163 Bücher haben die Verlage 2026 für den diesjährigen Booker Prize eingereicht. Zugelassen waren in Englisch verfasste Bücher, die zwischen dem 1. Oktober 2025 und 30. September 2026 in Großbritannien oder Irland veröffentlicht wurden. Dabei spielt die Nationalität der Autorinnen oder des Autoren keine Rolle.
Am 22. September hat die Booker Prize Foundation nun die sechs Shortlist-Kandidatinnen und -Kandidaten vorgestellt. Eines dieser sechs Bücher hat die Chance am 9. November 2026 ein Preisgeld von 50.000 Pfund (ca. 58.000 Euro) zu gewinnen. Aber auch die Nominierten auf der Shortlist erhalten ein kleines Preisgeld von 2.500 Pfund (ca. 2.900 Euro).
Aber wer hat es nun auf die Shortlist des Booker Prize 2026 geschafft?
Booker Prize 2026: Shortlist-Nominierten
Auf der diesjährigen Shortlist zum Booker Prize stehen mit Marlon James und Douglas Stuart zwei Autoren, die den renommierten englischen Literaturpreis bereits gewonnen haben. Bereits dreimal auf die Shortlist geschafft hat es die Autorin Elizabeth Strout – vielleicht schafft sie es ja dieses Jahr bis ganz nach oben.
Von den sechs Titeln, die die Jury in die Booker Prize-Shortlist 2026 wählte, liegt bis jetzt nur ein Roman auf Deutsch vor. Für einen anderen ist die Übersetzung fürs Frühjahr 2027 angekündigt. Bei den folgenden Kurzvorstellungen konzentrieren wir uns auf die Hörbücher der englischen Originale. Die Abfolge richtet sich nach der alphabetischen Reihung der Nachnamen der Autorinnen und Autoren.
The End of Everything von Michael John Harrison
In seinem Roman The End of Everything erzählt der englische Autor Michael John Harrison ein hintergründig satirisches und beunruhigendes postapokalyptisches Abenteur an den Grenzen des menschlichen Verständnisses.
Phillip Tennent verdient seinen Lebensunterhalt an der Gezeitenlinie, wo er Artefakte sammelt, die aus dem Ärmelkanal angespült werden. Es ist schon Jahre her, seit die Krise alles verändert hat, doch ihre genaue Natur bleibt im Dunkeln. Die Regierung funktioniert kaum noch, die Meere sind voller neuer Kreaturen, Europa ist verschwunden. Es fühlt sich an wie das Ende.
Nun hat Phillip einen Gegenstand aus dem Wasser gefischt, den er nicht behalten kann. Ein Wesen, das sich ständig verändert. Ein Artefakt, das er ins Landesinnere bringen muss, bevor es alles zerstört, was er zu kennen glaubt.
Das sagt die Booker Prize-Jury über The End of Everything
"Ein Buch, das nicht nur von allem handelt, sondern von der Gegenwart. Schillernd und verschlüsselt führt es den Leser an die Oberfläche von etwas sehr Ernstem und Tiefgründigem."
Gut zu wissen: Eine deutsche Fassung des Hörbuches zum Roman gibt es aktuell nicht.
The Disappearers von Marlon James
Marlon James kommt aus Jamaika und erzählt mit The Disappearers eine zutiefst menschliche Geschichte. Sie ist ein schonungsloses Porträt des Hasses und der Scham, denen schwule Männer in einer Gesellschaft ausgesetzt sind, die sich weigert, sie zu akzeptieren, als auch eine zutiefst menschliche Geschichte von Akzeptanz und Einsicht.
Als sich also 1988 in Kingston acht schwule Männer zum ersten Mal treffen, um an einem Casting für ein offen queeres Theaterstück teilzunehmen, gehen sie bereits ein großes Risiko ein. Doch das ist nichts im Vergleich zu dem, was über sie hereinbricht, als ein Mob bei einer ihrer Proben über sie herfällt.
Am Ende dieser Nacht ist ein Mann tot, alle sind verletzt, und zwei verschwinden in der Folge. Während die Überlebenden sich erholen, muss jeder einzelne sich der Bigotterie und Homophobie stellen, die der Angriff offenbart hat. Manche versuchen zu vergessen; manche geben sich ihrer Wut hin; und manche verschwinden einfach – doch alle sind für immer gezeichnet.
Das sagt die Booker Prize-Jury über The Disappearers
"Ein Buch, das sich mit einem Gebiet befasst, an das sich die karibische Literatur bisher kaum herangewagt hat – was als theatralische Erzählung beginnt, entwickelt sich zu einer Art Abrechnung. James ist ein einzigartiges literarisches Talent."
