wendepunkt werden kann. Für Psychotherapeut:innen, Ärzt:innen und alle, die Menschen mit Suchterkrankungen begleiten.


    Quelle: Pogarell O, Koller G, Kramer J. Substitutionstherapie bei Opioidabhängigkeit. PSYCH up2date 2026; 20 (1): 17–33. DOI: 10.1055/a-2761-3584


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    26 Min.
  • Wenn Pornokonsum aus der Kontrolle gerät
    Oct 8 2026

    Wann wird Pornografiekonsum zum klinischen Problem? Mit dem Internet ist Pornografie jederzeit, kostenlos und anonym verfügbar. Für die meisten Nutzer*innen bleibt das unproblematisch, für eine Subgruppe entwickelt sich jedoch ein als unkontrollierbar erlebter Konsum mit Scham, Leidensdruck und Konflikten in der Partnerschaft. In dieser Folge sprechen wir über die Pornografie-Nutzungsstörung als häufigste Erscheinungsform der Zwanghaften Sexuellen Verhaltensstörung, die mit der ICD-11 erstmals als eigenständige Diagnose aufgenommen wurde, und fragen, warum sie dort den Impulskontrollstörungen und nicht den Abhängigkeitserkrankungen zugeordnet ist.


    Wir beleuchten Epidemiologie und Diagnosekriterien, den Weg zur Diagnostik mit klinischem Interview, Sexualanamnese und Screening-Instrumenten sowie die Behandlungsmöglichkeiten von Psychotherapie über Motivational Interviewing bis hin zu medikamentösen Ansätzen. Eine praxisnahe Folge für Psychotherapeut*innen, Ärzt*innen und alle, die dieses oft tabuisierte Störungsbild besser verstehen möchten.


    Quelle: Engel J, Krüger THC. Pornografie Nutzungsstörungen. PSYCH up2date 2026; 20 (3): 193–205. DOI: 10.1055/a-2577-4574

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    21 Min.
  • Wenn Trauer offiziell zur psychischen Krankheit wird
    Oct 1 2026

    Wann ist Trauer noch ein natürlicher Anpassungsprozess – und wann wird sie zur behandlungsbedürftigen Störung? Seit 2022 ist die Anhaltende Trauerstörung in der ICD-11 und im DSM-5-TR als eigenständige Diagnose verankert. Damit gibt es erstmals eine klinische Kategorie, die ausschließlich an den Verlust eines nahestehenden Menschen gebunden ist. Diese Folge zeichnet nach, was die Symptomatik ausmacht, warum ICD-11 und DSM-5-TR unterschiedliche Zeit- und Symptomkriterien ansetzen und wie sich das Störungsbild von Depression und PTBS abgrenzen lässt.


    Wir sprechen über Prävalenz und Risikofaktoren, über das vierstufige Trauerversorgungsmodell – von gesellschaftlicher Trauerkompetenz bis zur trauerspezifischen Psychotherapie – sowie über die evidenzbasierten Behandlungsverfahren, allen voran die Integrative Kognitive Verhaltenstherapie mit Exposition, kognitiver Umstrukturierung und imaginativen Methoden. Auch die Grenzen der Pharmakotherapie und die Gratwanderung zwischen notwendiger Versorgung und Pathologisierung normaler Trauer kommen zur Sprache. Für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, Ärztinnen und Ärzte sowie alle, die beruflich mit Trauernden arbeiten.


    Quelle: Dieffenbacher A, Rossi R, Voderholzer U. Anhaltende Trauerstörung. PSYCH up2date 2026; 20 (2): 161–178. DOI: 10.1055/a-2602-2555

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    22 Min.
  • Virtuelle Realität in der Psychotherapie
    Sep 11 2026

    Was, wenn sich die Spinne, der Glasaufzug oder der Vortrag vor vollem Saal auf Knopfdruck in den Therapieraum holen ließe? Virtuelle Realität und andere Extended-Reality-Anwendungen sind längst mehr als ein technisches Experiment. Diese Folge erklärt, was hinter Immersion und Präsenz steckt, welche Hardware und Software es heute gibt und warum XR schulenübergreifend eingesetzt werden kann – von 360°-Videos über Achtsamkeitsprogramme bis zum Erleben eines virtuellen Körpers bei Körperbildstörungen.


    Im Mittelpunkt steht die VR-gestützte Expositionstherapie: Bei spezifischen Phobien ist sie der Exposition in vivo ebenbürtig, bei sozialer Angst ist die Befundlage gemischt, bei PTBS sind die Hürden besonders hoch. Außerdem geht es um Cybersickness, die Vorbereitung von Patientinnen und Patienten und darum, was einer breiten Nutzung in der Praxis noch im Weg steht. Eine Folge für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, Ärztinnen und Ärzte und alle, die wissen wollen, was VR in der Behandlung wirklich leisten kann.


    Quellen: Behrens SC, Giel KE. Extended-Reality-Anwendungen als Tool für die Psychotherapie. PSYCH up2date 2026; 20 (3): 249–260. DOI: 10.1055/a-2574-0923Diemer J. VR-gestützte Expositionstherapie bei Angststörungen und PTBS. PSYCH up2date 2026; 20 (4): 297–312. DOI: 10.1055/a-2568-0216

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    27 Min.
  • Cannabis: Risiken und Legalisierung
    Aug 28 2026

    Was passiert, wenn eine Substanz legal wird, deren Risiken viele längst unterschätzen? Cannabis ist die weltweit am häufigsten konsumierte illegale Droge, und der THC-Gehalt der Produkte ist über die Jahre deutlich gestiegen. Diese Folge ordnet zunächst die Fakten: Verbreitung und Konsummuster in Deutschland, die Kriterien für schädlichen Gebrauch und Abhängigkeit nach ICD-10 und das, was regelmäßiger Konsum vor allem im heranreifenden Gehirn anrichtet – von Psychosen und depressiven Störungen über kognitive Einbußen bis zu Brüchen in Schule und Ausbildung.


