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Morgenimpuls

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Von: DOMRADIO.DE
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Über diesen Titel

Gedanken zu Gott und der Welt, Erlebnisse aus dem Alltag einer Ordensfrau - die Olper Franziskanerin Schwester Katharina startet mit Gebeten und Texten um 6 Uhr in den Morgen.© DOMRADIO.DE Christentum Spiritualität
  • Wohlbehütet
    Jan 27 2026
    In früheren Jahrhunderten war es völlig unüblich, ohne Kopfbedeckung, also ohne Schleier, Tuch oder Hut das Haus zu verlassen. Und wer etwas auf sich hält, wie man früher sagte, tut es auch heute noch. Eine alte Dame hier im Städtchen würde nie ohne Hut sonntags in die Kirche kommen und auch sonst ist sie immer mit passendem Hut zu Mantel oder Kostüm ausgestattet. Manche kennen noch den Ausdruck "gut betucht sein". Ganz klassisch bedeutete es tatsächlich, in besonders guter Kleidung zu sein und wenn man sich gute Kleidung, gutes Tuch leisten konnte, hatte man genügend Geld, war also gut betucht.Aber mit den Hüten ist es ganz anders. Wenn man sagt: "Der ist aber gut behütet", dann ist tatsächlich nicht gemeint, dass er besonders teure und edle Hüte trägt. Das habe ich früher tatsächlich bei diesem Wort immer gedacht. "Bleiben Sie behütet", das sagt immer mal am Ende eines Vortrages ein Exerzitienmeister. Was heißt das denn dann? Im Netz habe ich mehrere Bedeutungen gefunden: auf etwas Acht geben, es bewachen, sichern und vor Schaden schützen. Auf jemanden Acht geben, aufpassen, betreuen und vor Unangenehmem bewahren. Also bedeutet dieser Wunsch des Exerzitienmeisters: Bleib bei dem Gedanken, dass Gott dich beachtet, auf dich achtet, vor Schaden bewahrt, dich sicher geleitet und beschützt."Wer unterm Schutz des Höchsten steht, im Schatten des Allmächtgen geht" ist eines der vielen Lieder, die genau das besingen und dem Singenden zusagen, dass er daraus Mut und Zuversicht und Hoffnung schöpfen kann, weil da einer ist, der mich behütet. Also egal ob du Tuch oder Kapuze, Schleier oder Kopftuch, Helm oder Hut aufhast, bleib unter Gottes Schutz wohl behütet.
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  • Mein Lebensweg: normal und gut, aber doch irgendwie anders
    Jan 26 2026
    Diese Woche ist für mich und viele andere eine besondere Woche. Im Mutterhaus begleite ich jeden Tag eine sechste Klasse bei ihrem „Klostertag“ Seit vielen Jahren gibt es diese besonderen Tage für die SchülerInnen und ihre Lehrer. In unserer Franziskusschule, die seit 1870 besteht, waren früher alle Lehrerinnen Schwestern unserer Gemeinschaft, und so war es normal, dass die Schüler Ordensleute erlebt und kennengelernt haben. Da das aber seit 2005 nicht mehr so ist, haben wir uns diese Klostertage einfallen lassen. Die Klasse kommt also zu 8 Uhr ins Mutterhaus und wir beginnen mit einer gemeinsamen Gebetszeit in der großen Mutterhauskirche. Immer werden ein oder zwei Geschichten aus dem Leben von Franziskus von Assisi erzählt und manchmal bin ich erstaunt, wieviel die Kinder tatsächlich schon über ihren Schulpatron wissen.Danach gehen sie in drei Gruppen zu drei verschiedenen Angeboten, die dann alle 45 Minuten wechseln. Und mittendrin ist Frühstück im großen Speisesaal mit einigen Schwestern. Und kurz vor Schluss ist dann immer eine rasante Runde mit: Was ich schon immer mal fragen wollte. Und da wird es spannend. Die Kinder haben ihre Scheu abgelegt und wagen zu fragen nach Lebensart der Schwestern, Kleidung, Gebet und Alltag. Aber natürlich auch nach Smartphone, Auto, Fernseher und Computer und so weiter. Und voriges Jahr hat ein Mädchen in Ruhe der ganze Runde zugehört und als sie dran war gesagt: das klingt alles ziemlich normal aber ist doch irgendwie anders. Das hat mir gefallen. Leben und Zusammenleben kennen die Kinder von zuhause und dass die Schwestern arbeiten und dazu die Materialien brauchen, haben sie erkannt und auch, dass sie zusammen beten. Dieses „irgendwie anders“ hat sie so beschäftigt, dass sie im Advent zum Mädchenwochenende ins Mutterhaus gekommen ist, um mehr davon mitzubekommen. Für sich selbst zu erkennen, dass es Lebenswege gibt, die normal und gut sind, aber doch irgendwie anders, ist eine gute Voraussetzung für eigene Entscheidungen später.
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    3 Min.
  • Wie kann man glaubwürdig sein?
    Jan 23 2026
    Einen besonders gütigen und liebenswerten Heiligen feiern wir mit der Kirche morgen, aber ich möchte Dir heute schon von ihm erzählen. Franz von Sales hat von 1567 bis 1622 gelebt, war das älteste von zehn Kindern und sollte nach dem Willen des Vaters in den diplomatischen Dienst gehen. Er hat dann zwar Philosophie und Jura studiert, aber aus persönlichem Interesse auch Theologie. Nach seiner Anstellung als Rechtsanwalt und eigentlich mit der Aussicht auf eine glänzende Karriere als Senator, ließ er sich aber zum Priester weihen und wurde einer der besten Prediger seiner Zeit und damit beauftragt, die Bevölkerung rings um den Genfer See wieder zum katholischen Glauben zurückzubringen. Weil die Machthaber den Einwohnern aber verboten haben seine Predigten zu besuchen, nutzte er intensiv die damals komplett neuen Medien: In einer klaren und einfachen Sprache druckte er die damals hochmodernen Flugblätter und heftet sie an Häuser, Zäune und Bäume. Und er brachte seine Botschaft in der Landessprache, was damals absolut unüblich und sensationell war. Franz von Sales war glaubwürdig in einer Sprache, die Gehör und Glauben fand. Franz war ein begnadeter Prediger und ein vorbildlicher Seelsorger, dem es um die persönliche Vertiefung des Glaubens jedes Einzelnen ging. Er leitete als Bischof sein Bistum mit Visitationsbesuchen, Predigt und Katechese. Seine Liebenswürdigkeit und die Übereinstimmung von Worten und Taten in seiner Lebensführung brachten ihm das Vertrauen der Menschen. Dieser Wesenszug seiner Persönlichkeit gefällt mir besonders gut: die Übereinstimmung von Worten und Taten. Nehmen wir doch heute mal diesen Satz auf und schauen, wie es denn bei mir selbst damit ist: Stimmen meine Worte mit dem überein was ich tue? Bin ich in dem, was ich tue, glaubwürdig für das, was ich sage? Spannende Überlegungen!
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    3 Min.
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