Gut zu wissen: Eine deutsche Fassung des Hörbuches zum Roman gibt es aktuell nicht.
Black Bag von Luke Kennard
Black Bag von Luke Kennard ist ein schräger Campus-Roman, eine Auseinandersetzung mit der Krise der Männlichkeit und eine ungewöhnliche Liebesgeschichte.
Ein mittelloser und arbeitsloser Schauspieler nimmt einen Job bei Dr. Blend an, einem Universitätsprofessor, der ein psychologisches Experiment durchführt. Wie werden Dr. Blends Studenten auf jemanden reagieren, der in eine übergroße Tasche eingezippt ist und während einer Reihe von Vorlesungen im Herbstsemester ganz hinten im Hörsaal sitzt? Die Rolle, die er begeistert annimmt, hat bald unerwartete Folgen.
Eine Professorin für Posthumanismus entwickelt ihre eigenen Forschungsfragen, insbesondere: Kann man jemanden lieben, der in einem schwarzen Sack versteckt ist? Unterdessen entwickelt der Kindheitsfreund und Mitbewohner des Schauspielers eine Idee, wie sich diese neue Situation finanziell nutzen lässt . . .
Das sagt die Booker Prize-Jury über Black Bag
"Diese hochaktuelle Satire beschäftigt sich mit Anonymität und Ekel, Online-Betrug und der Frage, was es bedeutet, in unseren unbeständigen Zeiten Liebe zu finden. Wir waren beeindruckt von den prägnant formulierten Sätzen und dem Humor des Buches."
Gut zu wissen: Eine deutsche Fassung des Hörbuches zum Roman gibt es aktuell nicht.
May We Feed the King von Rebecca Perry
Durchdrungen von Sehnsucht und Verlangen ist May We Feed the King von Rebecca Perry eine spielerische, bewegende Reflexion über Geschichte und das Erzählen von Geschichten: darüber, was einen König „groß“ macht und einem Leben Sinn verleiht. Der Roman bewegt sich zwischen dem Leben einer historischen Figur, die die Zukunft ihres Königreichs aufs Spiel setzt, und einer Frau, die sich der Vergangenheit zuwendet, um ihrer Gegenwart zu entfliehen.
Sie ist Kuratorin und verbringt ihre Zeit damit, die Räume historischer Gebäude einzurichten, um sie zum Leben zu erwecken. Doch in den prächtigen Privatgemächern eines mittelalterlichen Palastes ist sie so fasziniert von der Regierungszeit eines fast vergessenen Königs, dass die Grenzen ihres eigenen Lebens allmählich verschwimmen.
Er ist ein widerwilliger Herrscher ohne Machtstreben, der nach dem vorzeitigen Tod seiner älteren Brüder hastig auf den Thron gedrängt wurde. Doch es dauert nicht lange, bis am Hof Gerüchte die Runde machen. Und mit der wachsenden Überzeugung, dass der König nicht für den Thron geeignet ist, kommt der Gedanke auf, dass ein anderer an seiner Stelle regieren könnte.
Das sagt die Booker Prize-Jury über May We Feed the King
"Eine wunderbar fesselnde Kombination von Themen, die mit viel Feingefühl miteinander verwoben sind. Man kann das Buch nicht lesen, ohne über die fragile Grenze zwischen Gegenwart und Vergangenheit nachzudenken."
Gut zu wissen: Eine deutsche Fassung des Hörbuches zum Roman gibt es aktuell nicht.
The Things We Never Say von Elizabeth Strout
Elizabeth Strout liefert mit The Things We Never Say, wie wir es von ihr gewohnt sind, eine bewegende Auseinandersetzung mit dem menschlichen Dasein – eine, die vor Mitgefühl für jede einzelne ihrer unvergesslichen Figuren nur so strotzt. Mit exquisiter Prosa und tiefgründiger Einsicht macht The Things We Never Say die Ängste und die Einsamkeit eines einzelnen Mannes zu etwas Universellem. Und fängt im gleichen Atemzug die beständige Liebe ein, die uns alle trägt und zusammenhält.
Artie Dam führt ein Doppelleben. Er verbringt seine Tage damit, Elftklässlern Geschichte beizubringen, ihren jungen Geist zu erweitern, ihre beiläufigen Grausamkeiten zu korrigieren und denen ein freundliches Wort zu schenken, die es am meisten brauchen. Er besucht Weihnachtsfeiern mit seiner Frau, mit der er seit drei Jahrzehnten verheiratet ist, unterhält sich mit Nachbarn und fährt an den Wochenenden mit seinem Segelboot auf die wunderschöne Massachusetts Bay hinaus.
