Folgen

  • "Ich habe jeden nur denkbaren Fehler schon mal gemacht"
    Jan 27 2026
    "Ich muss meine Schreibzeit erobern, verteidigen und genießen", sagt die Bestseller-Autorin Katja Brandis im Podcast Frisch an die Arbeit. Mit der Woodwalker-Reihe hat sie mittlerweile über 3,5 Millionen Bücher weltweit verkauft. Ein Drittel ihrer Arbeitszeit verbringe sie jetzt mit Fanbetreuung, verrät sie. Katja Brandis ist ein Künstlername, die Autorin heißt eigentlich Sylvia Englert. Sie wurde 1970 geboren und zählt zu den erfolgreichsten deutschen Jugendbuchautorinnen. Insgesamt hat sie mehr als 70 Romane veröffentlicht, die mehr als 20 Woodwalker-Bände wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Außerdem kommt nun der Film Woodwalkers 2 in die Kinos. Ursprünglich plante Brandis einen Einzelroman für Jugendliche ab zwölf, den ihr Verlag aber zunächst ablehnte. "Dann hat sich die Lektorin ein Jahr später gemeldet und gesagt: Dieser Katzenjunge, der geht mir nicht aus dem Kopf. Und gefragt, ob ich das vielleicht für Kinder ab zehn Jahren machen könnte", erzählt sie. Daraufhin habe sie den Roman umgeschrieben. "Ich hatte schon das Gefühl, dass es den Kids wirklich gefallen könnte", sagt Brandis über den ersten Band, "aber dieses Ausmaß hätte ich mir wirklich nicht träumen lassen". Sie erzählt, dass sie mittlerweile Leserbriefe aus Kasachstan, Finnland, Spanien oder Südamerika bekommt. "Ich weiß, dass Leute auf das, was ich schreibe, warten. Es ist wirklich grandios!" Damit die Kinder immer weiter lesen wollen, optimierte Brandis ihre Art zu schreiben. "Früher habe ich Kapitel immer inhaltlich abgeschlossen und das ist eigentlich blöd", sagt sie. Heute weiß sie: "Man sollte ein Kapitel genau dann abbrechen, wenn es am spannendsten ist – dann können die Kinder die ganze Nacht unter der Bettdecke lesen." Angefangen zu Schreiben hat Brandis schon als Jugendliche. "Schon mit 14 habe ich drei, vier Romane im Jahr geschrieben, aber die waren halt noch nicht sonderlich gut." Über Testleser in ihrer Schule und Autorengruppen habe sie sich weiterentwickelt. "Beim Schreiben kann man sich wahnsinnig gut selber ausbremsen", sagt sie. "Erste Fassungen dürfen schlecht sein." Sie habe "jeden nur denkbaren Fehler schon mal gemacht, wirklich jeden". Im Podcast erzählt Brandis außerdem, warum sie Recherchen in der namibischen Wüste und im Regenwald für unverzichtbar hält, welche Fehler in ihren Büchern sie fuchsig machen und was für eine Tierwandlerin sie selbst wäre. "Frisch an die Arbeit" wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek. Das Team erreichen Sie unter frischandiearbeit@zeit.de. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.
    Mehr anzeigen Weniger anzeigen
    46 Min.
  • Was macht Wohnungen gemütlich, Fabian Freytag?
