Amor, Psyche und Preussen Titelbild

Amor, Psyche und Preussen

Amor, Psyche und Preussen

Von: Gäste Gert Streidt & Julia Theek augustfilm podcasts
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Über diesen Titel

Die Kulturgeschichte Preußens im Gespräch - ohne clickbait oder Ideologie 14 Interviews in der 1. Staffel „Mit welchem Vorurteil, mit welcher verkitschen Auffassung oder welchem Mythos möchten Sie gern aufräumen?“ ist jeweils eine der ersten Fragen der Gastgeber Julia Theek & Gert Streidt.Gäste, Gert Streidt & Julia Theek augustfilm podcasts Welt
  • 14. König der Kulturbetriebs – Professor Peter Raue letzte Folge der 1. Staffel
    Apr 20 2026

    In dieserFolge sprechen wir mit Peter Raue, dem der Berliner Tagesspiegel diesenEhrentitel verlieh. Ein Anwalt, der nie ein politisches Amt innehatte und dochwie kaum ein anderer die Kulturlandschaft mitgestaltet hat. Seine Geschichtebeginnt mit einer Entscheidung: 1961, kurz nach dem Mauerbau, kommt er alsjunger Student nach Berlin – nicht aus Pflicht, sondern aus Überzeugung. EineStadt, die er „nicht allein lassen“ wollte.

    Von dort ausentfaltet sich ein Leben zwischen Recht und Kunst, Raue kämpft für enteigneteKunstwerke oder bringt Meisterwerke aus New York nach Berlin.

    Preußen istfür ihn kein Ort, sondern ein Spannungsfeld: zwischen Aufklärung und Autorität,zwischen kultureller Blüte und menschlicher Härte. Geschichten wie die desKronprinzen und Katte stehen für eine Kälte, die ebenso prägt wie die großenIdeen von Toleranz und Bildung.

    Auch in derheutigen Hauptstadt sieht er diese Ambivalenz: eine Stadt voller Möglichkeiten,aber auch voller Versäumnisse. Große kulturelle Leistungen treffen auf leereMuseumssäle, visionäre Projekte auf fehlende Mittel. Sein Plädoyer ist klar:Kultur braucht Mut, Beweglichkeit – und bürgerliches Engagement.

    In dieserletzten Folge der 1. Staffel blicken die Gastgeber Julia Theek und Gert Streidtauch zurück auf die Gespräche - und nachvorn.

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    31 Min.
  • 13. Star & Sprünge – die skandalumwitterte Barbarina neu gesehen mit Dr. Christiane Theobald Folge 13
    Apr 11 2026

    Eine Frau, die Europa in Atem hielt. Eine Tänzerin, für die ein KönigGrenzen überschritt. Und eine Geschichte, die klingt wie ein Historienkrimi –aber im preussischen Berlin ihr Drama entfaltet.

    Gemeinsam mit der Expertin Dr. Christiane Theobald begeben wir uns aufSpurensuche: von den Bühnen Europas bis zu den Intrigen der preußischenPolitik. Dabei entsteht ein überraschend modernes Bild einer Frau, die nicht nurmit Talent und Training, sondern auch mit klugen Entscheidungen und einemstarken Willen ihren eigenen Weg ging.

    Barbarina liebte, riskierte, widersetzte sich – und schrieb damitGeschichte. Ihre Karriere endete mit einem Knall: Skandale, eine heimlicheHochzeit und ein radikaler Bruch mit dem Theaterleben. Und doch bleibt sie bisheute eine Schlüsselfigur für die Entwicklung des Tanzes – eine Brücke zwischenhöfischer Tradition und künstlerischer Erneuerung.

    Was macht eine Künstlerin zur Ikone? War es ihre Virtuosität auf der Bühne,ihre Ausdruckskraft – oder die Tatsache, dass sie sich nicht vereinnahmen ließ?La Barbarina war ihrer Zeit voraus: eine Art „It-Girl“ des 18. Jahrhunderts,bewundert, begehrt und gleichzeitig ein Marketingfaktor. Friedrich der Großewollte sie unbedingt an seinen Hof holen – und scheute dabei nicht vordrastischen Maßnahmen zurück. Eine Tänzerin als Staatsaffäre?

    In dieser Podcast-Folge tauchen wir ein in das faszinierende Leben derlegendären Barbarina – geboren als Barbara Campanini. Sie war nicht nur eineder gefeiertsten Tänzerinnen des 18. Jahrhunderts, sondern auch eine Frau, diesich den Regeln ihrer Zeit widersetzte. Zwischen höfischem Glanz, politischemKalkül und leidenschaftlicher Selbstbestimmung entfaltet sich ein Leben vollerDrama, Mut und überraschender Wendungen.

