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Postels Stimmen

Postels Stimmen

Von: Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel
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Der SMMP-Podcast© 2026 Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel Sozialwissenschaften Spiritualität
  • „Das hätte ich mit meinem Leben bezahlt"
    Oct 10 2026

    Sie stand auf dem Hülfensberg, mit behördlicher Genehmigung, und blickte hinunter auf einen Acker im Sperrgebiet. Dort fuhr ein Trecker. Schwester Maria Magdalena Brüning wusste: In diesem Trecker zu sitzen hätte bedeutet, nach Bestwig zu kommen. Den Hang hinunterzugehen, um dorthin zu gelangen, kam für sie nicht infrage. „Das hätte ich mit meinem Leben bezahlt", sagt sie im Podcast „Postels Stimmen".

    Am Abend des 9. November 1989 war Schwester Maria Magdalena mit ihren Mitschwestern in Leinefelde. Als die Nachricht von der offenen Grenze kam, glaubten sie ihr zunächst nicht. Bevor die Schwestern den Fernseher einschalteten, gingen sie in die Kapelle. Was sie dort taten, und warum sie später mit dem Trabi mitten in der Nacht nach Duderstadt aufbrachen, obwohl gerade noch die Küche gewischt werden musste – davon erzählt sie in der neuen Folge.

    Schwester Maria Magdalena Brüning lebte als Ordensschwester der Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel im Eichsfeld, mitten im DDR-Sperrgebiet. Wer dort einen Jugendabend halten wollte, brauchte eine Genehmigung – beantragt Wochen im Voraus, über den Propst und die Polizei. Im Podcast schildert sie, wie es war, mit dieser Bürokratie zu leben – und wie absurd es sich anfühlte, als plötzlich niemand mehr eine Genehmigung brauchte.

    Was die Grenzöffnung für die Ordensgemeinschaft bedeutete, die durch die deutsche Teilung über Jahrzehnte getrennt war. Wie sich West- und Ostschwestern wiederfanden. Und was Schwester Maria Magdalena Brüning heute unter Freiheit versteht – das alles hören Sie in der vollständigen Folge von „Postels Stimmen".

    Den Putzeimer ließen sie stehen

    Schwester Maria Magdalena erinnert sich im Podcast „Postels Stimmen“ an den Mauerfall im Eichsfeld

    Die Schwestern wischten gerade die Küche. Da kam eine Frau herein, die sie gut kannten. Schwester Maria Magdalena erinnert sich noch genau an ihre Worte: „Seid ihr denn verrückt, die haben die Grenze aufgemacht und ihr wischt jetzt die Küche.“ Der Rest ging schnell. „Dann haben wir den Eimer mitten in der Küche stehen gelassen und sind mit dem Trabi nach Duderstadt gefahren.“

    Im Podcast „Postels Stimmen“ spricht Dani Korsch mit Schwester Maria Magdalena Brüning. Die Ordensfrau erzählt, wie sie die Grenzöffnung 1989 erlebt hat. Damals arbeitete sie als Gemeindereferentin in Leinefelde. Ob ihr klar war, dass gerade Geschichte geschrieben wird? „Das war mir, glaube ich, sehr klar, auch wenn es unvorstellbar war, dass diese Geschichte wahr wird, dass die Mauer fällt.“

    Erst in die Kapelle

    Die Nachricht erreichte sie in einer Kirche in Leinefelde. Mit ihren Mitschwestern war sie dort bei einer der Demonstrationen. Von vorn rief jemand, die Grenze sei ab sofort offen. „Da war die Meldung in Berlin gefallen und die konnten es auch nicht glauben und wir auch nicht.“

    Die Schwestern fuhren die acht Kilometer nach Hause nach Wingerode. Dort schlug eine Mitschwester vor, in die Kapelle zu gehen. Die Schwestern fürchteten, in der Nacht könne etwas Schlimmes passieren. Erst nach dem Gebet schalteten sie den Fernseher ein. „Wir müssen jetzt das tun, was unseres ist, nämlich wir bringen es erstmal vor den Herrn, was da gerade gesagt worden ist.“ Dann hörten und sahen sie es selbst: Die Grenze ist auf. „Das war ein starker Moment, da kann ich mich sehr wohl dran erinnern.“

    Stau und fröhliche Menschen

    Für die Fahrt nach Duderstadt brauchten die Schwestern mindestens drei bis vier Stunden. Sonst dauert sie 20 Minuten. „Und wir haben also Stau noch und noch e...