    Jan 13 2026
    "Wie wir uns einrichten, liegt an unserem Sicherheitsbedürfnis. Man wünscht sich Behaglichkeit, einen Schutzraum, der einen Puffer nach außen bietet", sagt Fabian Freytag im Podcast Frisch an die Arbeit. Als Interior Designer mit einem Büro in Berlin verändert er Grundrisse, dekoriert Wohnungen und warnt Kunden und Kundinnen vor Fehlkäufen. Freytag, 41, hat Architektur an der Universität der Künste studiert. Noch in seiner Ausbildung bekam er den ersten Auftrag als Innenarchitekt. Während der globalen Finanzkrise 2008 kauften viele Menschen aus dem Ausland Wohnungen in Berlin als Investment – einige beauftragten Freytag mit der Einrichtung. "Sie vertrauten auch Anfängern wie mir. In keiner anderen Stadt hätte ich so schnell Aufträge bekommen", sagt Freytag. Seinen Kunden und Kundinnen rät Freytag zu bunten Wänden und großen Teppichen. "Sogar das Bad soll eine gewisse Opulenz haben und eingerichtet werden wie andere Räume", sagt er. Sein Tipp: Wer eine Wohnung oder ein Haus einrichte, dürfe nicht das kaufen, was alle haben. Stattdessen sei es wichtig, mit einigen Übungen herauszufinden, welche Möbel, Farben und Stoffe einem wirklich gefallen. Freytag empfiehlt, Onlineauktionshäuser oder Kleinanzeigen zu durchsuchen und dabei zu notieren, aus welchen Jahrzehnten die Einrichtungsgegenstände stammen, die einem gefallen. Außerdem könne man überlegen, in welchen Wohnungen von Freunden, Restaurants oder Hotels man sich besonders wohlfühlt und warum. Im Podcast erzählt Freytag, wie künstliche Intelligenz seine Arbeit verändert, warum er offene Regale in seinen Entwürfen vermeidet und welche Hobbys ihn kreativ machen. "Frisch an die Arbeit" wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek. Das Team erreichen Sie unter frischandiearbeit@zeit.de. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.
    Mehr anzeigen Weniger anzeigen
    54 Min.
  • Wie bekämpft man Einsamkeit, Elke Schilling?
    Dec 30 2025
    "Nachts ist die Einsamkeit am schärfsten, da kommt alles zusammen – die Kontaktlosigkeit, die Dunkelheit und die Schlaflosigkeit", sagt Elke Schilling, Gründerin und Vorsitzende des Senioren-Telefons Silbernetz, im Podcast Frisch an die Arbeit. "Das kann einem gerade über die Feiertage unglaublich auf die Seele fallen." Schilling, selbst schon 82 Jahre alt, hat in der DDR Mathematik studiert, zwischen 1969 und 1989 als Programmiererin gearbeitet, wurde mit der Wiedervereinigung arbeitslos und begann eine Karriere in Politik. Erst wurde sie Staatssekretärin für Frauenfragen in Sachsen-Anhalt, dann Beraterin für Unternehmen und schließlich Gründerin einer Telefonseelsorge. Der entscheidende Impuls für das sogenannte Silbernetz kam Schilling durch ein persönliches Erlebnis: Ein älterer Nachbar verschwand plötzlich aus ihrem Alltag, wochenlang brannte Licht in seiner Wohnung, dann tauchten Fliegen auf. Als der Vermieter schließlich die Tür öffnen ließ, stellten sie fest: Der Nachbar war seit Wochen tot. Im Gespräch sagt Schilling: "So einsam darf kein Mensch sein". Und doch sind solche Todesfälle nicht selten, erzählt sie: "In jeder deutschen Großstadt sterben jedes Jahr rund 300 Menschen auf diese Weise." 2015 gründete sie deshalb einen Verein und orientierte sich dabei an einer Idee aus Großbritannien. Ursprünglich wollte sie eine Hotline für einsame, ältere Menschen in Berlin erschaffen. Heute gibt es zusätzlich zum Verein mit fast 350 Ehrenamtlichen ein Sozialunternehmen mit mehr als 30 Mitarbeitenden. Das Angebot von Silbernetz richtet sich an Menschen ab 60 Jahren, aber "meine älteste Anruferin war 109 Jahre alt", erzählt Elke Schilling. Über das Jahr ist das Telefon täglich zwischen 8 und 22 Uhr zu erreichen, an Weihnachten aber, erzählt Schilling, sitzen die Ehrenamtlichen der Hotline Tag und Nacht an den Apparaten. "Die Weihnachtszeit ist unglaublich emotional aufgeladen", sagt Schilling. "Eigentlich klingelt das Telefon dann die ganze Zeit. "Eine der Zielgruppe des Silbernetz seien natürlich Menschen über 85, die körperlich oft nicht mehr mobil seien und deren Gesprächskreis dadurch verkleinere: "Je älter man wird und je mobiler man eingeschränkt ist, desto weniger Kontakte hat man ich – und desto weniger neue kann man knüpfen." Aber auch pflegende Angehörige, erzählt Schilling, seien oft einsam. "Ihr sozialer Kreis schrumpft durch die Pflege auf eine einzige Person", sagt Schilling. Im Podcast erzählt Schilling außerdem, wie das Silbernetz in der Pandemie stark wachsen konnte, warum Geld ihre größte Sorge ist und welchen Tipp sie Menschen gibt, die sich vor dem Anruf bei der Großtante drücken. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.
