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Von: Martin Burckhardt
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Dieser Podcast präsentiert Buchkapitel, die sich zu Audiostücke gewandelt haben, aber wird auch Gespräche mit anderen Autoren enthalten.

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Kunst Sozialwissenschaften
  • Im Gespräch mit Raphael M. Bonelli
    Jun 2 2026

    Lässt man sich auf die Gegenwart ein, kommt man nicht umhin, eine Form der allgemeinen Kopflosigkeit zu diagnostizieren (die der Psychoanalytiker Sam Vaknin mit der wunderbaren Bemerkung quittiert hat, er sei ein Zeitgenosse Shakespeares). Und weil die Verwirrung Programm ist (fair is foul and foul is fair), war dies ein Grund, mit dem Wiener Psychiater Raphael M. Bonelli ins Gespräch zu treten, der für die Gegenwart eine Art Thanatos-Trieb diagnostiziert und seiner Diagnose den Buchtitel „Kopflos“ gegeben hat. Nun ist Bonelli alles andere als ein zeitvergessener Kulturkritiker, sondern, als Bewohner der Aufmerksamkeitsökonomie, ein Zeitgenosse, der einen höchst erfolgreichen YouTube-Kanal initiiert hat. Mag sein, dass ihn dies für bestimmte Phänomene der Gegenwart – vom digitalen Geschwindigkeitsrausch bis zum moralischen Großspurigkeitstumor – sensibilisiert hat, so wie er auch in Gestalt seiner Patienten eine Zeitenwende feststellt. Letztlich aber überrascht Bonelli, als tiefer Optimist, mit einem DDR-Vergleich: Wie dort nach 70 Jahren die Wahrheit durchbrach, werde auch unsere Vernunft wieder siegen.

    Raphael M. Bonelli, der seine Karriere als Neurowissenschaftler begonnen hat (und zur Arzneimitteltherapie von Chorea Huntington publiziert hat), ist seit geraumer Zeit als Psychiater und systemischer Therapeut in Wien tätig. Neben der Arbeit mit seinen Patienten hat er die Zeit gefunden, seine Gedanken in höchst erfolgreichen Büchern niederzulegen.

    Raphael M. Bonelli hat u.a. veröffentlicht

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    48 Min.
  • Im Gespräch mit ... Thilo Bode
    May 3 2026

    Es gibt eine eigentümliche Ironie in der Geschichte der Umweltbewegung: Ausgerechnet jene, die einst mit spektakulären Aktionen die Industrie zum Zittern brachten, haben sich in den vergangenen Jahrzehnten zu braven Verwaltern des Status quo gewandelt. Thilo Bode, der als Greenpeace-Chef FCKW-freie Kühlschränke gegen den erbitterten Widerstand der Konzerne durchsetzte, zieht eine schonungslose Bilanz – und spart dabei nicht an Selbstkritik. Wenn einer, der sein halbes Leben dem Aktivismus gewidmet hat, zum Widerstand aufruft, stellt sich unweigerlich die Frage: Widerstand gegen wen eigentlich – gegen die Industrie, gegen die Politik, oder gegen die eigene Bewegung?

    Thilo Bode, der mit seinem vielbeachteten Buch Resist! Aufruf zum Widerstand soetwas wie eine politische Autobiographie vorgelegt hat, schaut darin auf ein Leben zurück, das ihm, von exponierter Stelle aus, einen tiefen Blick in die Verhältnisse erlaubt hat. Als junger Mann in der Entwicklungshilfe tätig, wurde er nach einem Intermezzo bei einem Mittelständler der Stahlindustrie zum Geschäftsführer von Greenpeace Deutschland, von 1995 bis 2001 zum CEO von Greenpeace International. 2001 gründete er die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch und war bis zu seinem Ausscheiden Ende 2021 deren Internationaler Direktor.

    Thilo Bode hat veröffentlicht

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    1 Std. und 41 Min.
  • Im Gespräch mit ... Eva Ladipo
    Apr 25 2026

    Wenn junge Männer in Scharen zu Protestparteien strömen, liegt der Reflex nahe, von Verführung zu sprechen, von bösen Einflüsterern und Filterblasen. Doch was, wenn der Befund schlichter ist – und unbequemer? Eva Ladipo hat in ihrem Buch-Essay »Not am Mann« eine Bestandsaufnahme gewagt, die im kulturellen Klima der Gegenwart fast schon als Provokation gilt: Sie schaut hin, wo andere lieber wegschauen. Anstatt in der Entrüstung der moralischen Ökonomie zu baden, nimmt sie die Verschiebungen der politischen Ökonomie in den Blick – und hält dabei fest, dass vor allem der Wandel der Industriegesellschaft das Bild des Mannes – als Ernäher der Familie – ins Wanken gebracht hat. Insofern ist ihr Essay weniger ein Manifest als eine Diagnose – über verschwundene Helden, umgedeutete Begriffe und die sonderbare Tatsache, dass der Begriff der „toxischen Männlichkeit”, der einst ein therapeutisches Konzept für traumatisierte Männer darstellte, im Gefolge von MeToo zum Kampfbegriff geworden ist. Oder wie Eva Ladipo schreibt: »Es ist ein lässiger, geradezu schicker Männerhass entstanden.« Und weil sich das juste milieu in der modischen Misandrie ergeht, nimmt es nicht wunder, dass der moderne Mann, wie der Vorsitzende der Grünen, nur mit einem Akt der Selbstgeißelung moralische Pluspunkte einheimsen kann.

    Eva Ladipo ist Journalistin und Autorin. Sie hat zwei Romane und ein Sachbuch veröffentlicht und publiziert regelmäßig in deutschen Zeitungen. Als Journalistin arbeitete sie als Redakteurin, Korrespondentin und Ressortleiterin bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Financial Times Deutschland, Vanity Fair, Financial Times und Die Welt.

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    53 Min.
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