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Zukunft Denken – Podcast

Zukunft Denken – Podcast

Von: Alexander Schatten
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Woher kommen wir, wo stehen wir und wie finden wir unsere Zukunft wieder?Copyright 2020 All rights reserved. Sozialwissenschaften Wissenschaft
  • 161 — Energiegipfel und Bildungstal, ein Gespräch mit Prof. André Thess
    Oct 15 2026
    Der Titel der heutigen Episode spiegelt einerseits die Themen des Gesprächs wider, greift aber auch den Titel des Buches meines Gastes Prof. André Thess auf: »Der Energiegipfel: Ausweg aus dem Klimakampf«. Ich habe mich auf dieses Gespräch sehr gefreut, denn Prof. Thess ist Professor für Energiespeicherung an der Universität Stuttgart und zudem Experte für Thermodynamik. Er ist aber nicht nur in seiner wissenschaftlichen Arbeit exzellent, sondern trägt auch durch journalistische Artikel und mediale Präsenz zum rationalen und sachlichen Diskurs über komplexe Fragen von großer gesellschaftlicher Tragweite bei. Hexenmeister oder Zauberlehrling? Die Wissensgesellschaft in der Krise Das Buch zum Podcast! Wir beginnen das Gespräch mit der Frage: Was ist die Bedeutung der Energieversorgung in einer modernen Gesellschaft und wo steht die deutsche Energiewende? Wir sind in Europa und besonders in Deutschland seit mittlerweile Jahrzehnten falsch abgebogen. Wie ist das passiert und warum gibt es immer noch kein Gegensteuern? Es wohnen zwei Seelen in der Brust von André Thess: Energieforscher und Ökonom: »Wir sind an der Stelle falsch abgebogen, wo wir die Prinzipien der Marktwirtschaft verlassen haben. […] In dem Maße, wie sich der Staat durch Subventionen und Regularien betätigt hat, hat leider die Qualität der Versorgung abgenommen. Die Preise haben zugenommen, und — was ich persönlich am schlimmsten finde — die Polarisierung der Gesellschaft hat begonnen und die Gesellschaft driftet immer weiter auseinander.« Es gab großen technischen Fortschritt, auch im Bereich der Speicher, sowohl Strom wie auch Wärme und Wasserstoff. Wir erleben also gleichzeitig große Fortschritte und einen dramatischen Niedergang, denn eine Revolution kann man nicht dekretieren. Fluktuierende Energieerzeugung plus Speicher sind auch heute noch in den meisten Fällen deutlich teurer als Alternativen. Warum ist das so? Wie verhält es sich mit den zeitlichen Dimensionen der Energiespeicherung? Von Sekunden über eine Nacht bis zu Wochen oder Monaten? Was würde eine Dekarbonisierung, den aktuellen Ideen folgend, kosten? Wie sieht es mit dem Ressourcen-Bedarf dieser vermeintlich »erneuerbaren« Anlagen aus? »Subventionen verschleiern tatsächliche Kosten.« Der Vizepräsident der Vereinigten Staaten J. D. Vance spricht mit Mike Rowe über die Energieversorgung der USA vs. China — warum ist das für Europa von großer Bedeutung? »›Man, the thing that you guys have got to do is build the power.‹ The problem is not the data centers. The problem is that the United States is not building electricity generation for a 21st century economy. If you look, there's this chart I'm obsessed with where it looks at the amount of electricity generated by China versus the United States. Okay? In the late 90s, the two lines crossed, meaning the Chinese started making as much power as the United States of America. Since that time, it is flatlined in the US. So, as crazy as this might sound, in 2026, we produce about the same amount of power as we did in 1996 in the United States of America. China has 3xed. So, this is actually not a data center problem. It's a utility and power generation problem.«, J. D. Vance Industriebetriebe machen eine Wanderbewegung weg von Deutschland und hin zu China und den USA. Ist dieser Prozess noch umkehrbar? Haben wir in Europa noch eine Chance? »Die energieintensive Industrie ist die Basis, das Rückgrat jeder entwickelten Industriegesellschaft. […] Energie ist nicht alles, aber ohne Energie ist die Volkswirtschaft nicht in der Lage, wettbewerbsfähig zu arbeiten.