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Austerlitz

Autor: W. G. Sebald
Spieldauer: 11 Std. und 19 Min.
4 out of 5 stars (29 Bewertungen)

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Inhaltsangabe

Antwerpen, Hauptbahnhof, Salle des pas perdus im Jahr 1967. Dem Erzähler fällt ein Mann auf, der eingehend die Architektur des Gebäudes betrachtet. Die beiden Herren kommen ins Gespräch und verabreden sich für den nächsten Tag. Aus dem zufälligen Zusammentreffen wird ein über 30 Jahre andauerndes Gespräch an verschiedensten Orten Europas. Zwischen London, Paris und Prag erzählt der Kunsthistoriker Austerlitz seine Geschichte: die Geschichte einer verlorenen Kindheit, die sich bruchstückhaft und nach und nach zu der eines Überlebenden einer der schlimmsten Katastrophen der Menschheit zusammensetzt.

Gelesen von Michael Krüger, mit einem Originalton des Autors.
©2001 Carl Hanser Verlag (P)2017 der Hörverlag

Kritikerstimmen


Ein Meisterwerk.
-- Denis Scheck, Deutschlandfunk

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Hörerrezensionen

Bewertung

Gesamt

  • 4 out of 5 stars
  • 5 Sterne
    16
  • 4 Sterne
    5
  • 3 Sterne
    7
  • 2 Sterne
    1
  • 1 Stern
    0

Sprecher

  • 4 out of 5 stars
  • 5 Sterne
    13
  • 4 Sterne
    4
  • 3 Sterne
    2
  • 2 Sterne
    4
  • 1 Stern
    3

Geschichte

  • 4.5 out of 5 stars
  • 5 Sterne
    15
  • 4 Sterne
    5
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  • Gesamt
    3 out of 5 stars
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  • Geschichte
    3 out of 5 stars

mühsam.schlecht vorgetragen

die Geschichte schleppt sich dahin.Der Sprecher liest grauenhaft schlecht,manchmal rettet ein Sprecher eine Geschichte und manchmal macht er aus einer langweiligen Story ein "Durchhalten-es-kommt-noch-was".....aber es kam nix....schade,hatte mehr erhofft,denn der Buchdeckel klang intetessant....

3 von 3 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Gesamt
    3 out of 5 stars
  • Sprecher
    1 out of 5 stars
  • Geschichte
    5 out of 5 stars

Leider nicht wirklich gelungen

Anfangs ging mein durch die Langatmigkeit des Textes provozierter Unmut so weit, dass ich dachte, muss man denn wirklich jeden Pups aufschreiben, ähnlich Knausgaard oder Ferrante. Dann kamen Schilderungen der Nazi-Grauenhaftigkeit bzw. deren Auswirkungen auf den Protagonisten, die mir selten nahe gingen. Aber immer und immer wieder diese Weitschweifigkeit ... Ich schätze, dass ich ungefähr nur bei der Hälfte des Textes zugehört habe, ansonsten gedanklich immer wieder abgeschweift bin.
Und dann der Vorleser, so was von schlecht, nervige Schnauferei und ein Leserhythmus, ständige Rubatos, die sich mir nicht erschlossen haben.
Schade, guter Ansatz, wichtige Thematik, aber daneben.
Den englischen, vom Autor gelesenen Anhang braucht man auch nicht wirklich.

2 von 2 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Gesamt
    5 out of 5 stars
  • Sprecher
    5 out of 5 stars
  • Geschichte
    5 out of 5 stars

Eine Geschichte der tausend Geschichten

Unglaublich detailliert und kenntnisreich beschrieben, hat Sebald hier einen eigenen Kosmos geschaffen. Eine solch großartige Geschichte habe ich bisher nur bei den ganz Großen wie Mann, Vargas Llosa etc. gelesen.

Der Vorleser Krüger muss für seine tolle Leistung besonders hervorgehoben werden. Ohne ihn hätte ich evtl von dem Buch gelassen - und ich hätte Sebald nie oder erst später kennengelernt!

