• 24. Patientin Psychiatrie - School of Borderline? J. Brüning gen. Brinkmann im Gespräch mit Christian Stiglmayr und Johanna Wächter
    Feb 4 2026

    „Schweres Selbstverletzungen, Wutausbrüche, manipulatives Verhalten um nicht Verlassen zu werden und dann noch die ständigen Drohungen mit Suizid.

    Menschen mit einer Borderline-Störung sind keine Patient:innen, um die sich Behandelnde und Einrichtungen reißen. Ganz im Gegenteil, manche können eine ganze Station alleine auf Trapp halten.“ So oder so ähnlich stellen sich viele Außenstehende oder Behandelnde die Betroffenen vor. Aber stimmt das? Sind Borderliner wirklich „Patients from hell“ oder fühlt sich das Leben dieser Menschen nicht eher so an.

    Im psychiatrischen Stationsalltag nehmen sie tatsächlich viel Raum ein, da sich krisenhafte Aufnahmen aneinanderreihen und kompetente ambulante Hilfe selten ist.

    Aber vielleicht ist das Problem auch eine ganze Ecke hausgemacht. Vielleicht ist die Psychiatrie umgekehrt eine echte „School of Borderline“, wo junge Menschen nicht lernen, ihre Emotionen zu regulieren und ihr Leben aufzubauen, sondern wie man mit maximal selbstschädigendem Verhalten auch maximal Ressourcen bindet.

    M. Bohus: DBT-Skill-Training - Das PatientenManual. Schattauer, 2024.

    M. Bohus: Borderline-Störung (Fortschritte in der Psychotherapie), Hogrefe, 2019.

    B. Dulz, S. Herpetz, O. Kernberg, U: Sachsse: Handbuch der Borderline Störungen. Schattauer, 2. Aufl., 2011.

    M. Linehan: Dialektisch-Behaviourale Therapie der Boderline-Persönlichkeitsstörung. CIP-Medien, 2008.

    C. Stiglmayr: Die Dialektisch-Behaviorale Therapie. PSYCH up2date 2017; 11: 151–164 151.

    C. E. Stiglmayr, T. Grathwol, M. M. Linehan, G. Ihorst, J. Fahrenberg, M. Bohus: Aversive tension in patients with borderline personality disorder: a computer-based controlled field study. Acta Psychiatr Scand 2004: 110: 1–8. DOI: 10.1111/j.1600-0447.2004.00466.x

    Stiglmayr et al. Borderline Personality Disorder and Emotion Dysregulation 2014, 1:20 http://www.bpded.com/content/1/1/20

    Wagner, S. Roepke, P. Marschall, C. Stiglmayr, B. Renneberg, D. Gieb, C. Dambacher, S. Matthies, H. Salbach-Andrae, S. Fleßa & T. Fydrich: Krankheitskosten der Borderline Persönlichkeitsstörung aus gesellschaftlicher Perspektive. Societal cost-of-illness of borderline personality disorder. Zeitschrift für Klinische Psychologie und Psychotherapie, 42. Jahrgang / Heft 4, 2013.

    CHRISTIAN E. STIGLMAYR, The Experience of Tension in Patients with Borderline Personality Disorder Compared to Other Patient Groups and Healthy Controls. Journal of Social and Clinical Psychology, Vol. 27, No. 5, 2008, pp. 425–446

    A. Streeck-Fischer: Jugendliche zwischen Krise und Störung. Schattauer, 2021.

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    58 Min.
  • 23. Patientin Psychiatrie ist narzisstisch - C. Stiglmayr und J. Brüning gen. Brinkmann im Gespräch mit Class-Hinrich Lammers
    Jan 7 2026

    https://www.aerzteblatt.de/archiv/interview-mit-prof-dr-med-claas-hinrich-lammers-klinikdirektor-in-hamburg-ochsenzoll-neugierig-auf-narzisstische-patienten-ca022036-45bc-40ab-b2b0-e4ccee2c2e66

    Doering S, Hartmann HP, Kernberg OF, Narzissmus, 2. akt. und erw. Aufl., Schattauer, 2021.

    Hilbig BE, Moshagen M, Zettler I, Dark Factor - Die Essenz des Bösen in uns, Ariston, 2025.

    Kohut H, Narzißmus - Eine Theorie der psychoanalytischen Behandlung narzißstischer Persönlichkeitsstörungen, Suhrkamp, 16. Aufl. 2014.

    Lammers CH, Beziehungsgestaltung mit narzisstischen Menschen, Psychiatrie-Verlag, 2021.

