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Goethe | Der Podcast

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Von: Marcus Anhäuser Thomas Schmuck
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Goethe ist weltberühmt. Doch die meisten von Euch denken bei dem Namen wahrscheinlich nur an den Dichterfürsten, dessen Faust oder Werther ihr in der Schule gelesen oder dessen Gedichte ihr auswendig gelernt habt. In diesem Podcast lernt Ihr Johann Wolfgang von Goethe von einer ganz anderen Seite kennen. Marcus Anhäuser, Wissenschaftsjournalist, und Thomas Schmuck, Wissenschaftshistoriker, stellen Euch den Naturforscher Goethe vor. Der sammelte Steine und Fossilien und versuchte die Gesetze der Natur zu ergründen. Er stellte sogar eine eigene Theorie der Farben und des Lichts auf, mit der er Newton widerlegen wollte. Lauscht den Gesprächen über Goethe den Naturforscher, sein Leben und seine Zeit, als die Naturwissenschaften entstanden, wie wir sie heute kennen. Marcus Anhäuser ist freier Wissenschaftsjournalist und lebt in Dresden. Thomas Schmuck arbeitet als Wissenschaftshistoriker bei der Klassik Stiftung in Weimar und ist verantwortlich für die naturwissenschaftliche Sammlung Goethes. Idee und Produktion: Marcus Anhäuser, Dresden Cover: Marcus AnhäuserMarcus Anhäuser Welt Wissenschaft
  • Goethes Helfer: die Tragik des August von Goethe
    Jun 8 2026
    August von Goethe (1789-1830), der einzige überlebende Sohn Johann Wolfgang von Goethes, führte ein Leben im Schatten seines berühmten Vaters. Geboren als uneheliches Kind aus der Beziehung zu Christiane Vulpius, wurde er erst durch die spätere Heirat seiner Eltern 1806 hoffähig. Seine Kindheit war geprägt von der Nähe zur Naturwissenschaft: Bereits mit fünf Jahren begleitete er seinen Vater ins Ilmenauer Bergwerk, sammelte Fossilien und Mineralien und wurde später zu einem wichtigen Helfer Goethes in geowissenschaftlichen Fragen. August verwaltete den Fossilienteil der Goetheschen Sammlung, verfasste 1813 ein Verzeichnis der 300 Fossilien und beschriftete viele Stücke selbst - erkennbar an seiner charakteristischen Handschrift. Er unterstützte den Vater in Verwaltung, Finanzen und Verhandlungen, etwa beim Verkauf der "Ausgabe letzter Hand" (60.000 Reichstaler), und vertrat ihn bei Hofe. Doch trotz dieser engen Zusammenarbeit blieb August ein unerkannter Diener: Goethe lobte ihn selten, erkannte seine Leistungen kaum an und kontrollierte ihn selbst auf Reisen durch geforderte Tagebücher. Tragisch war Augusts Privatleben: Eine unglückliche Ehe mit Ottilie von Pogwisch, die ihn zeitlebens ignorierte und eine obsessive Affäre mit dem Offizier Ferdinand Heinke führte, und die mangelnde Anerkennung trieben ihn in den Alkohol. und auf Reisen, von denen er sich eine Befreiung erhoffte. Die große Italienreise, die auch schon sein Vater und Großvater durchgeführt hatten, brachte den frühen Tod 1830 mit nur 40 Jahren. Literarisch hinterließ er kaum Spuren - einzig fiktive Texte und Reiseberichte (z. B. nach Berlin und Italien) sind erhalten. Thomas sieht Hinweise für eine Legasthenie, die August das Schreiben erschwerte. Einzig in der Naturwissenschaft fanden Vater und Sohn Gleichwertigkeit. Goethe behandelte August hier als ebenbürtigen Partner - ein seltener Moment der Anerkennung. Augusts eigene Sammlung (u. a. Vogelkästen, Skelette) wurde später in die Goethesche Sammlung integriert. August war ein Gehilfe, der zwischen Pflicht, Alkohol und dem Druck, den Goethes Namen zu tragen, zerbrach. Sein Schicksal spiegelt die Kehrseite des Genies: ein Leben im Dienst des Ruhms anderer.Links (mainly Wikipedia)Friedrich Wilhelm Heinrich von TrebraAugust von GoetheJohann Peter EckermannChristiane von Goethe (geb. Vulpius)Ottilie von Goethe (geb. von Pogwisch)Ferdinand HeinkeJohann Caspar GoetheLeseempfehlung: Thomas Schmuck: Anschauung der Erde. Goethes geowissenschaftliches Arbeiten und Sammeln. Verlag Sandstein Kultur, 2026Stephan Oswald: Im Schatten des Vaters. August von Goethe. Beck, München (Beck) 2023, ISBN 978-3-406-79139-0.Mit Musik von Gas Lab via Audiio und Tranceless, Shelftop Speech, Grimmail, Celos Marinos, Flitless, Comma von BlueDotSessions.Idee, Technik und Produktion: Marcus AnhäuserPodcast-Tipp: Ausgesuchte Wissen(schaft)sPodcasts gibts auf Wisspod.deZum Crowdfunding der RiffReporter geht es hier lang auf die Seite von Startnext.Marcus auf Mastodon: @MAnhaeuser@mastodon.socialBluesky: @anhaeuser.bsky.socialThreads: @marcus.anhaeuser@threads.netFacebook: https://www.facebook.com/marcus.anhauser.3Instagram: https://www.instagram.com/marcus.anhaeuser/LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/marcus-anhuser-63950a18a/Thomas bei der Klassik Stiftung in Weimar.Marcus bei Riffreporter.Weitere Podcasts von/mit Marcus Anhäuser:RiffReporter Podcast - tiefer eintauchen in die ThemenIGeL-Podcast – Der Gesundheits-Podcast des IGeL-MonitorsBücherRausch – der Podcast der Städtischen Bibliotheken DresdenDas Transkript wurde automatisch erstellt und enthält wahrscheinlich Fehler. Die Zusammenfassung wurde auch mit Hilfe von KI erstellt, aber überarbeitet.
