• Im Aufzug mit Anne Brorhilker
    Jun 17 2026
    Diese Woche spreche ich mit Anne Brorhilker, der Frau, die den mächtigsten Finanzbossen des Landes das Fürchten gelehrt hat. Als ehemalige Staatsanwältin zog sie die Fäden im Cum-Ex-Skandal. Im Gespräch mit mir ist sie genau das: Unbeirrbar im Kampf für Gerechtigkeit, analytisch scharf, aber absolut nahbar. Wir sprechen über ihren Weg: von der Spontanentscheidung fürs Jurastudium über die Verpflichtungen von Staatsanwaltschaften bis hin zu Begegnungen im Aufzug mit Verteidigern und Beschuldigten. Anne erzählt von ihren Erfahrungen als Frau bei Gericht, von absurden Durchsuchungen, Verhörtaktiken und was dieser Job mit ihr als Mensch gemacht hat. Wir legen den Finger in die Wunde, warum Cum-Ex ein eiskaltes Geschäftsmodell war, wie Lobbyismus unsere Verwaltung schwächt und wo der Rechtsstaat mit zweierlei Maß misst. Zum Ende sprechen wir über die Gründe, warum sie ihren Posten letztlich verlassen hat – und schauen nach vorn auf konkrete Lösungen, wie Verfahren in Zukunft schneller und besser bearbeitet werden können und wie sowas wie Cum-Ex nicht mehr passiert sollte. Eine Frau, die das System hinterfragt und Haltung beweist. Aufzugtür auf für Anne Brorhilker!
    Mehr anzeigen Weniger anzeigen
    1 Std. und 54 Min.
  • Im Aufzug mit Dana Buchzik
    Jun 3 2026
    Dana Buchzik ist Autorin, Kulturjournalistin und Expertin für Deradikalisierung. Sie ist in einer Sekte aufgewachsen – und hat schon als Kind gemerkt, dass etwas nicht stimmt. Dass die Glaubenssätze um sie herum keinen Sinn ergeben. Dass sie anders denkt als ihr gesamtes Umfeld. Irgendwann hat sie sich entschieden zu gehen. Heute forscht und schreibt Dana darüber, warum Menschen radikale Ideologien anziehend finden, was die Wissenschaft längst über Verschwörungstheorien weiß – und warum unsere Gegenstrategien oft nicht funktionieren. In ihrem Buch „The Power of No” nimmt sie außerdem auseinander, wer eigentlich davon profitiert, dass so viele von uns nicht Nein sagen können. Als Dana in den Aufzug steigt, reden wir über die Mechanismen von Hass im Netz und warum gut gemeinte Gegenrede sogar Schaden anrichten kann. Dana erklärt, wie unseriöse Moderation in Talkshows Rechten in die Karten spielt und warum Klassismus den Kampf gegen Rechtsextremismus und Populismus erschwert. Wir diskutieren die Grenzen unserer Debattenkultur, die Frage, wie wir die Demokratie im Rahmen unserer Möglichkeiten schützen können – und warum People Pleasing kein Kompliment ist, sondern eine Falle. Aufzugtür auf für Dana Buchzik!
    Mehr anzeigen Weniger anzeigen
    2 Std. und 1 Min.
  • Im Aufzug mit Marina Weisband
    May 20 2026
    Heute gibt es kein klassisches Interview, sondern ein Gespräch – aufgezeichnet vor Publikum, im Rahmen einer Veranstaltung der Grünen-Bundestagsfraktion in Leipzig.
 Mein Gast: Marina Weisband – Publizistin, Bildungsaktivistin und vielen noch bekannt als politische Geschäftsführerin der Piratenpartei. Heute leitet sie unter anderem das Projekt „aula", das Schülerinnen und Schülern echte Mitbestimmung an ihren Schulen ermöglicht. In dieser Folge geht es um eine Frage, die uns beide umtreibt: Was wäre eigentlich, wenn wir Inklusion nicht als Nischenthema für wenige denken, sondern als politische Kernidee für alle?