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    25 Min.
  • Freiheit hinter der Grenze – Schwester Pia Elisabeth über Kloster und DDR
    Sep 12 2026

    Was heißt Freiheit, wenn eine Grenze das Land teilt? Schwester Pia Elisabeth hat als junge Ordensfrau in der DDR gelebt und im Eichsfeld Erzieherinnen und Erzieher ausgebildet. Im Gespräch erinnert sie sich an Freunde, die „schwarz über die grüne Grenze" gingen, und an ihren ersten Besuch in einer Ausbildungsstätte im Westen – ein Moment, der sie fast zum Weinen brachte, nicht aus Neid, sondern aus Hilflosigkeit. Und doch sagt sie über diese Jahre: „Wir haben eine herrliche Freiheit." Warum Kirche und Orden ihr mehr Freiheit gaben als vielen anderen, erzählt sie in der siebten Folge von „Postels Stimmen".

    Schwester Pia Elisabeth erinnert sich an ihr Leben als Ordensfrau in der DDR

    Der Rundgang war zu Ende, da kämpfte Schwester Pia Elisabeth mit den Tränen. Zum ersten Mal stand sie in einem großen Ausbildungsbetrieb im Westen, in Xanten. „Da stand mir das Heulen sehr im Gesicht", erinnert sie sich. „Nicht aus Neid oder so, aber einfach aus Hilflosigkeit." Zu Hause in der DDR hieß es, mit wenig oder mit nichts zurechtzukommen. „Und hier ist alles da. Das war einfach ein Schock."

    Im Podcast „Postels Stimmen" erzählt Schwester Pia Elisabeth von diesen Jahren. Es ist die Geschichte einer Grenze – und die einer Freiheit, die viele hinter dieser Grenze nicht hatten.

    Als Kind war die Teilung weit weg

    Aufgewachsen ist Schwester Pia Elisabeth im Eichsfeld. Politik interessierte sie lange nicht. „So dumm haben wir dahergelebt, bis wir mitkriegten, es geht nicht so." Erst mit 15, 20 Jahren begann sie zu fragen, was die Teilung des Landes für ihr Leben bedeutete. In der Familie gab es keine Westbesuche. „Die waren alle bodenständige Eichsfelder."

    Mit dem Eintritt ins Kloster wurde die Grenze greifbarer. Einige gingen weg, „schwarz über die grüne Grenze", wie man damals sagte. Wenn die besten Freunde wegblieben, schmerzte das. „Das hat uns dann schon berührt."

    Ausbildung ohne Anerkennung

    Die Schwestern bildeten junge Menschen aus dem ganzen Land aus. Wer seine Kinder in eine christliche Ausbildungsstätte schicken wollte, fand sie bei ihnen. Nur: Anerkannt war diese Ausbildung nicht. Den Absolventinnen und Absolventen konnten die Schwestern zunächst nur eine kirchliche Bescheinigung mitgeben – in der Hoffnung, dass sie im Westen oder später einmal zählen würde.

    Diese Hoffnung erfüllte sich. Gegen Ende der DDR-Zeit erhielten die Einrichtungen die schulische Anerkennung, und mit ihr konnten die Schwestern auch ihre Absolventinnen und Absolventen anerkennen. Dann kehrte sich die Lage um. „Wir waren nicht anerkannt. Uns gab es nicht. Und plötzlich gab es uns in einer Menge Arbeit." Der Staat schickte Erzieherinnen und Erzieher zur Nachschulung. Manche staatlich Ausgebildete wurden erst anerkannt, weil sie von den Schwestern die Papiere bekamen.

    Nach der Wende ging es schnell. In weniger als einem Jahr hatten die Einrichtungen die bundesweite staatliche Anerkennung. Es kostete mehrere Fahrten nach Berlin. „Wir waren stolz, dass wir in ganz früher Zeit der Wende die staatliche Anerkennung bundesweit hatten."

    Kirche hielt den Rücken frei

    Trotz allem blickt Schwester Pia Elisabeth ohne Bitterkeit zurück. Der kirchliche Dienst, verantwortet von der Caritas und letztlich vom Bistum, gab den Schwestern einen Halt, den andere nicht kannten. „Wir hatten keinen Zwang, sondern, glaube ich, einen Fußboden, auf dem wir stehen." Gab es Schwierigkeiten in den Einrichtungen, schaltete sich sofort Erfurt ein. „Und das entlastet natürlich."

    Wer im Staat arb...

