Zukunft Denken – Podcast Titelbild

Zukunft Denken – Podcast

Zukunft Denken – Podcast

Von: Alexander Schatten
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Woher kommen wir, wo stehen wir und wie finden wir unsere Zukunft wieder?Copyright 2020 All rights reserved. Sozialwissenschaften Wissenschaft
  • 155 — Freiheit oder Sicherheit? Ein Gespräch mit Prof. Konrad Paul Liessmann
    Jun 29 2026
    Zum Beginn der Ferien freue ich mich, Ihnen eine ganz besondere Episode mit dem Titel »Freiheit oder Sicherheit« präsentieren zu dürfen. Eine besondere Episode deshalb, weil mein Gast Prof. Konrad Paul Liessmann ist. Konrad Paul Liessmann ist emeritierter Professor für Philosophie an der Universität Wien. Aber er ist nicht nur wissenschaftlich äußerst erfolgreich. Er steht auch seit Jahrzehnten als herausragender Beobachter und wichtiger Kritiker der kulturellen und politischen Landschaft in der Öffentlichkeit. Öffentlichkeit meint damit dutzende Bücher, unzählige Artikel in Zeitungen und Magazinen sowie Auftritte in Fernsehen, Radio und Veranstaltungen aller Art. Für die Hörer dieser Episode möchte ich besonders die folgenden Bücher hervorheben: Theorie der UnbildungLauter LügenWas nun? Eine Philosophie der Krise . Prof. Liessmann ist auch Intendant des Philosophicums Lech, das im September unter dem Titel »Betreutes Denken« stattfindet. Ein Thema, das perfekt zu diesem Podcast passt; ich hoffe, Ihnen dazu im Herbst noch mehr Informationen bieten zu können. Für mich persönlich war es eine ganz besondere Freude, dass Prof. Liessmann sich Zeit für ein Zukunft-Denken-Gespräch genommen hat, da ich seine Artikel und Bücher seit mindestens 30 Jahren mit großer Bereicherung lese. Hinzu kommt, dass er seine fundierte Kritik etwa am Bildungssystem oder an der Universität schon als aktiver Wissenschafter deutlich vorgetragen hat, im Gegensatz zu vielen anderen, die dies nur hinter vorgehaltener Hand tun. Viele Themen die wir in diesem Gespräch ansprechen, diskutiere ich auch in meinem neuen Buch: Hexenmeister oder Zauberlehrling? Die Wissensgesellschaft in der Krise. Ich beginne das Gespräch mit der grundlegenden Frage: Was ist der Mensch? Ist der Mensch von Natur aus gut und wird verführt oder von der Natur her schlecht und muss eingehegt werden? »In der Antike wird der Mensch als Wesen betrachtet, das zwischen Extremen hin und her pendeln kann. Aber gleichzeitig durch seine Vernunftbegabung die Möglichkeit hat, das Bessere zu wählen und das Schlechtere zu vermeiden.« Was hat sich in der Betrachtung des Menschen von der klassischen Tugendlehre bis heute verändert? »Wenn wir ein Naturwesen sind — was ist die Natur?« Einer der häufig genannten Denker in diesem Themenfeld ist Thomas Hobbes: »Im Naturzustand ist der Mensch dem Menschen ein Wolf.« Liegt der Ursprung der Konflikte darin, dass wir gleich sind? Ist der Mensch gar von Natur aus gut, wie Jean-Jacques Rousseau annimmt? Gibt es folglich keinen zivilisatorischen Fortschritt oder wird gar das Bild eines vermeintlich »edlen Wilden« verherrlicht? Behindern also, konsequent weitergedacht, Wissenschaft und Kunst die Humanität und führen zu Rückschritt statt Fortschritt? Oder sollten wir uns eher an Immanuel Kant orientieren? »Der Mensch ist nicht von Natur aus böse, er ist aber auch nicht von Natur aus gut. Er ist ein Wesen, das verschiedene Motivlagen in sich hat.« Aber all diese Fragen scheinen nur Sinn zu ergeben, wenn wir handlungsfähige Wesen sind. Verfügen wir nun über Handlungs- und Willensfreiheit? Unterliege ich also meinen Neigungen oder bin ich in der Lage, mich zu entscheiden, diese zu verändern? Folgen wir wieder Immanuel Kant? »Man kann natürlich darüber diskutieren, ob der Mensch ein freies Wesen ist. Tatsache ist, wir müssen uns das wechselseitig unterstellen und tun es auch.« Gilt die kühne These der politischen Geschichte: »Das Problem war nie, ob Menschen frei sind, sondern das Problem war immer, wie kann ich ihnen diese Freiheit nehmen.« Ist also der Mensch von Natur aus frei? Damit sind wir im Gespräch beim Begriff der Freiheit angelangt. Wie hat sich dieser Begriff auch über die vergangenen Jahrhunderte verändert? »By liberty, was meant protection against the tyranny of the political rulers.« John Stuart Mill (1859) Was war die programmatische Rolle der Französischen Revolution? Kann die Romantik und damit die Idee der romantischen Liebe als frühes Emanzipationsmodell gesehen werden? Was sind die Ideen der Freiheit des 19. Jahrhunderts von John Stuart Mill über Karl Marx bis Hegel? »Freiheit ist [nach Mill] etwas, das sich gegen jetzt nicht mehr legitimierbare Herrschaftsansprüche richtet. Das muss man wieder in Erinnerung rufen, weil wir das vergessen haben. Die Erklärung der Menschenrechte war eine Erklärung von Abwehrrechten. Man hat versucht, die Zugriffe des Staates auf den einzelnen Bürger abzuwehren. Menschenrechte waren immer Individualrechte, nie Kollektivrechte.« Freiheit bezieht sich also unter anderem auf Eigentum, freie Religionsausübung, freies Denken, Bewegungsfreiheit, wirtschaftliche Freiheit. Heute sprechen viele hingegen, als ginge es um Anspruchsrechte. Wie hat sich das verändert? Wie ist dieser unglaubliche Paradigmenwechsel, der die Idee der Menschenrechte neu definiert, in den letzten Jahrzehnten zustande gekommen? »Wir waren die ersten, ...
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    1 Std. und 11 Min.
  • 154 — Software: Von der Maschine zum Ökosystem?
    Jun 7 2026