    Mehr anzeigen Weniger anzeigen
    45 Min.
  • Wie muss sich unsere Ernährung verändern, Sarah M. Schmitt?
    Dec 16 2025
    "Wir sind noch nicht am Punkt, an dem Weizen verschwindet", sagt die Agrarexpertin Sarah M. Schmidt im Podcast Frisch an die Arbeit. "Aber wir sind in vielen Bereichen gefährlich abhängig von wenigen Sorten." Schmidt studierte Biologie und promovierte über Pflanzenkrankheiten der Gerste. Heute arbeitet sie als Beraterin der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit mit dem Schwerpunkt auf Ernährungssicherheit und ländliche Entwicklung. "Wir müssen unsere Felder anders anlegen", sagt Schmidt. Sie sagt, Felder wie sie heute existieren, seien für ein Klima gebaut worden, das es so nicht mehr gibt. "Wenn sich alle so ernähren wie wir in der westlichen Welt, kann das die Menschheit nicht lange durchhalten", sagt Schmidt. Es gäbe dazu nicht genug Wasser und zu viele Böden seien bereits kaputt. "Insgesamt sind es eigentlich nur 20 Nutzpflanzen, die intensiv gezüchtet werden", sagt sie. Ein Großteil der globalen Ernährung beruhe auf Weizen, Mais und Reis. Dabei gibt es laut Schmidt weltweit bis zu 4.000 essbare Pflanzen. Dadurch, dass viele der wichtigsten Nahrungspflanzen in Monokulturen wachsen, gefährden etliche Pflanzenkrankheiten die Ernährung. Dazu kämen Schädlinge. Und der Klimawandel verschärfe die Probleme. In Indonesien etwa, wo Schmidt zu Bananen und ihren Krankheiten forschte, seien in den Achtzigern und Neunzigern Mangrovenwälder abgeholzt worden. "Heute werden dadurch ganze Felder vom Meer überschwemmt und zerstört", sagt Schmidt. Insgesamt überstrapaziere der Anbau von Obst und Gemüse die für die Menschheit verfügbaren Anbauflächen. "Unsere Ernährungssysteme haben die planetaren Grenzen bereits in mehreren Dimensionen überschritten", sagt Schmidt. Im Podcast erzählt Schmidt außerdem, weshalb Bananen besonders von Pflanzenkrankheiten bedroht sind, warum Unkraut wie Amaranth und Brennnesseln dringend ein wichtiger Teil der Ernährung werden sollten und warum schleimig oder bitter schmeckende Pflanzen in vielen Weltregionen besonders beliebt sind. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.
    Mehr anzeigen Weniger anzeigen
    44 Min.
  • Warum wollen alle schöner werden, Olaf Kauder?