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    24 Min.
  • „Du hast mein Bild von den Deutschen verändert"
    Aug 8 2026

    Vier Jahre baute Schwester Theresita Maria in der Normandie am Haus des Friedens mit – dort, wo der Orden seinen Ursprung hat

    „Die Deutschen haben meinen Vater deportiert und ermordet." Mit diesem Satz empfing ein älterer Pater Schwester Theresita Maria, als sie sich kurz vor Weihnachten zur Beichte vorstellte. Sie war erst wenige Wochen in Sainte-Mère-Église, dem ersten Dorf, das die Alliierten am 6. Juni 1944 auf dem französischen Festland befreiten. Solche Begegnungen erlebte sie öfter. „Man ist es eigentlich nicht gewöhnt, als Deutsche so missachtet zu werden", erzählt sie im SMMP-Podcast „Postels Stimmen".

    2011 ging die Ordensfrau für vier Jahre in die Normandie. Sie lebte bis dahin in Heiligenstadt und fühlte sich dort wohl. Dann fragte ihre damalige Generaloberin, Schwester Aloisia, ob sie sich Frankreich vorstellen könne. Eine Woche durfte sie überlegen und beten. „Ja, warum nicht?", sagte sie. Ihr Schulfranzösisch kramte sie aus den hintersten Winkeln ihres Gehirns hervor.

    Ein Haus, von den Nachbarn getauft

    Die Idee kam vom damaligen Bischof der Diözese Coutances zusammen mit der französischen Ordensoberenkonferenz. In Sainte-Mère-Église herrscht bis heute eine Art Kriegstourismus. 14.000 Fallschirmjäger landeten hier in der Nacht zum 6. Juni 1944, am frühen Morgen folgten die Schiffe. Das Ereignis wird groß zelebriert – die Amerikaner als Helden, die Deutschen als Aggressoren. Dem wollte der Bischof etwas entgegensetzen: ein Friedenszentrum.

    Drei Ordensschwestern sollten das Haus tragen, jede für ein Land. Eine Französin, eine Amerikanerin als Vertreterin der Befreier und eine Deutsche als Vertreterin der Aggressoren. Weil der Orden der Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel seine Wurzeln in der Region hat – gegründet in der Hafenstadt Cherbourg –, kannte der Bischof die französischen Schwestern. Von ihnen, sagte er, könne er sich eine deutsche Schwester vorstellen.

    Pfarrei, Bistum und Konferenz kauften ein Haus, drei Meter hinter der Kirche. Den Namen gaben nicht die Schwestern. „Wir haben uns das Wochenende den Kopf zerbrochen", erzählt Theresita Maria. Dann sprachen die Leute aus dem 1.600-Einwohner-Dorf einfach vom „Maison de la Paix", vom Haus des Friedens. Der Name blieb.

    Vom Krieg umgeben

    Die Kirche von Sainte-Mère-Église gehört zu den meistbesuchten Orten im Dorf. Am Turm hängt die Nachbildung eines Fallschirmjägers, der bei der Landung dort hängen blieb. Gegenüber liegt das amerikanische Airborne Museum. In den Geschäften verkaufen Händler Helme mit echtem Einschussloch. Rund 500.000 Touristen kommen jedes Jahr, vor allem zu den Feiern um den 6. Juni. 2024 jährte sich die Landung zum 80. Mal. Noch immer reisen Veteranen an, viele im Rollstuhl, fast hundert Jahre alt.

    Mitten in diesem Betrieb wollten die Schwestern einen anderen Ort schaffen: für Stille, Nachdenken, Versöhnung. Eine baufällige Scheune vor dem Haus sollte zum Friedenszentrum werden. In ihrer Zeit gelang das nicht. Heute steht dort die umgebaute „Grange de la Paix", die Friedensscheune, mit eigenem Eingang von der Straße.

    Aus Ablehnung wird Vertrauen

    Die Ablehnung wich langsam. Nach gut zwei Jahren brachte ein alter Bauer namens Marcel wie immer Calvados und Cidre vorbei. Im Flur sagte er zum Neffen einer Mitschwester: „Wissen Sie, das war ja nicht leicht, eine Deutsche hier bei uns zu haben. Aber mittlerweile haben wir uns dran gewöhnt." Böse meinte er es nicht. Fuhr Theresita Maria nach Deutschland, drückte er ihr eine Flasche Calvados in die Hand.

    Bald erzählten die Leute auch Gutes. Eine alte Dame berichtete von der Besatzungszeit. Ein junger deutscher Soldat klopfte an die Tür und wollte Milch. Sie kam mit ihrem Baby die Treppe herunter. Der Soldat nahm das Kind in den Arm, ihm kamen die Tränen, und er sagte in...

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    27 Min.
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