    Die Frage, wo Wissen und Expertise in einer Gesellschaft liegen und wie wir mit der daraus entspringenden Komplexität umgehen können ist einer der wesentlichen Themen meines neuen Buches

    Hexenmeister oder Zauberlehrling? Die Wissensgesellschaft in der Krise.

    Lesen Sie dort mehr über die tieferliegenden Prinzipien und Folgen. Auch die Tatsache, dass es hier wiederkehrende Phänomene gibt, derer man sich bewusst sein sollte.

    Nun kommt eine neue Dimension dieses Themas auf uns zu — Software. Und das ist das konkrete Thema der heutigen Episode.

    Achtung: nicht abschalten, nur weil Sie kein Softwareentwickler sind: dieses Thema und damit die Episode ist von sehr prinzipieller Bedeutung. Software ist das Nervensystem unserer Gesellschaft. Sie bestimmt in immer größerem Maße, wie unsere Welt funktioniert, oder fallweise auch nicht funktioniert, sie eröffnet neue Möglichkeiten aber auch erhebliche Risiken.

    Die Frage, wie Software mit unserer Welt interagiert, ist daher kein Expertenproblem (alleine), sondern eines, das alle Menschen beschäftigen sollte.

    Die aktuellen Entwicklungen der künstlichen Intelligenz scheinen Software auf systemischer Ebene sehr grundlegend zu verändern. Auf eine Weise, die folglich allen Menschen in einer modernen Gesellschaft bewusst sein sollte.

    Diese Episode soll wieder zum Nachdenken und Widerspruch anregen — schreiben Sie mir Ihre Ideen!