    Lasch C, Das Zeitalter des Narzißmus, DTV, 1986.

    Oberleiter S, Stickel P, Pietschning J, A Farewell to the Narcissism Epidemic? A Cross-Temporal Meta-Analysis of Global NPI Scores (1982-2023), Journal of Personality, 2024.

    https://doi.org/10.1111/jopy.12982

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    59 Min.
  • 22. Patientin Psychiatrie betreibt Selbstfürsorge - Eine weihnachtliche Teamintervision
    Dec 20 2025

    Das gab es bei uns noch nicht - alle zusammen in einem Podcast. Wir sprechen in unserer moderierten Teamsitzung darüber, wie wir uns psychisch und körperlich gesund halten und was wir nicht nur Kolleg:innen empfehlen, um auf sich selbst gut zu achten.

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    45 Min.
  • 21. Patientin Forensische Psychiatrie - Ein Gespräch über die schlechtesten und besten Seiten des Menschen zwischen J. Brüning gen. Brinkmann und Carl-Ernst von Schönfeld
    Dec 10 2025

    In den vergangenen Podcasts haben wir immer wieder gehört, dass Gewalterfahrungen das Risiko psychisch krank zu werden stark erhöhen. Aber was passiert, wenn psychisch erkrankte Menschen selbst zu Täter:innen werden? Auch darum muss sich die Psychiatrie kümmern. Schließlich hat sie von der Gesellschaft eine klare, aber fast nicht zu bewältigende Aufgabe bekommen, für die der Schwerpunkt „Forensische Psychiatrie“ entwickelt wurde.

    Die Forensische Psychiatrie soll verstehen, warum psychisch Kranke oder Suchterkrankte Straftaten begehen, soll ihre allgemeine Gefährlichkeit und Wiederholungsgefahr einschätzen und sie behandeln und/oder verwahren. Das erfordert nicht nur besondere Kenntnisse, sondern auch starke Nerven und sehr viel Erfahrung.

    In Folge 8 befand sich Patientin Psychiatrie bereits mit einem Bein im Knast. Heute sprechen wir mit Carl-Ernst von Schönfeld, einem Psychiater, der viel Zeit mit beiden Beinen im Gefängnis verbracht hat.

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    45 Min.
  • 20. Patientin Psychiatrie ist achtsam. J. Brüning gen. Brinkmann im Gespräch mit dem klinischen Neuropsychologen Thomas Beblo über die Kunst der Absichtslosigkeit
    Nov 27 2025

    An sich ist das Wort weniger als der Gedanke, der Gedanke weniger als die Erfahrung.

    Literatur:

    Allgemein

    Bohus Martin (2024). DBT-Skillstraining, Schattauer.

    Burkhard Alois (2018). Achtsamkeit - Entscheidung für einen neuen Weg, 2. Aufl., Schauttauer.

    Chödron, Pema (2013). Meditieren – Freundschaft schließen mit sich selbst. Kösel.

    Herrigel Eugen (1992). Der Zenweg, 12. Aufl., 1992, O.W. Barth.

    Herrigel Eugen (1968). Zen in der Kunst des Bogenschießens, 16. Aufl., O.W. Barth.

    Kornfield, Jack (2008). Das weise Herz. Goldmann-Verlag.

    Kabat-Zinn, Jon (2013). Gesund durch Meditation (Full Catastrophe Living). Knaur MensSana TB

    Achtsamkeit

    Kabat-Zinn, Jon (2013). Gesund durch Meditation (Full Catastrophe Living). Knaur MensSana TB

    Lehrhaupt, L. & Meinert, P. (2010). Stress bewältigen mit Achtsamkeit. Kösel

    Michalak, J., Heidenreich, T. & Meibert, P. (2018). Achtsamkeit üben. Hogrefe.

    Segal V., Williams, M.G., Teasdale, J.D. (2008, 2015). Die achtsamkeitsbasierte cognitive Therapie der Depresssion: Ein neuer Ansatz zur Rückfallprävention. DGVT Verlag

    Williams, M., Teasdale, J., Zindel, S., Kabat-Zinn, J. (2009). Der achtsame Weg durch die Depression, Arbor-Verlag.

    Mitgefühl

    Germer, C. (2015). Der achtsame Weg zum Selbstmitgefühl. Arbor.

    Jaenicke, C. (2006). Das Risiko der Verbundenheit – Intersubjektivitätstheorie in der Praxis. Klett-Cotta.