« Haben wir einen paradigmatischen Unterschied zwischen der Welt und der EU, besonders Deutschland? Der ganzen Welt scheint klar zu sein, dass Wohlstand von Energie abhängt und die nächsten Jahrzehnte wesentlich mehr Energie benötigen werden, nur die deutsche Elite spricht ständig von weniger Energieverbrauch für Deutschland. Ist das plausibel? Was hat dies mit Bitcoin, künstlicher Intelligenz, Quantencomputern usw. zu tun? »Ich warne vor der Naivität, zu glauben, man könne auf der Basis des heutigen Wissens und der heutigen Welt, allein durch Effizienzbetrachtungen prognostizieren, wie die Energie von morgen aussieht. […] Sie können aus dem Rückspiegel nicht extrapolieren, was vor Ihnen liegt. […] Ich glaube an vieles, aber nicht an das zurückgehende Energiebedürfnis.« Worin ist die Idee der Reduktion des Energiebedarfs ideologisch begründet? Wie gelingt es manchen, offensichtlichen Rückschritt als Fortschritt zu verkaufen? »The world in which we find ourselves at the start of the new millennium is littered with the debris of utopian projects.«, John Gray In einer liberalen und freien Gesellschaft steht es jedem frei, so zu leben, wie er möchte, auch ohne oder mit sehr wenig Energie. Vorsicht scheint immer angebracht, wenn Einzelne ihre ideologischen Konzepte allen anderen zwangsweise überstülpen ...
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    1 Std. und 9 Min.
  • 160 — Inseln der Ordnung im Meer des Chaos
    Sep 21 2026
    Ich beschäftige mich gerade intensiver mit einer Frage, die im Kern unserer Gesellschaft liegt: was sind Prinzipien des Engineerings von komplexen Systemen, also, was sind elementare und wiederkehrende Aspekte, Prozesse, Verhaltensweisen, denen man begegnet, wenn man versucht komplexe technische Systeme zu bauen, zu warten oder abzulösen und durch neue zu ersetzen. Die Frage nach dem Begriff der Ordnung ist darin eine fundamentale, wenn man komplexe Systeme in einem bestimmten definierten — also ordentlichen — Zustand halten möchte — etwa durch Wartungsmaßnahmen — oder verändern möchte, das heißt von einem Zustand der Ordnung in einen anderen Zustand der Ordnung bringen. Zu verstehen, was Ordnung ist, ist eine Grundlage jedes Engineering und jedes Managementprozesses. Auch jede politische Transformation ist davon abhängig diese Prinzipien im Blick zu haben. Und daher besprechen wir heute sozusagen die Grundlagen dieser Prozesse, die darauf aufbauen. Die Auseinandersetzung mit der Frage, was Ordnung ist, hat aber auch zwei weitere Aspekte Es handelt sich um einen der Begriffe, den wir sofort für offensichtlich halten — you know it, when you see it, aber sobald man beginnt zu versuchen, Ordnung zu definieren, merkt man, wie schwierig das ist. Experiment: drücken Sie den Pause-Knopf und überlegen Sie für sich selbst, wie Sie Ordnung definieren würden. Damit wird diese Auseinandersetzung mit der »Ordnung« einerseits ein Thema, das in sich selbst hochinteressant ist, weil wir ihm ständig ausgesetzt sind aber andererseits auch eine Fallstudie, wenn Sie so wollen, für ein größeres Thema, das ich in einer späteren Episode noch aufgreifen werde. Ich beginne mit der Frage nach den Regimen oder Arten der Ordnung. Dabei ist für unseren Zweck natürlich die selbsterhaltende, dynamische Ordnung komplexer Systeme am interessantesten: »Einfache Ordnung lässt sich definieren, komplexe Ordnung muss erzählt werden.« Aber auch ein vermeintlich banales Beispiel, nämlich, wie die Zahl Pi zu verorten ist, stellt sich als deutlich interessanter und herausfordernder dar, als man erwarten könnte. Auch sehe ich zahlreiche Parallelen zwischen biologischer, also evolutionär getriebener Ordnung und dem Engineering in modernen Techno-sozialen Systemen. »Evolution kann somit als Prozess gesehen werden, durch den ein äußeres Kriterium zu innerer Form wird.