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Von: Alex Demirović
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Über diesen Titel

Der Theoriepodcast der Rosa-Luxemburg-Stiftung Too long, didn’t read – so geht es einigen beim Anblick der Klassiker linker Theorie. Die über zweitausend Seiten langen Gefängnishefte von Antonio Gramsci, die komplizierten Schinken von Marx oder Edward Said – wenn ihr keine Zeit habt, die Bücher alleine durchzuackern oder eine Einführung sucht, dann hört euch den Theoriepodcast der Rosa-Luxemburg-Stiftung an. Durch den Podcast führt Alex Demirović. Der Professor für Politikwissenschaft an der Uni Frankfurt ist Vertreter der kritischen Theorie und Kenner sämtlicher linker Standardwerke. In jeder Folge stellt Alex Demirović Schlüsselwerke der linken Theorie vor. Es werden die zentralen Thesen der Werke und ihre heutige Relevanz diskutiert. Die Spannbreite liegt dabei vom klassischen Marxismus, Kritischer Theorie, Feminismus, antikoloniale Theorie, Poststrukturalismus bis hin zu Hegemonietheorie und Existenzialismus. Prof. Alex Demirović gibt euch in kurzen Vorträgen eine Einführung in die Biografie der Theoretiker*innen und fasst die zentralen Thesen zusammen. Anschließend diskutiert Alex Demirović in jeder Folge mit einem Gast über das Werk und seine Relevanz für aktuelle politische Kämpfe. Kontakt, Kritik, Feedback: theoriepodcast@rosalux.orgRosa-Luxemburg-Stiftung / CC - BY 3.0 Sozialwissenschaften
  • tl;dr #58 Altvater/Mahnkopf: «Grenzen der Globalisierung» | Mit Birgit Mahnkopf
    Feb 7 2026
    Mit ihrem Buch „Grenzen der Globalisierung“ prägten Elmar Altvater und Birgit Mahnkopf in den 90er Jahren die Debatte innerhalb der Linken um die neuen Entwicklungen des Kapitalismus. Nach dem Zerfall der Sowjetunion standen neue Konstellationen in der Weltordnung bevor, so wie eine beschleunigte Ausbreitung des Kapitalismus auch in osteuropäischen Ländern. Altvater und Mahnkopf heben in ihrer Analyse eine Reihe neuer Phänomene hervor – etwa die des entstehenden Finanzmarkts, der sich dank einer gigantischen Vermögenspolarisierung bildet. Dabei überschreiten die Zinsen der Vermögenden das Niveau des Wirtschaftswachstums. Es gibt also auf der einen Seite Vermögende, die von den Zinsen und Geldanlagen immer reicher werden, und auf der anderen Seite diejenigen, die diese Zinsen bedienen müssen, und zwar immer über die Höhe des Wirtschaftswachstums hinaus. Die Finanzmärkte bringen somit keine Bereicherung der Gesamtheit, sondern zerstören systematisch die wirtschaftliche Grundlage vieler Menschen – und den Planeten. Denn die planetaren Ressourcen sind endlich und können mit der endlosen Wachstumsdynamik des Geldes nicht mithalten. So plädieren Altvater und Mahnkopf für eine soziale und solare Revolution, die die Dynamik der Kapitalakkumulation durchbricht. Zu Gast bei Alex Demirović ist in dieser Folge eine der beiden Autor*innen selbst: Birgit Mahnkopf. Kontakt, Kritik, Feedback: theoriepodcast@rosalux.org
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    1 Std. und 12 Min.
