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Von: Martin Burckhardt
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Dieser Podcast präsentiert Buchkapitel, die sich zu Audiostücke gewandelt haben, aber wird auch Gespräche mit anderen Autoren enthalten.

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Kunst Sozialwissenschaften
  • Im Gespräch mit ... Kai Maaz
    Sep 4 2026

    Wenn der Nationale Bildungsbericht des Jahres 2026 „viele Reformen, aber wenig Fortschritt“ verzeichnet, liegt es im Umkehrschluss nahe, die grundlegende Frage nach dem Zustand der Bildung zu stellen. Und hier war und ist Kai Maaz, der geschäftsführende Direktor des Leibniz Instituts für Bildungsforschung und Bildungsinformation, der ideale Gesprächspartner, zum einen deswegen, weil sein Institut für den Bericht verantwortlich zeichnet, zum anderen, weil man es mit einem großen Rätsel zu tun hat: dem Umstand, dass nach einer Serie von Exzellenzinitiativen, und nicht zuletzt, der pathetischen Ausrufung der Bildungsrepublik Deutschland, sich gleichwohl eine Abwärtsbewegung eingestellt hat, die nun, befeuert von den Fortschritten der Künstlichen Intelligenz, zu einer weiteren Erschütterung beitragen könnte. Tatsächlich lässt sich die Frage stellen, ob bestimmte Grundannahmen unseres Bildungssystems (die Idee der Schulstunde, aber auch das Lernen im Klassenverbund) überhaupt noch zeitgemäß sind – und ob man aus diesem Grunde nicht genötigt wäre, den zeitgemäßen Bildungsbegriff neu zu bedenken. Und genau dies hat zu einer überaus anregenden Unterhaltung geführt.

    Kai Maaz ist der geschäftsführende Direktor des DIFP, des Leibniz Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation. Zudem ist er Professor für Soziologie an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main tätig, mit dem Schwerpunkt Bildungssysteme und Gesellschaft.

    Kai Maaz hat (u.a.) veröffentlicht:

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    58 Min.
  • Im Gespräch mit ... Thomas Kestler
    Jul 12 2026

    Wie kommt ein Weltbild in die Welt? Wenn man die wunderbare Bemerkung des Karl Krauss (»Je näher man ein Wort ansieht, desto ferner sieht es zurück«) auf die Weltbildproduktion überträgt, mag man sich vielleicht nicht mehr über die Erkenntnis verwundern, dass gerade die einfachsten Sachverhalte sich als die abgründigsten Fragen erweisen. Aber weil sich Thomas Kestler schon als Schüler den Kopf über die Frage der Massenpsychologie zerbrochen hat, hat er sich für seine Habilitationsarbeit auf ein Terrain gewagt, vor dem seine akademischen Betreuer die Hände über dem Kopf zusammenschlugen. Zu riskant, zu grundsätzlich, zu wenig zu gewinnen. Seine Antwort: »Diesen Spaß gönne ich mir.« Dass aus diesem trotzigen Vergnügen ein voluminöses Werk über die motivationale Macht von Ideen wurde, erzählt einiges über die blinden Flecke der Politikwissenschaft – und war auf jeden Fall ein Anlass, mit ihm in ein Gespräch einzutreten.

    Dabei interessiert sich Thomas Kestler, Politikwissenschaftler mit einem Faible für die unbequemen Fragen, nicht für institutionelle Abläufe oder Wahlprogramme, sondern für das „ideologische Magma” – jenes Substrat aus Bildern, Erzählungen und Weltmodellen, das isolierte Individuen zu kollektiven Akteuren verschmilzt. Was treibt Menschen in Massenbewegungen? Warum hält sich die apokalyptische Vision der »Limits to Growth« hartnäckig im grünen Milieu, ungeachtet der Tat, dass die Prognosen längst von der Wirklichkeit widerlegt worden sind? Und weshalb, so eine seiner provokantesten Thesen, entsteht Massenmobilisierung nicht durch Manipulation von oben, sondern aus einem tiefen Bedürfnis der Einzelnen, die eigenen Grenzen zu überwinden?

    Thomas Kestler lehrt am Institut für Politikwissenschaft und Soziologie in Würzburg. Neben seiner publizistichen Arbeit (ua. für Cicero, die NZZ und die Zeit) trat Kestler, der ehedem bei den Grünen engagiert war, als Bundestagskandidat für die Freien Demokraten an.

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    1 Std. und 29 Min.
  • Im Gespräch mit Raphael M. Bonelli
    Jun 2 2026

    Lässt man sich auf die Gegenwart ein, kommt man nicht umhin, eine Form der allgemeinen Kopflosigkeit zu diagnostizieren (die der Psychoanalytiker Sam Vaknin mit der wunderbaren Bemerkung quittiert hat, er sei ein Zeitgenosse Shakespeares). Und weil die Verwirrung Programm ist (fair is foul and foul is fair), war dies ein Grund, mit dem Wiener Psychiater Raphael M. Bonelli ins Gespräch zu treten, der für die Gegenwart eine Art Thanatos-Trieb diagnostiziert und seiner Diagnose den Buchtitel „Kopflos“ gegeben hat. Nun ist Bonelli alles andere als ein zeitvergessener Kulturkritiker, sondern, als Bewohner der Aufmerksamkeitsökonomie, ein Zeitgenosse, der einen höchst erfolgreichen YouTube-Kanal initiiert hat. Mag sein, dass ihn dies für bestimmte Phänomene der Gegenwart – vom digitalen Geschwindigkeitsrausch bis zum moralischen Großspurigkeitstumor – sensibilisiert hat, so wie er auch in Gestalt seiner Patienten eine Zeitenwende feststellt. Letztlich aber überrascht Bonelli, als tiefer Optimist, mit einem DDR-Vergleich: Wie dort nach 70 Jahren die Wahrheit durchbrach, werde auch unsere Vernunft wieder siegen.

    Raphael M. Bonelli, der seine Karriere als Neurowissenschaftler begonnen hat (und zur Arzneimitteltherapie von Chorea Huntington publiziert hat), ist seit geraumer Zeit als Psychiater und systemischer Therapeut in Wien tätig. Neben der Arbeit mit seinen Patienten hat er die Zeit gefunden, seine Gedanken in höchst erfolgreichen Büchern niederzulegen.

    Raphael M. Bonelli hat u.a. veröffentlicht

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    48 Min.
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