Listen to the Archive. Der DDF-Podcast zu feministischer Geschichte Titelbild

Listen to the Archive. Der DDF-Podcast zu feministischer Geschichte

Listen to the Archive. Der DDF-Podcast zu feministischer Geschichte

Von: Digitales Deutsches Frauenarchiv
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Über diesen Titel

Feminismus hat Geschichte! Und die ist politisch, bewegt und reich an Auseinandersetzungen. Sie erzählt von Solidaritäten und Brüchen, sie hat viele Gesichter, Perspektiven und nicht zuletzt Schultern, auf denen auch heute Feminismus gelebt, gedacht und ausgehandelt wird. Von Frauenstreiks bis Cyberfeminismus, von Pionier*innen in Sport oder Sprache: Der DDF-Podcast blickt auf Akteur*innen und Phänomene aus mehr als 200 Jahren feministischer Bewegungsgeschichte. Was trennt, was verbindet – damals und heute? Wir öffnen feministische Zeitkapseln und Schatzkisten, treffen Historiker*innen, Zeitzeug*innen und weitere Expert*innen – und nehmen euch mit auf eine Entdeckungstour durch die feministischen Archive. Listen to the Archive! Am Mikro: Birgit Kiupel ist Bewegungs- und Radiofrau, Zeichnerin und promovierte Historikerin, DDF-Geschichtsexpertin in Hamburg und ausgemachte Kennerin der Archive. Sie führt durch Gespräche und Geschichten – mit dem richtigen Gespür für besondere Fundstücke aus den feministischen Archiven. Eine Produktion des Digitalen Deutschen Frauenarchivs, kurz DDF. www.digitales-deutsches-frauenarchiv.de Konzept: Birgit Kiupel, Steff Urgast Schnitt/Mischung: Christian Alpen Sound Design: Azadeh Zandieh #frauenmachengeschichte #ddfarchiv Digital. Divers. Feministisch. Welt Wissenschaft
  • Feminismus heißt Schutz – Antigewaltarbeit hat Geschichte
    Dec 17 2025
    Wenn wir heute über geschlechtsspezifische Gewalt sprechen, sprechen wir über Strukturen: über Abhängigkeiten, Tabus und die Frage, wer Schutz bekommt – und wer nicht. Der Blick in die Geschichte zeigt, dass Gewaltschutz immer erkämpft wurde und bis heute verteidigt werden muss. In dieser Folge besuchen wir zwei i.d.a.-Einrichtungen in Bochum, ausZeiten und LIESELLE, und sprechen mit DaMigra darüber, warum Gewaltschutz immer auch eine Frage von Macht, Zugängen und politischen Rahmenbedingungen ist. „Gewalt ist ein riesiger Begriff“, sagt Rita Kronauer, Mitbegründerin von ausZeiten in Bochum. Sie führt uns durch Regalreihen voller sorgfältig beschrifteter Ordner. Allein die Kategorien erzählen Geschichte: von Femiziden, Prozessbeobachtungen und Debatten über sexualisierte Gewalt bis zur seit 2009 geführten Kategorie „sexualisierte Gewalt durch prominente Männer“. Gewalt wird hier als umkämpfter Begriff sichtbar – von alltäglichem Sexismus über digitale Gewalt bis zur sexualisierten Kriegsgewalt – und als Grundlage dafür, dass heutige Debatten überhaupt möglich sind. Bei LIESELLE begegnen wir Gewalt auch als Gegenwartserfahrung: Eine bestickerte Holztür ist zum Archivstück geworden – entstanden nach queerfeindlichen, antifeministischen Angriffen. Sticker wie „Du bist nicht allein“ dokumentieren Einschüchterung und Widerstand zugleich und erinnern daran: Räume zu schaffen, ist eine Reaktion auf Gewalt – gegen Unsichtbarkeit und Ausschluss. Und die Geschichte der Antigewaltarbeit bleibt hochaktuell: Beratungsstellen melden steigende Anfragen, Schutzplätze fehlen, Angebote sind oft nicht barrierefrei und unsicher finanziert. Genau hier setzt das Gespräch mit Rebecca Vinci von DaMigra an, die im Bündnis Istanbul-Konvention eine intersektionale Perspektive in den Alternativbericht einbringt – denn trotz staatlicher Verpflichtungen klafft zwischen Anspruch und Realität eine politische Lücke.
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    41 Min.
  • Feministische Archive vernetzen sich europaweit
    Jun 30 2025