2 von 3 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Gesamt
    3 out of 5 stars
  • Sprecher
    1 out of 5 stars
  • Geschichte
    4 out of 5 stars

Austerlitz und das Appenzell

Ich schließe mich den beiden Rezensenten „Amazon Kundin“ und Georg-Marcus an, möchte aber ein wenig ins Detail gehen, denn Buch und Hörbuch kranken an verschiedenen Dingen. Der englische Urtext krankt vor allem daran, dass er vermutlich nie sorgfältig lektoriert wurde, oder der Lektor hat sich schlicht nicht getraut, Sebald darauf aufmerksam zu machen, dass nicht die Menge sprachlicher Bilder entscheidend ist, sondern deren Qualität, und dass es sich ebenso mit Adjektiven verhält. Der Kuchen wird ungenießbar, wenn zwei Kilo Zucker in den Teig gerührt werden, und nicht jeder ist ein Nabokov der Adjektive. Dem Lektor hätte auch auffallen können, dass die sich über Seiten und Aberseiten hinziehende Abhandlung über „Zeit und Raum“ die intellektuelle Kraft eines Besinnungsaufsatzes eines Obersekundaners an keiner Stelle übersteigt. Thomas Mann, wahrlich kein Meister der Kürze, hat in seinem großen Zeitroman Der Zauberberg die gleichen Überlegungen, einfach, stimmig und verständlich in 8 Zeilen zusammengefasst, die so enden: „Ist im Ewigen ein Nacheinander möglich, im Unendlichen ein Nebeneinander? Wie vertragen sich mit den Notannahmen des Ewigen und Unendlichen Begriffe wie Entfernung, Bewegung, Veränderung, auch nur das Vorhandensein begrenzter Körper im All? Das frage du nur immerhin!“
Die Frage der „Amazon Kundin“ ob man denn wirklich jeden Pups aufschreiben müsse, wie Ferrante, ist berechtigt. Würde man die den Text von Austerlitz nicht befördernden „Pupse“ streichen, wäre das Buch um ein gutes Drittel kürzer. Und das sage ich hier als entschiedener Gegner von Kürzungen von Büchern. Allerdings geht es weniger um Kürzung, als um Verdichtung. Das allein schon spricht bei Austerlitz für ein mangelhaftes, uncouragiertes Lektorat. Der Rezensent einer großen deutschen Zeitung hielt das Buch für „genial“. Man fragt sich automatisch, ob der Rezensent je ein richtiges Buch gelesen hat. Genie liest sich anders.
Das Buch ist aus dem Englischen übersetzt, und auf Anhieb glaubte ich, es mit einem Übersetzer zu tun zu haben, dessen oder deren Muttersprache vielleicht das appenzeller Schweizerdeutsch sei. Sofort fällt auf, dass das im Deutschen gebräuchliche Hilfsverb „haben“ bei „sitzen, stehen, liegen“ etc. konsequent durch „sein“ ersetzt ist. Die Phänomen gibt es in den alemannischen Dialekten, wie z.B. dem Badischen, überhaupt im alemannischen Sprachraum. Dort wäre es auch angebracht. Allerdings hat Austerlitz nichts damit zu tun, und somit wirkt es nicht nur ständig falsch, sondern manieriert. In den appenzeller Sprachgebrauch gehört vielleicht auch die präpositional mit dem Genitiv gebrauchte Wendung „hinterhalb“. „Hinterhalb“ ist zwar einmal erwähnt im Grimmschen Deutschen Wörterbuch (und nur dort), kann hier, in diesem einen Großteil des letzten Jahrhunderts umspannenden Roman, durchaus als Neologismus betrachtet werden. Es ist eine Ortsbezeichnung, wie „unterhalb“, gehört in die Kategorie Manierismus, bzw.: Die übersetzende Instanz weiß es vielleicht nicht richtig. Überhaupt strotzt das Buch vor Übersetzungsfehlern: Dass ein Flugzeug von der „Rollbahn“ abhebt, gehört in die Kategorie: Übersetzer hat wenig Ahnung. Die Rollbahn heißt auf englisch „taxiway“ und auf der rollt das Flugzeug zur Startbahn. Wenn es von der Rollbahn abhebt, ist das ungut und führt ins Verderben. Ich habe beruflich sehr viel Literatur ins Englische und mehr noch aus dem Englischen übersetzt. Bei der Übersetzung in eine Sprache, die nicht die Muttersprache ist, ist nicht nur ein Lektorat der Übersetzung unumgänglich, sondern eine genaueste Überprüfung der Zielsprache durch Muttersprachler, sprich Leser, die lesen können (und nicht nur einer!). All das ist hier offensichtlich nicht erfolgt. Selbst ohne das englische Manuskript zu kennen, fällteinem geübten Übersetzer von Literatur (Fachbücher sind was anderes) sofort auf, was schlicht falsch übersetzt ist und so nicht im Manuskript stehen kann. Und das häuft sich bei Austerlitz. Des Rätsels Lösung: Übersetzt wurde Austerlitz von keinem Appenzeller, sondern von Anthea Bell, deren Muttersprache Englisch ist. Das (deutsche) Buch ist deshalb natürlich nicht schlechter oder besser, es verhält sich etwa so, als kaufe man sich ein neues Kleid, und es sind halt leider ziemlich viele Fettflecke drauf, aber die kann man ja auch übersehen, oder? Ausbügeln wäre natürlich die bessere Lösung (gewesen).
Die eigentliche Katastrophe des Hörbuchs ist der Vorleser, Michael Krüger. Vielleicht vom Appenzellerischen verführt, vollbringt er über weite Strecken geradezu Glanzleistungen, wenn es darum geht, ein deutsches ch auszusprechen, was sich bei Krüger bisweilen anhört, als lauere ein angriffslustiger Bengaltiger im Gebüsch, oder vielleicht auch auf dem DaCHCHCH! Seine Betonungen lassen vermuten, dass mindestens jedes zehnte Wort in Austerlitz in Anführungszeichen steht und damit einer Sonderbetonung bedarf, und so schnauft, schmatzt, keucht und wühlt sich der Sprecher von Seite eins bis zum Schluss durch den Text, stößt Worte hervor und übt sich bisweilen in einem Obersekundanerenglisch oder der von ihm vielleicht vermuteten französischen Aussprache der Metro in Paris, ganz zu schweigen von Namen, wie Agatha – die Arme mutiert bei ihm zur Agoata, das ist ja auch nicht schlecht. Bisweilen hat man auch den Eindruck, der Vorleser leide an einer Art Leseschwäche und müsse deshalb vor schwierigen Wörter eine kleine Pause einlegen, bis das Hirn das Wort ganz erfasst hat. Oder um es mit Sebalds Motiv des Fahrens, genauer: des Zugfahrens auszudrücken: Man glaubt in einem Zug zu sitzen, auf Holzbänken, der sich über viele Kilometer hinweg über eine äußerst schadhafte Gleisstrecke vorwärts tastet.
Das Buch / Hörbuch ist nicht unbedingt schlecht, es wäre nur schön, wenn man sich nicht ständig an den Kopf fassen müsste wegen übersetzerischer Ungereimtheiten und grammatikalischer Fehler („...dass Hillary, als er mit Ashmond im Billardzimmer von Ivorgrove gestanden sind, eine Bemerkung machte“... [sic!]) oder einer Anhäufung von Beispielen, die in Brehms Tierleben durchaus ihre Berechtigung hätte (unter der Rubrik Motten und Falter) - und vielleicht gibt es manchen sogar Anregungen, ein wenig verschieden über Dinge nachzudenken oder ob man sich vielleicht ein wenig mehr mit Geschichte befassen sollte oder nicht. Das kann jeder ja für sich selbst entscheiden.