 Marina und ich sprechen über ruinöse Empathie und gut gemeinte Plakatkampagnen, die nichts verändern. Über Universal Design – also Gestaltung, die nicht „trotzdem" funktioniert, sondern einfach für alle. Über das verlorene Gefühl von Selbstwirksamkeit in unserer Gesellschaft und darüber, was Kinder an Schulen uns über echte Demokratie beibringen können.

 Aufzugtür auf für Marina Weisband.
    Mehr anzeigen Weniger anzeigen
    34 Min.
  • Im Aufzug mit Eva-Maria Thoms (mittendrin e.V., Expertin für inklusive Bildung)
    May 6 2026
    Heute spreche ich mit Eva-Maria Thoms. Und der Ausgangspunkt dieser Folge ist eigentlich ein Kommentar. Oder besser: fast 500 Kommentare. Denn ich hatte kürzlich einen Post aus Social Media über die Abschaffung von Förderschulen veröffentlicht – und was dann passierte, hat mich nicht losgelassen. Eltern, die schreiben: Die Förderschule hat mein Kind gerettet. Andere, die schreiben: Die Förderschule hat meinem Kind die Zukunft genommen. Lehrerinnen, die sagen: Ich will Inklusion, aber ich kann nicht. Und mittendrin immer wieder dieselbe Frage: Wem gehört eigentlich diese Entscheidung? Eva-Maria Thoms beschäftigt sich mit diesen Fragen seit fast 20 Jahren. Sie hat den Verein “mittendrin” gegründet, nachdem sie als Mutter einer behinderten Tochter gegen ein System gelaufen ist, das gut klingt und schlecht funktioniert. Förderschulen. Seitdem kämpft sie dafür, dass inklusive Bildung in Deutschland nicht nur auf dem Papier steht – sondern im Klassenzimmer ankommt. Was das braucht, warum die Barrieren in Deutschland derart hoch sind, und was Eltern tun sollen, die gerade mitten in dieser Entscheidung stecken und erschöpft sind – darum geht es heute. Aufzugtür auf für Eva-Maria Thoms.
    Mehr anzeigen Weniger anzeigen
    1 Std. und 30 Min.
  • Im Aufzug mit Udo Sierck
    Apr 22 2026
    Heute spreche ich mit Udo Sierck. Und ich muss gestehen: Ich war nervös vor dieser Aufnahme. Denn Udo macht das, was ich mache – Aktivismus für die Rechte behinderter Menschen – fast 50 Jahre länger als ich. Udo ist 1956 in Hamburg geboren. Für ihn als Kind mit Behinderung der 50 und 60er Jahre schien eigentlich alles vorgezeichnet zu sein: Sonderschule, Werkstatt, Wohnheim. Aber es kam anders. Denn Udo hatte inzwischen gelernt, dass man sich aktiv zur Wehr setzen muss, wenn man etwas wirklich nicht will. Also schloss er sich Ende der 70er der Krüppelgruppe Hamburg an – ja, die hießen so, das war Provokation. Er hat Rathäuser besetzt, ein Sit-in im Spiegel-Foyer gemacht, die Zwangssterilisation tausender behinderter Frauen öffentlich gemacht – und dafür eines morgens das BKA vor der Tür gehabt die seine Wohnung durchsuchten, weil er verdächtigt wurde „Teil einer kriminellen Vereinigung” zu sein. Jetzt hat er ein neues Buch geschrieben: „Frech und frei – 50 Jahre Kämpfe der Behindertenbewegung”. Und als ich es gelesen habe, war ich gleichzeitig begeistert und frustriert. Begeistert, weil da Geschichten drinstehen, die ich nicht kannte. Und frustriert, weil so vieles, wogegen Udo vor 40 Jahren gekämpft hat, immer noch da ist. Wie hält man das durch? Was hat sich wirklich verändert? Und was können wir alle aus 50 Jahren Widerstand lernen? Aufzugtür auf für Udo Sierck.