    Kolts, R. (2017). CFT leicht gemacht - Eine Einführung in die Praxis der Compassion Focused Therapie. Arbor.

    Neff, K. (2012). Selbstmitgefühl. Kailash.

    Neff, K. & Germer, C. (2018). The Mindful Self-Compassion Workbook: A Proven Way to Accept Yourself, Build Inner Strength, and Thrive (Das Achtsame Arbeitsbuch für Selbstmitgefühl: Eine bewährte Methode, sich selbst zu akzeptieren, innere Stärke aufzubauen und aufzublühen. Guilford Press.

    Regel, U.Y. (2016). Tonglen Praxis. Mitgefühl aussenden und Leid annehmen. Nymphenburger.

    Singer, T. (2013). Mitgefühl in Alltag und Forschung. www.compassion-training.org

    Liebende Güte

    Frick, A., Thinnes, I., & Stangier, U. (2020). Metta-based group meditation and individual cognitive behavioral therapy (MeCBT) for chronic depression: study protocol for a randomized controlled trial. Trials, 21, 1-14.

    Ricard, M. (2016). Allumfassende Nächstenliebe: Altruismus – die Antwort auf die Herausforderung unserer Zeit. Edition Blumenau.

    Salzberg, S. (2006). Metta Meditation. Arbor Verlag.

    Mehr anzeigen Weniger anzeigen
    44 Min.
  • 19. Patientin Psychiatrie - Was macht unsere Kinder so krank, Jakob Hein? J. Schlimme und J. Brüning gen. Brinkmann sprechen mit dem berühmten Autor und Kinderpsychiater
    Nov 12 2025

    Von der „Nummer gegen Kummer“, über den „traumasensiblen Umgang mit psychisch belasteten Kindern und Jugendlichen“ bis hin zu einem Anstieg der ambulanten und stationären Behandlungsplätze; die Maßnahmen zum Schutz der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen und können dennoch die riesige Anfrage nicht abdecken. Denn immer noch steht es, laut verschiedenen Studien schlecht um die psychische Gesundheit unseres Nachwuchses. Ein Fünftel der Kinder und Jugendlichen sind psychisch belastet. Nicht nur die Pandemie, soziale Medien und die allseits ausgerufene Polykrise zerren an der psychischen Gesundheit der Kindern und Eltern, auch schwierige soziale Umstände und Einsamkeit fordern Ihren Tribut.

    Patientin Psychiatrie spricht heute mit einem Arzt und Weltenwanderer, den Berliner Kinderpsychiater und bekannten Buchautor Jakob Hein. Geboren 1971 in Leipzig, international ausgebildet und literarisch originell, bewegt er sich geschickt sowohl in der herausfordernden Realität als auch der künstlerischen Fiktion. Mit dabei und mit uns beiden bekannt ist der Arzt, Philosoph und Buchautor Jann Schlimme.

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    1 Std. und 5 Min.
  • 18. Patientin Psychiatrie und ihre Sprachstörung - J. Brüning gen. Brinkmann im Gespräch mit S. Weinmann und J. Wächter
    Oct 16 2025
    Die Sprache ist nicht nur eines der wichtigsten Werkzeuge in der Psychiatrie, sie ist auch Mittel zur Macht. Wer sie beherrscht hat die Deutungshoheit. Doch "An sich ist das Wort weniger als der Gedanke, der Gedanke weniger als die Erfahrung. Das Wort und was sich darin niederschlägt, ist des Besten beraubt." Trotzdem oder gerade deswegen müssen wir über die Rolle der Sprache und ihre Anfälligkeit für Missverständnisse besprechen. Antos, G. (2014): Wie Sprache Entscheidungen (vor)prägt: Zum Einfluss und zur Rhetorik kollektiver Selbsttäuschungen. In: Information – Wissenschaft & Praxis, 65, S. 156 – 162. Bock, T.; Buck, D. & Gross, J. (Hg.) (1995): Abschied von Babylon – Verständigung über Grenzen in der Psychiatrie (Dokumentation des XIV. Weltkongresses für Soziale Psychiatrie 1994 in Hamburg). Bonn: Psychiatrie-Verlag. Bock, T.; Buck, D. & Esterer, I. (2007): StimmenReich. Mitteilungen über den Wahnsinn. Bonn: Psychiatrie-Verlag. Feer, H. (1987): Die Sprache der Psychiatrie. Eine linguistische Untersuchung. Berlin, Heidelberg: Springer. Seikkula, J. & Olson, M. E. (2003): The open dialogue approach to acute psychosis: Its poetics and micropolitics. In: Family process, 42, 3, S. 403 – 418. DOI: 10.1111/j.1545-5300.2003.00403.x. Schneider, P. (2020): Normal, verrückt, gestört. Über die Besonderheiten psychiatrischer Diagnosen. Stuttgart: Schattauer. Van Os, J. & Tamminga, C. (2007): Deconstructing psychosis. In: Schizophrenia Bulletin, 33, S. 861 – 862. Weinmann S, Schulz, M. (2024). Sprache in der Psychiatrie. Auf dem Weg zu einer Kommunikation auf Augenhöhe. Psychiatrie Verlag Köln (doi.org/10.5771/9783966052894)
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    59 Min.
  • 17. Patientin Psychiatrie - Die Macht der Diagnosen - wegen des Looping-Effektes? C. Stiglmayr und J. Brüning gen. Brinkmann Gespräch mit Thorsten Padberg
    Sep 21 2025