    Andere Episoden

    • Episode 150: Wie kommt Neues in die Welt?
    • Episode 148: Künstliche Vernunft? Ein Gespräch mit Jan Juhani Steinmann
    • Episode 147: Digitale Kolonie oder Souveränität? Ein Gespräch mit Wilfried Jäger und Kevin Mallinger
    • Episode 139: Komfortable Disruption
    • Episode 135: Friedrich Hayek und die Beschränktheit der menschlichen Vernunft. Ein Gespräch mit Nickolas Emrich
    • Episode 134: Das Werdende, das ewig wirkt und lebt? Transzendent oder Transient
    • Episode 132: Fragen an die künstliche Intelligenz — eine konstruktive Irritation
    • Episode 129: Rules, A Conversation with Prof. Lorraine Daston
    • Episode 123: Die Natur kennt feine Grade, Ein Gespräch mit Prof. Frank Zachos
    • Episode 122: Komplexitätsillusion oder Heuristik, ein Gespräch mit Gerd Gigerenzer
    • Episode 121: Künstliche Unintelligenz
    • Episode 109: Was ist Komplexität? Ein Gespräch mit Dr. Marco Wehr
    • Episode 104: Aus Quantität wird Qualität
    • Episode 69: Complexity in Software
    • Episode 40: Software Nachhaltigkeit, ein Gespräch mit Philipp Reisinger
    • Episode 31: Software in der modernen Gesellschaft – Gespräch mit Tom Konrad
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    22 Min.
  • 153 — Potent Stuff, A Conversation with Prof. Jacob Howland
    May 25 2026
    This episode was a particular joy for me. I had the honor to talk with Jacob Howland. We start with LSD—talking about it, that is — go back to the steam engine in ancient Greece to return to the 20th century’s nuclear bomb and today’s artificial intelligence. What is the interplay of the human condition with ever more potent technology? What constitutes progress, education, and how can we deal with the challenges of our time? Jacob Howland served as Provost and Dean of the Intellectual Foundations Program at the University of Austin from 2022 to 2025, and before that, as McFarlin Professor of Philosophy at the University of Tulsa. He is the author of five books on Plato, Kierkegaard, and the Talmud, and over sixty articles on literature, politics, and the academy for general readers. He will be a Distinguished Visiting Professor in the School of Civic Leadership at the University of Texas during the academic year 2026-27. I was intrigued by a conversation Jacob had with Jordan Peterson talking about the CIA gets its hands on LSD. Jacob described the situation as “This is potent stuff, what can we do with it?” Was this a special case or is this our general approach to innovation? Is innovation thus simply reasoning backwards? What is technology? Since when do we speak of technology? “The marshalling or harnessing of significant social resources for the explicit purpose of advancing and applying science.” Mastering and possession of nature, as Descartes put it, is a core aspect of that. During that process, is the focus put too much on the means, while the ends might get lost? “The means justify the end? […] We can do this, therefore we should do it.” Innovation and the mindset of the time — do people even understand what was just invented? Example: the steam engine in antiquity. How does the world appear to people in antiquity, in the Christian tradition, and later in the modern age? Or in other words: when did transforming the world become an objective? Descartes already understands that: “Desire is implicitly infinite.” This shifts the relationship between man and world. In what way specifically? “When we take away the limits of desire, we open up an infinite and unlimited desire for wealth, an unlimited desire for new devices, conveniences and so forth.” Descartes already expresses that if we become the masters of nature, we might be able to find a way to limit the infirmities of old age and to extend life. What was the role of Francis Bacon in The New Atlantis? What role did he play for science? Contemplating the history of technology and science, it appears we are treating new inventions and innovations like children — even those with extraordinary potential. How could we have survived this attitude? “Technology contains its own fatality.” What changed between the nuclear bomb and the advent of artificial intelligence? “We are going to have to trust AI more and more, but we don’t actually know if it is trustworthy.” What can we learn from Greek mythology about these complexities of technology? What is Pandora’s box? “We exchange one kind of fatality for another.” Technology can be transgressive and totalising. How? “If the idea is to remove all limits, which would be a way of being like God, then, because we are human beings, we will just descend into chaos. […] You can take human beings out of chaos, but you cannot take the chaos out of human beings.” Is it true that interesting things happen at the edge of chaos, as Stuart Kauffman expressed it? “When you just have order without the vitality that comes from transgression, you have decay, you have fossilised formalism.” Henry Adams stated, about 100 years ago: Can the speed of change become too fast for human societies and thus fundamentally destabilising? “We have a hard time holding two opposing thoughts in our mind.” But this seems to be increasingly important — a fundamental human skill, in fact. How is this important to assess progress? What changed in the attitude towards progress, especially with young people? “Moderns and late moderns (us) believe that we can solve problems.” The way we address complex problems was discussed in other episodes. Noteworthy seems a quotation by Thomas Sowell: “There are no solutions, only trade-offs” Can we actually solve a problem in a complex “wicked” environment? How does this help us to understand how technology works? Why is maintenance at the centre of a complex techno-social society? What does that mean specifically? How does politics work, and why will we never arrive at morally perfect situations? Why is impatience rising and creating unreasonable expectations? Why is humility of huge importance in dealing with complex problems, for instance in science? On the other hand, why is it a bad idea to be afraid of your own shadow? “I am more concerned by what the bomb is doing already to young people,” C. S. Lewis. So, how do...
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    1 Std. und 6 Min.
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