    Mehr anzeigen Weniger anzeigen
    1 Std. und 22 Min.
  • Im Aufzug mit Tobias Ginsburg
    Apr 8 2026
    Mein heutiger Gast ist Tobias Ginsburg. Tobias ist Autor und Journalist – aber einer, der für seine Recherchen weiter geht als die meisten. Er hat sich undercover in fanatische Bewegungen eingeschleust, hat unter Neonazis gelebt, unter Reichsbürger*innen, hat rechtsextreme Burschenschaften infiltriert, Milizen und ein internationales Netzwerk schwulenhassender Faschisten.
 Was er dabei erlebt hat, hat er in mehreren Büchern aufgeschrieben – und es ist nichts, was man einfach so abschüttelt.
 Ich will von Tobias wissen: Was macht das mit einem, wenn man so nah dran ist am Hass? Wenn man morgens aufwacht und so tun muss, als würde man dazugehören? Verändert man sich dabei selbst? Und vor allem: Unterschätzen wir als Gesellschaft die Gefahr von rechts – gerade jetzt?
 Aufzugtür auf für Tobias Ginsburg.
    Mehr anzeigen Weniger anzeigen
    1 Std. und 36 Min.
  • Im Aufzug mit Philine Edbauer
    Mar 25 2026
    Philine Edbauer ist Aktivistin und Mitgründerin von „My Brain My Choice“, einer Initiative, die sich für eine neue, gerechtere Drogenpolitik einsetzt. Statt Verbote und Strafen fordert sie Aufklärung, Selbstbestimmung und einen Umgang, der die Realität von Konsum ernst nimmt. Wir sprechen darüber, wie sie in diese Debatte reingewachsen ist – und warum sie heute sehr klar sagt, dass Repression mehr schadet als hilft. Philine erklärt mir, warum sie Drogenpolitik immer aus der Perspektive von Ungleichheit denkt. Wer wird kriminalisiert – und wer nicht? Warum trifft das aktuelle System besonders Menschen, die ohnehin schon stigmatisiert sind? Es geht um Konsum, um gesellschaftliche Doppelmoral und um die Frage, wie eine Politik aussehen müsste, die wirklich schützt, statt auszugrenzen. Und wir reden auch darüber, wie schwer es ist, solche Positionen zu vertreten, ohne sofort in Schubladen zu landen. Wie schafft man es, gehört zu werden, wenn man grundlegende Dinge infrage stellt? Aufzugtür auf für Philine Edbauer!
    Mehr anzeigen Weniger anzeigen
    2 Std. und 30 Min.
  • Im Aufzug mit Wilhelmine
    Mar 11 2026
    Wilhelmine ist Sängerin, Songwriterin und eine der spannendsten Stimmen im deutschsprachigen Pop. Ihre Songs laufen im Radio, auf großen Festivalbühnen und gleichzeitig sind sie zutiefst persönlich. Wir sprechen über Coming-out-Momente, Liebeskummer und darüber, wie es ist, wenn das eigene Herz plötzlich öffentlich verhandelt wird. Wir reden über Queerness im Mainstream, über Sichtbarkeit als Verantwortung und darüber, warum Popmusik politisch ist, selbst wenn sie nach Sommer klingt. Wilhelmine erklärt mir, wie verletzlich man sein muss, um ehrliche Songs zu schreiben, und wie es sich anfühlt, Hasskommentaren ausgesetzt zu sein. Und dann lachen wir doch wieder über Tour-Anekdoten, Fan-Nachrichten und diese ganz besondere Magie, wenn tausend Menschen dieselbe Zeile mitsingen. Aufzugtür auf für Wilhelmine!
    Mehr anzeigen Weniger anzeigen
    2 Std. und 2 Min.