    Dec 2 2025
    "Viele zeigen sich nicht mehr gerne ihrem Partner, weil sie sich schämen, wie sie aussehen. Und da kann man helfen", sagt Olaf Kauder im Podcast Frisch an die Arbeit. Als Facharzt für plastische und ästhetische Chirurgie mit eigener Praxis in Berlin strafft er Gesichtshaut, verkleinert Brüste und saugt Fett ab. Viele seiner Patientinnen und Patienten würden sich wünschen, wieder wie früher auszusehen, sagt er. Er wäge dann immer ab, ob sie wirklich durch diesen Eingriff profitieren würden. Olaf Kauder hat Medizin an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster studiert und, nach seiner Ausbildung zum Facharzt, vor mehr als 20 Jahren seine Praxis in Berlin gegründet. In Vorgesprächen versucht Kauder herauszufinden, warum seine Patienten und Patientinnen sich behandeln und operieren lassen wollen. Dabei sei auch entscheidend, wer sie begleitet. Ist der Partner dabei? Die Mutter? "Ich muss die Motivation verstehen. Ob er oder sie das für sich macht oder durch andere motiviert wird", sagt Kauder. Manchmal rät er nach dem Vorgespräch von einer Behandlung ab. "Ich glaube, dass viele ihren Körper falsch wahrnehmen, weil sie einem enormen Druck von außen unterlegen sind", sagt Kauder. Einmal sei beispielsweise ein junger Mann zu ihm gekommen, der seine Brustwarze operieren wollte, weil sie ihm zu groß erschien. "Das war ein Normalbefund, er war ein Opfer von Social Media und überhaupt dem Schönheitswahn." Er sehe es deswegen als seine Verantwortung, gerade jungen Menschen zu sagen, wenn sie eine Operation nicht benötigen. Im Podcast erzählt er, wie er es schafft, sich stundenlang während einer Operation zu konzentrieren, welche Behandlungen am meisten Spaß machen und warum er in seiner Freizeit nicht über seinen Beruf sprechen will. "Frisch an die Arbeit" wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek. Das Team erreichen Sie unter frischandiearbeit@zeit.de. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.
    Mehr anzeigen Weniger anzeigen
    44 Min.
  • Wie bauen Sie Stress ab, Ines Schwerdtner?
    Nov 18 2025
    "Ich laufe mir den Stress ab", sagt Ines Schwerdtner, Vorsitzende der Linkspartei und Abgeordnete im Bundestag im Podcast "Frisch an die Arbeit". Wenn sie jogge, gehe sie jedes Mal die gleiche Route und höre dieselbe Musik, weil sie über solche Dinge nachdenken wolle. "Ich glaube, dass mich die Aufregung im Plenum immer ein paar Kalorien kostet", sagt sie. Schwerdtner, 1989 in Werdau in Sachsen geboren und in Hamburg aufgewachsen, hat Englisch und Politik auf Lehramt studiert, dann einige Jahre als Journalistin gearbeitet – unter anderem für die deutsche Ausgabe des aus den USA stammenden linken Magazins "Jacobin", die sie selbst gründete. Seit Oktober 2024 ist Schwerdtner – gemeinsam mit Jan van Aken – Vorsitzende der Partei Die Linke. Im Frühjahr 2025 gewann sie das Direktmandat im Wahlkreis Berlin-Lichtenberg für ihre Partei, unter anderem gegen Beatrix von Storch von der in Teilen rechtsextremen AfD. Ihre Arbeitstage seien häufig sehr lang, sagt Schwerdtner. "Ich zähle die Stunden ehrlich gesagt nicht, weil mich das in eine Depression stürzen würde." Gerade in Sitzungswochen kämen schnell "12, 14 oder auch mal 16 Stunden" am Tag zusammen. Dass die Linke in Deutschland seit Schwerdtners Amtsantritt fast 70.000 neue Mitglieder gewinnen konnte, liegt ihr zufolge auch daran, dass sich die Partei auf einige grundlegende Themen und Strategien fokussiert hat. "Das Erfolgsrezept ist, an den Alltagssorgen der Menschen zu sein und zuzuhören." Wichtig seien dabei vor allem die Themen Lebenshaltungskosten und Mieten. "Wenn man einen Begriff wie Mietendeckel selber nicht mehr hören kann, ist das der Moment, wo die Strategie funktioniert", sagt sie. Gleichzeitig betont sie, dass sich ihre Partei strukturell modernisieren müsse. Kinderbetreuung während Sitzungen, flexiblere Arbeitszeiten und weniger Abendveranstaltungen seien wichtige Schritte, um mehr Menschen und vor allem Frauen mit Kindern auch aus der Arbeiterschicht für politisches Engagement zu gewinnen. "Wir brauchen Menschen, die aus der Pflege kommen, aus der Industrie, Friseurinnen und nicht nur solche mit klassischen Politkarrieren." Als Parteivorsitzende hat Schwerdtner gemeinsam mit ihrem Co-Vorsitzenden Jan van Aken ihr eigenes Einkommen auf 2.850 Euro netto pro Monat gedeckelt: ein Wert, der sich am durchschnittlichen Gehalt in Deutschland orientiert. Auch wenn sie selbst sehr viel arbeite, sei sie absolut überzeugt von dem Prinzip. Die Selbstbegrenzung erde sie: "Ich weiß, wie die Supermarktpreise sind, weil ich selbst jede Woche einkaufen gehe." Für die Zeit nach der Parteiführung hat sie viele Ideen. Schwerdtner sagt: "Ich finde die Perspektive schön, noch einmal etwas anderes machen zu können." Sie könne sich vieles vorstellen – Drehbücher schreiben zum Beispiel, oder doch noch als Lehrerin arbeiten. Aber noch sei das alles für sie sehr weit weg: "Im Moment ist die Aufgabe, die ich habe, groß genug." Im Podcast erzählt Ines Schwerdtner außerdem, welche Lehren sie aus den linken Erfolgen in New York zieht und wie ihre Partei mit den Themen Gaza und Antisemitismus weiter umgehen will. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.