  • tl;dr #57 Thomas Paine: «Die Rechte des Menschen» | Mit Axel Rüdiger
    Jan 15 2026
    Anders als die anderen besprochenen Autor*innen des tl;dr-Podcasts, die an Marx oder die materialistische Tradition anknüpfen, geht es in dieser Folge um Thomas Paine – ein „radikaldemokratischer Reformer“ (E.P. Thompson) des 18. Jahrhunderts. Paine war sowohl an der Unabhängigkeit der heutigen USA beteiligt, als auch an der Französischen Revolution – wo er mit Robespierre und den Jakobinern in Konflikt geriet. In seinem ungewöhnlich auflagenstarken Buch „Die Rechte des Menschen“ positionierte sich Thomas Paine bereits 1791 entschieden gegen die Monarchie und jegliche Art von Erbfolge im Bereich der Politik. Auch der Adel tue nach Paine nichts anderes, als sich Länder und Menschen durch Raub anzueignen – auch durch Steuern. Während die USA in diesem Jahr den 250. Jahrestag ihrer Unabhängigkeitserklärung feiern, drohen sie unter der Trump-Regierung in jene Machtkonzentration zurückzufallen, gegen die sich die Amerikaner*innen einst auflehnten. Die aktuellen „No Kings“-Proteste rufen in Erinnerung, was Paine bereits vor 250 Jahren proklamierte. Paine plädierte dafür, dass das Volk der Souverän sein muss. In dieser Auffassung unterscheidet Paine sich von Montesquieu und dessen Forderung nach Gewaltenteilung. Es brauche demnach keine Trennung von Exekutive und Legislative und auch kein Zwei-Kammern-System, sondern allein die Durchsetzung der Volkssouveränität. Ein Parlament darf nach Paine nicht die Partikularinteressen einiger weniger vertreten, sondern muss der Volkssouveränität folgen und für das Glück aller sorgen. Damit einher geht auch, dass Institutionen und Verfassungen immer überprüft und verändert werden können, genau genommen sogar von jeder Generation von neuem. Zu Gast bei Alex Demirović ist in dieser Folge Axel Rüdiger, Lehrbeauftragter an der FU Berlin für u.a. politische Theorie und Ideengeschichte. Kontakt, Kritik, Feedback: theoriepodcast@rosalux.org
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    1 Std. und 7 Min.
  • tl;dr #56 Paul Lafargue: «Das Recht auf Faulheit» | Mit Stephan Lessenich
    Dec 5 2025
    Mit „Das Recht auf Faulheit“ hat Paul Lafargue, Schwiegersohn von Karl Marx, ein provokantes Pamphlet geschrieben. In dem kurzen Buch hinterfragt er ironisch die Tradition der Arbeiterklasse und deren Forderung nach Recht auf Arbeit. Gewissermaßen geht das Proletariat mit dieser Forderung der genussfeindlichen Bourgeoisie auf den Leim, so Lafargue: Es lässt sich von Moralisten und Ökonomen verführen, die behaupten, es brauche Wachstum. Dabei macht die körperliche Arbeit und hohe Produktivität nicht nur krank und senkt die Lebenserwartung. Sie führt darüber hinaus auch zu einer Überproduktion von Konsumgütern – die Kapitaleigentümer müssen immer neue Märkte und Bedürfnisse erschaffen oder Finanzmarkt-Akteure suchen, um das überschüssige Kapital loszuwerden. Lafargue plädiert dagegen für eine völlig neue Organisation der gesellschaftlichen Arbeitsteilung, wo es all das nicht braucht. Statt Millionen von Menschen in Bediensteten-Beschäftigungen oder in unnützen Institutionen wie Polizei und Militär zu halten, will er die gesellschaftlich notwendige Arbeit auf alle diese Menschen verteilen, und den Arbeitstag für alle Menschen auf 3 Stunden reduzieren. An solchen Arbeitstagen ist dann noch genug Zeit für Genuss, Sport, geistige Betätigung menschliche Beziehungen – oder einfach Faulheit. Auch die Maschine spielt bei dieser Emanzipation eine wichtige Rolle, da sie hochproduktiv ist und die körperliche Arbeit erleichtert. Damit sie das aber wirklich tut, statt den Produktionszwang immer weiter zu erhöhen, müssen die Arbeiter*innen sich die Technologie aneignen und wirklich zu ihren Gunsten nutzen. Zu Gast bei Alex Demirović ist in dieser Folge der Soziologe Stephan Lessenich. Kontakt, Kritik, Feedback: theoriepodcast@rosalux.org
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    1 Std. und 2 Min.
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Am relevantesten
Der Podcast gibt immer schöne Einblicke, auch in weniger bekannte Werke (zumindest für mich als Nicht-Philosoph). Ich habe mir aufgrund des Podcasts tatsächlich auch schon Werke zum selber lesen gekauft. Ab und zu gibt es Folgen, bei denen es mir schwer fällt zu folgen. Das ist immer etwas abhängig vom Thema:-).

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