1 von 2 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Gesamt
    5 out of 5 stars
  • Sprecher
    5 out of 5 stars
  • Geschichte
    5 out of 5 stars

Eine wichtige Geschichtsstunde

Erzählt wird die ergreifende Geschichte über die Folgen der nationalsozialistischen Terrorherrschaft in Europa.
Ein wichtiges Buch, verfasst in langen komplizierten Sätzen, die einiges an Konzentration beim Hören verlangen. Aber es lohnt sich, dran zu bleiben. Das Buch vermittelt kluge Einsichten.

1 von 2 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

  • Gesamt
    5 out of 5 stars
  • Sprecher
    5 out of 5 stars
  • Geschichte
    3 out of 5 stars

Toll anzuhören

"Austerlitz" handelt vom Verlorensein, von Heimatlosigkeit und von Entwurzelten. Der Ich-Erzähler berichtet von seinen mehr oder weniger zufälligen Begegnungen mit Jacques Austerlitz, einem Kriegswaisen, der erst im Erwachsenenalter von seiner eigenen Geschichte erfährt und - vielleicht deshalb - nie so richtig in seinem Leben ankommt. Diese Geschichte mit Verlust und Nicht-dazugehören ist das, worum es hier geht.
Das eigentlich herausragende an diesem Buch ist aber die Sprache, ein etwas altertümlich wirkendes, nahezu zieseliertes, maniriertes Deutsch mit Schachtelsätzen und Konditionalkonstruktionen, dass es schon notwendig ist, ein bisschen Konzentration aufzubringen, um nicht den Faden zu verlieren. Ich frage mich, wie sowas aus dem Englischen übersetzt werden konnte. Respekt!
Diese Sprache wird von Michael Krüger wirklich wunderbar gesprochen, dafür ganz großes Lob.
Der letzte Abschnitt ist noch ein Ausschnitt einer "Original-Lesung" des Autors, nunja, ist etwas fürs Archiv, meiner Meinung nach kann man 20 Minuten vor dem Ende aufhören.

2 von 5 Hörern fanden diese Rezension hilfreich