    Mehr anzeigen Weniger anzeigen
    48 Min.
  • Warum lassen sich Menschen tätowieren, Gabriel Wolff?
    Nov 4 2025
    "Ich bin Künstler, mich interessieren vor allem Geschichten, für das Tätowieren selbst interessiere ich mich kaum", sagt Gabriel Wolff im Podcast Frisch an die Arbeit. "Als Kalligraf ist alles, was ich mache, immer Text: Das kann ein Gedicht sein, ein Bibelzitat oder eine Stelle aus dem Talmud. Und diesen Text packe ich dann in Kunst." Wolff, 43, ist in Dachau geboren, in München aufgewachsen und dann mit seiner Mutter nach Israel ausgewandert. Er hat, wie er im Podcast erzählt, schon als Kind immer viel gemalt und gezeichnet – und von Anfang an meistens Buchstaben. "Ich habe in Jerusalem gelebt und dort gibt es sehr viel islamische Kalligrafie, also arabische Buchstaben, die künstlerisch umgesetzt werden. Das hat mich inspiriert", erzählt er. Je mehr er gezeichnet habe, desto anspruchsvoller seien seine Entwürfe geworden, sagt Wolff: "Ich habe die Buchstaben immer mehr in die Formen reinwachsen lassen, nach einiger Zeit waren es nicht mehr Quadrate oder Kreise, in denen ich die Buchstaben arrangierte, sondern Bäume." Weil Wolff als Jugendlicher den obligatorischen Wehrdienst in Israel aus Protest gegen die anhaltende Besetzung Palästinas verweigerte, musste er mehrfach ins Militärgefängnis – und traf ausgerechnet dort auf einen Mitgefangenen, der ihm riet, seine Zeichnungen als Tätowierungen anzubieten. "Ich bin dann zwei Wochen in einem Tattoostudio in Jerusalem rumgehangen, aber ganz ehrlich: Ich habe es nicht gemocht, das war nichts für mich", erzählt Wolff. "Ich bin dann zu meinen Leinwänden und Papieren zurückgekehrt." Heute entwirft Wolff nur noch die Kalligrafien, die später tätowiert werden. "Die meisten meiner Kunden leben in den Vereinigten Staaten und Kanada", sagt Wolff. Mittlerweile beschäftigt er eine Mitarbeiterin, die all die Vorgespräche führt und die Geschichten der Menschen zusammenträgt. "80 Prozent unserer gemeinsamen Arbeit ist zuzuhören, um die Geschichten der Menschen zu verstehen, die ich später in meinen Bildern zusammenfasse." In den 20 Jahren, in denen seine Kalligrafien tätowiert wurden, schätzt Wolff, habe er schon für gut 3.000 Menschen gezeichnet. Nicht nur für Wolff, sondern auch für seine Kunden war der 7. Oktober 2023, an dem Kämpfer der Hamas Israel überfielen und viele Menschen töteten, vergewaltigten und entführten, ein tiefer Einschnitt. Zunächst, erzählt er, seien die Entwürfe nach dem Massaker größer, sehr klar und bekennend gewesen: Davidsterne, Löwen, israelische Symbole. "Aber ungefähr ein halbes Jahr später, als die Leute den stärker werdenden Antisemitismus bemerkt haben, hat es sich umgekehrt", sagt Wolff. "Die Tätowierungen sind jetzt sehr viel dezenter, sehr viel zurückgezogener und überhaupt kommen viel weniger Anfragen." Im Podcast erzählt Wolff, weshalb er fast einmal Mitglied der kommunistischen Partei Israels geworden wäre und warum er seine Arbeit als sinnhaft erlebt – aber nicht als Glück. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.