    Im zweiten Teil geht es um die gesundheitspolitische Debatte: Welche Folgen hat die Cannabisabgabe an Erwachsene für Prävention, Notfallversorgung und Suchtbehandlung? Rainer Thomasius und Nicolas Arnaud beschreiben die Legalisierung als Experiment mit ungewissem Ausgang. Eine Folge für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, Ärztinnen und Ärzte und alle, die diese Debatte jenseits von Schlagworten verstehen wollen.


    Quelle: Thomasius R, Arnaud N. Cannabis – die Debatte um die Legalisierung. PiD - Psychotherapie im Dialog 2023; 24: 38–43. DOI: 10.1055/a-1959-4926

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    24 Min.
  • Komplexe PTBS – vier Perspektiven
    Aug 21 2026

    Was passiert, wenn eine gesellschaftliche Krise alte Wunden aufreißt? Ein 66-jähriger Mann, als Kind von der Mutter getrennt und jahrelang der Gewalt seines Vaters ausgeliefert, hat sein Leben mit Leistung, Aktionismus und Kontrolle stabil gehalten – bis die Corona-Pandemie sein altes Gefühl von Ohnmacht und Ausgeliefertsein wieder aufbrechen ließ. Auf Drängen seiner Kinder begibt er sich schließlich in Behandlung.


    Diese Folge stellt den Fallbericht vor und lässt anschließend drei Therapieschulen darauf blicken: Die verhaltenstherapeutische Perspektive fragt nach dem Erklärungsmodell, den Zielen und der Motivation des Patienten. Der psychodynamische Ansatz liest die Pandemie als Bühne unbewältigter Vaterkonflikte und erkennt ein Urmisstrauen als roten Faden. Die systemische Antwort kommt als Brief an den Patienten selbst. Ein Lehrstück darüber, wie unterschiedlich derselbe Fall gelesen werden kann – für Psychotherapeuten, Ärzte und alle, die komplexe Traumafolgestörungen besser verstehen wollen.


    Quelle: Kraft D, Repsyte-Scharf P, Kunzke D, Altmeyer S. Fallbericht komplexe posttraumatische Belastungsstörung. PiD – Psychotherapie im Dialog 2024; 25: 92–95. DOI: 10.1055/a-2192-1314

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    20 Min.
  • Essstörung Anorexie
    Aug 13 2026

    „Essen bedeutet für mich Stress." – mit diesem Satz meldet sich eine 20-jährige Studentin auf eigenen Wunsch zur Therapie. Kalorien zählen, Fette meiden, den ganzen Tag um jede Mahlzeit herum planen: Das Essverhalten gibt ihr Kontrolle und kostet sie zugleich jede Lebensfreude.


    In dieser Folge geht es um einen Fallbericht, den vier Kolleginnen aus ihrer jeweiligen Perspektive kommentieren – verhaltenstherapeutisch, tiefenpsychologisch und systemisch. Wir sprechen über die diagnostische Einordnung zwischen atypischer Anorexia nervosa und depressiver Episode, über die Bedeutung von Strenge und Gewalt in der Herkunftsfamilie, über selbstverletzendes Verhalten als Emotionsregulation und über eine Partnerschaft, die alte Muster wiederholt. Vor allem aber wird deutlich, wie unterschiedlich Behandlungspläne ausfallen, je nachdem durch welche Brille man denselben Fall betrachtet.


    Für Psychotherapeut:innen, Ärzt:innen und alle, die Essstörungen besser verstehen wollen.


    Quelle: Kunitz D, Kaut-Reylaender S, Windgassen V, Trösken A. Fallbericht Essstörung Anorexie. PiD – Psychotherapie im Dialog 2024; 25 (4): 96–99. DOI: 10.1055/a-2249-8428

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    14 Min.
  • Online-Psychotherapie
    Aug 6 2026

    Kann eine Therapie per Video wirklich so nah sein wie ein Gespräch von Angesicht zu Angesicht? Seit der Corona-Pandemie gehört die videobasierte Behandlung zum Praxisalltag – gerade in der psychoanalytischen Gemeinschaft wird jedoch weiter kontrovers diskutiert, ob die therapeutische Beziehung über den Bildschirm dieselbe Qualität erreicht. Sylke Andreas geht dieser Frage anhand zweier Studien nach: einer Einzelfallstudie über 85 Sitzungen, in der eine psychodynamische Langzeittherapie vom Behandlungszimmer ins Videosetting wechselte, und einem Experiment, in dem echter Blickkontakt technisch simuliert wurde. Die Befunde zeigen, wie stabil das therapeutische Bündnis trotz Settingwechsel bleibt, wo die nonverbale Synchronie leidet und wie viel schon kleine technische Veränderungen für das Erleben von Präsenz und Echtheit bewirken. Eine Folge für Psychotherapeut:innen, Ärzt:innen und alle, die Chancen, Voraussetzungen und Grenzen der Online-Behandlung fundiert einschätzen möchten.


    Quelle: Andreas S. As real as possible: Chancen und Herausforderungen von Online-Psychotherapie. PiD – Psychotherapie im Dialog 2024; 25: 41–44. DOI: 10.1055/a-2192-0870

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    29 Min.