« Dann gehe ich kurz auf die Idee der Redundanz als Definition von Ordnung ein, wie von Rupert Riedl vorgeschlagen, sowie auf vergleichbare Ideen der algorithmischen Informationstheorie. Ordnung = Regel × Anwendung Was sind Vorteile und Grenzen dieser Art der Definition? Dann weise ich darauf hin, dass Information und Ordnung keinesfalls miteinander verwechselt werden dürfen, dass es aber wesentliche Abhängigkeiten voneinander gibt und zitiere dazu Michael Polanyi. »DNA configuration, [it] can function as a code only if its order is not due to the forces of potential energy. It must be as physically indeterminate as the sequence of words is on a printed page.«, Michael Polanyi (1968) Dann betrachte ich den Begriff der Ordnung aus einem anderen Blickwinkel und frage, welche Schichten der Ordnung man identifizieren kann und wie das mit dem bisher gesagten in Einklang zu bringen ist: Redundanz — Regel mal Anwendung Constraint — eliminierte Freiheitsgrade Interdependenz — nichts lässt sich verschieben, ohne dass das Ganze verliert. Passung — Passung ist der Anteil der Einschränkungen eines Systems, zu denen sich eine Unterscheidung in seiner Umwelt benennen lässt. Passung ist dabei ein ganz wesentliches Prinzip, wenn es um das Verständnis komplexer Systeme geht. Dann versuche ich die Folgen dieser Prinzipien am Beispiel komplexer technischer Systeme, wie Software, darzulegen. Welche wesentlichen Einschränkungen gibt es bei solchen Systemen: Problemgetragene Einschränkungen Geschichtsgetragene Einschränkungen Was bedeutet dies konkret und wie ist dies in der Praxis zu bewerten und damit umzugehen? Wenn es Ordnung gibt, dann muss es auch Unordnung, beziehungsweise Kräfte und Pfade der Unordnung geben. Welche sind die? »Conservatism starts from a sentiment that all mature people can readily share: the sentiment that good things are easily destroyed, but not easily created.«, Roger Scruton Dann »zeichne« ich ein Bild der Inseln der Ordnung im Meer des Chaos um greifbarer zu machen, was es bedeutet, wenn man Systeme nicht mehr evolutionär weiterentwickeln kann, sondern von eine komplexen und dynamisch stabilisierten Zustand der Ordnung in einen anderen wechseln möchte. Zuletzt mache ich noch auf ein Konzept von Stuart Kauffman aufmerksam: Die »Grenze des Chaos« (edge of chaos) beschreibt einen kritischen Bereich zwischen starrer Ordnung und völligem Chaos. Seine These lautet nicht, dass dynamisch stabilisierte Ordnung, wie Leben, im Chaos gedeiht, sondern dass anpassungsfähige und evolvierende Systeme nahe...
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    45 Min.
  • 159 — Geld, ein Gespräch mit Prof. Patrick Schueffel
    Sep 6 2026
    Ich habe kürzlich auf einer Konferenz Dr. Patrick Schüffel kennengelernt, auf der er über Central Bank Digital Currencies gesprochen hat. Daraus hat sich diese Episode entwickelt, weil mir klar geworden ist, wie ich im Gespräch auch erwähne, dass ich das für unsere moderne Gesellschaft fundamentale Werkzeug »Geld« noch nie richtig thematisiert habe. Dr. Patrick Schüffel ist Adjunct Professor an der Hochschule für Wirtschaft in Fribourg mit den Forschungsschwerpunkten Banking, Fintech und Krypto. Parallel dazu ist er als Berater und Gründer im Banken- und Fintech-Umfeld tätig. Zuvor war er viele Jahre im Bankwesen in Zürich und Liechtenstein beschäftigt, unter anderem auch als Chief Operating Officer der Saxo Bank (Schweiz). Dieses Gespräch ist ein gutes Beispiel dafür, wie ich das Konzept dieses Podcasts verstehe. Ich versuche Themen aufzugreifen, die einen wesentlichen Anker in der Vergangenheit haben, aktuell bedeutsam sind und deren zukünftige Entwicklung für uns als Menschheit wesentlich ist. All diese Aspekte sind in der heutigen Folge unbedingt gegeben. Unterstützen Sie bitte auch dieses Projekt und kaufen Sie mein neues Buch