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    1 Std. und 34 Min.
  • Goethe und der Mann, der das Ultraviolett entdeckte
    Apr 2 2026
    In dieser Folge erklärt uns Thomas, was Goethe mit der Entdeckung des Ultraviolett zu tun hat: Am 22. Februar 1801 entdeckte der Pharmazeut Johann Wilhelm Ritter in Jena das ultraviolette Licht - eine unsichtbare Strahlung jenseits des violetten Spektralbereichs. Ritter, ein experimentierfreudiger Forscher, der sich mit Galvanismus, Elektrizität und Optik beschäftigte, nutzte lichtempfindliche Silbersalze (wie Silberchlorid), um die Existenz dieser Strahlung nachzuweisen. Er platzierte diese Substanzen hinter einem Prisma, wo das Sonnenlicht in seine Spektralfarben zerlegt wurde. Während das sichtbare Licht nur eine schwache Schwärzung der Silbersalze verursachte, reagierte der unsichtbare Bereich jenseits des Violetts intensiv - ein Beweis für die Existenz des Ultravioletts. Für Marcus ist Ritter ein weiteres typisches Beispiel für die Wissenschaftler in dieser Zeit als die Geheimnisse der Welt noch ohne große Gerätschaften zu entdecken waren.Ritters Entdeckung war eng mit der vorherigen Entdeckung des Infrarotsdurch William Herschel (1800) verbunden. Herschel hatte nachgewiesen, dass das Sonnenspektrum über das rote Licht hinaus eine unsichtbare, wärmende Strahlung enthält. Ritter folgerte aus dem Prinzip der Polarität - einem zentralen Konzept der romantischen Naturphilosophie, das Goethe prägte - dass es auf der anderen Seite des Spektrums ebenfalls unsichtbare Strahlung geben müsse. Seine Experimente bestätigten dies.Goethe und Ritter kannten sich persönlich und standen im Austausch. Ritter besuchte Goethe bereits einen Tag nach seiner Entdeckung in Weimar, um ihm womöglich das Experiment vorzuführen. Goethe, der sich intensiv mit Farbenlehre und Optik beschäftigte, reagierte auf den Besuch mit einem langen Brief an Ritter, in dem er weitere Experimente vorschlug. Obwohl Goethe das Ultraviolett nicht direkt in seinen Werken thematisierte, beeinflusste die Entdeckung seine naturphilosophischen Überlegungen.Ritters Arbeit war jedoch nicht unumstritten. Seine exzessiven Selbstexperimente mit Elektrizität und seine Nähe zur Naturphilosophie der Romantik - etwa seine Beschäftigung mit Wünschelruten - führten zu wissenschaftlicher Isolation. Zudem zwangen ihn finanzielle Probleme und Gläubiger zur Flucht aus Jena. Später zog er nach München, wo er weiterhin experimentierte, aber zunehmend als unseriös galt.Trotz seines frühen Todes mit nur 33 Jahren hinterließ Ritter ein umfangreiches Werk. Seine Entdeckung des Ultravioletts markiert einen Meilenstein in der Geschichte der Optik und Fotografie, da sie die Grundlage für das Verständnis des elektromagnetischen Spektrums legte.Links (mainly Wikipedia)Johann Wilhelm RitterUltraviolettstrahlungWilhelm HerschelInfrarotstrahlungThomas Johann SeebeckChronologie der FotografieFriedrich Wilhelm Heinrich von TrebraLeseempfehlung: Olaf L. Müller: Ultraviolett, Schriften der Goethe-Gesellschaft, Bd. 80, Wallstein Verlag, 2021 Leseempfehlung: Thomas Schmuck: Anschauung der Erde. Goethes geowissenschaftliches Arbeiten und Sammeln. Verlag Sandstein Kultur, 2026Mit Musik von Nicholas Cangiano, Laure Chan, Davide Sammarchi, Aguava via Audiio.Idee, Technik und Produktion: Marcus AnhäuserPodcast-Tipp: Ausgesuchte Wissen(schaft)sPodcasts gibts auf Wisspod.deMarcus auf Mastodon: @MAnhaeuser@mastodon.socialBluesky: @anhaeuser.bsky.socialThreads: @marcus.anhaeuser@threads.netFacebook: https://www.facebook.com/marcus.anhauser.3Instagram: https://www.instagram.com/marcus.anhaeuser/Thomas bei der Klassik Stiftung in Weimar.Marcus bei Riffreporter.Weitere Podcasts von/mit Marcus Anhäuser:RiffReporter Podcast - tiefer eintauchen in die ThemenBücherRausch – der Podcast der Städtischen Bibliotheken DresdenIGeL-Podcast – Der Gesundheits-Podcast des IGeL-Monitors.Das Transkript wurde automatisch erstellt und enthält wahrscheinlich Fehler.