    Sich zu organisieren und gemeinsam Netzwerke zu bilden, ist jeher ein zentrales Mittel feministischer Bewegungen. In dieser Tradition trafen sich im Mai 2025 auch zahlreiche Akteur*innen der Erinnerungsarbeit in Berlin, um die Verbindungen zwischen feministischen Archiven in Europa zu stärken – und ein gemeinsames Netzwerk zu gründen. In dieser Folge laden wir daher zu einer sehr besonderen Reise: Von Reykjavik, Bologna, Brüssel, Prag oder Wien – im vergangenen Mai kamen Vertreter*innen von i.d.a.-Einrichtungen und geladene Expert*innen aus weiten Teilen Europas in Berlin zusammen. Im Rahmen eines Projekts von ERASMUS+ waren sie angereist, um ihr Wissen miteinander zu teilen – über Zeiten, Generationen, Arbeitskontexte und Ländergrenzen hinweg. Unter dem Motto „The Power of Networking“, der Kraft des Netzwerkens, fanden vom 12. bis 16. Mai zahlreiche Workshops statt, unter anderem zu Fragen einer europaweiten Zusammenarbeit, der Digitalisierung, einer möglichen transnationalen Kataloglandschaft und nachhaltiger feministischer Infrastrukturen. Zudem gab es die Möglichkeit, unterschiedliche Berliner Einrichtungen und Sammlungen zu besuchen, wie das Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum, der Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin, aber auch in Berlin ansässige i.d.a.-Einrichtungen wie das FFBIZ, den Spinnboden und die Genderbibliothek an der Humboldt-Universität zu Berlin. Am Mittwochabend, dem 14. Mai 2025, wurde diesem Netzwerk auch ein eigener Name gegeben: ELENOR – Feminist Memory in Action. Gemeinsam wurde ein Manifest verfasst und verabschiedet, das beschreibt, was verbindet – und wohin es gemeinsam weitergehen soll. Geplant und organisiert wurde das Projekt ERASMUS+ von i.d.a.-Einrichtungen (u.a. Nicolli Povijač, Margarethe Kees) sowie die Gründungsveranstaltung von ELENOR von dem Digitalen Deutschen Frauenarchiv (u.a. Karin Aleksander, Marius Zierold). Was vor Jahren als Initiative namens META-EU begann, ist spätestens seit dem Berliner Treffen zum stabilen Netzwerk geworden: mit gemeinsamen Projekten und dem Wunsch, feministische Erinnerung zu bewahren und aktiv zu gestalten.
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    33 Min.
  • Unerschrocken für Gleichberechtigung
    Feb 21 2025
    Eine „unglaubliche Errungenschaft“ sei der Gleichheitsgrundsatz, Artikel 3 im Grundgesetz, sagt Christina Clemm, Fachanwältin für Familien- und Strafrecht. Als Juristin, Autorin und Aktivistin vertritt Clemm tagtäglich Menschen, die von geschlechtsspezifischer, sexualisierter, rassistischer, LGBTQ+-feindlicher und rechtsextrem motivierter Gewalt betroffen sind. Im Recht und in der Praxis sieht sie daher weiter großen Handlungsbedarf. Clemm ist eine der sechs Protagonistinnen im DDF-Film „Alle(s) gleich?“, der die Vielfalt von Perspektiven auf den Gleichheitsgrundsatz feiert und fragt, was Menschen heute mit dem Artikel 3 im Grundgesetz verbinden. Artikel 3 ist heute ein zentrales demokratisches Grundrecht im deutschen Grundgesetz – doch jede Formulierung musste lange errungen werden und dies gegen große Widerstände. 1949 erstreitet die Juristin Dr. Elisabeth Selbert (1896–1986) den Satz „Männer und Frauen sind gleichberechtigt.“ Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Überwindung des Nationalsozialismus engagierten sich viele Akteur*innen und Frauenverbände für demokratische Rechte – in der jungen Bundesrepublik war Dr. Elisabeth Selbert eine zentrale politische Stimme und sie ist bis heute ein Vorbild. In dieser Folge wollen wir also gerade mehr über sie und ihre Beweggründe als Demokratin zu erfahren. Dazu hat sich Dr. Birgit Kiupel in das Archiv der deutschen Frauenbewegung begeben und mit der Historikerin Dr. Kerstin Wolff über Selbert als Person und unerschrockene Politikerin gesprochen. Eindrücklich berichtet Wolff von der Tragweite des errungenen Satzes, den enormen Widerständen dagegen, feministischen Solidaritäten und historischen Chancen: „Wir können alle Elisabeth Selbert nur sehr dankbar sein, dass sie dieses Möglichkeitsfenster gesehen hat.“
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    44 Min.
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