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Hinter den Headlines

Hinter den Headlines

Von: MZ & Volksstimme
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Über diesen Titel

Ein Land, zwei Journalisten, viele Geschichten: Max Hunger und Julius Lukas sind als Reporter der Mitteldeutschen Zeitung in Sachsen-Anhalt unterwegs. Sie berichten über die große Politik, aber auch über Skurriles aus dem Kleingartenverein. Die Hauptsache: Es ist wichtig und spannend. Im neuen Podcast „Hinter den Headlines“ sprechen die Reporter über ihre Recherchen und geben dabei auch einen Einblick in ihre Arbeit – von den ersten Nachforschungen bis zur fertigen Headline.MZ & Volksstimme Politik & Regierungen
  • Sonderfolge 5 zum Weihnachtsmarkt-Anschlag: Bringt der Prozess Gerechtigkeit?
    Oct 21 2025
    In der fünften und letzten Sonderfolge ihres Podcasts „Hinter den Headlines“ blicken die Hosts Max Hunger und Julius Lukas auf den bevorstehenden Prozess gegen den Attentäter Taleb A., der am 20. Dezember 2024 auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt sechs Menschen tötete und über 300 verletzte. Zu Gast sind erneut die Volksstimme-Reporter Matthias Fricke und Alexander Walter, die den Fall seit Beginn begleiten. Die Beweise gegen Taleb A. sind erdrückend „Juristisch ist alles klar – es geht jetzt um Aufarbeitung“, sagt Fricke. Die Beweise seien erdrückend: Videos, Augenzeugen, ein Täter, der am Tatort festgenommen wurde. Wichtiger sei nun, die Hintergründe zu verstehen: „Die Magdeburger haben ein Recht darauf zu wissen, warum das passiert ist – und ob man es hätte verhindern können.“ Der Prozess wird vor dem Landgericht Magdeburg geführt – unter außergewöhnlichen Bedingungen. Ein eigens errichteter Spezialbau mit 2.000 Quadratmetern Fläche und Platz für 700 Menschen soll die große Zahl von Nebenklägern und Medienvertretern aufnehmen. „So etwas hat es in Sachsen-Anhalt noch nie gegeben“, sagt Walter. Insgesamt sind rund 130 Nebenkläger zugelassen, dazu zahlreiche Anwälte und ein doppelt besetztes Richtergremium. Der Vorsitzende Richter ist bekannt für zügige und konsequente Verfahren. Unverständnis über Kosten des Prozess Viele Magdeburger reagierten mit Unverständnis auf den auch finanziell hohen Aufwand des Prozesses: „Sie sagen: Verurteilt ihn und gut – spart euch die Kosten“, berichtet Walter. Matthias Fricke versteht diese Meinungen zwar, teilt sie jedoch nicht: „Wir leben nicht im Mittelalter. Jeder hat das Recht auf einen fairen Prozess – und es geht hier nicht nur um den Täter, sondern auch um die Opfer und die Wahrheit.“ Auch die Stimmung in der Stadt bleibt ein Thema. Trotz neuer Sicherheitsmaßnahmen – Poller, Sperren, ein Gedenktag am 20. Dezember – sitzt der Schock tief. „Dieses Ereignis hat hier was geändert und hat der Stadt schon einen Schlag versetzt“, sagt Walter. Der Prozess ist bis März 2026 terminiert, rund 50 Verhandlungstage sind angesetzt. Die Reporter wollen jeden davon begleiten.
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    29 Min.
  • Sonderfolge 4 zum Weihnachtsmarkt-Anschlag:Wie konnte das geschehen?
    Oct 14 2025
    In der vierten Sonderfolge des Podcasts „Hinter den Headlines“ gehen die Hosts Max Hunger und Julius Lukas der Frage nach, wie es zum Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt am 20. Dezember 2024 kommen konnte – und welche Fehler Behörden und Politik gemacht haben. Zu Gast sind die MZ-Reporter Jan Schumann und Hagen Eichler, die die Aufarbeitung im Landtag begleiten. Taleb A. war kein Unbekannter Schon früh sei Taleb A., der mutmaßliche Täter, durch Drohungen und Hassbotschaften aufgefallen. „Er war mehr als hundertmal bei Polizei und Justiz auffällig“, sagt Schumann. Auch Hinweise aus dem Ausland seien eingegangen – „aber so richtig Konsequenzen gab es nie“. Selbst als die Polizei 2023 eine Hausdurchsuchung anstrebte, habe die Staatsanwaltschaft abgewinkt. Eichler betont: „Er war kein Unbekannter. Aber er passte in keine Schublade – weder Islamismus noch Rechtsextremismus. Und so fiel er durchs Raster.