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    1 Std. und 2 Min.
  • Goethes Ameise in Goethes Bernstein, 40 Mio. Jahre alt
    Feb 15 2026
    Es ist eine kleine Sensation: Plötzlich berichten Medien weltweit über einen kleinen Teil von Goethes naturwissenschaftlicher Sammlung. Thomas hat mit einem Team der Uni Jena und des Phyletischen Museums eine vierzig Millionen Jahre alte Ameise in einem der Bernsteine Goethes entdeckt. Ist es eine neue Art? Das Team macht Röntgen-Aufnahmen in unglaublicher Feinheit. Thomas Kollege Bernd Bock, Präparator am Phyletischen Museum Jena, erzählt als Gast in der aktuellen Folge, wie die Ameise am DESY in Hamburg mit Synchrotron-Strahlung gescannt wird, und die Forscher*innen sogar ein 3D-Modell der Ameise erstellen. Die Pläne dazu kann sich jeder und jede herunterladen und selbst mit einem 3D-Drucker ausdrucken. Thomas erklärt Interessantes zu Goethes Bernsteinsammlung, und dass sie größer ist als lange bekannt war. Marcus ist natürlich hellauf begeistert von der Entdeckung, aber auch dem Aufwand, den Forschung betreibt, um auch nur kleinste Puzzlestücke für das Wissen der Welt zu entdecken. Jetzt sucht das Team Spezialisten, die sich mit Kriebel- und Trauermücken auskennen, denn diese finden sich auch im Bernstein, aber für eine genauere Analyse fehlen den Jenaern die genauen Kenntnisse. Die Folge erscheint etwas später als gedacht, weil die Drei ungewöhnlich viele Hürden zu nehmen hatten, bis die Aufnahme im Kasten war.Links:Fachartikel in Scientific Reports, Boudinot et al. (2026) Discovery of Goethe’s amber ant: its phylogenetic and evolutionary implicationsPressemitteilung der Uni Jena, Sehr gut erhaltene Ameise in Goethes BernsteinPressemitteilung des DESY, Die Bernstein-Beamline und die Goethe-Ameise3D-Modelle der Ameise, der Kriebelmücke und der TrauermückeHeinrich GoeppertChristian Gottlob von VoigtBernsteinSynchrotronstrahlungDrüsenameiseCtenobethylus goepperti (engl.)Phyletisches Museum Jena, Ausstellung Electro Mundi – Bernsteinwelten (noch bis 28.2.2026)Mit Musik von Gas Lab, Slowdrip, Ted Taforo, KapKapMoode, Edward Cross, Akolo via Audiio.Idee, Technik und Produktion: Marcus AnhäuserPodcast-Tipp: Ausgesuchte Wissen(schaft)sPodcasts gibts auf Wisspod.deBernhard Bock Kontakteintrag auf der Mitarbeiterseite des Institut für Zoologie und EvolutionsforschungMarcus auf Mastodon: @MAnhaeuser@mastodon.socialBluesky: @anhaeuser.bsky.socialThreads: @marcus.anhaeuser@threads.netFacebook: https://www.facebook.com/marcus.anhauser.3Instagram: https://www.instagram.com/marcus.anhaeuser/Thomas bei der Klassik Stiftung in Weimar.Marcus bei Riffreporter.Weitere Podcasts von/mit Marcus Anhäuser:RiffReporter Podcast - tiefer eintauchen in die ThemenBücherRausch – der Podcast der Städtischen Bibliotheken DresdenIGeL-Podcast – Der Gesundheits-Podcast des IGeL-Monitors.Das Transkript wurde automatisch erstellt und enthält wahrscheinlich Fehler.
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    56 Min.
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