Geist.Zeit Titelbild

Geist.Zeit

Geist.Zeit

Von: Thorsten Dietz & Andreas Loos
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Über diesen Titel

«Geist.Zeit»: Der Titel bringt auf den Punkt, was Theologie spannend macht. Geist zeichnet den Menschen und seine Zeit aus. Gott ist Geist, heisst es zugleich in der Bibel. Theologie ist Rede von Gott. Wenn es um Gott geht, geht es auch um uns. Nach Gott fragen, bedeutet immer auch, nach Selbst- und Welterkenntnis streben. Die Wahrheit des christlichen Glaubens kann jeweils nur in einer bestimmten Zeit ausgesprochen und verstanden werden. «Geist.Zeit» ist ein neuer Theologiepodcast von Fokus Theologie, der Fachstelle für Erwachsenenbildung der Deutschschweizer Reformierten Kirchen. Spiritualität
  • Carel van Schaik: Warum wir Frieden wollen, aber Kriege führen
    Jan 18 2026
    Dem Evolutionsbiologen Carel van Schaik ist es mit seinem Bestseller «Das Tagebuch der Menschheit. Was die Bibel über unsere Evolution verrät (mit Kai Michel)» gelungen, die Natur- und Kulturgeschichte des Menschen höchst anschaulich zu erschliessen und daraus sehr anregende Folgerungen für unser heutiges Menschenbild abzuleiten. In einem Live-Podcast in Münchenstein sprachen Andreas Loos und Thorsten Dietz mit ihm über sein jüngstes und hochaktuelles Buch: «Die Evolution der Gewalt. Warum wir Frieden wollen, aber Kriege führen» (zusammen mit Harald Meller und Kai Michel). Weit verbreitet ist der Mythos, das Gewalt und Krieg unlöslich mit der Menschheitsgeschichte verbunden seien. Auf Grundlage breiter Forschung zeigt der Zürcher Professor, dass sich dieses Bild nicht halten lässt. Kriege sind erst in den letzten Jahrtausenden der Menschheitsgeschichte entstanden. Es ist nicht in uns veranlagt, dass wir Kriege führen müssen. Für den allergrössten Teil der Menschheitsgeschichte, als Menschen als Jäger:innen und Sammler:innen lebten, finden sich keine Spuren massenhafter Gewalt. Was bedeutet das für unser Bild vom Menschen? Im Gespräch führt Carel van Schaik ein in die Unterscheidung dreier Naturen des Menschen. Wir müssen zunächst zwischen der biologischen, der älteren Natur des Menschen, und der kulturellen, der jüngeren Natur des Menschen unterscheiden. Dann wird sichtbar: Gewalt ist eine Folge unserer jüngeren kulturellen Entwicklung. Darum ist diese Entwicklung kein Schicksal. Kraft ihrer dritten, der vernünftigen Natur, können Menschen sich kritisch zu ihrer eigenen Gewalttätigkeit verhalten. Für van Schaik sind die biblischen Texte aus dieser Perspektive überaus interessant. Vor allem in der Jesusbewegung sieht er eine Kritik menschlicher Gewalttätigkeit. In diesem jesuanischen Ethos der Gewaltlosigkeit und Feindesliebe könne man eine Anknüpfung an die besten Anlagen erkennen, die Menschen in ihrer langen Geschichte gezeigt haben: Ein Leben in Kooperation statt Konkurrenz, in Gemeinschaft und nicht in feindlichen Lagern. Wir danken Judith Borter und der Fachstelle Bildung und Diversität der Reformierten Kirche Baselland, dem Forum für Zeitfragen Basel sowie der Reformierten Kirche in Münchenstein für die Einladung und die Ausrichtung dieses Live-Podcasts. Literatur: Van Schaik, Carel/Michel, Kai: Mensch sein. Von der Evolution für die Zukunft lernen. Hamburg: Rowohlt Verlag 2023. Van Schaik, Carel/Michel, Kai: Das Tagebuch der Menschheit. Was die Bibel über unsere Evolution verrät. Hamburg: Rowohlt Verlag 2016
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    1 Std. und 5 Min.
  • Das Bekenntnis und die Freiheit
    Jan 4 2026
