Marie Gersten

Marie Gersten

Liebe Leserin, was würden Sie sagen, wenn ich Ihnen hiermit verspreche, dass Sie innerhalb von 60 Tagen Ihr komplettes Leben auf den Kopf stellen und sich vom Mauerblümchen in eine attraktive und selbstbewusste Erfolgslady verwandeln können? Wenn ich Ihnen dieses ebenso unglaubliche wie unwiderstehliche Angebot mache, dann nur, weil ich sicher bin, dass ich dieses Versprechen einhalte. Meine Geschichte ist das beste Beispiel dafür, dass eine Transformation vom sprichwörtlich hässlichen Entlein zum strahlenden Schwan unter jeder Voraussetzung möglich ist. Als Teenager war ich das pummelige Mädchen mit der Zahnspange, das in der Clique zwar immer dabei, aber trotzdem nicht richtig akzeptiert war. Gut genug war ich dann, wenn eine der Schönheiten ein Alibi brauchte, um die Nacht mit ihrem Freund zu verbringen oder sich schnell Geld leihen musste. Ich fügte mich in diese Rolle, anderen etwas geben zu müssen, um überhaupt Beachtung zu erfahren. Denn auch sonst glänzte ich nicht gerade durch Leistung. Weder konnte ich mit meinem Aussehen, noch mit sportlichen Erfolgen oder meinen schulischen Leistungen überzeugen. Den Realschulabschluss schaffte ich gerade so mit Ach und Krach. Einem seltenen glücklichen Umstand hatte ich es zu verdanken, dass ich in der Firma, die einem Freund meines Onkels gehörte, eine kaufmännische Ausbildung starten konnte. Danach blieb ich als Sekretärin im Unternehmen. Immer beflissen und bemüht, es allen recht zu machen, um vielleicht ein wenig geschätzt zu werden. Stellen Sie sich mich einfach als die mittlerweile recht dicke junge Frau vor, die niemand vermisst, wenn sie nicht da ist. Natürlich gab es bei uns auch richtige Karrierefrauen. Groß gewachsen, schlank, lange Haare und mit den besten Uniabschlüssen in der Tasche trafen sie sich heute mit einem Geschäftspartner in Hamburg und flogen morgen nach Singapur, um einen großen Deal einzufahren. Mir war klar: Das ist nicht meine Liga, ich konnte schließlich froh sein, überhaupt einen Job zu haben. Mein Privatleben zeigte sich ähnlich desolat wie die Situation in meinem Job. Als "spätes Mädchen" hatte ich im Internet einen Mann kennengelernt, der alles andere als der Traumprinz war. Seine Ausbildung hatte er abgebrochen, immer wieder als Zeitarbeiter gejobbt und zum Zeitpunkt unseres ersten Dates hatte er sich auf Staatskosten gemütlich in einer Miniwohnung gemacht. Das hatte auch optische Spuren hinterlassen und er schleppte ein erhebliches Übergewicht mit sich herum. Ich fragte mich nie, ob mich das alles störte. Was sollte ich erwarten, ich war schließlich selbst kein Topmodel und konnte froh sein, überhaupt einen Partner gefunden zu haben. Wie diese Beziehung ablief, können Sie sich vorstellen. Ich legte mich unendlich auf den Laden, um von diesem Mann Beachtung zu erfahren. Verwöhnte ihn mit leckerem Essen, sorgte dafür, dass seine Wohnung in Ordnung kam, finanzierte ihm neue Kleider und unsere Urlaube, die allerdings recht unspektakulär waren. Ich hätte gerne geheiratet und eine Familie gegründet. Wie oft habe ich in der Stadt oder in einem Restaurant Frauen in der Begleitung eines charmanten Mannes gesehen oder Familienväter, die sich aufopferungsvoll um ihre süßen Kinder kümmerten! Ich konnte froh sein, es mit meinem Freund mal in ein Burger-Schnellrestaurant zu schaffen! Der große Knall kam, als mir eine horrend hohe Handyrechnung ins Haus flatterte. Einige Monate zuvor hatte ich meinem Freund ein teures Mobiltelefon gekauft und zahlte auch seinen Handyvertrag. Er hatte sich einige kostenpflichtige Datingapps heruntergeladen und es brauchte wenig, um zu beweisen, dass er sich während meiner Arbeitszeiten mit anderen Frauen traf. Das war der Moment, in dem ich begann, zu kämpfen. Nicht um ihn, sondern um mich selbst. Mir wurde schlagartig klar, dass mir niemand Wert geben konnte, solange ich nicht bereit war, mich selbst anzunehmen und zu akzeptieren. Wenn dieser Groschen fällt, wird automatisch eine faszinierende Energie frei. Ich begann, mich selbst herauszufordern und nicht mehr nur den anderen, sondern mir etwas Gutes zu tun. In einem halben Jahr verlor ich so ohne Diät mein Übergewicht und gönnte mir ein komplett neues Styling. Aus dem Spiegel strahlte mich ein neuer Mensch an. Jetzt musste ich nur noch an meinem beruflichen Selbstbewusstsein arbeiten. Durch den gezielten Einsatz von Affirmationen steigerte ich nicht nur meinen Selbstwert, sondern auch meinen Kommunikationsstil. Das ging schneller als erwartet, weshalb ich Ihnen mit dem Zeitfenster von 60 Tagen garantiert keine falschen Versprechungen mache. In der Firma deckte ich einen fatalen Fehler einer der Karrierefrauen auf, die ich immer so bewundert hatte. In letzter Sekunde gelang es mir, einen großen Deal mit einem extrem wichtigen Kunden zu retten. Früher hätte ich mein Licht unter den Scheffel gestellt, um mir vielleicht ein paar nette Worte der Kollegin zu sichern. Nun schaffte ich es, mich vor meinen Chef zu stellen und ihm mit wenigen, aber perfekt ausgewählten Worten die Situation und meinen Beitrag zu schildern. Das reichte für eine gigantischen Sprung auf der Karriereleiter. Heute habe ich eine Führungsposition inne. Unter mir arbeiten viele Frauen und Männer, die höher qualifiziert sind als ich. Aber ich habe gelernt, dass nicht der Uniabschluss entscheidet, sondern alleine das selbstbewusste Auftreten. Das zahlt sich auch im Privatleben aus. Meinen Traummann habe ich auf einer Messe einfach angesprochen und auf einen Drink eingeladen. Heute sind wir verheiratet, haben eine kleine Tochter und verbringen viermal im Jahr unseren Urlaub an den schönsten Stränden der Welt. Mein Weg zeigt, dass Sie mit einer guten Ausbildung zwar durchaus weit kommen können, aber das richtige Selbstbewusstsein Ihnen Hürden aus dem Weg räumt, an deren Überwindung Sie im Traum nicht gedacht hätten!

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