“ Ein Untersuchungsausschuss im Landtag soll nun klären, wie die Sicherheitsstrukturen versagt haben. Die Reporter loben die Ernsthaftigkeit der Abgeordneten. „Da wird sehr gründlich gearbeitet“, sagt Schumann. Dabei wird deutlich: Weder Stadt noch Polizei fühlten sich klar verantwortlich für die Sicherung des Weihnachtsmarkts. Betonbarrieren waren falsch platziert, Sicherheitslücken blieben offen. „Und niemand hat’s bemerkt“, so Hagen Eichler. „Leichter zu stoppen als den Attentäter von Halle“ Trotz der Katastrophe habe es bislang kaum personelle Konsequenzen gegeben. Stattdessen schieben sich Behörden gegenseitig die Schuld zu. „Was mir fehlt, ist Selbstkritik“, sagt Eichler. Auch Schumann ergänzt: „Wenn man die Zeugen hört, klingt es, als sei alles richtig gelaufen – und das war es offenkundig nicht.“ Die Folge zeigt, wie viele Warnsignale übersehen wurden – und wie bürokratische Routinen und Zuständigkeitswirrwarr einen Anschlag möglich machten, der vermeidbar schien. „Es wäre leichter gewesen, diesen Täter zu stoppen als den Attentäter von Halle“, sagt Hagen Eichler am Ende der Folge.
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    34 Min.
  • Sonderfolge 3 zum Weihnachtsmarkt-Anschlag: Ein Psychiater radikalisiert sich
    Oct 7 2025
    In der dritten Sonderfolge des Podcasts „Hinter den Headlines“ widmen sich die Hosts Max Hunger und Julius Lukas dem Mann hinter dem Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt: Taleb A. Der saudi-arabische Psychiater tötete am 20. Dezember 2024 sechs Menschen und verletzte Hunderte. Wie kam er nach Deutschland und wie konnte er sich hier unbemerkt radikalisieren? Die Reporter Hagen Eichler und Jan Schumann von der Mitteldeutschen Zeitung zeichnen das Bild eines gebildeten, aber sozial isolierten Mannes, der früh auffiel – und doch unbehelligt blieb. „Der Anschlagstäter hat online ein sehr öffentliches Leben geführt, fast ein zweites neben seinem eigentlichen“, sagt Eichler. Auf seinem Twitter-Profil habe er über Jahre hinweg seine Motive offenbart, Drohungen ausgesprochen und sich mit einem Sturmgewehr präsentiert. Für ihn sei es so gewesen, als befände er sich in einem „Krieg“. Taleb A. kam 2006 nach Deutschland, um Facharzt für Psychiatrie zu werden, was ihm auch gelang. Zuletzt arbeitete er in einer landeseigenen Klinik in Bernburg. Kollegen beschrieben ihn als verschlossen, eigenwillig und teils wirr. Dort trug er den Spitznamen „Dr. Google“, weil er angeblich Diagnosen im Internet nachschlug. Gleichzeitig radikalisierte er sich online weiter. „Er hatte eine fünfstellige Zahl an Followern, schrieb auf Englisch und erreichte ein internationales Publikum“, sagt Jan Schumann. In seinen Posts mischten sich Verfolgungswahn, politischer Hass und Gewaltfantasien. Schon 2013 drohte er einer Ärztekammer mit einem Anschlag. Die Polizei durchsuchte zwar seine Wohnung, fand aber nichts. „Er passte in keine Schublade – und genau das war das Problem“, erklärt Schumann. Im Podcast ziehen die Reporter Parallelen zum Halle-Attentäter Stephan B. Beide seien isolierte Männer ohne Bindungen gewesen, die in ihrer digitalen Welt Aggression und Rechthaberei kultivierten. Heute sitzt Taleb A. in Haft. Er hat die Tat gestanden und sie in Briefen an Hinterbliebene mit seinem Hass auf den Staat begründet. „Er hat deutlich gemacht, dass er gern noch mehr Menschen getötet hätte“, so Schumann. Reue? Fehlanzeige.
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    30 Min.
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