    Warum geht die Anzahl der psychisch Erkrankten trotz zunehmender Hilfangebote nicht zurück?

    Leisten die Helfenden und das psychiatrische Versorgungssystem etwa keine gute Arbeit? Ist das Leben in den westlich geprägten Kulturen zu belastend geworden, so dass jede Hilfe ein Tropfen auf dem heißen Stein ist? Oder sprechen Helfende und Betroffene über psychische Probleme und vermeintliche Diagnosen auf höchst kontraproduktive Weise und verstärken dadurch die Problematik - was zum Looping-Effekt führt.

    Die Psychologin Carola Stiglmayr und der Psychiater Jan Brüning gen. Brinkmann gehen im Gespräch mit dem Psychologen, Autor und preisgekrönten Podcaster Thorsten Padberg dem Looping-Effekt nach.

    Literatur:

    Antonowsky, A. (1997) Salutogenese. DGVT-Verlag.

    Chevalier, O. (2024). „It starts on TikTok“: Looping Effects and The Impact of Social Media on Psychiatric Terms. Philosophy, Psychiatry, & Psychology, 31 (2). S. 163–174.

    Gergen, K. (1994). Realities and Relationships. Cambridge: Harvard University Press.

    Hacking, I. (2012). Menschenarten. The Looping Effect of Human Kinds. Leipzig: sphères.

    Haslam, N. (2016). Concept creep: Psychology’s expanding concepts of harm and pathology. Psychological Inquiry, 27 (1), 1–17.

    Jaspers, K. (1965), Allgemeine Psychopathologie. Springer-Verlag.

    Padberg, T. (2021). Die Depressions-Falle. Wie wir Menschen für krank erklären, statt ihnen zu helfen. Frankfurt a. M.: Fischer-Verlage.

    Padberg,. T. (2025). Die Macht der Diagnosen - Looping-Effekte und die Folgen für die Psychopathologie. Psychotherapeuten Journal, 1/25, S. 4-11. https://doi.org/10.61062/ptj202501.001

    Padberg, T. & Veith, A. (2024). Problemanalysen. In S. Fliegel, W. Jänicke, S. Münstermann, G. Ruggaber, A. Veith & U. Willutzki (Hrsg.), Verhaltenstherapie – Was sie kann und wie es geht. Ein Lehrbuch (S. 227–250). Tübingen: dgvt-Verlag.Shorter, E. (1993). From paralysis to fatigue. A history of psychosomatic illness in the modern era. New York: THE FREE PRESS.

    Riedesser P. (2016). Maschinengewehre hinter der Front. Mabuse-Verlag.

    Thom, J. et al. (2024). Entwicklung der Diagnoseprävalenz psychischer Störungen 2012–2022. Dtsch Arztebl Int; 121: 355–62. DOI: 10.3238/arztebl.m2024.0052.

    Vorderholzer, U &Schramm E (2024) Das Behandlungs-Prävalenz-Paradoxon der psychischen Erkrankungen und ihrer Therapieverfahren: Was können wir daraus für die Praxis lernen? Verhaltenstherapie, 34 (2): 48–50. https://doi.org/10.1159/000539373

    Watters, E. (2016) Crazy like us - Wie Amerika den Rest der Welt verrückt macht. DGVT-Verlag.

    Wiesner, M. & Willutzki, U. (1992). Sozial-konstruktivistische Wege in der Psychotherapie. In S. J. Schmidt (Hrsg.), Kognition und Gesellschaft. Der Diskurs des Radikalen Konstruktivismus 2 (S. 337–379). Frankfurt a. M.: Suhrkamp.

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    59 Min.