    Mit der Gründerin des Staatsballetts blicken wir zurück ins Rokoko: Wie sahder Tanz damals eigentlich aus – lange vor Spitzenschuhen und klassischemBallett? Welche Rolle spielten Künstlerinnen am Hof? Und wie viel Freiheitkonnte sich eine Frau wirklich nehmen?

    Diese Folge ist für alle, die Geschichten lieben, in denen Kunst auf Machttrifft, in denen Menschen größer sind als die Rollen, die man ihnen zuschreibt.

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    36 Min.
  • 12. Kunst, Kapital und Klassenkampf - Archivfolge mit Joachim Mückenberger Folge 12
    Apr 3 2026

    Diese Folge führt uns in das Spannungsfeld von Kunst, Politik und Preußen. Julias Interview von 2006 mit Joachim Mückenberger wirdvon Gert kommentiert, der gegen Ende der 24 -jährigen Amtszeit von Mückenberger dessen Pressesprecher war.

    Schloss und Park von Sanssouci – hier sind auch die anderen preußischen Schlösser und Gärten mit gemeint – waren auch eine internationale Bühne. Wie ging die DDR mit dem preußischen Erbe um? Anfangs galt Preußen als Symbol für Militarismus und Reaktion – etwas, das so gar nicht zum sozialistischen Selbstbild passte. Doch mit der Zeit änderte sich diese Sicht. Die DDR begann, Geschichte differenzierter zu betrachten und suchte nach einer eigenen nationalen Identität. Und plötzlich wurde auch Friedrich der Zweite sogar wieder der „Große“ – nicht als Held, aber als ambivalente Figur zwischen Aufklärung und Machtpolitik.

    Hier kommt Mückenberger ins Spiel. Er war eine spannende Figur der DDR-Kulturpolitik, eng mit dem Zentralkomitee der SED, aber als DEFA-Chef entlassen, 12 unter seiner Leitung produzierte Filme wurden 1965verboten.1965 – 91 Generaldirektor der Schlösser und Gärten in Potsdam-Sanssouci war er nicht nur Verwalter historischer Orte, sondern auch ein geschickter Navigator im politischenSystem. Er wusste, was erlaubt war – und wo man Spielräume nutzen konnte. Seine Arbeit zeigt eindrucksvoll, wie Kultur selbst in unter starker ideologischer Kontrolle nicht nur Propaganda war, sondern auch echte Begeisterung und Fachkompetenz möglich machte.

    Besonders spannend wird es bei der legendären Friedrich-Ausstellung von 1986. Sie war ein kulturelles Großereignis – mit riesigem Besucherandrang, internationalen Leihgaben und politischer Brisanz. Menschen standen stundenlang an, um einen König zu sehen, der wenige Jahre zuvor noch ideologisch abgelehnt wurde. Und wie schafft man es, ein solches Projekt durch ein politisch sensibles Umfeld zu manövrieren?

    Andererseits: die DDR brauchte Devisen, und der Handel mitKunst und Antiquitäten war ein heikles, oft umstrittenes Mittel, um an harte Währung zu kommen. Mückenberger selbst geriet in diese Maschinerie – und reflektiert später kritisch darüber. Hier öffnet sich ein brisantes Spannungsfeld zwischen kulturellem Erbe und wirtschaftlichem Druck.

    Der Podcast wirft auch einen Blick hinter die Kulissen: auf absurde bürokratische Hürden, auf improvisierte Lösungen und auf die Herausforderungen einer Planwirtschaft, in der selbst ein Ausstellungskatalog zum Problem werden konnte. Gleichzeitig zeigt sich, wie viel Idealismus und Engagement in den beteiligten Fachleuten steckte – von Kunsthistorikern bis zu Gärtnern.

    Auch die internationale Dimension kommt nicht zu kurz. Ob sowjetische Soldaten, die Sanssouci als Teil ihres Bildungsprogramms besuchten, oder polnische Restauratoren, die maßgeblich an der Wiederherstellung derAnlagen beteiligt waren – der Podcast zeigt, wie vernetzt selbst ein scheinbar nationales Kulturerbe war. Und immer wieder blitzt Humor auf: in kleinen Anekdoten, in ironischen Kommentaren und in Momenten, in denen die Ernsthaftigkeit des Systems für einen Augenblick ins Absurde kippt. Am Ende bleibt die Frage: Wie unabhängig kann Kultur wirklich sein? Dieser Podcast liefert Stoff zum Nachdenken. Und er macht Lust darauf, tiefer einzutauchen in die DDR- Geschichte, die viel komplexer ist, als oft dargestellt.

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    38 Min.
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