    Wie spielen das Bekenntnis und die Freiheit im christlichen Glauben zusammen? Die reformierten Landeskirchen der Schweiz gehören zu den wenigen Kirchen, die weder in ihren Verfassungen noch in ihren Liturgien eine Verpflichtung auf ein Bekenntnis kennen. Was genau bedeutet diese Bekenntnisfreiheit? Ist sie überhaupt noch zeitgemäss? Mit diesen Fragen war Geist.Zeit am 13. September 2025 zu Gast auf dem grossen Kirchenfest der reformierten Kirche Aargau. Thorsten und Andi blenden zurück ins 19. Jahrhundert und erzählen die reformierte Freiheitsgeschichte des Glaubensbekenntnisses nach. Als sich die schweizerische Gesellschaft insgesamt demokratisierte, regte sich der Freiheitsdrang auch in der Kirche. Die staatskirchliche Bekenntnispflicht wurde aufgehoben. Autoritätskritisch befreite sich die Kirche von den Glaubensbekenntnissen, die je länger, je mehr als unzumutbar, zwingend und unterdrückend empfunden worden waren. So wichtig die Befreiung der Gläubigen von aufgezwungenen Bekenntnissen ist, kommt da nicht die Freiheit zu kurz, selbstbestimmt zu überlegen und auszudrücken, was gemeinsame Glaubensüberzeugungen sind? So fragen sich die beiden Podcaster und stellen fest, wie zeitgemäss unterschiedliche Formen des Bekennens in unserer Kultur sind. Wer bekennt, zeigt sich authentisch. Wer bekennt, zeigt sich loyal zu dem, was uns gemeinsam wichtig ist. Bekennen ist mehr als intellektuelle Zustimmung zu Dogmen. Bekennen ist Herzenssache. Ist die Zeit reif, das Bekennen als gegenwärtige Sprachform des Glaubens neu zu entdecken? Welche Initiativen gab es bereits innerhalb der reformierten Kirchen der Schweiz? Wie könnte ein Bekenntnis zum Himmel heute lauten, damit das Motto des Kirchenfestes lebendig und glaubhaft klingt: Wie im Himmel, so im Aargau?
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    1 Std. und 2 Min.
  • Matthias Zeindler: Was ist reformierte Spiritualität?
    Dec 21 2025
    Bunt ist die heutige Landschaft der Spiritualität, in und ausserhalb der Kirche. Gibt es in all den vielfältigen Angeboten der Gegenwart noch so etwas wie eine typisch reformierte Spiritualität? So fragen Andi und Thorsten ihren Gast für diese Folge, Prof. Matthias Zeindler, langjähriger Leiter der Abteilung Theologie der Reformierten Kirche Bern, Jura und Solothurn. Auf den ersten Blick mag es so erscheinen, als wären die Reformatoren in der Schweiz vor allem Meister der Dekonstruktion gewesen: Unzählige Bilder und Skulpturen wurden zerstört. Abgeschafft wurden die Verehrung der Heiligen, Wallfahrten, Marienfrömmigkeit, Fastentage etc. In den reformierten Kirchen wurde die Frömmigkeit karg und nüchtern. Ja, so Matthias Zeindler: die Reformierten setzten auf eine Spiritualität der Andacht und der Konzentration. Die vermeintliche Leere der Kirchen schaffte Platz für das, worum es eigentlich geht: Die Gemeinschaft mit Christus und das Vertrauen auf Gott, für ein Leben in der Liebe Gottes, das sich in tätiger Hingabe im Alltag der Welt bewährt. Aber brauchen Menschen nicht auch praktische Hilfen, um ihren Glauben mit dem Lebens-Alltag bewusst zu verbinden? Dass die Reformierten an dieser Stelle wenig für notwendig erklärten, macht die Offenheit für individuelle und aktuelle Entwicklungen so typisch reformiert, so Zeindler. Weil es für Reformierte keine heiligen Orte, Zeiten und Praktiken gibt, sind sie frei, je nach Herausforderung Übungen und Wege zu finden, die den Glauben stärken: Immer neue Lieder und Musikstile, das Wort der Bibel in vielfältiger Gestalt, von der Losung am Morgen bis zum Gottesdienst mit seinen Gebeten und Predigten.
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    1 Std. und 11 Min.
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