    Mehr anzeigen Weniger anzeigen
    46 Min.
  • Wie sucht man die Musik für Filme aus, Herr Hossbach?
    Oct 21 2025
    "Einen guten Musikgeschmack haben viele, aber das reicht nicht. Ich muss mich einlassen auf den Film, einlassen auf die Szene", sagt Martin Hossbach im Podcast "Frisch an die Arbeit". Hossbach arbeitet als Music Supervisor und hat schon für Filme wie "Toni Erdmann" und "Sound of Falling" die Musik ausgesucht. Seit 2004 stellt Hossbach passende Lieder für Filme zusammen, beauftragt Komponistinnen und Komponisten, einen sogenannten Score zu entwickeln, also eigens komponierte, meist atmosphärische Stücke. Er verhandelt auch mit Plattenfirmen und Verlagen über die Rechte an Kompositionen und Aufnahmen – und sucht nach Alternativen, wenn Stücke entweder gar nicht oder nur zu horrenden Preisen freigegeben werden. "Ich bin oft der Kummerkasten für die Produktion, wenn sich herausstellt, dass ein Song zu teuer ist und man eine Alternative finden muss", erzählt Hossbach. Ursprünglich machte er eine Ausbildung als Industriekaufmann bei einem Vorgänger der Plattenfirma Universal Music und studierte an einer Berufsakademie BWL. Später war er Redakteur beim Musikmagazin "Spex", veranstaltete Konzerte unter anderem im Berghain und entwickelte das Berliner Musikfestival Pop-Kultur mit Durch seine Ausbildung und sein gutes Netzwerk, erzählt er im Podcast, habe er viele Leute in der Musikbranche kennengelernt und erfahren, wie man Rechte an Liedern einholt. "Und: Ich kann gute E-Mails schreiben, das ist vielleicht meine wichtigste Fähigkeit", sagt er. Nach seinem ersten Film sei er dann "von Regisseurin zu Regisseurin" weitergereicht worden, seit gut fünf Jahren arbeitet er nun ausschließlich als "Music Supervisor", wie der Beruf in der Filmbranche offiziell heißt. "Ich wusste nicht, dass es diesen Beruf gibt, als ich ihn ergriffen habe." Einer seiner kniffligsten Fälle, erzählt Hossbach, sei der Kinofilm "Sehnsucht" gewesen. Ein Film mit sich selbst spielenden Laiendarstellern in einem Dorf in Brandenburg. Dabei habe der Hauptdarsteller für eine Szene bei einer Dorfdisco das Lied "Feel" von Robbie Williams ausgesucht – und zu einem relativ späten Zeitpunkt musste Hossbach noch eilig die Rechte an Komposition und Aufnahme einholen. "Die Plattenfirma und der Verlag hatten schon abgesagt", erzählt er. Aber aus seiner Zeit als Musikjournalist hatte er einen Kontakt zum Management der Pet Shop Boys. "Der hat mich direkt mit dem Manager von Williams verbunden – und der hat das mit einer dreizeiligen Mail einfach erlaubt." Im Podcast erzählt Hossbach außerdem, wie er sich in finnischen Tango und französischen Banlieue-Rap einarbeitet, warum ihm die besten Ideen manchmal in der U-Bahn kommen und welche Soundtracks er selbst richtig gut findet. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.
    Mehr anzeigen Weniger anzeigen
    48 Min.