Nach außen hin wirkt er präsent und lebendig. Doch innerlich wird Artie von Gefühlen der Isolation geplagt. Er blickt auf eine Welt, die aus den Fugen geraten ist – auf sich selbst und die Menschen um ihn herum – und wälzt immer wieder eine Frage in seinem Kopf: Wie kommt es, dass wir so wenig voneinander wissen, selbst von denen, die uns am nächsten stehen?
Und dann, eines Tages, erfährt Artie, dass das Leben ein Geheimnis vor ihm verborgen gehalten hat – eines, das seine gesamte Welt auf den Kopf zu stellen droht. Sobald er davon erfährt, ist er gezwungen, einen neuen Kurs einzuschlagen, die Beziehungen, die ihm am meisten am Herzen liegen, zu überdenken – und Frieden mit den Geheimnissen zu schließen, die im Kern unserer Existenz liegen.
Das sagt die Booker Prize-Jury über The Things We Never Say
"Ein erschütternder Blick auf die gefährlichen Risse im Familienleben und in der heutigen Welt insgesamt. Strouts Prosa ist auf brillante Weise zurückhaltend und gerade deshalb umso eindringlicher."
Gut zu wissen: Der Roman The Things We Never Say erscheint im Februar 2027 in Buchform auf Deutsch. Wann Die Dinge, die wir nicht sagen als deutsches Hörbuch erscheint, ist noch nicht bekannt.
John of John von Douglas Stuart
John of John von Douglas Stuart ist die herzzerreißende Geschichte eines jungen Mannes, der in seine Heimat zurückkehrt, und davon, wie die Bindungen des Familienlebens unter der Last der Erwartungen zerreißen.
Ohne Geld und mit wenig vorzuweisen nach seiner Ausbildung an der Kunsthochschule, nimmt Cal die Fähre nach Hause auf die Insel Harris und all das, vor dem er nach Edinburgh geflüchtet war, ist wieder da: das karge Leben auf den Hebriden, der windgepeitschte Kreislauf aus Schafzucht und Nächten am Webstuhl, die Enge der Inselgemeinschaft.
Sein Vater hat ihn nach Hause in sein altes Leben beordert. John, dem er all sein Wissen über Farben und Wolle verdankt, dessen Hingabe als Tweed-Weber er liebt und dessen presbyterianische Strenge er hasst. Sie sind einander so nah und kennen sich so wenig, blind für das wohlgehütete Geheimnis des anderen. Niemals könnte Cal dem Vater von seiner Sehnsucht nach einem Partner erzählen, wo dieser schon seine langen Haare als Sünde ahndet. Stattdessen sucht Cal immer mehr die Nähe von Innes, Johns sanftem bestem Freund, während sich die Fäden, die ihre fragile Gemeinschaft zusammenhalten, immer dichter verweben.
Das sagt die Booker Prize-Jury über John of John
"Diese Auseinandersetzung mit den Themen Familie, Gewalt und Scham ist durchzogen von wunderschönen bildhaften Details und – unerwarteterweise – von einem Hauch von Hoffnung. Uns haben die reichhaltigen, facettenreichen Details der Geschichte sehr gut gefallen."
Gut zu wissen: Lies das Interview mit Douglas Stuart zu seinem neuen Roman John of John
Booker Prize 2026: Alle Nominierungen im Überblick
Die Jury des Booker Prize rund um die Autorin Mary Beard, dem Autoren Raymond Antrobus, dem Autoren Jarvis Cocker, der Journalistin Rebecca Liu und der Autorin Patricia Lockwood hat folgende sechs Autorinnen und Autoren nominiert:
Titel | Autorin/Autor | Erscheinungstermin |
18. Juni 2026 | ||
17. September 2026 | ||
12. März 2026 | ||
29. Januar 2026 | ||
7. Mai 2026 | ||
21. Mai 2026 |
Booker Prize 2026: Preisgekrönte Titel bei Audible entdecken
Du bist auf den Geschmack gekommen und willst mehr über Werke erfahren, die für den Booker Prize nominiert waren oder ihn bereits erhalten haben? In der Audible-Kategorie Booker Prize findest du eine große Auswahl ausgezeichneter Titel, die ins Deutsche übersetzt wurden. Die englischsprachigen Originale findest du in der Kategorie Englische Hörbücher.
Falls du Audible noch nicht ausprobiert hast: Im Probemonat streamst du unbegrenzt tausende von Hörbüchern, Hörspielen und Original Podcasts. Zusätzlich erhältst du einen kostenlosen Titel, den du für immer behalten kannst.