Hexenmeister oder Zauberlehrling? Die Wissensgesellschaft in der Krise, das sich grundsätzlicher und mit vielen Beispielen mit der Krise auseinandersetzt, in die unsere Wissensgesellschaft geraten ist. Eine Krise, die — wie Sie auch an dieser Episode sehen werden — weitreichende und negative Auswirkungen haben kann. Dieser Podcast ist explizit keine Vermögens- oder Anlageberatung. Wir sprechen über Szenarien und geben keinerlei Ratschläge, wie Sie Ihr eigenes Geld anlegen oder Ihr Vermögen handhaben sollten. Warum habe ich in fast 160 Episoden eigentlich noch nie über Geld im engeren Sinne gesprochen? Was also war und ist Geld, und was wird es in der Zukunft sein? Ist Geld, obwohl alltäglich, doch ein blinder Fleck in der Gesellschaft? Welche Funktionen und Charakteristika erfüllt »Geld«? »Geld ist, worauf sich zwei Parteien verständigen, dass es Geld ist.« Seit wann kann man in der menschlichen Geschichte von Geld sprechen? Was bedeutet der Übergang vom Metall- zum Token-Geld? Welche Folgen hatte das? Wann und wie sind Banknoten entstanden? Was repräsentierten Banknoten in der Vergangenheit und was repräsentieren sie heute? Was bedeutete die Aufkündigung des Bretton-Woods-Abkommens ab den 1970er Jahren? Was versteht man unter »Fiat-Geld«? Auf welchen realen Wert bezieht sich Fiat-Geld in der Praxis? Ist Geld eine Serie von Abstraktionen und sind wir heute zu weit gegangen? Welche Rolle spielt heute die Digitalisierung in der Virtualisierung von Geld? »Inflation ist so alt wie das Staatswesen.« Inflation hatte aber nicht immer nur mit politischer Einflussnahme zu tun. Auch privates »Clipping« war eine Manipulation in der Vergangenheit — was den Rand von Münzen bis heute erklärt. Was ist der Wirkradius, die Einflusssphäre von Fiat-Geld? Was hatte es mit den Company Towns in den Vereinigten Staaten auf sich, mit Geld in Besatzungszonen, mit Notgeldern? Was haben heute Bits und Bytes als Repräsentation mit Geld zu tun? Sind aktuelle Entwicklungen wie etwa Krypto-Währungen eine neue Form von Abstraktion oder im Grunde nur alter Wein in neuen Schläuchen? Was sind Smart Contracts? Warum handelt es sich dabei mit Sicherheit um eine neue »Fähigkeit« von digitalem Geld, die es in der Vergangenheit so nicht gab? Ist jede Form von Geld dynamisch stabilisiert? Was bedeutet dies systemisch? Ergänzung beziehungsweise Korrektur zum Aluminium-Beispiel, das ich in der Episode erwähne: Die Geschichte mit dem Aluminium-Geschirr ist oft erzählt, aber schlecht belegt. Tatsächlich wurde Aluminium aber in der Mitte des 19. Jahrhunderts, etwa von Napoleon III., als Statussymbol verwendet, insofern ist die Geschichte im Kern korrekt. Mit der aufkommenden industriellen Produktion war die Zeit dieses »Wertmetalls« dann sehr schnell zu Ende. Was gewinnen und was verlieren wir, wenn wir alleinstehende Artefakte wie Gold, Silber oder Bargeld gegen Zahlungsmittel tauschen, die auf eine große technische Infrastruktur angewiesen sind? Was ist der Unterschied zwischen Eigentum und Besitz sowie Herrschaftsrecht bei verschiedenen Zahlungsmitteln? Was bedeutet diese Unterscheidung vor allem bei den gerade aufkommenden digitalen Zentralbankgeldern — Central Bank Digital Currency (CBDC)? »Digitales Bargeld ist meiner Ansicht nach ein Oxymoron. Das gibt es nicht.« Aber wurde Eigentum in unseren Gesellschaften nicht schon auf viel grundsätzlicherer Ebene beschränkt oder gar beschädigt — etwa bei Landbesitz? Aber, aus der Lebenspraxis betrachtet, ist Bargeld nicht schlicht veraltet und stirbt ohnedies aus? Was bedeutet Debanking? In Deutschland werden allerdings keine Statistiken geführt, in UK gab es 400.000 Personen, deren Konten gegen ihren Willen gekündigt wurden. Wir erinnern uns auch noch an die Fälle von Kontosperrungen, bei denen ...
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    1 Std. und 12 Min.
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